Julian Blackmon soll eines der Gesichters der neuen Colts-Defense werden. Julian Blackmon soll eines der Gesichters der neuen Colts-Defense werden. IMAGO / Icon SMI

Overtime – Defensive Breakout-Player für 2021

geschrieben/veröffentlicht von/durch  25.05.2021
Breakouts passieren jedes Jahr in der NFL. Manchmal ist es ein junger Spieler, der nach einigen Jahren in der Liga den nächsten Entwicklungsschritt nimmt (Josh Allen), manchmal sind es Rookies wie Justin Jefferson, die die Liga im Sturm erobern. Nicht jeder Breakout ist aber gleich: Ein Runningback, der das erste Mal über 1.000 Yards läuft, kann genauso gut als Breakout gesehen werden wie ein Linebacker, der 100 Tackles schafft oder ein Edge-Rusher, der einen persönlichen Rekord in Pressures aufstellt.
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Gerade auf der defensiven Seite des Balles ist es schwer, Breakouts zu kategorisieren, da defensive Production nicht immer mit der auf dem Feld gezeigten Leistung korreliert. Ein talentierter Pass-Rusher wie Trey Hendrickson kann in einer starken Defensive Line in New Orleans in mehr Sacks „hineinfallen“ als ein ebenso talentierter Edge-Spieler (z. Bsp. Carl Lawson in Cincinnati) in einer schwächeren Defense.

Hinzu kommt, dass es leichter ist, einen Runningback nach seinen Stats zu bewerten als, sagen wir, einen Cornerback. Es reicht nicht, nur auf die Production zu blicken, um die Leistung eines Verteidigers fair zu bewerten, womit Breakouts in der Defense immer ein wenig subjektiver sind, als in der Offense. Nachdem ich in der Vorwoche bereits meine Breakout-Spieler für die Offense genannt habe, soll es heute um die kommenden Superstars in der Defense gehen:

Breakout Nr. 1: Brian Burns, Edge, Panthers


Es gibt nur wenige elitäre Pass-Rusher in der NFL und sie haben eine elementare Bedeutung in einer Liga, die immer mehr vom Passspiel geprägt wird. Burns könnten wir bereits nächstes Jahr zu dieser Gruppe hinzuzählen. In seinen bisherigen zwei Saisons in der NFL kam der 22-Jährige auf 37 QB-Hits und 16,5 Sacks – zum Vergleich: Joey Bosa und Myles Garrett, zwei legitime Edge-Superstars, kamen auf 42 bzw. 47 QB-Hits und 23 bzw. 20,5 Sacks in ihren ersten beiden Saisons, Burns liegt hier nicht allzu weit zurück.

Um in den kommenden Jahren aber auch wie Bosa und Garrett bezahlt zu werden, braucht Burns eine starke 2021er-Saison. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, haben die Panthers mit Haason Reddick doch eine zweite Edge-Präsenz für ihre Defensive Line hinzugeholt. Sollte Burns fit bleiben, ist eine zweistellige Anzahl an Sacks eine mehr als realistische Prognose.

Breakout Nr. 2: Julian Blackmon, DB, Colts


Die Colts-Defense gehörte bereits im Vorjahr zu den besten der Liga und ist gespickt mit jungen, talentierten Spielern. Einer davon ist Safety Blackmon, der Drittrundenpick des Teams aus dem Vorjahr. Der 22-Jährige kam im Vorjahr in einer gerade zu Beginn noch limitierten Rolle auf 42 Tackles, zwei Interceptions, einen Forced Fumble und sechs verteidigte Pässe.

Mit einem Jahr Erfahrung sollte Blackmons Pfeil 2021 steil nach oben zeigen. „Die Art und Weise, wie er den Ball lokalisiert, harte Hits hinlegt und alles Mögliche, zeigt, dass er ein spezieller Spieler ist“, äußerte sich der ehemalige Colts-Linebacker Anthony Walker im Indianapolis Star. Setzt Blackmon die Entwicklung aus seiner Rookie-Saison fort, wird er im Januar auf allen Breakout-Listen im Internet stehen.

Breakout Nr. 3: Carl Lawson, Edge, Jets


Lawson ist ein hochinteressanter Spieler, da es nur selten Akteure auf eine Breakout-Liste schaffen, die erst in der Offseason einen dicken Vertrag bei einem neuen Team (Jets) unterschrieben haben. Dennoch: Lawson reine Sack-Zahlen (5,5 in 2020) bei seinem alten Team in Cincinnati sprangen dem neutralen NFL-Beobachter nie ins Auge, weswegen er nach wie vor massiv unter dem Radar fliegt.


Lawson ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Edge-Spieler nicht alleine nach ihren Sack-Zahlen bewertet werden sollten. Der 25-Jährige schaffte es 2020 auf 44 Pressures, obwohl er vor dem Trade von Carlos Dunlap nach Seattle nur eine Teilzeitrolle in den Bengals-Defense innehatte. In dem vom neuen Head Coach Robert Saleh implementierten 4:3-System sollte Lawson 2021 endgültig in die Riege der besten Edge-Spieler aufsteigen.

Breakout Nr. 4: Alex Highsmith, Edge, Steelers


Ein weiterer Edge-Rusher, der 2020 sein unglaubliches Potenzial andeutete, war Highsmith, der erst nach der Verletzung von Bud Dupree eine größere Rolle in Pittsburgh einnahm. In nur knapp über 40 Prozent der defensiven Snaps kam Highsmith auf 48 Tackles und 12 QB-Pressures. Pro Football Focus chartete Highsmith 2020 mit insgesamt 22 Pressures in über 220 Pass-Rushing-Snaps.

Da Dupree die Steelers in der Free Agency Richtung Tennessee verlassen hat, sollte Highsmith 2021 mehr Zeit auf dem Feld bekommen. Defensive Coordinator Keith Butler bezeichnete den letzjährigen Drittrundenpick schon im Vorjahr als „sehr einfach zu coachen“ und attestierte ihm ein „exzellentes Spielverständnis“. Nicht die schlechtesten Attribute, um 2021 einen weiteren Schritt nach vorne zu machen.

Breakout Nr. 5: Jordyn Brooks, LB, Seahawks


Brooks, der Erstrundenpick der Seahawks im Vorjahr, flog 2020 im Zuge des Trades für Carlos Dunlap und der gerade zu Saisonbeginn schwächelnden Hawks-Defense ein wenig unter dem Radar. Dabei kam der 23-Jährige in 14 Einsätzen und nur sechs Starts auf 57 Tackles, darunter zwei Tackles for Loss. Laut Pro Football Reference spielte Brooks in nur vier Partien mehr als 50 Prozent der Snaps und hinterließ trotzdem einen starken Eindruck.

NFL-Analyst Daniel Jeremiah hob die Leistungen des Rookies bereits gegen Ende der letzten Saison hervor und diese Entwicklung sollte sich 2021 nur fortsetzen. Brooks wird mehr Spielzeit bekommen und es sollte niemanden überraschen, wenn er bereits dieses Jahr an der 100-Tackle-Marke kratzt und sich als eines der Gesichter der Seahawks-Defense etabliert.

Breakout Nr. 6: Cameron Dantzler, DB, Vikings


Mein Kollege Moritz Wollert hatte Dantzler bereits vor einigen Wochen auf seiner Liste potenzieller Breakout-Kandidaten und ich kann mich ihm nur anschließen. Rookie-Cornerbacks haben es in ihrer ersten NFL-Saison traditionell schwer, doch Dantzler ließ sein Potenzial immer wieder aufblitzen. In zwei Spielen hielt er seine Gegenspieler sogar bei weniger als fünf Receiving-Yards.

Laut Pro Football Reference erlaubte Dantzler 2020 ein Passer-Rating von 92,8 in seine Coverage (bei 71 Targets) – zum Vergleich: Pro-Bowl-Corner Marshon Lattimore von den Saints kam auf ein Rating von 94,5 bei 85 Targets. Die Vikings brauchen dringend eine positive Entwicklung in ihrer Secondary und Dantzler könnte ihnen 2021 genau jene bieten.

 

Zum Abschluss noch ein paar Namen, die es knapp nicht auf meine Liste geschafft haben, auf die ihr 2021 aber auf jeden Fall ein Auge haben solltet:

 

Marvell Tell II, DB, Colts

L'Jarius Sneed, DB, Chiefs

Sebastian Joseph-Day, DE, Rams

Kamal Martin, LB, Packers

 

Was meint ihr, welcher Spieler in der Defense wird sich 2021 in die Top-Riege der Liga spielen? Nennt uns eure Namen auf unseren Social-Media-Kanälen: Instagram, Facebook oder Twitter.

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.

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