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NCAA - College Football

Vergabe der Heisman Trophy 2023

Die Vergabe der diesjährigen Heisman Trophy wird mit Spannung erwartet. Wer folgt auf Caleb Williams? Credit: Imago Images / USA Today / Brad Penner

Die College Football Saison nähert sich ihrem endgültigen Ende. Nach den Conference Championship Games stehen nun die vier Playoff-Teams und außerdem wurden die Finalisten zur Vergabe der Heisman Trophy 2023 nominiert. Wide Receiver Marvin Harrison Jr. steht mit drei Quarterbacks zur Wahl. Die Vergabe findet am 9. Dezember statt. 

Über 900 Sportjournalisten und ehemalige Sieger der Heisman Trophy wählen in dieser Woche gemeinsam mit Fans aus aller Welt den besten College-Spieler dieser Saison. Gehen wir rein nach den Zahlen, dürfte es schwer werden, gegen Jayden Daniels zu argumentieren. Doch es fließt weit mehr in die persönliche Auswahl eines jeden Stimmberechtigten ein als die Statistiken. Schauen wir deshalb einmal genau auf alle vier Anwärter.  

Jayden Daniels / Quarterback, LSU Tigers

Jayden Daniels hat sich eine Einladung zur Verleihung der Heisman Trophy 2023 im Jazz at Lincoln Center in New York City redlich verdient. In der Saison ging er mit seinen LSU Tigers 9-3. Innerhalb der hart umkämpften SEC 6-2. Eines seiner bedeutendsten Spiele war sicherlich die Begegnung mit den Texas A&M Aggies, als er mit seinen Tigers 42-30 gewann und 16 Pässe für 235 Yards und vier Touchdowns anbrachte und ganz nebenbei noch 120 Rushing Yards erzielte. 

 

Doch ist er damit der beste Spieler der diesjährigen College-Saison? Zwar hat er es nicht in die Playoffs geschafft, aber die Alabama Crimson Tide und deren Head Coach Nick Saban empfand Daniels als härtesten Contest in diesem Jahr. “Wir sind die ganze Woche Drills gelaufen und haben uns darauf vorbereitet, für jedes Play einen ‘Spy’ abzustellen.” Trotzdem erzielte Daniels in der Niederlage drei Touchdowns und erlief 163 Rushing Yards. Hätte er das Spiel nicht verletzungsbedingt verlassen müssen, wer weiß, vielleicht hätte er Alabama besiegt und die Tigers würden jetzt in den Playoffs stehen. 

 

Michael Penix Jr. / Quarterback, Washington Huskies

Diese Frage müssen sich auf alle Fälle die Stimmberechtigten stellen. Genügt eine herausragende Leistung eines Einzelspielers in einem soliden Team oder braucht es für die Wahl des wertvollsten Spielers der Saison auch den Teamerfolg? Dann wäre Michael Penix Jr. sicherlich ganz vorne mit dabei. 

Der Transfer von den Indiana Hoosiers hat regelmäßig enge Spiele in diesem Jahr bestritten. In den Spielen gegen die Oregon Ducks, den Nebenbuhler um die Pac-12 Championship und das Playoff-Ticket wusste Penix besonders zu glänzen. Er scorte in den Saison entscheidenden zwei Spielen fünf Touchdowns und legte bei 49 Pässen insgesamt 621 Yards auf. 

Vor allem der letzte Erfolg im Conference Championship Game könnte ihn noch einmal nach vorn katapultiert haben. Auch Penix Jr. erhielt seine Einladung nach New York zur Heisman Ceremony völlig verdient.  

Bo Nix / Quarterback, Oregon Ducks

Leider verloren die Oregon Ducks mit Bo Nix gleich zweimal gegen Michael Penix Jr. und die Washington Huskies. Sonst wäre er womöglich der Frontrunner im Heisman Race und sein Team würde in den Playoffs stehen. So ist es schwer einen Quarterback vor einen anderen zu setzen, gegen den er zweimal in einer Saison unterlegen war. 

Für die Auswahl der Finalisten spielte das aber zunächst keine Rolle. Vielmehr rechnet man dem ehemaligen Quarterback der Auburn Tigers seine Passion für das Spiel hoch an und außerdem hat Nix eben nur gegen die Huskies verloren und sonst alle Teams in dieser Saison geschlagen. 40 Touchdowns bei drei Interceptions sicherten ihm die Eintrittskarte zur diesjährigen Heisman-Verleihung. Es ist aber schwer zu glauben, dass er am Ende vor Penix Jr. landen wird. 

 

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Marvin Harrison Jr. / Wide Receiver, Ohio State Buckeyes

Marvin Harrison Jr. verlor das letzte Spiel seiner Saison gegen die Michigan Wolverines und schaffte es mit den Ohio State Buckeyes weder ins Big Ten Championship Game noch in die Playoffs. Auch fünf Cachtes für 118 Yards und ein Touchdown waren nicht genug. Am Ende verlor man knapp mit 24-30. 

Wenn die Stimmberechtigten ehrlich sind, dann wird Marvin Harrison Jr. für die meisten der beste College-Athlet der diesjährigen Saison sein. Berücksichtigen sie den Wert seiner Position gegenüber den Quarterbacks und bewerten unterm Strich auch das Abschneiden des gesamten Teams, wird er es in diesem Jahr als Wide Receiver schwer haben, die Heisman Trophy zu gewinnen. 

Trotz schwachem Quarterback-Spiel von Kyle McCord gegenüber dem von C.J. Stroud aus dem Vorjahr konnte Harrison Jr. seine persönlichen Zahlen wiederholen. Erneut fing er 14 Touchdowns für über 1.200 Receiving Yards. Das reicht, um als Finalist unter den Heisman-Kandidaten eine Nominierung zu erhalten. Er müsste aber hinter Jayden Daniels und Michael Penix Jr. landen.  

Mein persönlicher Heisman

Derzeit schlägt das Stimmungsbarometer in Richtung Jayden Daniels und ich kann seiner Auswahl zum Heisman 2023 auch etwas abgewinnen. Persönlich würde ich aber für Michael Penix Jr. stimmen, wenn mich jemand fragen würde. Und das nicht nur, weil ich seinen Einzug in die Playoffs höher bemesse, als die 9-3-Saison der LSU Tigers. 

Vielmehr wäre es dem Stehaufmännchen einfach zu wünschen. Penix Jr. hat in seiner College-Karriere bereits mehrere schwere Verletzungen erlitten, die auch seinem Draft Stock wehtun. Doch er hat es geschafft und ist nach seinem Wechsel an die Westküste vollständig genesen und hat zwei sagenhafte Saisons mit über 9.000 Passing Yards und 63 Touchdowns abgespult. Vermutlich hat er das selbst nicht mehr für möglich gehalten, als er sich in der Reha von einer Schulterverletzung und von seinem zweiten Kreuzbandriss in drei Jahren zurückkämpfen musste. 

Seine anschließende Laudatio nach der Vergabe wäre sicher ein magischer Moment für ihn, seine Familie, seine Coaches und behandelnden Ärzte, sowie das Publikum. Gerade nach der Nichtberücksichtigung der Florida State Seminoles für die Playoffs wäre das Balsam für die Seele eines jeden College-Fans. Vielleicht kann Jayden Daniels aber einen ähnlichen Nerv treffen. 


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