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Sunday Night Football Wahnsinn am vierten Advent

Die Defense der Saints vermieste Tom Brady ganz schön den vierten Advent. Die Defense der Saints vermieste Tom Brady ganz schön den vierten Advent. Imago Images / ZUMA Wire / Ivy Ceballo
Es sind nur noch ein paar Tage bis Weihnachten, doch in der NFL kehrt zwischen dem Playoffrennen, einigen gigantischen Überraschungen und dem jüngsten Covid-Chaos alles andere als Ruhe ein. Unsere Spieltagzusammenfassung „Cover Them All“ beschäftigt sich mit allen Spielen des NFL-Sonntags der Week 15, unter anderem auch mit der großen Show eines jungen deutschen Football-Sterns, historischen Meilensteinen in Baltimore und dem Schocker bei Sunday Night Football!

Knallharte Saints verderben Brady Sunday Night Football

Es war eigentlich ein NFL-Spiel, bei dem sich so mancher Fernsehmacher der NBC den Frust von der Seele geschimpft haben wird. Vor gefühlt grauer Vorzeit erhob jemand das Matchup der New Orleans Saints und Tampa Bay Buccaneers in den Primetime-Status, in voller Erwartung eines umkämpften Divisionsduells, vielleicht sogar um den Titel in der NFC South und mit einem überraschenden Quarterback-Duell zwischen Tom Brady sowie Drew Brees‘ designiertem Nachfolger. Ernüchternd musste man dann eigentlich feststellen, dass die Saints aufgrund etlicher Verletzungen kaum eine Chance hatten, reisten sie doch mit Ersatz-Signal-Caller Taysom Hill und einem Rucksack voller Sorgen zum amtierenden Super-Bowl-Champion. Tja, eigentlich…



Was nun allerdings in der Realität folgte, war ein Spiel, welches so manchen Schedule Maker versöhnt haben dürfte – ganz zu schweigen von den Fans der New Orleans Saints. Ihre Mannschaft sorgt für eine der vielleicht der größten Überraschungen der NFL-Saison und verpassen den Bucs via Shutout einen herben Dämpfer vor den hauseigenen Contender-Bug. Anstatt sich mit einer Revanche für die Hinspielniederlage gen Postseasonn warmzuschießen hagelt es bei Brady und Co. nun reihenweise Fragezeichen. Zu keiner Zeit konnten der Jahrhundertquarterback (26 von 48 Pässen erfolgreich, eine Interception) und sein sonst so punktefreudiges Ensemble die vielseitige Saints-Defense knacken, die mit vier Sacks sowie zwei forcierten Ballverlusten ein mehr als deutliches Ausrufezeichen setzt. Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass die Offense der „Heiligen“ gerade einmal etwas mehr als 200 Yards zustande b rachte. Mit dem Sieg hält sich New Orleans entgegen vieler Meinungen im Rennen um die Playoff-Plätze und der Anstrich eines „Underdogs“ scheint ihnen hierbei ganz gut zu gefallen.

Aaron Rodgers mit Meilenstein bei Auswärtssieg in Baltimore

Der Zeh, ein kanadischer Doppelgänger aus Deutschland, potenzielle Engagements bei Jeopardy (oder doch der Stiko?)… und am Ende vom Tag liefert Aaron Rodgers am wichtigsten seiner Arbeitstage immer auf ganzer Linie ab. Die späte und fast fatale Prevent-Defense seiner Verteidigungs-Kameraden (und Coaches) kann er damit zwar nicht verhindern, aber immerhin zieht er mit Brett Favre auf der All-Time-Touchdown-Liste der Packers gleich. Tyler Huntley, Mark „Monster“ Andrews und mutige Ravens tun alles, was sie können, scheitern am Ende aber mit der potenziell entscheidenden Two-Point-Conversion. Bitter für B-More!

Buffalo Bills mit Mini-Befreiungsschlag gegen Carolina

Der Samstag vor dem Fernseher war aufgrund der Niederlage der New England Patriots schon ganz nett für die Buffalo Bills, einen Tag später vergoldeten sie sich das vierte Adventswochenende mit dem eigenen Heimsieg gegen zahme Panthers. Josh Allen (drei Passing Touchdowns) hielt sich wegen einem dicken Fuß ein wenig zurück mit den eigenen Spaziergängen aus der Pocket, dafür versuchten sich die Bills mit Devin Singletary (86 Rush Yards inklusive Touchdowns) ausnahmsweise mal an traditionellem Laufspiel. Carolina verteidigt zeitweise beherzt, ist letztendlich aber offensiv zu limitiert. Die Aufwärmverletzung von Kicker Zane Gonzalez half ebenfalls wenig.


Dolphins setzen gegen Jets ihre Siegesserie fort

Die Miami Dolphins strecken den Kopf nochmal ziemlich hoch aus dem Wasser und plötzlich sehen sie am Horizont sogar die Playoffs in erreichbarer Nähe vorbeiplätschern. Einziges Problem? Das Schedule wird jetzt ein klein wenig schwerer und es dürfte besserer Leistungen bedürfen als jenen, die mehrfach gegen Kellerkinder wie Houston oder die Sonntagskicker aus New York gereicht haben. Nichtsdestotrotz sagen die sechs Siege einiges über Miamis Charakter aus. Ähnliches sucht man bei den Jets vergeblich, jegliche Euphorie um Robert Saleh scheint verflogen. Und nach derzeitigem Stand fängt man auch bei Zach Wilson in Jahr Zwei bei Minus Eins an.

Detroit Lions mit Sensationssieg über die Cardinals

Die Detroit Lions entwickeln sich spät in der NFL-Saison noch zur absoluten Heimmacht und zeigen mit den Cardinals einem absoluten Top-Team mal so richtig die Krallen. Kyler Murray und seine Jungs finden das in einer kurzen Woche gar nicht so witzig und laufen mit Volldampf sowie ohne echte Einstellung in die von Jared Goff angeführte Motorsäge. Ebenfalls feste mit am Ziehen: Amon-Ra St. Brown, der mit acht Catches, 90 Yards und einem langen Touchdown Weihnachtsgrüße nach Football-Deutschland sendet. Sein drittes Spiel in Folge mit sieben Catches macht Hunger auf mehr, selbst wenn es an Heiligabend nen Festtagsbraten geben sollte.

NFL-Kellerduell in Jacksonville geht an die Houston Texans

Beim Kampf um den Top Pick 2022 im NFL Draft sorgte vor allem ein Fan für Aufsehen, der sich wie einst der „Trenchcoat Man“ bei den Boston Patriots während eines Touchdowns der Jaguars auf das Feld stahl. Ja, es waren tatsächlich Zuschauer für dieses Kellerduell im Stadion. Sie sahen muntere Texans, bei denen Brandin Cooks zwei Touchdowns fing und Tremon Smith einen Kickoff-Return-Score auf den Rasen zauberte. Den Jacksonville Jaguars blieb am Ende nur die Freude und die Gewissheit, dass sie am Mittwoch beim Aufwärmen kein Trainer mehr in die Beine treten wird. Farewell Urban!


Dallas Cowboys machen weiteren Schritt in Richtung NFL Playoffs

Die Dallas Cowboys sind schon eine eigensinnige NFL-Truppe. Wann immer die Gegner den Ball haben, da nehmen die Texaner ihnen das Spielgerät in schöner Regelmäßigkeit „Kita Battle Royal Style“ wieder ab und das ganz ohne zu fragen. Ihren schwächelnden Erzrivalen aus New York rangen sie gleich dreimal den Ball ab, unter anderem sicherte sich Trevon Diggs seine zehnte Interception der Saison. Damit reicht dann auch in der Offense ein untertouriger dritter Gang zum ungefährdeten Sieg über schwer von Verletzungen gebeutelte Giants.

T.J. Watt und die Defense halten die Steelers im Playoffrennen

Wirklich viel Hoffnung haben die Pittsburgh Steelers in diesem Jahr nicht auf die ganz hoch hängenden Früchte, aber sie bestätigen ihren Ruf als Vorzeige-Franchise und hauen alles sowie noch ein bisschen mehr in die Waagschale. Besonders schön ist es oft nicht, gerade in der Offense, aber letztendlich reicht es gegen an diesem Tag indisponierte Titans. T.J. Watt gießt einen riesigen Meilenstein in Stahl mit 17,5 Sacks für die Saison – ein Franchise-Rekord für ein Team, deren grimmige Verteidiger seit Jahrzehnten gegnerische Quarterbacks zum Frühstück unter ihre Fruit Loops mischen.

San Francisco dominiert wichtiges NFC-Matchup gegen Atlanta

Auf dem Papier waren die Rekorde der beiden Teams fast identisch, die San Francisco 49ers zeigten den angereisten Falcons aber deutlich, dass zwischen 6-7 und 7-6 auch mal ein ordentlicher Unterschied liegen kann (wie auch schon die Statistiken vor dem Spiel verrieten). Die Niners graben sich damit immer tiefer in das Playoffrennen der NFC und freuen sich mal wieder über Hilfe der üblichen Verdächtigen. „Jimmy G“ führt punktgenau Regie, Deebo Samuel steuert erneut einen Rush Touchdown bei, George Kittle überzeugt (93 Receiving Yards) und die Defense um Fred Warner verteilt als Gastgeschenke reihenweise harte Hits. Einzig Runningback Jeff Wilsons 110-Yard-Explosion hatte vorher nicht jeder auf dem Zettel.

Junge Bengals wollen nach Sieg in Denver Playoff-Luft schnuppern

Die Luft in Mile High ist in etwa so dünn, wie die Liste der explosiven Offensiv-Plays in diesem umkämpften Battle um eine Playoff-Position (ich spreche nicht von Dir, Javonte „ich geh nicht so einfach zu Boden“ Williams). Dies konnte auch der ehemalige Starter Drew Lock nicht ändern, der bei den Broncos für den verletzten Teddy Bridgewater übernahm. Joe Burrow und Tyler Boyd reißen für die Bengals zunächst die Führung an sich, begünstigt durch einen Taunting Penalty gegen Tim Patrick, und lassen hinterher die Defense den Deckel mit mehreren heldenhaften Stops drauf machen.

Welche "NFL-Kerze" leuchtete für Euch in der Week 15 zum vierten Advent am hellsten?
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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