Von Miller von den Denver Broncos ist einer der dominantesten NFL Pass Rusher der letzten zehn Jahre. Von Miller von den Denver Broncos ist einer der dominantesten NFL Pass Rusher der letzten zehn Jahre. Imago Images / ZUMA Wire /

Von Millers Zukunft beschäftigt die Denver Broncos

geschrieben/veröffentlicht von/durch  08.03.2021
Von Miller ist bei den Denver Broncos eine absolute Legende, daran gibt es keinen Zweifel. Niemandem gelangen mehr Sacks in der Mile High City als ihm, der mit seinem MVP Titel im Super Bowl 50 auch sinnbildlich für den letzten großen Erfolg der Franchise steht. Nun sind die aktuellen Denver Broncos von solchen Höhenflügen allerdings meilenweit entfernt und es stellt sich die große Frage, ob Von Miller Teil des derzeitigen Wiederaufbaus sein soll. Eine Frage, welche die Broncos aufgrund Millers Vertrag bald beantworten müssen.

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Das Arbeitspapier beinhaltet eine Team Option für das finale sechste Jahr in der kommenden Saison. Diese müssten die Broncos bis zum 17. März ziehen oder Von Miller wird ein Free Agent. Der Knackpunkt ist das Gehalt des Superstars, welches mit 17,5 Millionen US-Dollar ziemlich heftig ausfällt. Vor allem für einen Spieler, der zu Saisonbeginn 32 Jahre alt sein wird, die gesamte letzte Spielzeit mit einer schweren Knöchelverletzung verpasste und für eine Mannschaft spielt, die sich nach nur fünf Siegen in der vergangenen Saison eher im Rebuild befindet.

Der neue Broncos General Manager George Paton hat bereits öffentlich erklärt, dass die Broncos Miller "wieder haben wollen". Was in Bezug auf einen mehr als verdienten Spieler auch genau das ist, was ein in Denver bisher unbeschriebenes Blatt auf der Manager Position sagen sollte. Man will ja nicht gleich an den ersten Arbeitstagen reihenweise Brücken in Flammen setzen. Es bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass die Broncos Miller auch sein derzeitiges Gehalt bezahlen wollen. Sie könnten mit ihm eine Vertragsverlängerung aushandeln und ihm dabei eine Gehaltskürzung vorschlagen, was im Moment die vielleicht realistischste Option ist.

Von Miller ist bei den Broncos eine Legende

Ein heikles Thema bleiben die bevorstehenden Verhandlungen trotzdem, denn einen offensichtlich richtigen Weg gibt es eigentlich nicht. Argumentiert man sentimental, dann gibt es natürlich keinen Zweifel daran, dass man Miller in Denver halten muss. Ganz egal, zu welchem Preis. Schließlich hat der zweite Pick des NFL Draft 2011 die vergangene Dekade der Broncos auf eine Weise geprägt, wie es nur die ganz großen Superstars tun können.



Miller führt die Bestenliste der Franchise mit 106 Sacks an, hat fast 500 Tackles für das Team gemacht und ist längst eine Institution in der Denvers Community. Der Super Bowl 50 MVP ist die Art Spieler, der man im Spätherbst ihrer Karriere ein paar Sonderrechte aufgrund ihrer großen Verdienste für die Franchise einräumt. Viele Broncos-Fans würden nichts lieber sehen, als das Von Miller in ihrem Trikot sein letztes NFL-Spiel macht und sich dann in Richtung Sonnenuntergang sowie Canton, Ohio, verabschiedet.

Träumt Von Miller noch vom Super Bowl?

Wenn auch Miller diese Art Karriereende vorschwebt, dann sollte sich ein Weg finden lassen, wie man sich auf ein für beide Seiten akzeptables Arbeitspapier einigen kann. Miller könnte als Mentor für junge Spieler wie Outside Linebacker Kollege Bradley Chubb agieren und selber weiterhin in einer reduzierten Rolle Gefahr versprühen. Fans glücklich, Miller glücklich, Team glücklich – so in etwa könnte die Marschrichtung lauten.

Eventuell hat der Broncos Pass Rusher aber andere Pläne und möchte lieber noch einmal auf die Jagd nach einem zweiten Super Bowl gehen. Dafür müsste er wohl seiner bisherigen Profiheimat den Rücken kehren. Auch wenn die Broncos durchaus über einige junge Talente und ordentlich Cap Space in dieser Offseason verfügen, vom Super Bowl träumen selbst die größten Optimisten Denvers im Moment noch nicht. Dafür gibt es einfach zu viele Fragezeichen, unter anderem auf der Quarterback-Position, wo viele an Drew Lock als langfristige Lösung zweifeln.

Broncos und Miller am Scheideweg

Zieht man Millers astronomisches Gehalt von der aktuellen Broncos-Gehaltsliste ab, dann könnten sie sogar noch mehr Cap Space generieren, als sie ohnehin schon haben. Ein Trade Millers wäre eine weitere Option, so man sich denn nicht auf eine gemeinsame Zukunft einigen kann. Letztere wäre fast noch durch ein Ermittlungsverfahren gegen Von Miller beeinflusst worden, nach welchem er von seiner Ex-Verlobten der häuslichen Gewalt bezichtigt wurde. Die Staatsanwaltschaft entschied sich allerdings, keine Anklage zu erheben und somit ist der Weg für weitere Verhandlungen frei.

Dies ändert aber natürlich nichts daran, dass das Pendel in Bezug auf Von Millers Zukunft derzeit in fast jede Richtung ausschlagen könnte. Sicher ist, dass die Denver Broncos gerade unter einem neuen General Manager dieses sensible Thema mit extremer Vorsicht behandeln werden. Was nichts daran ändert, dass sie letztendlich die Frage beantworten müssen, ob Von Miller nicht nur ein wichtiger Teil ihrer Geschichte ist, sondern auch Teil ihrer Zukunft.
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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