D'Andre Swift ist ein exzellenter Runningback, könnte Fantasy-Manager aber enttäuschen. D'Andre Swift ist ein exzellenter Runningback, könnte Fantasy-Manager aber enttäuschen. IMAGO / ZUMA Wire

Overtime – Diese Fantasy-Spieler solltet Ihr meiden

geschrieben/veröffentlicht von/durch  20.07.2021
Der August kommt immer näher und auch die Preseason rückt endlich in greifbare Distanz. Damit wird es allerhöchste Zeit, dass wir Fantasy-Spieler wieder aus dem Sommerloch herauskriechen und uns auf die neue Saison vorbereiten. Denn: Vorbereitung ist das A und O für einen erfolgreichen Fantasy-Draft! Nachdem ich euch in der Vorwoche bereits meine Lieblings-Targets in Fantasy-Drafts mitgeteilt habe, soll es heute um Spieler gehen, die ihr am Draft Day am besten vermeidet, wenn ihr am Ende des Jahres eine Fantasy-Championship feiern wollt.


6,50 € inkl. MwSt. TD24 Heft 48 - AUG 2021 Noch 67 vorhanden Zum Produkt


Was haben Clyde Edwards-Helaire, Michael Thomas und Zach Ertz gemeinsam? Sie alle wurden in letztjährigen Fantasy-Drafts in frühen Runden genommen, konnten das in sie gesetzte Vertrauen und Draft-Kapital aber nie zurückzahlen. Es ist immer schwierig, solche Busts vor einer Saison vorherzusagen, doch bei manchen Spielern können wir uns bereits heute so gut wie sicher sein, dass sie 2021 die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen werden.


Damit wir uns nicht falsch verstehen: Einige der Spieler, die ich weiter unten nenne, hätte ich liebend gerne in jedem meiner Fantasy-Teams! Es geht in Fantasy-Drafts aber immer darum, Spieler zum richtigen Preis zu bekommen und so Value zu generieren. Die folgende Liste umfasst Spieler, von denen ich denke, dass sie derzeit (deutlich) zu hoch gedraftet werden und von denen ich deswegen 2021 kaum Shares haben werde. Damit legen wir los:

James Robinson, RB, Jacksonville Jaguars


Robinson war eine der größten Fantasy-Überraschungen im Vorjahr (Rang 7 unter allen RBs in Fantasy-Punkten) und hat vermutlich zahlreichen Fantasy-Managern ihre Liga gewonnen, die ihn rechtzeitig vom Waiver Wire geholt haben. Robinson ist das beste Beispiel dafür, auch nach dem Draft noch die Augen und Ohren offenzuhalten und das eigene Team signifikant zu verbessern.

Leider hat das neue Jaguars-Regime unter Head Coach Urban Meyer mit Travis Etienne einen Erstrundenpick in einen neuen Runningback investiert. Etienne wird in jedem Fall die in PPR-Ligen wertvollen Passing-Down-Snaps dominieren, während er mit Robinson und einem weiteren Neuzugang, Carlos Hyde, um Early-Down-Snaps kämpft. Robinson wird 2021 weit nicht an die knapp 90 Prozent Carries herankommen, die er letztes Jahr in der Jags-Offense bekam. Trotz einer allgemein verbesserten Offense solltet ihr ihn bei seinem derzeitigen RB-ADP von 25 lieber meiden.

Leonard Fournette, RB, Tampa Bay Buccanneers


Lasst euch von den herausragenden Leistungen von „Playoff-Lenny“ im Vorjahr nicht täuschen, im Fantasy-Land solltet ihr von Fournette die Finger lassen. Über die ganze Saison hinweg war Fournette 2020 ein absoluter Bust, lief für nur knapp über 350 Yards und landete am Ende von Woche 17 auf Rang 35 aller Runningbacks. Damit eingerechnet war seine Rolle als „de-facto“ Third-Down-Back für die Bucs letztes Jahr, weil Ronald Jones wiederholt Drop-Probleme hatte.

2021 wird es nicht besser aussehen. Fournette kämpft nach wie vor mit Jones, in meinen Augen ein besserer Runner, um Early-Down-Snaps, während die Bucs mit Giovani Bernard einen ausgewiesenen Pass-Catching-Spezialisten ins Roster geholt haben. Außerdem wird wohl auch Sophomore Ke'Shawn Vaughn eine größere Rolle zukommen. Lasst eure Mitspieler nach Fournette reachen und fokussiert euch auf andere Targets.

D'Andre Swift, RB, Detroit Lions


Es schmerzt mich, Swift auf diese Liste zu packen, da ich ein riesiger Fan des jungen Backs bin. Doch die Situation für Swift ist 2021 alles andere als ideal. Offensive Coordinator Anthony Lynn hat bereits mehrfach deutlich gemacht, dass er bei seinen Runningbacks auf einen Committee-Approach setzt und mit Jamaal Williams, bereits im Vorjahr ein Dorn im Auge jedes Aaron-Jones-Drafters, hat er namhafte Konkurrenz bekommen.

Swift wird immer noch ein solider RB2 sein - gerade in PPR-Ligen, da er die Passing-Down-Snaps dominieren wird. Doch die Tatsache, dass die Lions Matthew Stafford mit Jared Goff ersetzt haben, schmälert das Ceiling dieser Offense ungemein. Ein Runningback in einer 50/50 Time-Share in einer der wohl schlechtesten Offenses der Liga ist für mich kein Rezept für einen League-Winner. Holt euch Swift, wenn der Preis stimmt, aber lasst in den ersten beiden Runden lieber andere Spieler nach ihm reachen.

Jalen Hurts, QB, Philadelphia Eagles


Hurts war für viele Fantasy-Manager im Stretch-Run 2020 ein wichtiger Add vom Waiver-Wire, konnte als Passer aber wenig überzeugen. Mit einer Completion-Percentage von 52 Prozent und einem TD:INT-Verhältnis von 6:4 wird Hurts als Runner eine sensationelle Saison hinlegen müssen, um seinen derzeitigen Hype zu rechtfertigen. Wenn es Defenses mit einem Jahr Tape schaffen, Hurts in seiner Mobilität einzuschränken, könnte sein Fantasy-Value schnell in den Keller sinken.

Nun gibt es berechtige Anzeichen, dass sich Hurts als Passer 2021 steigern wird. Es ist sein erstes Jahr mit einer echten Vorbereitung als Starter und er hat mit Rookie-Wideout DeVonta Smith eine echte Waffe dazubekommen. Als Late-Round-Quarterback für Drafter, die Quarterbacks nicht gerne früh nehmen, ist Hurts ein ideales Upside-Target. Doch vielerorts geht Hurts bereits unter den ersten 7 oder 8 Quarterbacks vom Board – das ist für mich einfach zu viel Risiko für ein noch recht unbeschriebenes Blatt.

David Johnson, RB, Houston Texans


Die Houston Texans hab ihr dünnes Runningback-Corps in dieser Offseason mächtig aufgerüstet. Mit Mark Ingram II, Philip Lindsay und Rex Burkhead kamen gleich drei neue Konkurrenten für Johnson dazu. Ingram wird meiner Meinung nach keine große Rolle spielen, aber Lindsay als etablierter 1.000-Yard-Rusher und Burkhead als Third-Down-Option schon. Bereits in den letzten Jahren war Johnsons einziger Appeal, dass er bei den Texans massives Volume sah.

 

Denn in Bezug auf seine Efficiency konnte sich DJ nie von seinen zahlreichen Verletzungen erholen. Hinter einer instabilen Offensive Line in der (ohne Deshaun Watson) schlechtesten Offense der Liga solltet ihr keine großen Hoffnungen haben, dass Johnson an seine 2018er-All-Pro-Form anknüpft. Mit Tyrod Taylor oder David Mills werden gegnerische Teams die Box zudem zustellen, was Johnsons Chancen noch mehr schmälert. Meinetwegen könnt ihr einen Flyer in den späten Runden nehmen, aber einen Siebt- oder Achtrundenpick ist der bereits 29-Jährige dieses Jahr einfach nicht wert.

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.

TOUCHDOWN24 im Abo

td24 abo 300x300

Anzeige

Händler finden