HEFT #51

Ausgabe NOVEMBER 2021

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Ravens und Chiefs mit "Barn Burner" bei Sunday Night Football

Bei Sunday Night Football ging es zwischen den Baltimore Ravens und Kansas City Chiefs wild zur Sache. Bei Sunday Night Football ging es zwischen den Baltimore Ravens und Kansas City Chiefs wild zur Sache. Imago Images / UPI Photo / David Tulis
In unserer NFL Spieltagzusammenfassung "Cover Them All" fahren wir in Week Two mit den Chiefs für Sunday Night Football nach Baltimore, werfen mit Zach Wilson ein paar "Kamelle" durch die Gegend und schwelgen mit den Steelers und den Raiders ein wenig in Nostalgie. Auch bei allen anderen Spielen schauen wir vorbei und geben einen Überblick über die Highlights (und die Lowlights) des abgelaufenen NFL Sonntags!

Lauf, Lamar Jackson, lauf… und die Ravens laufen hinterher

Na, Fernseher ausgeschaltet gestern Nacht? Gott sei Dank gibt es ja heute Möglichkeiten, ein NFL Spiel wie den Sunday Night Football Battle zwischen Baltimore und Kansas City nochmal zu erleben. Es war nämlich ein echter Klassiker, vor allem für die siegreichen Ravens. Sie schlagen aufgrund eines heroischen Lamar Jackson (zwei Rush Touchdowns im vierten Viertel), einer am Ende hochschaltenden Defense und mutigem Playcalling von John Harbaugh ihre Nemesis der vergangenen Jahre per fulminantem Comeback 36:35 im Schlussviertel. Die Chiefs um Patrick Mahomes (343 Pass Yards) zaubern zeitweise, stolpern dann aber über ihre löchrige Defense sowie ein spätes Fumble von Clyde Edwards-Helaire. Und natürlich über die Ravens!

Jets-Rookie Zach Wilson hört beim Heimdebüt Buhrufe

Bill Belichick blätterte noch verschlafen im Coverage-Ordner, da hatte Jets-Rookie Zach Wilson schon gefühlt 25 Pässe in die Hände der Patriots Verteidiger geworfen. Der junge Hoffnungsträger der "Gang Green" liefert bei der 6:25-Pleite eine ziemliche Albtraumleistung und sollte heute die Backpages der New Yorker Zeitungen lieber links liegen lassen. Ein solider Mac Jones reißt auch niemanden vom Hocker, New Englands professionelles Auftreten dafür schon. Auch nicht ganz neu.

Hammertime in Pittsburgh mit gutem Ende für die Raiders

Für jeden NFL-Traditionalisten werden Erinnerungen wach, wenn sie die weißen Jerseys der Raiders und die schwarzen Leibchen der Steelers an einem sonnigen Sonntag dem Ball hinterher jagen sehen. Ganz so viel blaue Flecken wie zu Zeiten von "Mean" Joe Greene, Jack "The Assassin" Tatum und den anderen Kollegen aus den 70er Jahren gab es nicht, aber ein paar Extra Eisbäder dürften die Woche über schon befüllt werden. Die Raiders haben dabei nach ihrem 26:17-Auswärtssieg einiges mehr zu lachen, vor allem dank ihres toughen Leaders Derek "Don't Call me David" Carr (382 Pass Yardings, zwei Touchdowns).


Cleveland Browns mühen sich gegen mutige Texans

Als Tyrod Taylor sich nach seinem zwischenzeitlichen Ausgleich im zweiten Viertel den Schweiß von der Stirn wischte, googelten die Browns auf ihren Sideline-Devices noch, was "Trap Game" bedeutet. Am Ende ist der Unterschied beim 31:21-Heimsieg Clevelands in Sachen Talent, Manpower und Explosivität dann aber doch zu groß, vor allem weil Taylor verletzungsbedingt an Rookie Davis Mills übergeben muss. Ein 26 Yarder von Nick Chubb macht am Ende für Cleveland den Deckel drauf.

Chicago Bears besinnen sich trotz Justin Fields auf ihre Defense

Es wird einige Bears-Fans gegeben haben, die sich über die extensive Spielzeit für Justin Fields gefreut haben. Dass es natürlich auf Kosten einer Knieverletzung von Andy Dalton passiert, ist eher unschön. Fields zahlt auch direkt Lehrgeld, aber in alter Chicagoer Manier richtet es die Defense um Roquan Smith (Interception Return Touchdown). Joe Burrow wird erst spät wach für die Bengals, bei denen die Defense aber ebenfalls gefällt.

Ein gebrauchter NFL Sonntag für die Miami Dolphins

Dass Quarterback Tua Tagovailoa früh verletzt raus musste, war schon kein gutes Omen. Doch dass die Miami Dolphins ohne ihren Starter im AFC-East-Duell gegen die Buffalo Bills dann direkt mit 35:0 in die Schiffsschraube geraten und das im eigenen Stadion, das könnte Brian Flores dann schon ein wenig zu denken geben. Die Bills dagegen spannten trotz nächster so lala Leistung von Josh Allen Bizeps und Trizeps gleichzeitig an. Gerade der Pass Rush (sechs Sacks) ließ gegen die Flippers seine Muskeln spielen.


San Francisco 49ers werden zu den NFL Road Warriors

Wirklich gut meinten es die NFL-Spielplan-Tüftler nicht mit den San Francisco 49ers, als sie ihnen zum Saisonstart direkt zwei aufeinanderfolgende Partien östlich des Mississippi auferlegten. Ein effizienter Jimmy Garopolo, Deebo Samuel (sechs Receptions, 93 Yards) und die Defense um Nick Bosa (zwei Sacks) machten beim 17:11-Sieg in Philly aber das Beste draus. Die Eagles nutzen eher die Beine als die Flügel (29 Rushes für 152 Yards), müssen sich am Ende aber über verpasste Chancen und das verletzungsbedingte Saisonende von Brandon Graham ärgern.

Sam Darnold & die Panthers zeigen gegen Saints erneut die Zähne

Irgendwie hatten die New Orleans Saints nach Jameis Winstons Einstand in Woche Eins wohl vergessen, das Konfetti aufzufegen. Bei ihrer 7:26-Pleite gegen Carolina jedenfalls bewiesen weder ihr Quarterback (zwei Picks) noch ihr Run Game (2,8 Yards pro Carry) wirkliche Standfestigkeit und setzen damit Winstons persönlich schlechte Bilanz gegen die Panthers fort. Sam Darnold verteilt für diese fröhlich die Pille an seine Playmaker (305 Pass Yards), doch die eigentlich Story ist der fulminante Pass Rush (zehn Sacks nach zwei Spielen) mit Brian Burns und Co.

Carson Wentz verlängert die Verletztenliste der Colts

Die Indianapolis Colts rollten zu Spielbeginn trotz massiver Line-Probleme direkt vor zur One-Yard-Linie der Gäste aus Los Angeles. Nach vier Stopps der Rams stand allerdings immer noch die Null und diese verpassten Punkte sollten sich später für Indy noch rächen. Auf Seiten der Rams zündet in der Folge vor allem Cooper Kupp (163 Receiving Yards, zwei Touchdowns) und den Schlusspunkt setzt beim Stand von 27:24 für sein Team All-Pro-Corner Jalen Ramsey mit einer Interception gegen Jacob Eason, der spät für den verletzten Carson Wentz übernahm.


Denver Broncos feiern in Jacksonville

Trevor Lawrence wird Zach Wilson vielleicht gestern noch eine Nachricht geschickt haben und sich dafür bedankt haben, dass der Jets-Rookie mit seinen vier Interceptions das schlechteste Heimdebüt des Tages hinlegte. Andernfalls wäre der Titel Lawrence mit seinen 3,6 Yards pro Pass (14 von 33) und zwei Interceptions sicher gewesen. Die Denver Broncos und ihre All-World-Defense machen die Party Crasher beim 13:23-Einstand des Top Picks, vor allem Courtland Sutton (neun Catches, 159 Yards) und Teddy Bridgewater (328 Pass Yards, zwei Touchdowns) futtern sich am Büffet ordentlich durch.

"King" Henry nimmt die Titans auf seine Schultern

Julio Jones, A.J. Brown, D.K. Metcalf, Tyler Lockett… bei so viel Receiving-Monstern wusste man beim 33:30-Overtime-Sieg der Titans über die Seahawks gar nicht, wo man zuerst hinschauen sollte. "Hold my beer", dachte sich Derrick Henry und schmiss in Halbzeit Zwei und der Overtime seinen mächtigen Motor an. Mit 182 Rush Yards und drei Touchdowns führt er Tennessee zu einem beeindruckenden Erfolg und wird damit so manchem gegnerischen Defensive Coordinator Schweißperlen auf die Stirn zaubern.

Super Bowl Champs gegen Atlanta im Trainingsmodus

Ein paar positive Aspekte dürfen die Atlanta Falcons schon aus ihrem Business Trip nach Tampa Bay ziehen: Sie konnten den amtierenden Champs noch mal persönlich zum Titel gratulieren, man konnte befreit aufspielen und Star-Rookie Kyle Pitts konnte sich aus erster Hand etwas von Rob Gronkowski abgucken. Pitts zeigte aber selbst bereits, dass er irgendwann der sein möchte, der Anschauungsunterricht möglich macht. Bis dahin cruist der "Brady Bunch" um Tommy Boy (fünf Touchdowns) aber noch zu einem ungefährdeten 45:28.

Arizona & Kyler Murray ringen lange mit den Vikings

Die Vikings hatten als Außenseiter so ziemlich alles mit nach Arizona gebracht, was man so für ein Upset in der NFL braucht: Kirk Cousins funktioniert so reibungslos wie ein Schneepflug in Minnesota, Dalvin Cook wühlte sich in gewohnt kraftvoller Manier durch die Linien der Gegner (131 Rush Yards) und die Defense schnappte sich zwei Turnover. Problem ist Halt, dass die Arizona Cardinals in (einem fitten) Kyler Murray einen Unterschiedsspieler haben (400 Pass Yards), der am Ende den Game Winner von Kicker Matt Prater möglich macht. Zuvor hatte dieser schon einen 62-Yarder verwandelt.


Greg Zuerlein kickt Cowboys zum Sieg

Justin Herbert und seine Chargers gegen Dak Prescott und die Cowboys entwickelt sich zum Defensive Struggle? Ja ne, ist klar… stimmt aber tatsächlich. Im vierten Viertel entscheidet eine Kicking Competition über den Ausgang des potenziellen Offensivspektakels mit dem besseren Ende für "America’s Team". In der letzten Sekunde trifft Greg Zuerlein aus 56 Yards und schenkt damit Dak Prescott den ersten Win nach seinem Comeback. Glückwunsch!

Wer ist für euch der Spieler der Woche in Week Two?
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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