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NCAA - College Football

College Woche 4: Es wird legendär

Florida State Seminoles Quarterback Jordan Travis trifft erneut auf die Clemson Tigers. Credit: Imago Images / USA Today / Melina Myers

College Woche 4 hält ein paar echte Leckerbissen für uns bereit. Gleich sechs Partien zwischen Top 25 gerankten Teams erwarten uns. Darunter Notre Dame gegen Ohio State und ein legendärer “White Out” an der Penn State. Vor allem für die Fighting Irish geht es um viel. Seit 1936 konnten sie nicht mehr die Buckeyes besiegen. 

Um 21:30 treffen die ungeschlagenen Colorado Buffaloes auf die Oregon Ducks. Nachdem die Truppe von Deion Sanders sich in der Vorwoche schwer tat, gehen sie nun wieder als Underdog in die Partie. Gleichzeitig spielen die UCLA Bruins gegen die Utah Utes. Alabama trifft auf die Ole Miss und zuvor gibt es das ACC-Spitzenduell der Florida State Seminoles und der Clemson Tigers. Dagegen verblasst beinahe das einzige noch echte Pac-12-Duell zwischen Oregon State und Washington State um 1 Uhr nachts. Die Auswahl ist mir deshalb in dieser Woche zum ersten Mal schwer gefallen. Doch aus der Perspektive eines Scouts zum NFL Draft 2024 sind dies die spannendsten Spiele und Matchups.  

 

Florida State Seminoles #4 @ Clemson Tigers

Samstag, 23. September 2023

Kickoff: 18 Uhr

Memorial Stadium in Clemson, South Carolina

 

Die Clemson Tigers unterlagen zum Saisonauftakt den Duke Blue Devils und viele verlangen im Spiel gegen die Florida State Seminoles nun eine Antwort. FSU grüßt aus den Top Vier des Landes und geht zum ersten Mal seit 2014 als Favorit in das Spiel. Für beide wäre ein Sieg richtungsweisend. 

Es wird im Spiel darauf ankommen, wer seine Gelegenheiten zum Scoring besser nutzt. Die Noles haben für diese Aufgabe vor allem Runningback Trey Benson im Gepäck. Dem spritzigen Mann aus dem Backfield, der mit scharfen Cuts seine Gegner ins Leere greifen lässt, hat der Wechsel von Oregon an die Ostküste sichtlich gut getan. In diesem Jahr erzielte er bereits vier Touchdowns. 

Dementsprechend wird die Run Defense nahe der Endzone ein Auge auf ihn haben. Der Run Stop erlaubt momentan keine 100 Rushing Yards pro Spiel. Vor allem gegen Duke erlaubten die Linebacker Jeremiah Trotter Jr. und Barrett Carter, sowie Nickelback Andrew Mukuba der gegnerischen Offense aber zu viele Punkte für die Reputation, die sie eigentlich besitzen. 

Trotter Jr. ist ein vielseitiger Linebacker, wie sich NFL-Teams ihn heutzutage wünschen. Er kann blitzen, kommt sogar über die Edge und ist erfolgreich in Pass Coverage. Sein Run Stop lässt aber zu wünschen übrig. Wesentlich besser gegen herannahende Blocker setzt sich der bewegliche Barrett zur Wehr, weshalb Nickel Mukuba häufiger zur Unterstützung auf Trotters Seite agieren wird. 

Wenn er nicht bereits alle Hände voll mit Keon Coleman zu tun hat. Mukubas Schnelligkeit und Playmaker-Fähigkeiten werden am Samstag auf Herz und Nieren getestet. Denn mit Coleman erwartet ihn ein elitäres Matchup. Coleman ist schnell, beschleunigt sehr stark und hat gleichzeitig sichere Fanghände und ein gutes Gefühl für die Schnittstellen in der Verteidigung. Bei zwölf Receptions erzielte er bereits vier Touchdowns. Wenn er seinem Defender enteilt, ist er nicht mehr von der Endzone fernzuhalten. 

Glücklicherweise möchte man meinen, kommt Mukuba ein weiterer exzellenter Cornerback zur Hilfe. Denn auch Nate Wiggins besitzt die flüssigen und spritzigen Bewegungen, die man sich von einem zukünftigen NFL-Nickelback erhofft. Für die Außenbahn könnte sein Spiel hingegen aus physischen Gründen in Zukunft nicht ausreichend sein.

Das wiederum dürfte Wide Receiver Johnny Wilson in die Karten spielen. Mit 2,01 Metern und 107 Kilogramm hat er die Maße eines Power Forwards und genauso spielt er auch. In Press Coverage ist er nicht zu bändigen und mit seinen enormen Ball Skills landet er so manchen schwierigen Catch in der Manier eines Rebounders. 

Quarterback Travis Jones verlässt sich gern auf den athletischen Hünen. Mit 209 Yards aus drei Spielen ist er sein Receiving Leader und könnte in einem packenden Showdown zwischen der FSU-Offense und Clemsons Defense das Zünglein an der Waage sein. Denn vor allem der konstant sichere Werfer mit seiner sauberen Wurfbewegung kann so einen Possession-Receiver gut in Szene setzen. 

Schwer vorherzusagen, in welche Richtung sich dieses Spiel entwickelt. Vielleicht setzen sich die Seminoles knapp am Ende durch. Für Clemson wären dann alle Chancen auf die Playoffs bereits dahin. Das Rennen um die ACC-Krone hätte eine erste Vorentscheidung und FSU ein kräftiges Argument, wenn es am Ende der Saison um die Vergabe der Playoff-Tickets geht. 

 

UCLA Bruins #22 @ Utah Utes #11

Samstag, 23. September 2023

Kickoff: 21:30 Uhr

Rice-Eccles Stadium in Salt Lake City, Utah

 

Die UCLA Bruins hatten zwar noch keinen Kontrahenten aus einer Power-Five-Conference vor der Brust. Aber gegen die San Diego State Aztecs und die Coastal Carolina Chanticleers musst du erstmal schadlos bleiben. Utah besiegte bereits die Florida Gators zum Saisonauftakt und anschließend die Baylor Bears. So kommt es zum Duell zweier ungeschlagener 3-0 Teams, die beide in den Top 25 gerankt sind. 

Im Spiel wird der vielseitige Pass Rusher Laiatu Latu für die Bruins erneut auf Quarterback-Jagd gehen. Er erzielte in diesem Jahr bereits vier Sacks und knüpft genau dort an, wo er im Vorjahr aufgehört hat. Der Outside Linebacker wird es öfter mit Right Tackle Sataoa Laumea zu tun bekommen. Denn dieses Matchup wird er suchen, um seine Quickness und Explosivität auszuspielen. Damit hatte Laumea, der ansonsten sehr konstant spielt, nämlich sichtlich Probleme.

Für ihn ist es aber eine gute Gelegenheit sich auszeichnen. Das Tape von Latu werden alle 32 NFL Teams aufmerksam studieren. Wenn Laumea ihn in den Griff bekommt, werden das viele Scouts zu sehen bekommen. Sieht er nicht gut aus, werden sie es allerdings auch mitbekommen. 

Utah hat erst einen Giveaway. Gegen Baylor warf Backup Quarterback Bryson Barnes eine Interception. UCLA erzielte im Gegenzug bereits acht Turnover, verlor aber bereits selber sechsmal unnötig den Ball an den Gegner. Mit dem erfahrenen Cameron Rising werden die Utes im eigenen Stadion gewinnen, da er Wege finden wird, dem Pass Rush standzuhalten. Aktuell ist das nach seiner schweren Verletzung am Kreuzband aber weiterhin in der Schwebe, auch wenn er im Training diese Woche wieder Fortschritte gemacht hat. Vielleicht erleben wir aber auch einen Sieg der Bruins und sprechen anschließend öfter über ihren Quarterback Dante Moore. Der Freshman erobert gerade die Rolle als Starter in Chip Kellys Offense und spielt sehr überzeugend. 

 

Ohio State Buckeyes #6 @ Notre Dame Fighting Irish #9

Sonntag, 24. September 2023

Kickoff: 1:30 Uhr

Notre Dame Stadium in South Bend, Indiana

 

Die Ohio State Buckeyes landeten mit ihrem 63-10 Sieg über Western Kentucky so etwas wie einen Befreiungsschlag. Ob wir aber wirklich einen Playoff-Contender gesehen haben, wird sich erst in der Nacht von Samstag auf Sonntag zeigen. Dann geht es gegen die Notre Dame Fighting Irish und die sind ein wesentlich härterer Gegner als die Hilltoppers. 

Denn Notre Dame hat endlich einen Quarterback. Das Team strotzte ohnehin schon seit langem voller Blue Chip Player auf offensiver und defensiver Seite des Balls. Doch ohne Quarterback wissen wir, hat man es auch im College Football schwer, wie gerade die Buckeyes am eigenen Leib erfahren müssen. Im Duell zwischen Sam Hartman und Kyle McCord gebe ich Hartman in neun von zehn Fällen die Oberhand. 

Zugegeben hat McCord einen guten Deep Ball, aber er hält dafür auch den Ball viel zu lang in seinen Händen und macht es seiner Offensive Line unnötig schwer. Hartman ist mobiler, scrambelt, kann aber auch in der Pocket selbstbewusst vorsteppen und verteilt seine Pässe überall sicher auf dem Feld. Bisher spielte er nahezu fehlerfrei und will mit einer weiteren starken Performance die Irish endgültig in die Playoff-Diskussion führen.

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Das gelingt ihm vor allem, weil er einer exzellenten Offensive Line mit dem vielleicht besten Tackle des Landes vertrauen kann. Es geht bei einem Offensive Linemen nichts über Beinarbeit. Die von Joe Alt ist herausragend. Damit kann er jedwedes Matchup in Pass Protections bespielen und wird bei Run Plays häufig als Lead Blocker eingesetzt. 

Der Pass Rush von Ohio State muss sich deshalb etwas einfallen lassen und komplizierte Looks kreieren, die Notre Dames Line vor Herausforderungen stellen. Dann haben die Edge Rusher Jack Sawyer und J.T. Tuimoloau eine Chance, es Hartman ungemütlich zu machen. Erst dann wissen wir, wie der Transfer-Quarterback von der Wake Forest damit umgehen wird. 

Dazu müssten Sawyer und Tuimoloau aber besser spielen als in den Vorwochen. Bisher können weder der spritzige und bewegliche Sawyer, noch der kräftige Tuimoloau konstant für Druck an der Line of Scrimmage sorgen. Beide haben noch keinen Sack in dieser Saison. 

Den wiederum hat sogar schon der deutsche Defensive Tackle Hero Kanu vorzuweisen. Kanu verdient sich als Redshirt Freshman immer mehr Snaps und Spielanteile. Wir werden ihn auch gegen Notre Dame auf dem Feld sehen. Vielleicht kann er die nötigen Akzente setzen, damit die Buckeyes gewinnen können. 

Wer dieses Spiel verpasst, ist selbst Schuld und hat den College Football nie geliebt. Ohio State wird mit seiner Defense aber für das ein oder andere Big Play sorgen müssen, wollen sie beim Gastgeber an der Notre Dame gewinnen. Die Erwartungen sind groß an die Partie. Womöglich werden sie nochmal übertroffen. 

Über den/die Autor/in
Philipp Forstner
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Philipp Forstner
Autor / Redakteur
Philipp schreibt bei TOUCHDOWN24 u.a. über den College Football

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