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Ranking: Die besten NFL Offenses 2022

Justin Herbert und seine L.A. Chargers wollen kommende Saison die NFL das Fürchten lehren. Justin Herbert und seine L.A. Chargers wollen kommende Saison die NFL das Fürchten lehren. Imago Images / Icon SMI / Brian Rothmuller
Nachdem wir vergangene Woche die derzeit besten Defensivreihen der NFL unter die Lupe genommen haben, stellt sich nun natürlich noch die Frage, welche Mannschaften wahrscheinlich in der nächsten Saison die meisten Punkte auflegen werden. Diese Bestenliste gibt ein paar Antworten und ist unter anderem gespickt mit Top-Quarterbacks, hochexplosiven Playmakern sowie der ein oder anderen Überraschung!

5. Kansas City Chiefs

Seit Jahren zählen die Kansas City Chiefs zu den besten Angriffsreihen der NFL und dies dürfte auch nach dem Abgang von Wide Receiver Tyreek Hill noch der Fall sein. Denn diesen ersetzen die Super Bowl Champions von 2020 nicht nur mit einer Kombination aus Juju Smith-Schuster und Rookie-Receiver Skyy Moore, sondern es bestehen auch weiterhin fast alle weiteren Konstanten, welche in der Vergangenheit der Punkteflut in Kansas City zugrunde lagen.

Patrick Mahomes wirft weiterhin die Pässe, Travis Kelce fängt einige davon, Andy Reid sowie Coordinator Eric Bieniemy überwachen ein immer noch modernes Offensivsystem und die im letzten Jahr gefestigte Offensive Line ist intakt. Mit Rookie-Receiver Justyn Ross hat man im Draft eventuell verletzungsbedingt einen späten Glücksgriff tätigen können, der im Erfolgsfall für eine im letzten Jahr schon dominante Offense (407,6 Yards pro Partie, NFL-Top-Wert) ein weitere Dimension bedeuten würde.

4. Tampa Bay Buccaneers

Er ist wieder da! Mit Tom Brady auf der Kommandobrücke des Piratenschiffes in Tampa Bay darf sich der Rest der NFL auch 2022 warm anziehen, wenn es gegen den Altmeister und seine Buccaneers geht. Zwar hängte sein alter Kumpel Rob Gronkowski die Football-Schuhe im Sommer an den Nagel, es herrscht aber immer noch massig Qualität im Kader von Neu-Coach Todd Bowles.

Da wäre unter anderem die dominante Receiver-Kombination aus Mike Evans und Chris Godwin, die vom aufstrebenden Russell Gage Unterstützung auf der Außenbahn bekommt. Die starke Offensive Line (nur 1,6 Sacks zugelassene Sacks pro Spiel 2021) musste zwar Alex Cappa durch Shaq Mason ersetzen, mit Bradys Erfahrung und Übersicht dürfte das aber keine Sorgen bereiten und Offensive Coordinator Byron Leftwichs Fantasie sind somit weiterhin nur wenig Grenzen gesetzt.

3. Cincinnati Bengals

Man muss in der NFL lange suchen, um eine derart talentierte Skill Position Group zu finden wie jene bei den Cincinnati Bengals. Wenn dann auch noch ein aufstrebender Star-Quarterback namens Joe Burrow dieses Ensemble anführt, dann stehen alle Zutaten für ein mehr als würziges Offensiv-Festmahl parat. Erst recht, nachdem die Bengals ihrer im letzten Jahr noch sehr löchrigen Offensive Line gleich an mehreren Stellen ein personelles Facelift verpassen konnten.

Mit den Neuverpflichtungen La’el Collins, Alex Cappa und Ted Karras strotzt die rechte Seite der Line auf einmal vor Talent und Erfahrung, was auch dem Potenzial der jungen linken Seite zugutekommen sollte. Gerade das ohnehin schon fulminante tiefe Passspiel (11,2 Yards pro Completion, NFL-Rang Drei) könnte mit besserer Protection noch gefährlicher werden. Receiver Ja’Marr Chase dürfte dabei berechtigte Ansprüche anmelden, zum vielleicht gefährlichsten Passfänger der gesamten Liga aufzusteigen.


2. Buffalo Bills

Defensiv stimmt schon ganz viel in Buffalo, aber auch offensiv haben sich die Bills unter der Führung von Star-Quarterback Josh Allen zu einem absoluten NFL-Powerhouse entwickelt und besitzen damit die vielleicht beste Balance aller Top-Favoriten. Letztes Jahr legten sie die drittmeisten Punkte der Liga auf, niemand erlaubte weniger Sacks (1,5 pro Partie) und auch das oft kritisierte Laufspiel war dank Allens Beinen statistisch unter den Top Fünf der NFL zu finden. Mit Rookie James Cook und Altmeister-Guard Rodger Saffold darf man hier durchaus einen Schritt nach vorne und vor allem mehr Arbeit von den Runningbacks erwarten.

Das Prunkstück der Bills-Offense bleibt aber ohne Zweifel ihr Passing Game. Allen zählt spätestens nach seinen überragenden Playoffs 2021 zu den besten Quarterbacks der NFL und hat mir Kumpel Stefon Diggs einen Big-Time-Receiver als Lieblingsziel aufzuweisen. Jamison Crowder und Tight End O.J. Howard sind wenig beachtete Neuzugänge, die zusammen mit dem immer stärker aufspielenden Gabriel Davis jeder gegnerischen Defensive Kopfschmerzen bereiten könnten.

1. Los Angeles Chargers

Zwar reichte es letztes Jahr nicht für die Playoffs und die Chargers mussten sich ganz knapp mit der Zuschauerrolle für die Postseason begnügen, doch an ihrer Offense hatte es auf keinen Fall gelegen. Justin Herbert und Co. machten die fünftmeisten Punkte pro Partie (27,9) und rangierten auch in etlichen anderen Statistiken ganz weit oben. Besonders entscheidend für dieses wohlklingende Offensiv-Orchester ist der junge Dirigent Herbert, dessen frühe Karriereleistungen schon jetzt so manchen alten Rekord pulverisieren.

In seinem dritten Jahr ist ein weiterer Schritt nach vorne für ihn realistisch, auch weil viele Puzzleteile um ihn herum bestehen bleiben (unter anderem zwei 1000-Yard-Receiver sowie Allzweckwaffe Austin Ekeler). Gleichzeitig durfte der Pro Bowler in der Offseason noch den ein oder anderen Neuzugang im Locker Room begrüßen. First-Round-Guard Zion Johnson stärkt zum Beispiel die Offensive Line und der großgewachsene Rookie Isaiah Spiller könnte das manchmal fragwürdige Laufspiel bereichern. Eine auf dem Papier stark verbesserte Defense dürfte dem Chargers-Angriff außerdem weitaus mehr unter die Arme greifen, als das in der jüngsten Vergangenheit der Fall war, und ihrer Offensive den Ball regelmäßiger in aussichtsreicheren Positionen verschaffen.


Honorable Mention: Los Angeles Rams

Hey, was ist denn mit uns? Schließlich sind wir die amtierenden Super Bowl Champions! Stimmt und nicht nur aufgrund ihres Titels haben die Rams auch in der kommenden Saison Anspruch, unter den besten Angriffsreihen der NFL genannt zu werden. Head Coach Sean McVay fährt ein bewährtes System, welches anpassungsfähig ist und sich nun schon seit mehreren Jahren auf höchstem NFL-Niveau bewiesen hat. Individuelle Glanzpunkte setzt dabei vor allem Cooper Kupp, der vielleicht beste Receiver der NFL, der in diesem Sommer einen neuen Mega-Vertrag bekam.

Der Abgang von Odell Beckham Jr. dürfte mit der Verpflichtung von Allen Robinson mehr als nur kompensiert werden, zumindest wenn letztgenannter nach einer Seuchensaison wieder zu alter Stärke zurückfindet. Schmerzhafter könnte da schon das Karriereende von Left Tackle Andrew Whitworth sein. Gleichzeitig darf man wohl auf ein wenig mehr gesundheitliches Glück im Runningback-Room hoffen, um damit das im vergangenen Jahr schwächelnde Laufspiel zu beleben (3,7 Yards pro Rush, nur NFL-Rang 29).
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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