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Welchen Wert hat Christian McCaffrey noch?

Nachdenklich: Christian McCaffrey Nachdenklich: Christian McCaffrey IMAGO / ZUMA Wire
Noch 15 Sonntage bis zum Saisonstart der 103. NFL-Saison. Im "Thema der Woche" setzt sich TOUCHDOWN24 mit aktuellen Geschehnissen aus der National Football League auseinander. Heute: Welchen Wert hat Christian McCaffrey noch?



Es ist gar nicht lange her, da galt Christian McCaffrey von den Carolina Panthers als bester Runningback der Liga. 2018 und 2019 dominierte er mit seinen Statistiken die Liga und gab den oft gescholtenen Runningbacks der NFL neuen Fokus. Der Lohn folgte in einem Vierjahresvertrag über 64 Millionen US-Dollar. Doch seitdem stand McCaffrey kaum noch auf dem Platz. Was ist also von dem heute 25-Jährigen noch zu erwarten?



Zieht man zur Beantwortung dieser Frage historische Statistiken heran, dann ist die Antwort ernüchternd: nicht viel. Es gibt keinen einzigen Runningback im Super-Bowl-Zeitalter, der nach zwei von Verletzungen geprägten Spielzeiten noch einmal zu alter Form aufgelaufen ist. Viele der einst besten Ballträger der Liga beendeten nach einer Verletzungsmisere, wie sie McCaffrey erlitten hat, gar ihre Karriere. Curtis Martin gehörte beispielsweise dazu, wenngleich dieser bereits wesentlich älter als McCaffrey war, der in den vergangenen beiden Spielzeiten 17 Spiele aufgrund von Schulter-, Sprunggelenks-, oder Oberschenkelverletzungen verpasste.


Zu viel Garbage Time


Als positivstes Beispiel kommt noch Le`Veon Bell daher, der nach einer von Verletzungen geplagten 2015er Saison zwei Top-Spielzeiten für die Pittsburgh Steelers hinlegte und damals ebenfalls noch zu den jüngeren Spielern der Liga gehörte. Seine Streik-Saison 2018 überstand aber auch Bell nicht. Danach spielte er weder bei den New York Jets noch bei seinen Kurzzeit-Engagements bei den Kansas City Chiefs, Baltimore Ravens oder Tampa Bay Buccaneers eine große Rolle.

Ein wenig sind es die Panthers aber auch selbst schuld, dass McCaffreys Körper irgendwann nicht mehr mitmachen wollte. So bekam er 2019 insgesamt 77 Mal den Ball in Spielsituationen, zu denen die ermittelte Gewinn-Wahrscheinlichkeit der Panthers bei unter fünf Prozent lag. Kein anderer Spieler musste ligaweit häufiger in der sogenannten Garbage Time seine Knochen hinhalten als eben McCaffrey.


Kein Trade


Auch bei den Panthers gibt es mittlerweile Zweifel, ob der einstige Superstar noch einmal ein wichtiger Spieler der eigenen Offense sein kann. So hörte sich Geschäftsführer und General Manager Scott Fitterer Trade-Angebote an, kam aufgrund seiner hohen Forderungen aber zu keinem Abschluss. Dem Vernehmen nach sollen die Panthers einen Erstrundenpick und einen jungen Topspieler für McCaffrey allseits gefordert haben. Im Angesicht der vergangenen beiden Jahre war das für alle interessierten Teams ein wenig zu viel.

Aktuell soll McCaffrey bei 100 Prozent sein, wie lange seine Gesundheit aber mitspielt, ist spekulativ. Die Panthers wären jedenfalls gut beraten, würden sie McCaffrey einen geteilten Job anbieten, Chuba Hubbard und D`Onta Foreman stehen bereit, ebenfalls Workload zu übernehmen. Unter diesen Voraussetzungen könnte McCaffrey seine Karriere wieder aufnehmen, auch wenn Fantasy-Manager dann wenig Freude an ihm hätten, sollten sie einen allzu frühen Pick in den ehemals besten Runningback der Liga investieren.
Markus Schulz

Markus Schulz arbeitet seit 2009 beim Sport-Informations-Dienst in Köln. Seine Leidenschaft für den American Football entdeckte der Familienvater bereits mit elf Jahren während Super Bowl XXIII. 2017 schloss sich Schulz TOUCHDOWN24 zudem als Chefredakteur an. Außerdem hat der gebürtige Mönchengladbacher mehrere Bücher über den US-Sport publiziert und engagiert sich ehrenamtlich als Pressesprecher bei seinem örtlichen Football-Verein Remscheid Amboss.
Twitter: @ELFinsider
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