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NFL Offseason: Neueste Nachrichten aus den OTAs

Runningback Travis Etienne steigt bei den OTAs der Jacksonville Jaguars wieder voll mit ein. Runningback Travis Etienne steigt bei den OTAs der Jacksonville Jaguars wieder voll mit ein. Imago Images / Icon SMI / David Rosenblum
In der NFL laufen die aktuellen OTAs – die "organized team activities" – auf freiwilliger Basis. Aber auch wenn so mancher Star noch fehlt freuen sich Fans ligaweit über die ersten Eindrücke ihrer Teams in Bezug auf die kommende Saison. Wir schauen einmal, was so in der Liga los ist, wer beim geführten Summer Camp besonders beeindruckend daherkommt, wo sich vielleicht Ärger anbahnt und was sonst noch für Spannung sorgt!

Sein wir direkt zum Start einmal ganz ehrlich, die Aussagekraft vieler aktueller NFL-Meldungen ist durchaus beschränkt. Derzeitige Offseason-Aktivitäten aller Mannschaften sind meist ein ruhiger Aufgalopp, viele Stars lassen noch die Seele baumeln und schließlich heißt "voluntary" freiwillig anstatt "alles, was jetzt passiert, ist super wichtig". Also, Bremse ziehen in Sachen Panikmache oder bei dem Ordern von Super Bowl Tickets!



Aber beim zweiten Hinschauen steht halt auch voll und ganz fest: Es passiert was in der NFL und da kann man doch irgendwie auch nicht anders als hinzuschauen! Schon gar nicht, wenn viele Rookies und Neuzugänge ihre ersten Schritte in ihren zukünftigen Farben absolvieren, es langersehnte Updates der Coaching Staffs gibt oder man ein zumindest einigermaßen klares Bild davon bekommt, wie das eigene Team in der kommenden NFL-Saison aussehen dürfte. In diesem Sinne: Startschuss für ein kleines Roundup an NFL-OTA-News!

Viele NFL-Stars glänzen mit Abwesenheit

Deebo Samuel, Trent Williams, Aaron Donald, Lamar Jackson, Aaron Rodgers, Kyler Murray, Diontae Johnson und Terry McLaurin ist nicht etwa ein Teil des Pro Bowl Aufgebots 2023, sondern ein Ausschnitt der langen Liste an NFL-Top-Performern, die sich in diesen Tagen die freiwilligen Offseason-Aktivitäten ihrer Teams schenken. In den meisten Fällen ist das kein Grund zur Sorge, schließlich wissen altgediente Megastars wie Williams oder Donald schon ganz genau, wie sie sich am besten für eine weitere Profisaison fitmachen und genießen längst vollstes Vertrauen ihrer Coaches.



Gleiches gilt auch für Aaron Rodgers, selbst wenn man hier sicherlich ob seines neu zusammengebastelten Receiving Corps zu unterschiedlichen Meinungen über seine Abwesenheit kommen könnte. Anders verhält es sich bei einigen der anderen Namen. McLaurin, Jackson, Murray und Johnson stecken mit ihren Teams in Vertragsverhandlungen fest, Deebo Samuel pocht ebenso schon länger auf einen Trade. Heißt in allen Fällen (noch) nicht viel, kann aber potenziell zu unangenehmen Nebengeräuschen führen.

Jameis Winston und andere Langzeitverletzte sind zurück

Während einige Spieler wenig Lust auf OTAs haben, können andere gestandene Kräfte diese Tage des NFL-Kalenders kaum erwarten. So freut sich zum Beispiel Jameis Winston nach überstandenem Kreuzbandriss endlich wieder die Offense der New Orleans Saints anzuführen. "Es gab zu Beginn Tage, da habe ich nur auf der Couch meiner Eltern rumgelegen", sagt Winston über die mentalen Herausforderungen der Reha. "Aber ich bin dankbar, dass ich jetzt wieder zeigen kann, was ich drauf habe." Noch ist Winston allerdings nicht bei einhundert Prozent, zum Beispiel wirft er noch keine Pässe aus dem Lauf.



Travis Etienne dagegen war bei den Jacksonville Jaguars bereits ein "Full Go" und zeigte nach seiner verpassten Rookie-Saison den anwesenden Medienvertretern, warum ihn die "Jags" letztes Jahr in Runde Eins des NFL zogen. Vor allem mit seinem Speed sorgte der ehemalige Star der Clemson Tigers für Aufsehen und dürfte in Zukunft das Backfield um Trevor Lawrence bereichern. Dies ist besonders wichtig, weil sich Runningback-Kollege James Robinson noch von seiner Achilles-OP im Dezember erholt. Auch Robert Woods, neuer Receiver bei den Tennessee Titans, geht noch nicht mit Top Speed an die Sache, sagt aber, dass er sich an neuer Wirkungsstätte "sehr, sehr gut" fühlt.

NFL-Rookies hinterlassen erste Eindrücke bei ihren neuen Teams

Ganz so ging es seinem künftigen Teamkollegen Treylon Burks nicht. Der diesjährige Top Pick der Titans und designierte Nachfolger von A.J. Brown verbrachte den Großteil seines ersten Trainings sichtlich angeschlagen und außer Puste an der Seitenlinie oder im Locker Room. Das ganze passierte nach seinem Rookie-Minicamp auch nochmal während den OTAs. Nicht gerade das Bild, was man sich von einem jungen Hoffnungsträger erwartet, auch wenn Mike Vrabel hinterher das Ganze mit der besonderen Anforderung eines NFL-Camps versuchte zu relativieren. Auch eine Allergie wurde als mögliche Ursache schon diskutiert, insgesamt halten sich die Titans aber mit einer echten Erklärung bedeckt.



Für rundum positive Schlagzeilen sorgen eine ganze Reihe anderer Rookies. "Sauce" Gardner bestätigt bei den New York Jets sofort jeglichen Hype, First Overall Pick Travon Walker arbeitet bei den Jaguars Vollzeit als Outside Linebacker und Aidan Hutchinson brillierte zeitweise bei den Detroit Lions mit drei Quasi-Sacks bei drei aufeinanderfolgenden Plays. Neben den Top Picks machte in Kansas City mit Justyn Ross ein ungedrafteter Neuling auf sich aufmerksam und beeindruckte niemand geringeren als Patrick Mahomes. "Bei seinem Talent kann man sich gut vorstellen, wie gut er mal werden könnte", sagt der Star-Quarterback über den potenziellen Draft-Steal.

Fast ganz rosige Zeiten bei den New England Patriots

Auf seine neuen Receiver freut sich in New England auch Mac Jones. Der junge Patriots-Quarterback sieht sich in seiner zweiten Saison bestens vorbereitet und glaubt, dass die verbesserte Team-Chemie ihm und seinen Teamkollegen in der kommenden Spielzeit an allen Ecken und Enden helfen wird. Dass sich Jones mit seinen Kollegen auch abseits des Feldes ganz gut versteht, kann man unter anderem auf dem Youtube-Kanal von Receiver Kendrick Bourne beobachten, der die Zuschauer unter anderem mit auf eine Hibachi-Draft-Watch-Party bei seinem Quarterback nimmt.



Ob Left Tackle Isaiah Wynn in Zukunft noch Teil der fröhlichen Frotzeltruppe in New England ist steht allerdings in den Sternen. Er erschien bisher nicht zu den OTAs in Foxborough und ein paar Spatzen pfeifen von den Dächern, dass hinter den Kulissen über einen Trade des verletzungsanfälligen 26-Jährigen nachgedacht wird. In diesem Fall würde Trent Brown wohl als Blindside-Protector eingesetzt werden und die rechte Seite teamintern als freie Stelle ausgeschrieben werden.

Weitere Kurznachrichten von den OTAs der NFL

Zach Wilson hat bei den New York Jets mächtig Muskeln draufgepackt und geht mit ungefähr acht Kilogramm mehr Muskelmasse in die kommende Saison, die aber seine Athletik in keiner Weise behindern sollen.

Bei den Pittsburgh Steelers tut sich Neuverpflichtung James Daniels als neuer Leader der immer noch fragwürdigen Offensive Line hervor. Auf der anderen Guard-Position bahnt sich wohl eine offene Competition zwischen Kevin Dotson und Kenrick Green an, sollte sich letzterer nicht als Starting Center beweisen.

Chiefs Left Tackle Orlando Brown hat bisher sein Franchise Tag in Kansas City noch nicht unterzeichnet. Andy Reid meint aber, dass es eine Formsache ist: "Er sucht gerade nach einem Agenten. Wenn er einen hat, dann wird das alles." Brown hatte ursprünglich vor, sich selbst zu vertreten.

In Seattle durfte Quarterback Geno Smith zunächst die Snaps mit der ersten Angriffsreihe absolvieren, Neuzugang Drew Lock rückte derweil ins zweite Glied. Für die Seahawks ist es die erste Saison seit 2012 ohne Russell Wilson.
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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