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Eine späte Niederlage der Baltimore Ravens am vergangenen Sonntag bei den Jacksonville Jaguars hat eine unvorteilhafte Kettenreaktion in Gang gesetzt. Man merkt, wie dünn die Luft um Lamar Jackson derzeit ist.

Von einem Quarterback fordert der Fan, dass er seine Mannschaft anführt. Für einen Quarterback, dessen Vertrag ausläuft und der dem Vernehmen nach sehr viel Geld von seinem aktuellen Team für eine neue Unterschrift fordert, gilt das umso mehr. Eine Niederlage eines Playoff-Anwärters, wie die der Baltimore Ravens bei einem der schwächsten Teams der letzten Jahre, den Jacksonville Jaguars, passt da so gar nicht ins Bild.

Jackson legt sich mit Fans an 

Lamar Jackson geriet ins Kreuzfeuer der Ravens-Fans, die in Zweifel zogen, dass Jackson einen Vertrag jenseits der 250-Millionen-US-Dollar-Sphäre wert wäre. Ein User schrieb: “Lasst ihn gehen“. Diesen Tweet entgegnete Jackson mit einer Tirade an Obszönitäten und griff den Fan mit einer homophoben Beleidigung an. Jackson löschte zwischenzeitlich seine Reaktion, doch sieht er sich medial nun dem Vorwurf ausgesetzt schwulenfeindlich zu sein.

Damit ist ein Nebenkriegsschauplatz zur Unzeit eröffnet. Die Ravens befinden sich in der heißen Phase der Regular Season und haben noch alle Chancen auf die Playoffs und mehr. Jackson will sich für einen Vertrag in Baltimore oder anderswo empfehlen und gerät in schlechtes Fahrwasser. Auch wenn Jackson mittlerweile mit einem weiteren Tweet reagierte und sich von jeglicher Diskriminierung durch seine Person distanzierte, so zeigt es doch vor allem, wie kontrovers die Personalie Jackson sportlich wie nun auch charakterlich gesehen wird.

Jackson kam 2018 als Erstrundenpick der Ravens in die NFL und verstärkte mit seiner Spielweise einen Trend in Richtung mobiler Quarterbacks. Dennoch gibt es Zweifel am 25-Jährigen. Insbesondere weil die Ravens mit Jackson schon so oft wichtige Spiele verloren haben. Die Playoff-Bilanz des Quarterbacks steht so beispielsweise bei nur einem Sieg zu drei Niederlagen. Weiter als bis in die Divisional Round ist Baltimore mit Jackson noch nicht gekommen.

Bisherige Vertragsverhandlungen sind nach US-Medien an hohen geforderten Garantien gescheitert. Jackson braucht diese, da er mit seinen häufigen Runs einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt ist. Genau dieses Risiko will Eric DeCosta, General Manager der Ravens, aber so gering wie möglich halten. Eine komplizierte Situation war so vorprogrammiert und konnte in der zurückliegenden Offseason nicht entschlüsselt werden. In der kommenden Offseason laufen beide Parteien auf die gleiche Konfrontation zu. Den Vorwurf charakterlicher Defizite kann Jackson so gar nicht gebrauchen.

Über den/die Autor/in
Markus Schulz

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