Fantasy Football Draft-Strategie 2022, Picks 7-9
Najee Harris wird 2022 nur von einer schwachen Offense um sich herum zurückgehalten.

Wenn ihr zwischen Pick 7 und 9 in eurem Fantasy-Draft auswählt, steht ihr direkt vor einer richtungsweisenden Entscheidung: Holt ihr euch einen Runningback oder einen Wide Receiver ins Team? Die Wahl hängt natürlich stark von den ersten sieben Picks ab, doch in einer normalen Liga mit zwei Backs und zwei Receivern würde ich zu einem Runningback tendieren. Die Gründe dafür und alles Weitere, was ihr für euren Draft von Position 7 bis 9 wissen müsst, verraten wir euch im dritten Artikel unserer Draft-Strategie-Serie.

In unseren Fallbeispielen gehen wir von einer standardmäßigen Liga mit 12 Spielern und PPR-Scoring aus. Wichtig ist auch, dass wir nicht von dramatischen ADP-Abstürzen (ADP = Average Draft Position) ausgehen, gerade in den ersten Runden. Wenn ihr an Position 6 pickt, werdet ihr in einer vernünftigen Liga keinen Jonathan Taylor oder Cooper Kupp mehr bekommen. Das heißt aber nicht, dass solche Szenarien nicht im Draft vorkommen können – gerade, wenn ihr mit unerfahrenen Fantasy-Managern spielt. Daher solltet ihr auch einen Blick auf unsere Rankings werfen, um keinen Value auf dem Draftboard zu lassen.

Hier geht es zu unseren Fantasy-Rankings: QB / RB / WR / TE

Hier geht es zu den weiteren Strategie-Texten: 1-3 / 4-6

Runde 1, Picks 7-9: RB


Spieler:
Najee Harris, Joe Mixon, Dalvin Cook, Nick Chubb

In den meisten Drafts werden Cooper Kupp und Justin Jefferson an Pick 7 vom Board sein, weswegen ihr euch der Runningback-Position zuwenden solltet. Die beste Option in PPR-Ligen ist für mich Harris, der nur knapp den Sprung ins Tier 1 meiner Fantasy-RBs verpasst hat. Er führte die Liga im Vorjahr in Targets und Receptions an. Würde Harris in eines besseren Offense spielen, wäre er ein legitimer Kandidat für den First-Overall-Pick. Mixon, Cook und Chubb liefern alle einen sicheren Floor, haben aber nicht Harris' Upside.

Runde 2, Picks 16-18: WR


Spieler: Deebo Samuel, Mike Evans, Keenan Allen

Einer der Gründe, weswegen wir in Runde 1 auf einen Receiver verzichtet haben, ist die Talentdichte an Wideouts in Runde 2. Deebo Samuel war über die zweiten Hälfte der Vorsaison eine Top-5-Option und sollte mit Trey Lance als Quarterback meiner Meinung nach noch einmal einen Sprung nach vorne machen. Wenn Samuel bereits vergriffen ist, sind Evans und Allen nicht die schlechtesten Trostpreise. Beide waren über die vergangenen Jahre sehr konstant und profitieren von elitärem Quarterback-Play.

Runde 3, Picks 21-33: RB


Spieler: Ezekiel Elliott, Cam Akers, Saquon Barkley

Runde 3 ist der perfekte Zeitpunkt für euch, um euren zweiten Runningback-Starter zu draften. Alle Backs, die in dieser Runde noch verfügbar sind, sind klare Starter und werden große Rollen in ihren Teams einnehmen. Die beste Option ist für mich nach wie vor Elliott, den Cowboys-Owner Jerry Jones neulich wiederholt als „Fixpunkt“ der Dallas-Offense nannte. Angesichts des dünnen Rosters auf der Wideout-Position könnte Tony Pollard zudem mehr denn je im Slot auftauchen – was zusätzliche Spielzeit für Elliott im Backfield bedeutet.

Runde 4, Picks 40-42: TE


Spieler: Darren Waller, George Kittle, T.J. Hockenson

Die vierte Runde ist der ideale Zeitpunkt, um einen echten Star-Tight-End in euer Team zu holen. Nach den Top 6 gibt es bei den Tight Ends einen massiven Drop-off in Sachen Qualität – was es umso wichtiger macht, dass ihr einen der sechs Spieler landet. Wie ihr meinen Rankings entnehmen könnt, ist Kittle für mich die beste Lösung hinter Kelce und Andrews, beendete er doch die letzten vier Saisons allesamt in den Top 3 in der Kategorie Fantasy-Punkte pro Spiel. Mit Lance als Quarterback wird Kittle zudem noch mehr tiefe Pässe bekommen und kann seine Stärken voll ausspielen.

Runde 5, Picks 55-57: QB


Spieler: Lamar Jackson, Kyler Murray, Jalen Hurts

Wartet mit eurem Quarterback bis Runde 5 und lasst eure Konkurrenz hohe Preise für Allen, Mahomes und Herbert zahlen. Währenddessen holt ihr euch Receiver- und Runningback-Qualität ins Team und staubt dann in dieser Runde mit Jackson, Murray oder Hurts einen Dual-Threat-Quarterback ab – jeder aus diesem Trio hat meiner Meinung nach die Chance, die Saison als Overall QB1 zu beenden. Das gilt insbesondere für Murray, der bereits letztes Jahr bis zu seiner Verletzung auf einem guten Weg war.

Runde 6, Picks 64-66: WR


Spieler: Darnell Mooney, Rashod Bateman, JuJu Smith-Schuster

Vielleicht denkt ihr euch gerade: „Warum soll ich so lange warten, bis ich meinen zweiten Receiver nehme?“ Doch ich sage euch den Grund dafür: Die Wideout-Position ist in diesem Jahr so tief wie nie zuvor – in Runde 6 könnt ihr noch Upside WR2s wie Bateman, Mooney und Smith-Schuster in euer Team holen. Gerade Smith-Schuster hat das Potenzial, die Chiefs-Receiver dieses Jahr in Targets anzuführen. Und erinnert euch: Das ist noch immer eine Offense, die von niemand geringerem als Patrick Mahomes angeführt wird.

Runde 7, Picks 79-81: WR


Spieler: Treylon Burks, Robert Woods, Drake London

Treylon Burks ist eine exzellente Option in Runde 7. Der Rookie der Tennessee Titans ist extrem talentiert, spielt in einer guten Offense und sollte an Tag 1 der neuen Saison starten. Ob er wirklich A.J. Brown ersetzen kann, müssen wir abwarten, aber das Potenzial für eine WR2-Saison in Fantasy ist auf jeden Fall vorhanden. Auch Robert Woods sollte seine guten Wochen in der Titans-Offense haben – ich würde aber Burks bevorzugen.

Runde 8, Picks 88-90: RB


Spieler: James Cook, Tony Pollard, Melvin Gordon III

James Cook ist einer meiner absoluten Lieblings-Sleeper in den vergangenen Wochen. Der Rookie-Back der Buffalo Bills wird früh mit seinen Receiving-Qualitäten auf sich aufmerksam machen, was für PPR-Lige bereits ausreichen könnte, um eine Flex-Option zu sein. Sollte sich Cook dann noch eine Rolle am Boden erarbeiten, reden wir von einem Back mit 60 Prozent der Snaps in der besten Offense der Liga – und das in Runde 8. Schlagt also zu, bevor es eure Konkurrenz tut.

Runde 9, Picks 103-105: WR


Spieler: Skyy Moore, Tyler Boyd, Garrett Wilson

Runde 9 ist für mich der ideale Zeitpunkt, um einen Sleeper-Receiver auszuwählen. An der Spitze meiner Liste steht hier Skyy Moore, der Rookie der Kansas City Chiefs. In der Offense von Andy Reid hat der Speedster das Potenzial, schnell eine größere Rolle einzunehmen, als es beispielsweise Gagdet-Spieler Mecole Hardman jemals konnte. Ich sehe JuJu Smith-Schuster nach wie vor als wahrscheinlichste Nummer Zwei für Patrick Mahomes (nach Travis Kelce), doch Moore sollte selbst als Nummer 3 viele Spike-Wochen haben.

Ab Runde 10: Für Kadertiefe sorgen (QB, WR, RB, TE)


Ab der zehnten Runde weichen die meisten Fantasy-Drafts so sehr voneinander ab, dass es kaum mehr sinnvoll ist, Spieler im Speziellen vorzuschlagen. Daher gebe ich euch einen allgemeinen Tipp: Draftet in den letzten Runden weitere Receiver und Runningbacks, um die Tiefe im Kader zu verbessern und holt euch auch einen soliden Backup-Quarterback. Denn Verletzungen gehören nunmal leider zum (Fantasy-) Sport dazu und werden jedes Jahr euer Team heimsuchen. Wer am Ende des Tages triumphiert, entscheidet sich also oft anhand der Rostertiefer, die viele Manager vernachlässigen.

Kicker und Defense, falls ihr noch mit ihnen spielt, sind beispielsweise keinen frühen Pick wert. Draftet beide Positionen erst mit den letzten beiden Runden im Draft. Teilweise habt ihr sogar die Möglichkeit, gar keinen Kicker und keine Defense zu draften. Investiert eure Picks dann lieber weiter in die Kadertiefe und werft erst kurz vor Saisonstart zwei Spieler aus eurem Kader. Eine gute Defense und einen soliden Kicker auf dem Waiver Wire zu finden ist nie schwer: Haltet euch einfach an diese Regeln:

  • Spielt einen Kicker in einer Offense, die am Wochenende viele Punkte erzielen wird (Anhaltspunkt: Implied Team Totals, einsehbar bei allen Buchmachern oder auf ESPN)
  • Startet eine Defense, die gegen eine schlechte Offense oder einen Turnover-anfälligen Quarterback spielt.