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Ravens gegen Packers im freien Fall?

Derzeit nicht zu beneiden: Head Coach John Harbaugh (gebeugt) von den Baltimore Ravens Derzeit nicht zu beneiden: Head Coach John Harbaugh (gebeugt) von den Baltimore Ravens IMAGO / Icon SMI
Covid19 hat die National Football League fest im Griff. In Woche 15 der laufenden NFL-Saison befinden sich weit über 100 Spieler und Trainer der 32 Franchises vor dem Corona-Ausfall. Nichtsdestotrotz übertragt ProSieben Maxx auch an diesem Sonntag zwei Spiele im Free-TV. Um 22.25 empfangen dabei die Baltimore Ravens die Green Bay Packers. Zuvor, um 19 Uhr, spielen die Tennessee Titans bei den Pittsburgh Steelers.


GREEN BAY PACKERS @ BALTIMORE RAVENS


Sonntag, 19. Dezember, 22.25 Uhr

M&T Bank Stadium

Baltimore, Maryland

Vor wenigen Wochen wäre diese Partie ein durchaus noch realistischer Tipp für den kommenden Super Bowl gewesen. Doch während bei den Green Bay Packers weiterhin alles nach Plan läuft und die Mannschaft von Star-Quarterback Aaron Rodgers sogar Hoffnungen auf eine Bye Week in den Playoffs hat, sind die Baltimore Ravens in den vergangenen zwei Wochen arg unter die Räder gekommen. Zwar führt die Mannschaft von Head Coach John Harbaugh noch immer die AFC North an, doch nach zuletzt zwei Niederlagen sind die Cleveland Browns und Cincinnati Bengals in Schlagdistanz gekommen und haben jeweils nur einen Sieg weniger auf dem Konto. Selbst die Pittsburgh Steelers, aktuell Letzter in der North-Division, liegen nur zwei Siege hinter den Ravens.


Verpassen die Ravens gar noch die Playoffs?


Und der Blick auf den restlichen Schedule lässt für Baltimore nichts Gutes erahnen. Nach den Packers warten noch die Cincinnati Bengals, Los Angeles Rams und Pittsburgh Steelers auf das Team aus dem US-Bundesstaat Maryland. Die gute Nachricht: Die direkten Duelle gegen die Bengals und Steelers in der eigenen Division können dafür genutzt werden, um doch noch den eigenen Playoff-Platz zu verteidigen. Allerdings sind auch vier weitere Niederlagen und das damit nahezu sichere Verpassen der Postseason gegen diese guten Gegner nicht auszuschließen.



Gegen die Packers hat Baltimore vor allem weiterhin mit alten Problemen zu kämpfen, die schon vor Saisonstart ein unglückliches Licht auf die Hoffnungen der Franchise warfen: Das Verletzungspech hielt schon in der Saisonvorbereitung Einzug und ist dem zweimaligen NFL-Champion bis tief in die Saison hinein treu geblieben. Jüngstes Sorgenkind: Quarterback Lamar Jackson, der sich in der Vorwoche eine Knöchelverletzung zuzog und dessen Einsatz ungewiss ist. Die lange Liste der weiteren Ausfälle, exemplarisch die Passverteidigung um die beiden eigentlichen Cornerbacks Marlon Humphreys und Marcus Peters, sind mittlerweile altbekannt. Es stellt sich alleine schon die Frage, wer Green Bays Star-Receiver Davante Adams überhaupt covern könnte. Übrigens: Mit einem Auswärtssieg stehen die Packers als Sieger der NFC North fest.


TENNESSEE TITANS @ PITTSBURGH STEELERS


Sonntag, 19. Dezember, 19 Uhr

Heinz Field

Pittsburgh, Pennsylvania

Mit verletzungsbedingten Ausfällen kennen sich die Tennessee Titans derweil ebenfalls bestens aus – vor allem, wenn es um die Skill-Player der Offense geht. Star-Runningback Derrick Henry kehrt dabei frühestens zu den Playoffs zurück. Von den namhaften Wide Receivern A. J. Brown und Julio Jones steht immerhin der Zugang der Atlanta Falcons, Jones, wieder auf dem Feld. Auf der Gegenseite haben die Steelers weniger mit Verletzungen zu kämpfen, allerdings hat der Kader auch in besserer Besetzung ohnehin seine Baustellen.


Bleibt Pittsburgh im Playoff-Rennen?


Was beide Teams in jedem Fall gemeinsam haben, ist exzellentes Coaches. Obwohl Head Coach Mike Vrabel bei den Titans sein Team Woche für Woche auf wichtigen Positionen umbauen muss, hat die Mannschaft aus der Musikstadt Nashville die Chance, schon in dieser Woche die AFC South vorzeitig zu gewinnen. Voraussetzung dafür allerdings ist, dass die Indianapolis Colts in der Nacht zu Sonntag ihr Heimspiel gegen die New England Patriots verlieren. Auf der Gegenseite zeigt die Coaching Crew von Steelers-Head-Coach Mike Tomlin Woche für Woche, wie sie einen lückenhaften Kader im Rennen um die Playoff-Plätze halten kann.



Bestes Beispiel in der Vorwoche: Trotz eines 00:29-Rückstands im dritten Viertel bei den Minnesota Vikings, erreichten die Steelers bei einem Endstand von 28:36 noch fast die Overtime. Im Schlussabschnitt rief Quarterback Ben Roethlisberger dabei seine beste Saisonleistung ab und zeigte noch einmal, dass er zumindest phasenweise noch immer zu den besten Quarterbacks der Liga zählen kann. Ob er sich Chase Claypool dabei einmal zur Brust genommen hat? Der Wide Receiver hatte bei der Aufholjagd in Minnesota bei auslaufender Uhr einige Sekunden mit dem Feiern eines gelungenen Spielzugs verschenkt und sich so den Ärger seiner Kollegen zugezogen. Hätte er sich etwas mehr beeilt, wäre womöglich noch ein weiterer Spielzug in die Endzone möglich gewesen.
Markus Schulz

Markus Schulz arbeitet seit 2009 beim Sport-Informations-Dienst in Köln. Seine Leidenschaft für den American Football entdeckte der Familienvater bereits mit elf Jahren während Super Bowl XXIII. 2017 schloss sich Schulz TOUCHDOWN24 zudem als Chefredakteur an. Außerdem hat der gebürtige Mönchengladbacher mehrere Bücher über den US-Sport publiziert und engagiert sich ehrenamtlich als Pressesprecher bei seinem örtlichen Football-Verein Remscheid Amboss.
Twitter: @ELFinsider
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