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Trade: Was kostet der First Overall Pick im NFL Draft 2023?

Chicago Bears General Manager Ryan Poles hört Angebote für den First Overall Pick im NFL Draft 2023. Credit: Imago Images / ZUMA Wire / Brian Cassella

Rund um den NFL Combine wurde deutlich, dass die Chicago Bears ihren First Overall Pick für den NFL Draft 2023 traden möchten und keineswegs einen neuen Quarterback an erster Stelle holen werden. Für Justin Fields sind das gute Nachrichten. Doch welchen Preis wird General Manager Ryan Poles überhaupt aufrufen und welche Teams sind in der Versteigerung?

Es ist keine Seltenheit, dass ein erster Pick im NFL Draft versteigert. Seit 1967 kam das bereits zwölfmal vor. Zuletzt sendeten die Tennessee Titans 2016 ihren First Overall Pick an die Los Angeles Rams, die sich dann die Rechte von Jared Goff sicherten. Dieses Mal sind Bryce Young von Alabama, C.J. Stroud von der Ohio State, Will Levis aus Kentucky und Anthony Richardson von der University of Florida heißeste Kandidaten. 

 

Trade für den First Overall im NFL Draft 2023

Interessierte Teams für den First Overall Pick der Chicago Bears kristallisieren sich allmählich heraus. Während die Houston Texans als beinahe schwächste Mannschaft der Regular Season ohne Quarterback mit in der Verlosung sind, dürften außerdem die Indianapolis Colts stark darauf drängen, endlich einen Quarterback für die Zukunft zu holen. Die Las Vegas Raiders haben kürzlich Derek Carr entlassen und sind im Poker genauso dabei, wie die Carolina Panthers. Gesetzt dem Fall, keiner verpflichtet in der anstehenden Free Agency einen erfahrenen Veteran Quarterback. Während die Atlanta Falcons bei ihren Baustellen und möglichen Preisen für den ersten Pick derzeit in Richtung Desmond Ridder tendieren und wahrscheinlich beobachten, was nach Platz Eins noch möglich ist, sind die Tennessee Titans weniger begeistert vom letztjährigen Rookie Malik Willis. Und was machen eigentlich die Seattle Seahawks? 

Der Preis, um an Eins vorzukommen, wird sicherlich mitentscheidend darüber sein, ob eine Franchise in der Free Agency noch aktiv wird oder sie auf ihren letztjährigen Rookie bauen möchten. Daher stellen sich die GM’s der genannten Teams gerade dieses Frage. Um zu bewerten, wie tief sie für einen neuen Quarterback in die Tasche greifen müssen, lohnt sich ein Blick auf das letzte Jahrzehnt. 

Laut einem größeren Reddit-Account aus Chicago-Bears-Kreisen, an dessen Daten ich mich orientieren möchte, gab es ab 2011 insgesamt zehn Uptrades für einen Quarterback-Pick in den Top Ten. Während man sich in späteren Runden gut an den Werten von drafttek.com orientieren kann, was Wert des jeweiligen Draftpicks betrifft, stellt sich bei näherer Betrachtung heraus, dass für Quarterbacks, wie so oft andere Gesetze gelten. 

Im Wettbieten um Sam Darnold, Josh Allen und Co. zahlten die Teams durchschnittlich zehn Prozent über den handelsüblichen Preisen für Draft Picks. Bei den beiden aufgezählten Darnold und Allen sogar 27 Prozent. Das bedeutet, auch die Texans, Colts und Panthers können sich nicht an der klassischen Kompensation orientieren. Denn zusätzlich wird noch die Tatsache den Preis steigern, dass zwei direkte Konkurrenten aus der AFC South um den First Overall buhlen werden. Ryan Poles wird zusehen, wie der Preis allmählich steigt. 

 

Houston Texans

Laut dieser Berechnung gibt es ein Minimum, was in den letzten zwölf Jahren für einen Quarterback-Trade innerhalb der Top Ten bezahlt wurde, ein Maximum im Falle von Darnold und Allen und ein sich leicht zu berechnender Durchschnitt. Bei letzterem sollte sich die Erwartungshaltung der Bears für einen Trade befinden.

1. Runde/2. Pick und 3. Runde/10. Pick im Tausch für 1. Runde/1. Pick und 4. Runde/30. Pick

Das Maximum wäre: 

1/2 und 1/12 für 1/1

Zu erwarten wäre ein Marktpreis von: 

1/2 und 2/2 und 3/2 für 1/1

Die Texans würden damit sogar einen weiteren Erstrunden-Pick behalten. Da wird Poles zwar ungern nachgeben, aber mehr scheint auch mit der Preissteigerung für einen Quarterback nicht drin zu sein. 

 

Indianapolis Colts

Eventuell sind daher die Colts ein attraktiverer Trade-Partner, denn den Bears wäre schon sehr daran gelegen, zukünftige Auswahlmöglichkeiten über das Jahr 2023 hinaus in einen Deal einzufädeln. Man weiß ja schließlich nie, ob sie in einem Jahr die Quarterback-Frage nicht selbst wieder über den Draft angehen müssen. 

 

Minimum: 1/4 und 2/4 und 1. Runde/2024 für 1/1 und 3/1

Maximum: 1/4 und 2/4 und 1/2024 und 2/2024 und 1/2025 für 1/1

Erwartung: 1/4  und 2/4 und 3/16 und 1/2024 und 3/2024 für 1/1

Die Colts müssen sich schon von einem künftigen Erstrunden Pick verabschieden, wollen sie bessere Argumente als die Texans ins Feld führen. Die Bears wollen nur ungern aus der Reichweite von Edge Defender Will Anderson gelangen. Das müsste man ihnen schon schmackhaft machen. 

 

Seattle Seahawks

General Manager John Schneider ließ sich auf Anfrage von Rich Eisen während der Live-Übertragung vom ersten Tag beim NFL Combine nicht in die Karten schauen, als es darum ging, ob die Seahawks im Poker um einen Rookie-Quarterback am Tisch sitzen oder auf Geno Smith bauen. Er tut natürlich gut daran, denn niemand weiß, wie die nächsten Wochen ausgehen werden, und Schneider möchte Smith sicher nicht vor den Kopf stoßen. Dennoch ist davon auszugehen, dass er zumindest einmal bei den Bears vorfühlt. 

Minimum: 1/5 und 2/20 für 1/1

Maximum: 1/5 und 1/20 und 2/5 und 2/20 und 1/2024 für 1/1

Erwartung: 1/5 und 1/20 und 2/20 und 1/2024 und 3/2024 für 1/1

Für Seattle wäre ein Uptrade dank des Russell-Wilson-Deals absolut machbar. Sie würden dabei sogar noch jeweils ihre Zweitrunden Picks aus diesem und dem kommenden Jahr behalten. Wenn sie einen Quarterback besonders mögen, hält Schneider alle Trümpfe in seiner Hand. 

 

Las Vegas Raiders

Die Raiders sind sicher auch im Markt für einen Neuzugang während der Free Agency. Dennoch sollten wir sie zunächst auf der Rechnung haben. Schließlich würde nach derzeitigem Stand Jarrett Stidham starten. Daran wird sich sicher noch etwas ändern. 

Minimum: 1/7 und 2/7 und 4/7 und 1/2024 und 3/2024 für 1/1 und 5/1

Maximum: 1/7 und 2/7 und 4/7 und 1/2024 und 2/2024 und 1/2025 und 2/2025 für 1/1

Erwartung: 1/7 und 2/7 und 4/7 und 1/2024 und 1/2025 für 1/1

Allmählich werden die Trades recht kostspielig und das lässt sich relativ leicht begründen. Es gibt in jedem Draft so genannte Blue Chip Player, zukünftige Weltstars und sobald diese nicht mehr zu haben sind, nimmt der Wert von Draftpicks rapide ab. In diesem Jahr ist man an 7 außerhalb der Reichweite für den nächsten Myles Garrett oder Aaron Darnold.

 

Carolina Panthers

Wer mitbekommt, wie sehr der neue Head Coach Frank Reich über Bryce Young schwärmt, kann sich gut vorstellen, dass die Panthers einen massiven Uptrade eher in Betracht ziehen als andere Teams. Von neunter Stelle müssen sie dafür sehr tief in die Tasche greifen. Aber wenn Coach, GM und Owner gleichermaßen von Youngs Fähigkeiten überzeugt sind, ist das nicht ausgeschlossen. 

Minimum: 1/9 und 2/8 und 2/30 und 1/2024 für 1/1

Maximum: 1/9 und 2/8 und 2/30 und 1/2024 und 2/204 und 1/2025 und 2/2025 für 1/1

Erwartung: 1/9 und 2/8 und 4/12 und 1/2024 und 2/2024 und 1/2025 für 1/1

Die Panthers haben bereits im letzten Jahr einige Picks gesammelt. Das würde ihnen helfen, immer noch eine Auswahl am zweiten Tag zu behalten. Trotzdem wären drei Erstrunden Picks fällig. Sie müssten daher schon sehr begeistert von Young sein. 

 

Tennessee Titans

Gewiss sind die Titans das Überraschungsteam in dieser Riege. Doch Gerüchte verdichten sich, dass Mike Vrabel, seitdem er mehr Entscheidungsgewalt über den Kader hat, nicht abgeneigt zu sein scheint, einen Uptrade an Eins ins Auge zu fassen. 

Minimum: 1/11 und 2/10 und 3/9 und 1/2024 und 2/2024 für 1/1

Maximum: 1/11 und 2/10 und 3/9 und 1/2024 und 2/2024 und 3/2024 und 1/2025 und 2/2025 und 3/2025 für 1/1

Erwartung: 1/11 und 2/10 und 3/9 und 1/2024 und 3/2024 und 1/2025 und 3/2025 für 1/1

Die Titans würden damit ihre Zukunft aufs Spiel setzen. Doch wenn sich ein zukünftiger Erstrunden Pick vielleicht durch einen Spieler ersetzen würde, ließe sich der Deal schon ganz anders gestalten. Jeffery Simmons soll ein Kandidat sein, der einem Rebuild in Tennessee zum Opfer fallen könnte. Er ist sicher ein First Rounder, wenn nicht etwas mehr Wert und die Bears können einen solchen Spieler gebrauchen.

 

Angebot und Nachfrage

In der kapitalistischen Gesellschaft bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Im NFL Draft gelten dieselben Gesetze. Momentan scheint es viele Bewerber für den First Overall Draft Pick zu geben. Die Gebote sollten demnach, wie bereits in den letzten Jahren, über den sonst üblichen Preisen liegen. GM Ryan Poles wird sich gerade am Combine-Wochenende anhören, was die einzelnen Teams vorbringen. Hierbei sollte genau abgewägt werden, was im besten Interesse für seine Franchise liegt. Und auch die Bieter sollten sich noch einmal überlegen, nachdem sie in diesen Tagen in Interviews und On-Field-Drills alle Quarterbacks kennenlernen, ob ein so massiver Uptrade, wie er zu erwarten ist, überhaupt erstrebenswert für einen der in der Einleitung genannten Kandidaten ist. 

Über den/die Autor/in
Philipp Forstner
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Philipp Forstner
Autor / Redakteur
Philipp schreibt bei TOUCHDOWN24 u.a. über den College Football

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