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NCAA - College Football

Warum College-Powerhouses überhaupt gegen FCS-Teams spielen

Fans der North Dakota State Bison fiebern dem Saisonauftakt gegen Big Ten Opponent Iowa schon heftig entgegen. Credit: Imago Images / ZUMA Wire / Hunter D. Cone

Im College Football finden vor dem Beginn der Regular Season keine Preseason Games statt. Lediglich im Frühjahr - meist im April – veranstalten die Universitäten die sogenannten Spring Games, bei denen die Teams ein Trainingsspiel gegen ihre eigenen Mannschaftsteile absolvieren. Aus diesem Grund vertreten einige Athletic Directors die Philosophie in Week One mit einem „leichten“ (Aufbau-) Gegner zu starten, damit das eigene Team sich einspielen kann. Oftmals laden die Top-Teams der FBS dazu Programme aus der unterklassigen FCS ein. Wobei „einladen“ dabei eine falsche Vorstellung vermittelt. 

Die großen Universitäts-Footballprogramme schließen einen Vertrag mit einer kleineren FCS-Uni und zahlen dem Gast oftmals mehrere hunderttausend Dollar oder sogar einen Millionenbetrag. In der Regel gewinnt das übermächtige Powerhouse hoch und das FCS-Team fährt gedemütigt nach Hause. Diese Spielpaarungen sind jedes Jahr im September Anlass für Diskussionen. Die Gegner dieser Partien sagen, dass diese nicht attraktiv wären, zu einseitig verlaufen und den Schedule verzerren, da der Sieg „zu leicht“ erspielt würde. Außerdem würden die FCS-Teams und deren Spieler dadurch an Selbstvertrauen verlieren                                                                                   

Hardliner und Traditionen 

Hardliner möchten die FBS vs. FCS Games gänzlich abschaffen. Stand jetzt gibt es nur noch drei FBS-Programme, die bisher kein einziges Spiel in ihrer sportlichen Geschichte gegen ein FCS-Programm absolviert haben. Dies sind die Footballprogramme der Notre Dame Fighting Irish, der UCLA Bruins und der USC Trojans. 

Die Trojans sollten eigentlich am 04.September 2021 erstmalig auf ein FCS-Team treffen. Das Homegame gegen die UC Davis Aggies wurde allerdings vom Athletic Director, Mike Bohn gecancelt, nachdem der Druck seitens der Fans und Geldgeber der Universität aus Los Angeles zu hoch wurde. Die Aggies wurden anschließend im Schedule durch die San Jose Spartans „ersetzt“. 

Mike Bohn erklärte dies mit den Worten: „(…) wir sind uns der langen Tradition bewusst, dass USC bisher immer gegen FBS-Programme gespielt hat. Unsere Fans haben uns dies leidenschaftlich mitgeteilt. (…) als ich hier anfing, versprach ich zuzuhören und zu lernen, und das Feedback unserer Förderer und Fans war unmissverständlich. Die Bewahrung unserer Geschichte (Tradition) ist von immenser Bedeutung (…)“. Dieses Beispiel zeigt, die Tradition im College Football kann also auch den Schedule maßgeblich beeinflussen.   

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Die Kehrseite der Medaille

Doch es gibt auch eine andere Seite der Medaille. Die kleinen FCS-Footballprogramme benötigen dringend Geld und sind teilweise auf diese Partien angewiesen, um ihren Spielbetrieb zu gewährleisten. Einige FBS-Athletic Directors fahren daher einen diplomatischen Ansatz, indem sie nur FBS vs. FCS Games mit Footballprogrammen aus dem eigenen Bundesstaat vereinbaren.  So bleibt das Geld der großen Universität in der „Nachbarschaft“ und hilft dem „kleineren Bruder“. 

Diese Variante findet sogar oftmals Zuspruch in der eigenen Fan Base und Studentenschaft. Darüber hinaus ist es für viele FCS-Spieler das Spiel ihres Lebens. Sie spielen zum ersten und einzigen Mal vor siebzig-, achtzig- oder gar hunderttausend Zuschauern und das gegen ein Powerhouse im College Football. Vielleicht stammen sie sogar aus dem gleichen Bundesstaat und die große Universität hat ihnen seinerzeit kein Sportstipendium angeboten, und nun können sie es dem „großen Bruder“ und vielleicht sogar einigen NFL-Scouts auf der Tribüne zeigen, was alles in ihnen steckt.                                                                                                

In den letzten Jahren gab es auch aus diesen Gründen (und weil das FBS-Team das FCS-Team vielleicht unterschätzt hat) einige Überraschungen, in denen ein kleines FCS-Programm sogar ein FBS-Programm schlagen konnte. Diese historischen Upsets sind zwar selten, aber dennoch möglich und daher das Salz in der Suppe der FBS vs. FCS Games. 2021 gewannen gar 12 FCS Teams gegen einen Gegner aus der FBS, was einen Rekord seit 2013 aufstellte, als 16 FCS Teams erfolgreich waren. 

Auch in diesem Jahr gibt es wieder viele Spielpaarungen, die für die großen Footballprogramme der FBS zu Stolperfallen werden könnten. Dazu gehören u.a. die Partien der Woche Eins: North Dakota State bei Iowa, North Dakota bei Nebraska, Sam Houston bei Texas A&M, Tennessee Tech bei Kansas. In der Woche Zwei: McNeese bei Rice, Eastern Washington bei Oregon, Western Carolina bei Georgia Tech. Sowie in Woche Drei: Youngstown State bei Kentucky, Montana State bei Oregon State oder North Dakota State bei Arizona.   

Zu den größten Upsets der letzten Jahre zählen u.a. die Niederlagen der Michigan Wolverines 2007 zu Hause in Ann Arbor gegen die damals noch zweitklassigen Appalachian State Mountaineers und die Heimniederlagen der SEC Teams der Florida Gators von 2013 und Ole Miss Rebels im Jahre 2010. Warten wir gespannt, wen es diesmal zum Saisonstart treffen wird.                                                             


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