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Reichlich Punkte und Highlights unterm NFL Weihnachtsbaum

Ezekiel Elliott und die Dallas Cowboys überrannten das Washington Football Team förmlich an Weihnachten. Ezekiel Elliott und die Dallas Cowboys überrannten das Washington Football Team förmlich an Weihnachten. Imago Images / Icon SMI / Matthew Pearce
Die National Football League sagt "Merry Christmas" und beschenkt seine Fans zum heiligen Fest mit allerlei spektakulären Partien, viele davon mit enormer Bedeutung für das aktuelle Playoffrennen. In unserer Spieltagzusammenfassung "Cover Them All" schauen wir in jedes kleine Päckchen hinein und forschen unter anderem nach, ob der Wunschzettel der Dallas Cowboys oder der des Washington Football Teams bei Sunday Night Football in Erfüllung ging!

Cowboys zerlegen ihre alten Rivalen am Feiertag

So wirklich einig sind wir uns in unserem westlichen Kulturkreis nicht immer in Bezug auf das heilige Fest der Weihnacht. Wenn man fragen würde, welchen Ursprung denn viele der aktuellen Bräuche eigentlich haben oder ob nun Christkind, Weihnachtsmann oder Nikolaus die größte Mütze aufhaben sollten, da bekäme man mit Sicherheit so manch überraschende Antwort und nicht selten wäre man wohl mit einer gehörigen Portion Verwirrung konfrontiert. Jene wäre aber wohl nur ein ganz kleines Lichtlein an einem riesigen Baum, wenn man sie mit der Konfusion vergleichen würde, welche die Offensive der Dallas Cowboys am Weihnachtssonntag bei der Defense des Washington Football Teams hervorrief.



Die ehemaligen Redskins hatten kaum ihre neuen Schuhe geschnürt, da war das Spiel eigentlich schon zugunsten ihrer Erzrivalen entschieden. Jene Cowboys um Dak Prescott (330 Pass Yards, vier Touchdowns) ließen offensiv mal so richtig die Muskeln spielen, überrannten ihre Gegner förmlich nach allen Regeln der Kunst und bekamen dabei sogar noch reichlich Hilfe von der eigenen Defense, für die DeMarcus Lawrence einen Pick-Six verbuchte. Als Dallas schon mal den Flugplan für mögliche Playoff-Destinationen prüfte, zankten sich die Gäste aus der Hauptstadt noch an der Seitenlinie und haben somit nicht nur sportlich einiges aufzuarbeiten.

Foyesade Oluokun rettet Atlanta Falcons mit später Interception

Die Detroit Lions hatten mit Backup-Quarterback Tim Boyle die Augen schon ganz fest auf das Geschenk weit hinterm Baum gerichtet, man konnte schon sehen, dass dort ihr dritter Sieg der Saison drinsteckte. Als unter anderem der abermals überragende Amon-Ra St. Brown (neun Catches, 91 Yards plus Touchdown) die Finger ausstreckte, drängelte sich im letzten Moment Falcons-Linebacker Foyesade Oluokun dazwischen, schnappt sich das Päckchen und schenkt damit Atlanta ihren siebten Saisonsieg im neunten One-Possession-Game des Jahres.

Joe Burrow verzückt Cincinnati Bengals mit historischer Performance

Das heilige Fest der Weihnacht ist eine Zeit des Glaubens, es sind oft Tage, an denen man Hoffnung findet und in der Besinnung viele Dinge deutlich werden lässt. So war es in diesem Jahr auch in Cincinnati, wo den Bengals ein Messias namens Joe Burrow erschienen ist. 525 Passing Yards verteilte er beim Divisionsduell gegen ersatzgeschwächte Baltimore Ravens, nur drei Quarterbacks in der Geschichte dieses schönen Spiels schafften jemals mehr in einer Partie (Norm Van Brocklin, Warren Moon und Matt Schaub). Tee Higgins (195 Receiving Yards) und Ja’Marr Chase (125 Yards) profitierten besonders von Burrows reichen Gaben.


Los Angeles Rams sichern sich ihren Platz in den Playoffs

Viel Zeit für die Vorbereitung hatten die Los Angeles Rams nicht vor ihrer Partie gegen die Minnesota Vikings, schließlich spielten sie aus Covid-Gründen erst am Dienstag gegen die Seattle Seahawks. So sahen einige von Matthew Staffords Pässen auch ein wenig aus wie ziemlich hektisch eingepackte Geschenke, die Anthony Barr mit seinen zwei Interceptions trotzdem dankend annahm. Aber ein Sammelsurium an fleißigen Wichteln, unter anderem Sony Michel (131 Rush Yards) und Brandon Powell mit seinem 61-Yard-Punt-Return, macht am Ende die Playoffs für die Rams doch noch perfekt.

Buffalo Bills holen sich AFC-Tabellenführung in New England

Patriots-Quarterback Mac Jones (14 von 32 Pässen erfolgreich, zwei Interceptions), der in seiner ersten NFL-Saison bisher wenig Gegenwind ertragen musste, bescherte dieses Spiel eine herbe Enttäuschung, in etwa im Stile eines Sechsjährigen, der mit fortgeschrittenem Alter erstmals nicht das rote Spielzeugauto mit Fernsteuerung am Heiligabend unterm Baum findet. Mit eben jenem düsen dafür Josh Allen (drei Touchdowns), Isaiah McKenzie (125 Receiving Yards plus Touchdown) und die wiedererstarkten Buffalo Bills zur Tabellenführung in der AFC East, womit sie auch ihren Contender-Status für den Moment nachhaltig festigen können.

New York Jets gewinnen NFL-Kellerduell gegen Jacksonville

So mancher Fan der New York Jets hatte schon die Rute für Rookie-Head-Coach Robert Saleh gebunden und für manchen war seine Covid-bedingte Abwesenheit an der Seitenlinie bereits Inspiration für mögliche neue Übungsleiter auf dem Wunschzettel 2022. Der erste muslimische Coach der NFL-Geschichte ist aber eher unempfänglich für diese sportliche Art der Weihnachtsgeschichte und obendrein muss man festhalten, dass er mit dem jüngsten Kader der NFL schon jetzt doppelt so viele Spiele gewonnen hat wie Vorgänger Adam Gase letztes Jahr. Dabei halfen in diesem Spiel unter anderem Interim Ron Middleton, Quarterback Zach Wilson (52-Yard-Scramble-Touchdown), Braxton Berrios (102-Yard-Kickoff-Return) und Michael Carter (118 Rush Yards).


Philadelphia Eagles und Jalen Hurts mit Kantersieg über die Giants

Als der Ball in seine Richtung flog, da glänzten Lane Johnsons Augen im Stile eines kleinen Kindes, das an Weihnachten erstmals die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum sieht. "Ich habe nur gehofft, dass ich ihn nicht fallen lasse", sagte der eigentlich hauptberufliche Offensive Linemen hinterher mit einem Lächeln über seinen Touchdown-Catch. Er und seine Teamkollegen haben in diesen Tagen – im Gegenteil zu ihren Erzrivalen aus New York – gut lachen und können sich so manches Trick Play erlauben. Vielleicht führt Jalen Hurts (zwei Passing Touchdowns) seine Eagles damit sogar in die NFL Playoffs, die nach sechs Siegen aus den letzten acht Spielen wieder komplett im Fokus stehen.

Tom Brady und Tampa Bay sichern sich die NFC-South-Krone

Wirklich dankbar war die Aufgabe der Carolina Panthers nicht, die sich einem Tom Brady gegenüber sahen, der leicht erzürnt war, dass er in der vergangenen Woche keine Punkte in seinem Adventskalender gefunden hatte. Ganz so schlimm wurde es letztlich auch aufgrund zahlreicher verhinderter Buccaneers (unter anderem Leonard Fournette, Mike Evans und Chris Godwin) dann nicht, aber trotzdem sichern sich die Super Bowl Champs den Divisionstitel in der NFC South mit einem ungefährdeten Kantersieg. Neben Antonio Brown (101 Receiving Yards) überzeugen dabei reihenweise Rollenspieler wie Ke’Shawn Vaughn (zehn Yards pro Carry) oder Cyril Grayson (81 Receiving Yards).

Nick Foles führt Chicago Bears spät zum Sieg gegen Seattle

Im eiskalten und weißen Winter Wonderland des Soldier Field gab es so manches kleines Wunder zu bewundern. Wundersam mutete es irgendwie an, Nick Foles mal wieder in einem NFL-Spiel zu sehen und dazu auch noch in einem, dem er mit einer verdammt soliden Leistung seinen Stempel aufdrückte (250 Passing Yards plus Touchdowns). In Sachen Wunder wollte sich auch Bears-Receiver Damiere Byrd betätigen, als er kurz vor Schluss die spielentscheidende Two-Point-Conversion in einem Schwarm flatternder Seahawks fing und damit eines der spektakulärsten Plays des NFL Spieltags ablieferte.


Los Angeles Chargers blamieren sich bei den Houston Texans

Da waren Justin Herbert und seine Chargers so lange so brav gewesen, aber irgendwie fühlten sie sich wohl an diesen Weihnachtstagen ein wenig zu früh zu sicher. Denn anstatt mit einem Sieg im Playoffrennen reichlich beschenkt zu werden, gab es von den Houston Texans so richtig einen mit der Rute auf die Zwölf. Beide Teams vermissten etliche Spieler aufgrund der Covid-19-Protokolle, die Texans aber kamen mit dieser Situation wesentlich besser zu Recht als ihre Gäste aus Kalifornien. Das schlechteste Rushing Team der Liga profitierte unter anderem von einem starken Rex Burkhead (149 Rush Yards) und drei Turnovern der Chargers.

Kansas City Chiefs setzen gegen Pittsburgh nächstes Ausrufezeichen

In ihrer derzeitigen Verfassung ist ein Vergleich der Offensiven der Chiefs und Steelers in etwa so fair, wie der des fliegenden Schlittens vom Weihnachtsmann mit dem klapprigen Uralt-Dreirad aus dem letzten Jahrtausend, dass gut meinende Großeltern aus verständlichen Gründen der Nachhaltigkeit doch noch einmal unter den Baum legen. Patrick Mahomes wirft auch ohne Travis Kelce und Tyreek Hill für drei Touchdowns, freut sich über allerlei Mithilfe von weniger prominenten Teamkollegen (z.B. Byron Pringle mit zwei Touchdowns) und sieht auch seine Defensive weiterhin mit Oberwasser agieren.

Las Vegas gewinnt Defensivschlacht gegen die Denver Broncos

Was für Freunde des gepflegten Offensiv-Footballs (und vor allem für die hoffnungsvollen Fans der Denver Broncos) eher ein verbrannter Festtagsbraten war, ließ Defensiv-Enthusiasten frenetisch "Oh du Fröhliche" skandieren. Die Las Vegas Raiders singen letztendlich in der weißen Schneelandschaft wesentlich schöner und melodischer, vor allem dank Dirigent Josh Jacobs (129 Rush Yards), und überstehen damit auch ihre drei bitteren Turnover. Denver hingegen blickt mit Schrecken auf die 158 Yards an Offense, die Drew Lock und seine Nebenleute in den Schnee kratzen.

Indianapolis Colts setzen Erfolgsserie in Arizona fort

Ohne vier angestammte Kräfte in der Offensive Line musste einem Angst und Bange werden um die Siegchancen der Indianapolis Colts, doch das Team von Frank Reich ist zu diesem Zeitpunkt in der NFL Saison gefestigter als viele andere ihrer Kontrahenten. Sie mussten nur auf die andere Seite des Balles blicken, wo die einstigen Darlings der NFL im Trikot der Cardinals sich Fehler über Fehler leisteten und Schaufel um Schaufel der verheißungsvollen Saison eine Grube graben. Die Colts dagegen mischen ein wenig toughen Carson Wentz, die Beine von Jonathan Taylor und eine solide Defensivleistung für ihren dritten Sieg in Serie und einem wohlig schmeckenden Weihnachtspunsch.

Weihnachten in der NFL - wer lieferte für Euch die beste Feiertagsperformance ab?
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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