Byron Murphy II posiert mit seinem ehemaligen Head Coach Steve Sarkisian für die Texas Longhorns. Credit: Imago Images / USA Today / Mikala Compton

In den meisten Position Rankings und Mock Drafts zum NFL Draft 2024 lesen wir immer wieder drei Namen von Defensive Tackles, die zu den besten ihres Jahrgangs gehören sollen. Mit den Fragen, worin sich die drei unterscheiden, ob es überhaupt elitäre Top Prospects auf der Position gibt und wer noch ins Auge gefasst werden sollte, geht es in die Besprechung der Defensive Tackle zum Draft. 

Neben Jer’Zhan Newton von der University of Illinois aus der Big Ten schaffen es gleich zwei Defensive Linemen von den Texas Longhorns in die erste Runde vieler Mock Drafts. Byron Murphy II unterscheidet sich jedoch in vielen Dingen von seinem Teamkollegen T’Vondre Sweat. Da dürfen wir uns nicht sicher sein, dass auch beide der Qualität eines Erstrunden-Talents entsprechen.  

Jer’Zhan Newton / Illinois

Jer’Zhan Newton hat am College die Zahlen eines potentiellen Firstrounders aufgelegt. In seinen letzten zwei Jahren brachte es der Defensive Tackle auf 13 Sacks, 22,5 Tackles for Loss und 114 Total Tackles. Wie entfesselt schießt er aus seinem Stance und gewinnt häufig bereits mit dem ersten Schritt. Doch wenn er einmal auf einen besseren Offensive Linemen traf, konnte er sich auch im engen Fight mit Hebelkraft und Technik durchsetzen.

Meistens erkennt er bereits sehr gut, wie die Blöcke der Gegner sich aufbauen und wohin das Run Play erfolgt oder wo er die Lücken für seinen Pass Rush findet. Das alles und seine unbändige Energie, die er in jeden Snap legt, machen ihn erst zu einem echten Erstrundenpick. Aber nicht zu einem elitären Talent. Denn dazu fehlt es an den erforderlichen athletischen Körpermaßen, um letztendlich alle Kriterien zu erfüllen.  

Byron Murphy II / Texas

Byron Murphy erzielte in 2023 insgesamt fünf Sacks und 8,5 Tackles for Loss. Doch das beschreibt nicht einmal ansatzweise, welchen Einfluss der Defensive Tackle von Woche zu Woche auf das Spiel der Defense seiner Texas Longhorns genommen hat. Seine Pfunde sind gut verteilt und er weiß seinen Körper mit viel Hebelkraft einzusetzen. Damit kann er sich auch in Reps zurückkämpfen, die bereits verloren zu sein scheinen. 

Er kombiniert Beweglichkeit mit einen sehr schnellen ersten Schritt und erzeugt damit viel Energie unmittelbar nach dem Snap. Gegen den Lauf setzt er das ein, um sich nicht verdrängen zu lassen. Im Pass Rush baut er damit seinen Bull Rush auf oder schießt beinah unberührt durch die Gaps hindurch. Im Vergleich zu T’Vondre Sweat hat er deutlich die Nase vorn, weil er in seinen Bewegungen spritziger ist und technisch ausgereifter erscheint. Das macht ihn vielseitiger und potenter einsetzbar. 

 

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T’Vondre Sweat

Auch das College-Tape von T’Vondre Sweat ist beeindruckend und vielversprechend im Hinblick auf seine NFL-Karriere. Mit Masse und Größe erzeugt er sehr viel Hebelkraft und baut vor seinen Gegenspielern praktisch eine unüberwindbare Mauer auf. Zusätzlich hat er einen kräftigen Swim Move seinem Repertoire hinzugefügt, um konstant durch die Gaps zum Ballträger zu kommen. Das macht seinen Bull Rush nur noch effektiver. 

Doch Sweat kämpft angeblich immer wieder mit Gewichtsproblemen und bringt seine derzeit gelisteten 164 Kilogramm Körpermasse nur gemächlich in Schwung. In Sachen Quickness, und das ist nunmal ein wichtiges Kriterium für die Erfolgsaussichten eines Talents bei den Profis, hat er einen klaren Nachteil gegenüber seinem Teamkollegen Murphy, von dessen Anwesenheit er eindeutig profitierte.  

Derzeit dürfte er vor allem als Nose Tackle auf den frühen Downs eingesetzt werden, was ihn sehr limitiert und eine Auswahl in der ersten Runde des NFL Drafts nicht rechtfertigt. Hier gibt es in einer sehr breit aufgestellten Klasse wesentlich explosivere Playmaker, die über den NFL Combine sicherlich noch einmal mehr Aufmerksamkeit erhalten werden.  

Defensive Tackle breit aufgestellt

Mit Ruke Orhorhoro gibt es einen noch relativ rohen Defensive Tackle aus Nigeria. Der rasante Bull Rusher hat sich über die Jahre an der Clemson University einen Startplatz in einer der besten Defensive Lines im College Football erkämpft. 

Ähnliches ist auch über McKinnley Jackson zu sagen, der an der Texas A&M an der Front eindeutig den Ton angegeben hat, obwohl sich so viele Spitzentalente dort tummeln, wie bei keinem anderen Team im Nachwuchsfootball. Wie er seinen Körper in die Gegenspieler wirft, ist wirklich beeindruckend. 

Beide stehen exemplarisch für eine Positionsgruppe, die zwar in der Spitze den absoluten Superstar vermissen lässt, mit Byron Murphy II und Jer’Zhan Newton aber zwei Prospects bereithält, die wahrscheinlich in der zweiten Hälfte der ersten Runde im Draft ausgewählt werden. Dahinter tummeln sich neben Jackson und Orhorhoro am zweiten Tag viele weitere Spieler, die je nach schematischer Präferenz von einigen Teams höher, von anderen niedriger bewertet werden. 

Über den/die Autor/in
Philipp Forstner
Instagram - https://www.instagram.com/draftnerd/
Philipp Forstner
Autor / Redakteur
Philipp schreibt bei TOUCHDOWN24 u.a. über den College Football

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