Travis Kelce führt die Tight Ends in unseren Fantasy-Rankings für das Jahr 2023 einmal mehr an. Fotocredit: IMAGO / ZUMA Wire

Die Tight-End-Position hat sich im modernen Football stetig verändert. Einst bekannt als Blocker, die gelegentlich mal einen Pass fangen, sind die heutigen Tight Ends oft extrem athletisch und können als Teil einen offensiven Schemes gewaltigen Schaden anrichten. Während es nur eine kleine Anzahl an wirklich elitären Passempfängern gibt, müssen alle Tight Ends aber weiterhin die „Drecksarbeit“ an der Line of Scrimmage erledigen. Diese große Diskrepanz auf der Position wird nirgends deutlicher als im Fantasy-Land, wo es Jahr für Jahr nur wenige, verlässliche Optionen gibt. Und wer eine solche hat, ist der Konkurrenz schon einmal ein Stück voraus. Welche Spieler heuer als „elitär“ durchgehen, zeigen wir euch in unseren Tight-End-Rankings für das Fantasy-Jahr 2023.


Bevor wir uns in die Rankings für das Jahr 2023 stürzen, eine kleine Anmerkung meinerseits: Spieler zu ranken ist vor jedem Fantasy-Draft eine gute Möglichkeit, um unter Zeitdruck nicht den Überblick zu verlieren. Noch besser sind aber Tiers, also Gruppen von Spielern, die ungefähr denselben Wert haben. Sie helfen euch dabei, zu erkennen, wo aktuell der Value im Draft liegt und wo ihr ihn womöglich liegen lasst.

Ein kleines Beispiel zur Veranschaulichung: Ihr seid „on the clock“ und habt noch immer keinen Quarterback für euer Team gepicked. Auf dem Board sind allerdings gerade noch vier bis fünf Quarterbacks, die alle im selben Tier (sagen wir, Tier 2) geranked sind. Bei den Runningbacks ist dagegen nur noch eine Option aus einem eigenen Tier vorhanden, dahinter gibt es einen massiven Drop-Off in der Qualität.

In diesem Fall ergibt es mehr Sinn, den Runningback zu nehmen, auch wenn es vielleicht schon der dritte oder gar vierte in eurem Team ist, da ihr davon ausgehen könnt, dass in der nächsten Runde nach wie vor ein Quarterback aus Tier 2 auf dem Board ist. Solche Entscheidungen sind es, die euch dabei helfen, keinen Value auf dem Draftboard zu lassen und das bestmögliche Team zusammenzustellen.

Wenn ihr diese Strategie verinnerlicht habt, seid ihr jetzt bereit für unsere Tight-End-Rankings für das NFL-Jahr 2023 – ausgelegt auf PPR-Ligen, in denen Passempfänger pro Reception einen Punkt bekommen. Los geht’s:

Tier 1: Das Travis-Kelce-Tier


1. Travis Kelce, Kansas City Chiefs

An Kelce kommt auch im Jahr 2023 niemand heran. Der Superstar des amtierenden Super-Bowl-Champions beendete sechs der letzten sieben Jahre als bester Fantasy-Tight-End und in dem einen Jahr, in welchem ihn Mark Andrews den Thron raubte, war Kelce eben der zweitbeste Tight End. Kelce war letztes Jahr in keinem einzigen Spiel schlechter als TE15 und lieferte seinen Managern elf Top-5-Finishes – kein anderer Tight End hatte mehr als sieben. Er kam auf 18,6 Punkte pro Spiel, die Konkurrenz kam nicht näher als Geroge Kittle mit seinen 13,5 Punkten. Eine derartige Diskrepanz rechtfertigt schlicht nicht, noch jemanden in ein Tier mit Kelce zu packen. Der 33-Jährige ist der „Top Dog“ und wird in vielen Ligen bereits in Runde 1 vom Board gehen - so groß ist der Positionsvorteil, den euch Kelce gibt.

Tier 2: Anwärter auf den Kelce-Thron


2. Mark Andrews, Baltimore Ravens
3. George Kittle, San Francisco 49ers
4. T.J. Hockenson, Minnesota Vikings
5. Dallas Goedert, Philadelphia Eagles
6. Kyle Pitts, Atlanta Falcons

Andrews ist der einzige Tight End, der Kelces Vorherrschaft in den letzten Jahren zumindest einmal durchbrechen konnte und theoretisch die Chance hat, das 2023 erneut zu tun. In 15 Spielen für die Ravens im Vorjahr stand Andrews bei 83 Prozent der offensiven Snaps auf dem Rasen (Karrierebestwert) und bekam bei unglaublichen 25,4 Prozent seiner Passrouten ein Target – da liegt selbst Kelce knapp dahinter. Mit einem fitten Lamar Jackson ist Andrews in der Lage, Kelce vom Thron zu stoßen. Dahinter haben sich Kittle, Hockenson und Goedert als verlässliche TE1-Opionen etabliert, die in ihren Offenses erneut große Rollen spielen werden. Und Pitts ist schlichtweg zu gut als Spieler, um erneut eine Saison wie 2022 hinzulegen. Wenn Desmond Ridder nicht komplett floppt, wird er zu den besten sechs Tight Ends am Saisonende gehören.



Tier 3: TE1-Potenzial vorhanden


7. Evan Engram, Jacksonville Jaguars
8. Darren Waller, New York Giants
9. Pat Freiermuth, Pittsburgh Steelers
10. David Njoku, Cleveland Browns
11. Chigoziem Okonkwo, Tennessee Titans
12. Dalton Schultz, Dallas Cowboys

In Tier 3 gibt es noch viel Talent, das Manager, die auf der Tight-End-Position warten wollen, abstauben können. Das gilt allen voran für den ehemaligen Erstrundenpick Engram, der im Vorjahr in Jacksonvilles aufstrebender Offense 77 Prozent der offensiven Snaps spielte und dabei eine Target-Rate von 18,6 Prozent bekam. Nur Dallas Goedert war zudem bei mehr Passrouten „offen“ (laut Pro Football Focus' Metrik) als Engram. Der 28-Jährige ist also einmal mehr eine solide Option und hat das Vertrauen von Trevor Lawrence. Ein potenzieller Steal könnte Okonkwo sein, der in seiner Rookie-Saison bei 26,2 Prozent seiner Passrouten ein Target bekam (Platz 1 in der NFL), aber nur 50 Prozent der Snaps spielte. Diese Zahl wird 2023 sicher ansteigen und der 23-Jährige könnte das Jahr durchaus in den Top 8 beenden.



Tier 4: Nur knapp außerhalb der TE1-Range


13. Tyler Higbee, Los Angeles Rams
14. Gerald Everett, Los Angeles Chargers
15. Cole Kmet, Chicago Bears
16. Greg Dulcich, Denver Broncos
17. Irv Smith Jr., Cincinnati Bengals
18. Dalton Kincaid, Buffalo Bills
19. Zach Ertz, Arizona Cardinals
20. Juwan Johnson, New Orleans Saints
21. Sam Laporta, Detroit Lions

Higbee ist seit heimlich, still und leise seit vielen Jahren einer der effizientesten Fantasy-Tight-Ends in der NFL. Dieses Jahr hat der 30-Jährige die Möglichkeit, sich als zweite Receiving-Option hinter Cooper Kupp zu etablieren. Er stand 2022 bei starken 87 Prozent aller offensiven Snaps auf dem Rasen und hatte eine Target-Rate über 20 Prozent. Viel wird davon abhängen, was Matt Stafford und die Pass-Offense als Ganzes noch in petto haben, doch ein Top-12-Finish ist alles anderes als unmöglich. Ein weiterer Breakout-Kandidat könnte Smith Jr. sein, wenn er es schafft, sich im Konkurrenzkampf mit den starken Bengals-Receivern eine Rolle zu erarbeiten.

Tier 5: Dartwürfe mit der Hoffnung auf Upside


22. Isaiah Likely, Baltimore Ravens
23. Hayden Hurst, Carolina Panthers
24. Jake Ferguson, Dallas Cowboys
25. Hunter Henry, New England Patriots
26. Michael Mayer, Las Vegas Raiders
27. Tyler Conklin, New York Jets
28. Taysom Hill, New Orleans Saints
29. Dawson Knox, Buffalo Bills
30. Noah Fant, Seattle Seahawks

Hier stoßen wir bereits in sehr unsichere Gewässer vor, wie ihr sehen könnt. Potenzielle Breakout-Kandidaten in sehr tiefen Ligen oder Ligen mit zwei Tight Ends könnten Ferguson und Likely sein. Letzterer muss in Baltimore zwar mit Mark Andrews konkurrieren, doch die Ravens setzen traditionell stark auf ihre Tight Ends, weswegen sich der 23-Jährige eine Rolle erarbeiten könnte – vom offensichtlichen Handcuff-Potenzial einmal abgesehen. Ferguson hingegen könnte in der Cowboys-Offense einige der Targets, die letztes Jahr noch an Dalton Schultz (jetzt Houston) gingen, auffangen. Aber ob das für Fantasy-Relevanz ausreicht, bleibt abzuwarten.



Tier 6: Müssen wir wirklich darüber sprechen?


31. Jelani Woods, Indianapolis Colts
32. Foster Moreau, New Orleans Saints
33. Logan Thomas, Washington Commanders
34. Cade Otton, Tampa Bay Buccaneers
35. Luke Musgrave, Green Bay Packers
36. Trey McBride, Arizona Cardinals

Nein, müssen wir nicht. An diesem Punkt im Draft ist eure Vermutung so gut wie die eines jeden anderen, wer sich als Fantasy-Option etablieren könnte. Ich habe nur einmal ein paar Optionen aufgezählt, bei denen ich mit theoretisch einen Weg ausmalen könnte, wie sie 2023 in Fantasy-Lineups landen – so unwahrscheinlich diese Szenarien auch sein mögen.

Und das war es auch schon mit unserer Ranking-Reihe für das Jahr 2023. Ich werde die Liste in den kommenden Wochen bis zum Saisonstart stets aktuell halten, falls sich Spieler verletzen, es neue Entwicklung gibt und so weiter. So seid ihr immer optimal auf euren Draft vorbereitet. Hier noch die anderen Teile unserer Ranking-Reihe:

Quarterback-Rankings
Runningback-Rankings
Receiver-Rankings


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