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NFL Draft 2022: Das waren die besten und schlechtesten Picks

Malik Willis soll bei den Tennessee Titans irgendwann die Nachfolge von Ryan Tannehill antreten. Malik Willis soll bei den Tennessee Titans irgendwann die Nachfolge von Ryan Tannehill antreten. IMAGO / ZUMA Wire
Knapp eine Woche ist es jetzt her, dass Travon Walker als Erstes seinen Namen aus dem Mund von Commissioner Roger Goodell hörte. Nun, da sich der Staub ein wenig gelegt hat, ist es für mich an der Zeit, einen Blick auf die Auswahl der Teams zu werfen. Welche Spieler gingen früher vom Board als erwartet und wer konnte relativ spät noch Verstärkung für den Kader holen? Bleibt dabei, jetzt geht es um die besten und schlechtesten Picks im NFL Draft 2022.


Gleich mal eine wichtige Bemerkung vorab: Direkt nach dem Draft ist es oft schwer, zu prognostizieren, welche Picks sich auszahlen werden und welche eher ein „Miss“ waren. Neben dem Talent des Spielers gibt es viele weitere, entscheidende Faktoren: Setzt der Trainer von Anfang an auf den Spieler? In welcher Situation ist ein Athlet gelandet? Und bleibt er von schweren Verletzungen verschont?

Rein aus Value-Sicht ist es aber durchaus möglich, die guten von den eher gewagten Picks im NFL Draft 2022 zu trennen. Bloß, weil sich ein Spieler letztlich als solides Prospect in der Liga etabliert, kann es dennoch sein, dass zum Zeitpunkt seiner Auswahl bessere Optionen auf dem Board waren. Doch damit genug der Vorrede, legen wir gleich los mit meinen Lieblingspicks.

Die besten Picks im NFL Draft 2022


Malik Willis, Quarterback, Tennessee Titans


Wann: Runde 3, Pick #86

College: Liberty

Landingspot: Exzellent

 

Der größte Steal im Draft ist für mich der ehemalige Liberty-Quarterback Willis. Angesichts des massiven Upsides, das Willis mit sich bringt, gibt es schlicht keinen vernünftigen Grund, warum der 22-Jährige erst in Runde 3 vom Board gehen sollte. Quarterback ist die mit Abstand wertvollste Position auf dem Feld und Talente wie Willis gibt es nicht wie Sand am Meer.

Ja, Willis ist vermutlich ein Mehrjahres-Projekt, ihr solltet nicht davon ausgehen, dass er Ryan Tannehill seinen Starting-Job direkt in Saison 1 streitig macht. Da hat letzterer sowieso so gar keinen Block drauf, wie er erst kürzlich in den Medien zum Besten gab. Dennoch, wenn Willis im Training an seinen Schwächen – für mich vor allem seine Präsenz in der Pocket – arbeiten kann, kann er aufgrund seiner physischen Tools schnell zu einem Star in dieser Liga werden.

Tyler Linderbaum, Center, Baltimore Ravens

 
Wann: Runde 1, Pick #25

College: Iowa

Landingspot: Fragwürdig

 

Linderbaum war auf dem Big Board von vielen Draft-Experten in den Top10, rutschte im Draft aber ab – Grund dafür waren der (vergleichsweise niedrige) Value der Center-Position und schlicht ein Mangel an Teams mit einem echten Need in der Mitte der O-Line. Die Ravens schlugen gegen Ende der ersten Runde dankbar zu, auch wenn sie nicht der beste Fit für das Skill-Set von Linderbaum sind.

Linderbaum brillierte auf dem College in Iowas Wide-Zone-Scheme in erster Linie auf dem zweiten Level, in Baltimore wird der 22-Jährige viel mehr an der Line of Scrimmage arbeiten müssen. Er hat auf jeden Fall die physischen Anlagen dafür, doch eine Garantie für Erfolg ist nicht gegeben. Dennoch ist Pick 25 für ein derartiges Talent meiner Meinung nach ein massiver Steal.

Skyy Moore, Wide Receiver, Kansas City Chiefs

 
Wann: Runde 2, Pick #54

College: Western Michigan

Landingspot: Exzellent

 

Gab es einen besseren Landingspot als Moore zu den Chiefs? Es war bereits vor dem Draft der Traum vieler Fans in Kansas City und er ging tatsächlich in Erfüllung. Für mich war Moore aufgrund seines starken Route-Runnings und seiner sicheren Hände ein klarer Erstrundenpick. Auf dem College ließ Moore 2021 nur drei seiner 125 Targets fallen – kein Wunder, hatte er beim jährlichem Combine in Indianapolis doch die größten Hände aller Wideouts (über 26 Zentimeter!).

Trotz seiner eher kleinen Statur hatte Moore im College auch keine Probleme gegen Press-Coverage und seine 26 gebrochenen Tackles nach dem Catch führen die FBS letzte Saison an. Kurzum: Er ist ein komplettes Paket und spielt nun mit dem besten Quarterback der Liga zusammen. Er ist kein Tyreek Hill 2.0, doch für mich hat Moore alle Voraussetzungen für den Titel als „Rookie des Jahres“.

Die schlechtesten Picks im NFL Draft 2022


Cole Strange, Guard, New England Patriots

 
Wann: Runde 1, Pick #29

College: Chattanooga

Landingspot: Gut

 

„Strange“ ist eine gute Umschreibung für die Erstrundenauswahl der Patriots. Die Rams, die fast schon traditionell keinen Pick in den ersten beiden Runden hatten, spekulierten angeblich darauf, Strange an Tag 2 mit ihrer ersten Auswahl (#104) noch zu kriegen. Strange war auf dem Board vieler Draft-Experten ein Sleeper und ein mögliches Target gegen Ende der zweiten Runde. Doch in der ersten Runde? Das ist zu früh für meinen Geschmack.

Und nochmal: Das soll kein Hit gegen Strange sein, der für mich durchaus das Potenzial hat, sich als Star in der Liga zu etablieren. Der Fit in New England ist sogar gut. Es gab für mich zu diesem Zeitpunkt schlicht bessere und vor allem sicherere Prospects als den 23-Jährigen. Sollte sich Strange, ähnlich wie beispielsweise Travis Frederick 2013 bei den Cowboys, aber zu einem All-Star entwickeln, wird den Patriots alle Kritik relativ egal sein.

Alontae Taylor, Cornerback, New Orleans Saints

 
Wann: Runde 2, Pick #49

College: Tennessee

Landingspot: Gut

 

Taylor stand auf kaum einem Big Board in den Top 100 und ging dennoch innerhalb der ersten 50 Picks vom Board. Aufgrund seiner Athletik und seiner Größe schoss der 23-Jährige zwar noch kurz vor dem Draft die Draft Boards nach oben, doch ich denke, die Saints hätten Taylor auch noch eine Runde später bekommen. Vielleicht wusste New Orleans aber auch etwas, was wir Außenstehende nicht wissen.

Wie dem auch sei, Taylor ist so ziemlich der Prototyp an Cornerback, den die Saints suchen. Er ist 1,83 Meter groß, wiegt 90 Kilogramm und zeigte beim 40-Yard-Dash mit einer Zeit von 4,36 Sekunden seine Geschwindigkeit. Nur am Rande: Marshon Lattimore (1,83 Meter, 88 Kilogramm) lief dieselbe Zeit 2017 beim Combine. Ich denke deswegen, dass sich Taylor schnell als Starter etablieren könnte.

 

Und jetzt seid ihr an der Reihe: Wer waren für euch die größten Steals im Draft? Und mit welchem Spieler auf meiner Liste seid ihr so gar nicht einverstanden? Schreibt uns eure Meinungen auf unseren sozialen Kanälen!

 

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.
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