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Ranking: Die fünf besten NFL Defenses 2022

Die Buffalo Bills um Micah Hyde dürften auch 2022 zu den besten Defenses der NFL gehören. Die Buffalo Bills um Micah Hyde dürften auch 2022 zu den besten Defenses der NFL gehören. Imago Images / ZUMA Wire / Michael Johnson
In jeder NFL-Offseason werden die Karten bei allen Teams auf beiden Seiten des Balles neu gemischt und somit versuchen nicht wenige Verantwortliche, auch die eigene Defense ins oberste Regal der Liga-Elite zu heben. In unserem Ranking werfen wir einen Blick auf jene Mannschaften, die in Sachen Defense das Meiste auf der Habenseite haben und die in der kommenden NFL-Saison unter den sattelfestesten Units der Liga zu finden sein sollten!



5. Tennessee Titans

Das von Derrick Henry angekurbelte Laufspiel bestimmt offensiv die Identität der Titans und in so einem Konzept darf natürlich eine schlagkräftige Defensive nicht fehlen. Einige Zeit taten sich die Titans damit schwer doch in der vergangenen Saison machten die Mannen von Mike Vrabel endlich einen entscheidenden Schritt in Richtung Defensivmacht. In den letzten sieben Spielen ließen sie gerade einmal 277,4 Yards zu (was über die Saison gesehen der NFL-Top-Wert gewesen wäre) und bestätigten diesen Trend mit lediglich 19 zugelassenen Punkten sowie neun (!) Sacks bei der unglücklichen Playoff-Niederlage gegen den späteren AFC-Champion aus Cincinnati.

Weitere Statistiken untermauern die positive Entwicklung unter dem blutjungen Coordinator Shane Bowen (35 Jahre): Tennessee erlaubte seinen Gegnern vergangene Saison lediglich 20,7 Punkte (NFL-Rang Sechs) und rangierte sowohl bei den Sacks (43) als auch bei den Interceptions unter den Top Ten der Liga. Personell sind der massige Jeffery Simmons, All-Pro Safety Kevin Byard und Breakout-Linebacker Harold Landry absolute Unterschiedsspieler. Bei den Cornerbacks herrschen ein paar Fragezeichen, unter anderem wie es dem letztjährigen Top-Pick Caleb Farley nach seinem Kreuzbandriss geht und ob der diesjährige Second-Rounder Roger McCreary direkt einschlagen kann.

4. Los Angeles Rams

Bei aller offensiven Feuerkraft der Los Angeles Rams war es am Ende wohl doch eher die Defense, welche für sie letzte Saison den Weg zum Super Bowl Gewinn pflasterte. Das Team von Sean McVay ließ in vier Playoffspielen nur 18,8 Punkte pro Partie zu, die Verteidigung hielt in schwierigen Phasen den Laden zusammen und die finalen Plays im Endspiel kamen ebenfalls von niemand Geringerem als von Megastar Aaron Donald. Sein Run-Stop beim dritten Versuch und Eins sowie sein Pressure beim Fourth Down ließen nicht nur ganz L.A. jubeln, sie unterstrichen auch wie dominant der dreifache NFL Defensive Player Of The Year immer noch ist. Er allein hebt die gesamte Verteidigung auf ein neues Level, wenn nicht sogar ein klein wenig höher.

Im Gegensatz zu Donald konnten die Rams dessen Kumpel Von Miller, ihren anderen Top-Pass-Rusher aus dem Vorjahr, nicht halten. Dafür kam mit Bobby Wagner ähnlich namhafte Verstärkung vom Divisionsrivalen aus Seattle, ein absoluter Blockbuster-Deal, der die Rams vor allem in der Mitte extrem variabel macht. Ob der überragende Pass-Rush (2021 satte 51 Sacks, NFL-Rang Drei) das hohe Level halten kann steht zwar in der Sternen, die Secondary mit All-Pro Jalen Ramsey verfügt aber über genügend Qualität, um einen eventuellen Drop aufzufangen.

3. San Francisco 49ers

Seit Jahren definieren sich die San Francisco 49ers über ihre starke Verteidigung und 2021 war dabei keine Ausnahme. Im Gegenteil, schon in der regulären Saison grüßten die Niners quasi in fast allen wichtigen defensiven Kategorien aus den Top Ten, wenn nicht aus den Top Five. Sie ließen nur 20,6 Punkte zu, ihre 311,8 zugelassenen Yards rangierten auf Platz Vier in der NFL und ihre Run-Defense (3,9 Yards pro gegnerischem Rush) zählte ebenfalls zum Besten, was die Liga zu bieten hatte. Der Pass Rush um Superstar Nick Bosa (75 Pressures) und Arik Armstead brillierte abermals mit 48 Sacks und bekam im diesjährigen Draft mit Drake Jackson noch ein weiteres Talent zur Seite gestellt.



Wie Bosa in der Defensive Line zählt auch der komplette Linebacker Fred Warner zu den wohl besten Spielern auf seiner Position in der gesamten NFL. Auf dem Papier fällt die Secondary dagegen eventuell etwas ab, sie bewies aber mit einer guten Postseason wie sattelfest sie insgesamt ist. Corner Charvarius Ward kam im Sommer aus Kansas City und sein neuer Defensive Coordinator DeMeco Ryans hofft, dass er auch in der Bay gegnerischen Quarterbacks reichlich Probleme bereitet (2021 ließ Ward nur ein 77er Quarterback Rating bei Pässen in seine Richtung zu). Falls nicht, dürfte Ryans schematisch einen Weg finden, zählt der ehemalige Middle Linebacker doch nach allgemeiner Meinung zu den hellsten jungen Defensivköpfen der Liga.

2. New Orleans Saints

2021 war defensiv ein überragendes Jahr für die New Orleans Saints, die unter anderem die beste Laufverteidigung der Liga stellten (3,7 zugelassene Rush Yards pro Run) und sogar dem großen Tom Brady zweimal gehörig die Suppe versalzen konnten. Bei den beiden Niederlagen gegen den Divisionsrivalen gelang dem siebenfachen Champion "nur" ein Passer Rating von 89,7 und vier Touchdowns standen drei Interceptions gegenüber. Die Saints verloren mit Marcus Williams aber einen der Hauptakteure jener Erfolge, der gleichzeitig seit Jahren ein von vielen unterschätzter Motor in New Orleans war. Sein Safety-Kollege Malcolm Jenkins, ein überragender Veteran-Leader und eine fulminante Locker-Room-Präsenz, hing die Football-Schuhe außerdem an den Nagel und wird in Zukunft ebenfalls fehlen.

Das Team von Dennis Allen, der nun als Head Coach agiert und die Coordinator-Aufgaben auf Ryan Nielsen sowie Kris Richard verteilt, konnte allerdings auch namhaften Ersatz ins "Big Easy" locken. Mit Tyrann Mathieu kam ein Local Hero zurück in den Süden und Marcus Maye von den Jets hat ebenfalls jede Menge Qualität, vor allem als Deep Safety gegen den Pass. Dazu besitzt New Orleans mit Cameron Jordan und Marshon Lattimore noch weitere gestandene Top-Performer, die durch den X-Faktor Chauncey Gardner-Johnson ergänzt werden, einen quasi Prototyp des modernen Hybrid-Verteidigers.

1. Buffalo Bills

Buffalo soll die beste Defense der NFL haben? Nachdem sie gegen Kansas City Chiefs in der Divisional Round der vergangenen Playoffs spät implodierten? Ganz genau, den jenes geschichtsträchtige Ereignis bedarf ein wenig Perspektive. Die Bills traten nämlich Ende der vergangenen Saison ohne ihren individuell wohl besten Verteidiger an, nachdem sich Cornerback Tre’Davious White Mitte der Saison das Kreuzband gerissen hatte. Nach seinem Verlust war die Bills-Verteidigung zwar immer noch stark, ihr fehlte aber gerade gegen den Pass das besondere Element. Kein Wunder, hatte White bis in Week 11 doch nicht einen Pass Touchdown zugelassen. Ohne ihn mussten die Bills mehr blitzen, entblößten damit das eigene Back End und ihre Pressure-Rate fiel in Korrelation zu nicht mehr ganz so enger Coverage merklich.

White dürfte in der kommenden Saison wieder fit sein und stößt damit wieder zu einem Team, das vergangenes Jahr die wenigsten Punkte, die wenigsten Yards und die wenigsten Yards pro Play in der Regular Season zuließ. First Rounder Kaiir Elam verstärkt die Cornerback-Position zusätzlich und im Edge Rush darf man durchaus Entwicklungsschritte der jungen Garde um Mega-Talent Gregory Rousseau erwarten. Ein Name fehlt natürlich noch und dieses hat wohl mit Abstand den lautesten Klang. Denn mit Von Miller gelang den Bills eine der Top-Verpflichtungen des Sommers und der vielleicht beste Edge Defender der vergangenen Dekade ist genau die Art Spieler, die in einem erneuten engen Playoff-Duell im kommenden Jahr den Unterschied machen könnte. Von seiner Führungsqualität einmal ganz zu schweigen.

Honorable Mention: Green Bay Packers

Heimlich, still und leise mauserten sich die Packers in der vergangenen Saison unter ihrem neuen Defensive Coordinator Joe Barry zu einer Top-Ten-Verteidigung und das obwohl sie über weite Strecken auf Star-Corner Jaire Alexander verzichten mussten. Dieser ist nun zurück und bildet mit Eric Stokes eines der besten Cornerback-Duos der NFL. Mit Devonte Wyatt und Quay Walker stärkte man im Draft gleichzeitig die Reihen der Front Seven, wo mit Kenny Clark und Rashan Gary ohnehin schon viele Probleme für den Gegner lauerten.
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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