HEFT #51

Ausgabe NOVEMBER 2021

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Packers und 49ers liefern Foto-Finish bei Sunday Night Football

Eng war es zwischen Aaron Rodgers und seinen Packers sowie Joey Bosa und den San Francisco 49ers. Eng war es zwischen Aaron Rodgers und seinen Packers sowie Joey Bosa und den San Francisco 49ers. Imago Images / ZUMA Wire / Paul Kuroda
Unsere NFL Spieltagzusammenfassung „Cover The All“ steht in Week Three ganz klar im Zeichen der drei Spitzenspielen: Aaron Rodgers konnte bei Sunday Night Football mal schauen, wie es sich in San Francisco so spielt, in der AFC West verglich sich Justin Herbert mit Patrick Mahomes und Tom Brady traf die aufstrebenden Rams um Matthew Stafford in Hollywood. Auch die anderen Spiele hatten so manches Highlight parat und waren allemal eine sehenswerte Alternative zu "Bundeskanzler TV"!

Aaron Rodgers gehört die Sunday Night in San Francisco

Was war es doch wieder für ein interessanter Zeitpunkt, als am Sonntag der Report kurz vor Sunday Night Football herauskam, dass Aaron Rodgers doch am liebsten im Sommer nach San Francisco gewechselt wäre. Das was auf dem Feld geschah, war am Ende aber wesentlich spannender. Green Bay wollte ein zweites Mal die NFC Championship Game Niederlage von vor ein paar Jahren ausbügeln und startete extrem konzentriert. Ein physisches Niners-Team um Anführer George Kittle (sieben Receptions für 92 Yards) kämpfte sich wieder hinein und am Ende fliegen quasi mit jedem Drive Punches in Richtung des Gegners. In den letzten 37 Sekunden erinnerte Aaron Rodgers die Niners und die NFL daran, warum sie ihn gerne gehabt hätten. Er bringt den Ball nah genug heran für Mason Crosbys 51-Yard-Game-Winner. Ob "A Rod" nochmal ein paar Visitenkarten verteilt hat, ist allerdings nicht übermittelt.

Justin Herbert schlägt Patrick Mahomes im Arrowhead

Eigentlich kannte jeder das Ende vom Film: Die Chiefs hatten zwei Minuten vor Schluss den Ball, Gleichstand, Patrick Mahomes fährt die Kutsche über das Feld und Kansas City geht mit dem Sieg nach Hause. Die tatsächlich geworfene Interception von Mahomes und der anschließende etwas konfuse Game Winning Drive vom starken Justin Herbert lässt die Zuschauer im Arrowhead dann aber geschockt zurück. Mit der starken Division sowie der eigenen schwachen Defense ist der Spielraum für die Chiefs Offense im Moment einfach zu klein, als dass sie sich solche Fehler leisten könnten. Bei den Chargers sind neben Herbert vor allem die bewegliche Defense und Receiver Mike Williams (sieben Catches, 122 Yards, zwei Touchdowns) die Schlüssel zum Sieg.

Die Justin Fields Ära beginnt für die Chicago Bears

Wenn sich jemand gewundert hat, warum Matt Nagy überhaupt immer die Idee hatte, auf Andy Dalton anstatt auf Justin Fields zu Saisonbeginn zu setzen, der hat in diesem Spiel zumindest mal die Andeutung einer Antwort bekommen. Der Rookie bekommt in seinem ersten NFL Start kaum ein Bein auf den Boden und zahlt an einem bedeckten Mittag in Ohio fleißig Lehrgeld (6 von 20, 68 Yards, neun Sacks). Welcome to the NFL! Vielleicht klappt es nächstes Mal mit einem mehr angepassten Playbook besser. Die Cleveland Browns genießen das Schützenfest für die eigene Defense und offensiv sind sie gewohnt bodenständig (215 Rushing Yards).


Hallo NFL, Josh Allen hier

Die ersten Wochen liefen nicht berauschend für Josh Allen, einer der aufstrebenden jungen Stars der NFL. Hinter vorgehaltener Hand machte sich so mancher Bills-Fan schon Sorgen um den eigenen Signal Caller… aber alles gut, Josh Allen ist wieder zurück! Vier Touchdowns und 358 Yards stehen am Ende beim 43:21 auf dem Konto des Bills-Quarterbacks, am Ende darf sogar Mitch Trubisky einen Pass für ein Yard werfen. Washington merkt dagegen schnell, wie schwer es ist, auf einmal bei den großen Jungs im Favoritenkreis mitspielen zu wollen. Und das auch noch mit Backup Taylor Heinicke.

Die Realität holt die Pittsburgh Steelers ein

Vieles liegt in Pittsburgh im Argen: Die Offensive Line funktioniert auch in diesem Jahr nicht (Überraschung, wenn man nur wenig dafür getan hat), das Laufspiel steckt im ersten Gang fest, in der Defense fehlen so viele Stars wie die Steelers Hall of Famer haben… aber das größte Problem hört auf den Namen Ben Roethlisberger (zwei Interceptions, 5,5 Yards pro Pass). Er und Offensive Coordinator Matt Canada harmonieren nicht, die gefühlt eine Million Hits, die Ben in seiner Karriere eingesteckt hat, fordern außerdem ihren Tribut. Joe Burrow (14 von 18), Ja‘Marr Chase (zwei Touchdowns) und die munteren Bengals freut es, sie setzen ein echtes Zeichen in ihrer Division.

Saints machen erneut einen auf Jekyll & Hyde

Die New Orleans Saints setzen ihre Wundertüten-Saison fort und zeigen auch in New England, dass sie so einiges von Dr. Jekyll und Mr. Hyde haben. Die Defense überzeugt auf ganzer Linie, die Offense um Jameis Winston spielt unspektakulär aber grundsolide. Es ist keine schlechte Kombination für ein ehemaliges Finesse-Team. So stellt es sich eigentlich auch New England vor, doch Mac Jones (drei Interceptions inklusive unglücklichem Pick Six) hatte das zumindest an diesem Nachmittag vergessen. Dem Rookie würde manchmal ein kleines bisschen mehr Aufbrausen a la Mr. Hyde eventuell ganz gut tun und vielleicht legt ihm Bill Belichick das Buch ja nächste Woche mal in seinen Locker Room.

Justin Tucker schreibt NFL-Geschichte für die Ravens

Nach zwei Primetime Games zu Beginn der Saison durften die Baltimore Ravens in Week Three endlich mal ein „ganz normales“ NFL Spiel am Sonntagmittag absolvieren. Dass es dann doch nicht so normal wurde, lag zuerst einmal an den aufopferungsvoll kämpfenden Detroit Lions, die kurz vor Schluss sogar mit einem Punkt führten. Als letzte Hoffnung blieb den Ravens ein 66-Yard Field Goal, was das längste in der Geschichte der NFL wäre. Und Justin Tucker knallt das Ding tatsächlich auf und über die Querstangen - wow!


Arizona Cardinals mit Routine-Sieg in Jacksonville

Als Jamal Agnew ein verschossenes Field Goal von Matt Prater 109 Yards in die Endzone der Cardinals zurücktrug, da schnupperten die Jaguars einmal kurz am Upset. Aber eben nur ganz kurz, denn sonst bleibt vieles unverständliches Stückwerk im System von Urban Meyer. Trevor Lawrence jedenfalls weiß noch nicht so recht, wie er sich in der NFL freischwimmen kann. Die Cardinals dagegen lassen ihr Talent für sich sprechen, auch wenn das eigene Laufspiel (3,0 Yards pro Carry) als auch die Rush Defense (5,5 Yards pro Rush zugelassen, insgesamt 158 Rush Yards für die Jags) Sorgen bereiten dürften.

Falcons vermiesen Eli Manning die Feier

An einem Tag, an dem die New York Giants Eli Manning in den eigenen Ring of Honor aufnehmen, hatten die Atlanta Falcons wohl vergessen, die Verhaltensregeln auf der Einladung zu lesen. Eigentlich waren es dann aber doch die Giants selbst, die das meiste vom Champagner mit indisponiertem Auftreten und reihenweise Fehlern verschütteten. Joe Judge muss schnell aufwischen, sonst dürfte es bald jemand anderes machen. Atlanta freut sich über einen Vintage "Matty Ice" Drive in den letzten Minuten und Arthur Smith‘ ersten Sieg als Chefcoach. Zur nächsten Zeremonie der Giants werden sie aber wohl nicht wieder eingeladen werden.

Tennessee Titans melden wieder Ansprüche an

Noch frisch und fröhlich von ihrem Overtime-Sieg in Seattle mussten sich die Tennessee Titans diesmal in einem umkämpften Division-Duell mit den Colts beweisen. Auf Derrick Henry war mal wieder Verlass und er bekam auf dem Boden noch Unterstützung von Ryan Tannehill (56 Rush Yards). Da kann man auch mal zwei Interceptions und eine Verletzung von A.J. Brown verkraften. Indy stürzen die Titanen damit in ziemliche Tristesse, denn es bröckeln nicht nur wieder beide Lines, sondern auch der gesamte Plan von General Manager Chris Ballard wirft so langsam mehr und mehr Fragen auf. Carson Wentz ist dabei derzeit alles andere als eine Antwort.

Denver Broncos fliegen weiterhin "Mile High"

Zum NFL Saisonstart läuft es ganz einfach bei den Denver Broncos: Teddy Bridgewater hat alle Fäden in der Hand, das Running Game wühlt sich wütend über das Feld und die Defense sieht wie eine der besten der Liga aus. Einzige Wermutstropfen: Die Verletzungen häufen sich und wirklich getestet wurde Denver natürlich noch nicht mit Spielen gegen die beiden New Yorker Teams und Jacksonville. Für die Jets gab es nach einem weiteren schwachen Spiel von Zach Wilson dagegen eigentlich gar keine guten Nachrichten. In den drei ersten Hälften dieser NFL Saison schafften die Jets gerade einmal drei Punkte (ihre Gegner 46) und sie sind mittlerweile seit acht Vierteln ohne Touchdown. Autsch!

L.A. Rams setzen Zeichen gegen die Champs

Es hatte schon ein klein wenig das Feeling von einem NFL-Playoff-Spiel: Das SoFi Stadium rockte, auf der Tribüne saßen gefühlt mehr Promis als Tom Brady Career Completions hat und die Rams lieferten die Art aufgedrehte Partie, die man von motivierten Postseason-Heimteams kennt. Bis dahin ist es natürlich noch etwas hin, aber die Liga wird dann wohl mit Matthew Stafford (343 Yards, vier Touchdowns) und seinen Rams rechnen müssen. Wer es nicht glaubt, kann ja DeSean Jackson (drei Catches, 120 Yards inklusive Touchdown) fragen, der erzählt es ihm bestimmt. Für Tampa Bay ist die Niederlage (noch) kein Beinbruch, wohl eher Motivation für die nächsten Wochen.


Captain Kirk Cousins führt Vikings zum Sieg

"Don’t look now" aber Kirk Cousins, vor einigen Wochen noch wegen seinen Impfgewohnheiten in den Schlagzeilen, startet mit acht Touchdowns und ohne Interceptions in die Saison. Das ist oberstes NFL Regal und verhilft den Wikingern zu einem beeindruckenden Heimsieg gegen Seattle. Ohne Dalvin Cook übernimmt Alexander Mattison (112 Rush Yards) die Arbeit auf dem Boden und Justin Jefferson tut das, was er seit seinem ersten Tag in der Liga tut (neun Catches, 118 Receiving Yards plus Touchdown). Die Seahawks werden sich fragen, was Mitte letzter Woche gegen die Titans kaputt gegangen ist und wo sie schnellstmöglich eine Identität herbekommen können.

Las Vegas Raiders machen es spannend

Man kann der Las Vegas Raiders einiges vorwerfen, vielleicht dass sie diese Woche ein paar Mal zu oft in ihre durchaus positiven Berichterstattungen in den Zeitungen geschaut haben, aber langweilig wird es mit der Gruden Gang keineswegs. Ganz besonders schön für die Raider Nation ist es dann, wenn es letztendlich auch noch zum Sieg reicht, so wie beim OT-Thriller gegen die Dolphins, den Kicker John Carlson kurz vor Schluss entscheidet. Besonders stark sind bei Oakland Peyton Barber (111 Rush Yards) als auch das vielseitige Receiving Corps (vier Spieler mit mehr als 50 Receiving Yards). Miami schnuppert mit Jacoby Brissett am Comeback, hat aber am Ende doch eine bittere Niederlage mit ihm Gepäck.

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Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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