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Taylor Swift & die NFL – Die fast perfekte Symbiose

Travis Kelces' Beziehung zu Popstar Taylor Swift sorgte in der letzten Saison für jede Menge Zündstoff, doch für die NFL ist die Konstellation ein riesiger Gewinn. Credit: IMAGO / UPI Photo

Die Geschichte des erfolgreichen Sportstars und der hübschen, berühmten Freundin ist keine wirklich neue. Tom Brady und Gisele Bündchen, Russel Wilson und Ciara oder David und Victoria Beckham machen es vor – Taylor Swift und Travis Kelce seit dem letzten Sommer sehr öffentlichkeitswirksam nach. Neu an dieser Bindung ist allerdings, dass der weibliche Part der Beziehung die Bekanntheit des männlichen Partners um ein Vielfaches übersteigt. Sicher, Travis Kelce ist als einer der besten Tight Ends der Geschichte des Sports jedem Footballfan ein Begriff. Der Stern von Taylor Swift hingegen überstrahlt derzeit den von wohl jedem anderen Menschen unseren Planetens.

Auf der einen Seite steht ein dreifacher Sieger des Super Bowls, Dauergast in Pro Bowls und All-Pro Teams und auf der anderen Seite die erfolgreichste Popsängerin der Gegenwart. Dabei stammen beide auf den ersten Blick aus dem gleichem Millieu: Travis Kelce wurde als in Ohio geborener All-American Footballer bekannt, der bereits vor Swift ein prominentes Aushängeschild der NFL und ein beliebtes Werbegesicht war. Swift wurde in Pennsylvania als Tochter eines Bankiers geboren, und feierte ihren Durchbruch in der Country Musik, bevor sie zur Popmusik wechselte. Die Fans der beiden fanden sich zu großen Teilen vor allem in den weißen, eher konservativen Teilen Amerikas. Mit dem kometenhaften Aufstieg von Swift erweiterte sich auch ihre Anhängerschaft, findet sich mittlerweile um den ganzen Planeten und in allen politischen und sozio-ökonomischen Schichten. Travis Kelces Fans sind in erster Regel vor allem Football Fans – also vorrangig Männer in den USA.

Als Swift erstmals im September 2023 bei einem Football Spiel der Chiefs gesichtet wird, ist das bereits der damalige Höhepunkt eines lange medial ausgebreiteten Gerüchts. Kelce erzählt bereits um Juli öffentlich, sich mit Swift verabreden zu wollen. Medien greifen den Kommentar auf, Kelce darf in der Folge zahlreiche Fragen zu Swift beantworten. In den folgenden Wochen wird jede Interaktion der beiden von Medien wie Fans mit angehaltenem Atem verfolgt – und Swift und Kelce liefern. Es werden sich beim Gewinn des Super Bowl vor laufender Kamera Liebesgeständnisse gemacht, Kelce supportet Swift bei ihrer Tour wird zur Belohnung geküsst, Paparazzi sind scheinbar Dauergast bei Verabredungen der beiden. Die Beziehung und deren Vermarktung wirken fast etwas kalkuliert.

Taylor Swift lebt davon, ihr vermeintliches Privatleben zum Gegenstand öffentlicher Diskussion zu machen. Während öffentliche gemeinsame Auftritte oder Interviews absolute Ausnahmen sind, schreibt sie in ihrer Musik über in der Regel anonymisierte Beziehungen. Die Fans sollen spekulieren, mitfiebern und vor allem Songtexte auf persönliche Erfahrungen übertragen können. Dass Swift vermeintlich „eine von ihnen“ ist und die gleichen Sorgen und Probleme wie ihre Fans hat, ist der wohl größte Anreiz der Popfigur. So schafft Taylor Swift derzeit auch immer wieder Anspielung auf Kelce, dichtet beispielsweise den Songtext des Liedes Karma in „Karma ist the guy on the Chiefs, coming straight home to me“ um. Kelce liefert dabei nicht nur zusätzliche Aufmerksamkeit, und bisweilen kreative Inspiration. Obwohl Kelce sicherlich nicht der ideale Kandidat für mehr Street Credibility ist, sind doch vor allem Chiefs Fans Swift seit der öffentlich gewordenen Romanze positiv gestimmt.

Kelce wiederum ist nicht nur als Werbegesicht bekannt, sondern versuchte in der Vergangenheit auch gelegentlich, den Sprung vom reinen Sportstar zur Figur der Unterhaltungsbranche zu schaffen. 2016 erschien die Dating Show Catching Kelce, zudem war Kelce bereits Host von Saturday Night Life und wurde zuletzt für eine Rolle in deiner Horror-Serie von Glee-Schöpfer Ryan Murphy gecastet. Auch sein Podcast New Heights mit Bruder Jason Kelce erfreut sich seit der Beziehung zu Swift millionenfacher Aufmerksamkeit. Eine berühmte Freundin mit allerbesten Kontakten sind sicherlich von Vorteil beim Streben nach einer Hollywood Karriere, sollte Kelce demnächst die Football Schuhe an den Nagel hängen.

Der Marketingeffekt der öffentlich zelebrierten Beziehung für die NFL selbst ist unbestreitbar: Laut einer Studie von Morning Consult ist die positive Meinung zur NFL von Frauen der Gen-Z und Millenials auf dem höchsten Punkt aller Zeiten. In sozialen Medien berichten zahlreiche Taylor Swift Fans von neu endeckten Bindungen zu ihren Football-verrückten Vätern oder Brüdern. Nahezu alle Spiele, die Swift in der vergangenen Saison besuchte, brachen Rekorde von Zuschauerzahlen. Laut dem Magazin Fortune soll allein das Franchise der Kansas City Chiefs durch Swifts Auftreten 331 Millionen Dollar Revenue in gesteigerten Ticket- und Merchandise Verkäufen sowie Zuschauerzahlen eingenommen haben.

Dass die NFL die durch Swift neu gewonnene Zielgruppen mit Kusshand empfängt und alles dafür tut, sie langfristig an sich zu binden, führt in Teilen zu Unverständnis langjähriger NFL Fans. Sobald bekannt wird, dass Swift sich im Dunstkreis eines NFL-Stadions aufhält, gibt es in den Liveübertragungen kaum ein anderes Thema mehr, auch RTL diskutiert vor Spielbeginn lieber über die Popsängerin als über Taktik der Spiele. Immer wieder wird sie von der Kamera eingefangen, bis es fast störend wirkt. Negative Reaktionen im Netz ließen nicht allzu lange auf sich warten, meist männliche Footballfans stören sich daran, dass „ihr“ Sport nun von allzu weiblichen Thematiken wie Swift vermeintlich eingenommen wird. Dass die NFL diesen Meinungen eher weiniger Aufmerksamkeit schenken muss, scheint offensichtlich – Football Fans werden immer Football verfolgen, Merch kaufen, Spiele anschauen, egal, ob eine Popsängerin zwei- oder zwanzigmal im Bild zu sehen ist. Die neue Zielgruppe der primär weiblichen Millennials und Gen-Z hingegen ist eine Chance für die NFL – eine, die sie unbedingt ergreifen sollte.


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