Fantasy Football 2022
Justin Jefferson ist ein klarer Erstrundenpick in Fantasy-Drafts dieses Jahr.

Ein mittlerer Draftpick kann für unerfahrene Fantasy-Manager am Draft-Day eine große Herausforderung sein. Denn anders als bei frühen oder späten Picks haben Manager in der Mitte keine Option, zwei Spieler im Abstand von nur wenigen Picks zu wählen. Oftmals will man zwischen zwei Spielern entscheiden und kann seine Draft-Strategie dann so wählen, dann man beide Spieler bekommt. In der Mitte ist das nicht so: Hier müsst ihr immer fast zehn Picks abwarten, bis ihr wieder an der Reihe seid. Dennoch hatte ich einige meiner erfolgreichsten Teams von diesen Draftpositionen, also nicht schon vorab verzweifeln! Heute erklären wir euch die perfekte Draft-Strategie für die Picks 4-6.

In unseren Fallbeispielen gehen wir von einer standardmäßigen Liga mit 12 Spielern und PPR-Scoring aus. Wichtig ist auch, dass wir nicht von dramatischen ADP-Abstürzen (ADP = Average Draft Position) ausgehen, gerade in den ersten Runden. Wenn ihr an Position 6 pickt, werdet ihr in einer vernünftigen Liga keinen Jonathan Taylor oder Cooper Kupp mehr bekommen. Das heißt aber nicht, dass solche Szenarien nicht im Draft vorkommen können – gerade, wenn ihr mit unerfahrenen Fantasy-Managern spielt. Daher solltet ihr auch einen Blick auf unsere Rankings werfen, um keinen Value auf dem Draftboard zu lassen.

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Hier geht es zu unseren Fantasy-Rankings: QB / RB / WR / TE

Hier geht es zu den weiteren Strategie-Texten: 1-3

Runde 1, Picks 4-6: RB oder WR

Spieler: Justin Jefferson, Derrick Henry, Najee Harris, Austin Ekeler

Im besten Szenario fällt euch einer der beiden Top-Wideouts Justin Jefferson oder Cooper Kupp in den Schoß. Ich habe schon viele Ligen gesehen, in denen Manager grundsätzlich nur Runningbacks in der ersten Runde gewählt haben. Falls dem so ist, zögert nicht lange und schlagt zu. Falls die Wideouts bereits vom Board sind, solltet ihr euch selbst mit den Runningbacks beschäftigen. Henry und Ekeler haben es in meinem Ranking ins Top-Tier geschafft, doch Najee Harris ist nicht weit dahinter. Das Einzige, was den 24-Jährigen etwas zurückhält, ist die schwache Offense, in der er 2022 einmal mehr spielen wird.

Runde 2, Picks 19-21: TE

Spieler: Travis Kelce (mit Glück), Mark Andrews

In der ersten Runde sollte dieses Jahr meiner Meinung nach kein Tight End vom Board gehen, doch Kelce und Andrews sind klare Targets für Runde 2. Mit etwas Glück könnt ihr euch Kelce an diesem Spot noch schnappen, in den meisten Ligen wird er aber vom Board sein. Hinter Kelce ist Andrews mit Abstand die beste Option für euer Roster. Der Ravens-Star führte die Liga im Vorjahr mit 32 Punkten Vorsprung vor jedem anderen Tight End an und wird auch 2022 wieder enormes Volumen in der Redzone sehen. Sind Andrews UND Kelce vom Board, holt ihr euch einen Runningback – und wartet mit TE bis Runde 4, wo ihr euch einen Darren Waller oder George Kittle schnappen könnt.</p

Runde 3, Picks 28-30: RB oder WR

Spieler: James Conner, Alvin Kamara, A.J. Brown, D.J. Moore

Wenn ihr in Runde 1 einen Receiver geholt habt, ist es jetzt Zeit für einen Runningback und umgekehrt. Wenn Tee Higgins bei den Wideouts bereits vom Board ist (wovon ich Stand heute ausgehe), dann sind Moore und Brown eure besten Targets. Gerade Moore ist massiv underrated und fast schon ein Lock für 1.000 Yards Receiving. Die Verpflichtung von Baker Mayfield sollte ihm bezüglich mehr Big Plays ebenfalls weiterhelfen. Bei den Runningbacks werdet ihr einen der besten Backs aus Tier 3 der Rankings bekommen – sowohl Conner und Kamara als auch Spieler wie D'Andre Swift und Leonard Fournette sind sichere Starter mit dem Potenzial für eine RB1-Saison.

Runde 4, Picks 43-45: RB

Spieler: Elijah Mitchell, Travis Etienne, J.K. Dobbins, Cam Akers

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Wer meinen ersten Strategie-Artikel bereits gelesen hat, weiß, dass ich versuche, in den ersten vier Runden auf jeden Fall zwei Runningbacks zu bekommen, weil die Tiefe dahinter stark nachlässt. Jedes der Targets in Runde 4 ist zwar mit einigen Risiken verbunden, doch bei einem guten Saisonverlauf können Mitchell, Etienne, Dobbins und Akers allesamt in den Top 10 landen. Mein Favorit ist aus dieser Gruppe ist Akers, da er in der besten Offense spielt und einen realistischen Shot auf eine zweistellige Anzahl an Touchdowns hat.

Runde 5, Picks 52-54: QB

Spieler: Kyler Murray, Lamar Jackson, Jalen Hurts

Die Quarterback-Position ist so eine Sache für sich: In vielen Home-Ligen gehen sie bereits viel früher vom Board, obwohl es selbst in den späten Runden noch sehr gute Optionen gibt, die im Vergleich zu den Top 5 nicht wesentlich schlechter sind - anders als bei Runningbacks und Receivern. In kompetitiven Ligen sind mit Ausnahme von Josh Allen. Justin Herbert und Patrick Mahomes aber die meisten Passer zu Beginn der fünften Runde noch auf dem Board. Wen ihr aus diesem Trio aus laufstarken Quarterbacks letzten Endes abstaubt, ist egal. Ich habe Murray ein wenig vor Jackson und Hurts geranked, doch alle drei sind erstklassige Optionen für euer Team.

Runde 6, Picks 67-69: WR

Spieler: Rashod Bateman, Gabriel Davis, JuJu Smith-Schuster

Die Receiver-Position wird die Schwachstelle dieses Teams sein, da wir aus allen bisherigen Picks nur einen in einen Wideout investiert haben. Deswegen ist es in Runde 6 an der Zeit, endlich wieder auf die Suche nach Passempfängern zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt im Draft wird es ein großes Spektrum an Optionen geben, von unerfahrenen Rookies bis hin zu alten Veteranen. Mein Lieblingstarget ist ganz klar Bateman, dem in Baltimore ohne Marquise Brown eine Breakout-Saison bevorsteht. Batemans ADP ist in den vergangenen Wochen aber rasant gestiegen, sodass ihr in womöglich nicht mehr bekommt.

Runde 7, Picks 76-78: RB

Spieler: Miles Sanders, Devin Singletary, Tony Pollard

Ja, Wide Receiver ist nach wie vor ein Need für dieses Team, doch die Dichte an soliden Wideouts ist später im Draft noch höher. Zu diesem Zeitpunkt im Draft gibt zwischen zehn und 15 Receiver, die allesamt Argumente dafür haben, an der Spitze der Gruppe zu stehen. Daher fokussieren wir uns noch einmal auf die Runningbacks, wo Sanders der beste Value in der lauflastigen Offense der Eagles ist. Doch auch Pollard ist einer meiner Lieblingspicks in den mittleren Draftrunden, da er nur eine Elliott-Verletzung davon entfernt ist, zu den fünf besten Optionen ligaweit zu zählen und selbst als „zweite“ Option im Cowboys-Backfield noch soliden RB3-Value liefert. 

Runde 8, Picks 91-93: WR 

Spieler: Elijah Moore, Amon-Ra St. Brown, Michael Thomas

Nachdem wir auf Runningback jetzt exzellent aufgestellt sind, liegt der Fokus jetzt voll auf den Receivern. Ihr könntet an dieser Stelle auch einen Backup-Quarterback oder einen zweiten Tight End draften, doch finden sich hier meiner Meinung nach später im Draft weiterhin solide Backups und Bye-Week-Filler für unsere elitären Optionen. Wenn ihr noch einen Elijah Moore oder die deutsche Rookie-Sensation St. Brown bekommt, dann schlagt zu. Sonst ist Michael Thomas eine sehr gute Option, der im Training-Camp bereits wieder ein wenig von seinem alten Können aufblitzen ließ.

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Runde 9, Picks 100-102: WR

Spieler: Treylon Burks, Skyy Moore, Drake London

In Runde 9 bleiben wir gleich bei den Receivern und schlagen im Idealfall bei Treylon Burks zu. Der Rookie der Titans ist extrem talentiert, sollte an Tag 1 starten und spielt in einem guten Team mit einem zumindest soliden Quarterback. Die Titans-Offense hat erst 2020 gezeigt, dass sie in der Lage ist, zwei Top-30-Receiver zu stellen. Sowohl Burks als auch Robert Woods sollten demnach eine gute Saison spielen und nicht nur einer der beiden. Moore und London sind ebenfalls Rookie-Picks mit massivem Upside, sollten sich die Dinge für sie richtig entwickeln.

Ab Runde 10: Für Kadertiefe sorgen (QB, WR, RB, TE)

Ab der zehnten Runde weichen die meisten Fantasy-Drafts so sehr voneinander ab, dass es kaum mehr sinnvoll ist, Spieler im Speziellen vorzuschlagen. Daher gebe ich euch einen allgemeinen Tipp: Draftet in den letzten Runden weitere Receiver und Runningbacks, um die Tiefe im Kader zu verbessern und holt euch auch einen soliden Backup-Quarterback. Denn Verletzungen gehören nunmal leider zum (Fantasy-) Sport dazu und werden jedes Jahr euer Team heimsuchen. Wer am Ende des Tages triumphiert, entscheidet sich also oft anhand der Rostertiefer, die viele Manager vernachlässigen.

Kicker und Defense, falls ihr noch mit ihnen spielt, sind beispielsweise keinen frühen Pick wert. Draftet beide Positionen erst mit den letzten beiden Runden im Draft. Teilweise habt ihr sogar die Möglichkeit, gar keinen Kicker und keine Defense zu draften. Investiert eure Picks dann lieber weiter in die Kadertiefe und werft erst kurz vor Saisonstart zwei Spieler aus eurem Kader. Eine gute Defense und einen soliden Kicker auf dem Waiver Wire zu finden ist nie schwer: Haltet euch einfach an diese Regeln: 

  • Spielt einen Kicker in einer Offense, die am Wochenende viele Punkte erzielen wird (Anhaltspunkt: Implied Team Totals, einsehbar bei allen Buchmachern oder auf ESPN)
  • Startet eine Defense, die gegen eine schlechte Offense oder einen Turnover-anfälligen Quarterback spielt.