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NFL Draft 2022, Day 2: Der große Fall der Quarterbacks

An Tag 2 des NFL Drafts 2022 mussten einige Quarterbacks länger als gedacht auf ihren Namen warten. An Tag 2 des NFL Drafts 2022 mussten einige Quarterbacks länger als gedacht auf ihren Namen warten. IMAGO / Icon SMI
Ob sich der Draft einer Franchise letztlich als gut oder schlecht entpuppt, entscheidet sich nur selten am ersten Tag des Drafts. Es sind die Tage zwei und drei der jährlichen Talente-Auswahl, wo sich wirklich gute General Manager auszeichnen können, indem sie das Fundament für erfolgreiche Jahre legen. Tag 2 des NFL Drafts 2022 sollte sich ganz um die in der ersten Runde nicht gezogenen Quarterbacks drehen – dann kam es aber komplett anders. TOUCHDOWN24 fasst für euch einen ereignisreichen Abend zusammen.


Am zweiten Tag des NFL Drafts 2022 mussten die bei vielen Experten bereits in der ersten Runde gehandelten Quarterbacks bis in Runde 3 warten, um endlich gezogen zu werden. Außerdem drafteten die Green Bay Packers endlich einen Wide Receiver für Aaron Rodgers und die Indianapolis Colts zogen mit Bernhard Raimann den ersten Österreicher überhaupt im Draft. Was sonst noch passierte, erfahrt ihr natürlich wie immer bei uns.

Der große Fall der Quarterbacks


Nachdem an ersten Tag des Drafts außer Kenny Pickett (zu den Steelers) kein einziger Quarterback vom Board ging, war die allgemeine Annahme, dass der Run auf die QBs bereits früh am zweiten Tag beginnen würde. Doch anscheinend hat die NFL diese bereits im Vorhinein als schwach eingestufte QB-Klasse noch schlechter bewertet, als es die meisten Experten prognostiziert haben.

Kein einziger Quarterback wurde in Runde 2 gezogen, erst in Runde 3 erbarmten sich die Atlanta Falcons und stellten Marcus Mariota mit Desmond Ridder einen Konkurrenten an die Seite. Der für viele beste Quarterback der Draftklasse, Malik Willis, fiel sogar bis an Pick 86. Die Tennessee Titans schlugen zu, indem sie per Trade mit den Las Vegas Raiders nach oben gingen. Ein weiteres Zeichen für einen Mini-Rebuild in Nashville, nachdem am Vortag bereits Superstar A.J. Brown getradet wurde?


Weniger überraschend war dagegen der Fall von Matt Corral. Das physische Ausnahmetalent hat zwar enormes Upside, wird aber im Vergleich zu Willis, Ridder und Co. auch eine größere Lernkurve haben. Daher gefällt mir sein Landingspot in Carolina, er passt gut ins Panthers-System unter Matt Rhule. Sam Darnold sollte aber zumindest zu Saisonbeginn weiter als Starter gesehen werden.

Colts schnappen sich Raimann


An Pick 77 war es endlich so weit: Mit Bernhard Raimann schnappten sich die Colts den ersten Österreicher überhaupt in einem NFL-Draft! Der sympathische Raimann hat in Indianapolis die Chance, bereits als Rookie als Left Tackle zu starten, nachdem das Experiment der Colts mit Eric Fisher im Vorjahr alles anders als aufgegangen war.

Raimann, der am College unter anderem als Receiver und Tight End spielte und erst während der Covid-19-Pandemie zum Tackle umschulte, war auf dem Big Board vieler Draftexperten sogar als potenzieller Erstrundenpick betrachtet worden. Dass er nun erst in Runde drei gezogen wurde, darf gut und gerne als Steal für Chris Ballard und Co. betrachtet werden.

Was war los mit Nakobe Dean?


Wer sich vor dem Draft durch die Mock Drafts der Experten in den USA klickte, fand Nakobe Dean meistens innerhalb der ersten 32 Picks. Der Star des letztjährigen College-Champions Georgia galt als bester Linebacker der Draftklasse, da er über einen hohen Spiel-IQ verfügt und mit einer unglaublichen Leidenschaft spielt. Dennoch fiel Dean bis an Tag zwei, wo ihn viele innerhalb der ersten Picks vom Board kommen sahen. Letztlich schnappten aber erst die Philadelphia Eagles in Runde 3 (Pick 83) zu, um Deans freien Fall zu beenden. Was war passiert?

Dieselbe Frage stellten sich die Fernsehexperten im NFL Network, als Dean weiter und weiter nach unten fiel. Wie Ian Rapoport zunächst berichtete, seien Teams unsicher, ob Dean vor der Saison eine weitere Operation am Brustmuskel benötige. Zudem ist Dean für einen Linebacker eher „schmächtig“, was einige Teams wohl höher bewerteten als gedacht. Trotz aller Gerüchte sagte Eagles-GM Howie Roseman nach dem Draft, Dean werde keine OP benötigen und zum Start der Rookie-Camps fit sein. Sollte der 21-Jährige tatsächlich gesund sein, ist es ein massiver Steal für die Eagles.

Meine Lieblingspicks des zweiten Drafttags


Wie ihr vermutlich herausgehört habt, gehören Dean und Raimann bereits zu den Picks, die es mir am zweiten Tag besonders angetan haben. Aber auch die Packers und Ravens hatten für mich einen starken zweiten Tag:

  • Christian Watson zu den Green Bay Packers (Pick No. 34): In Runde eins war der Value für Green Bay auf Receiver noch nicht gegeben, doch früh am zweiten Tag stellten die Packers Aaron Rodgers mit Watson einen physischen Freak an die Seite. Watson war auf dem College bei North Dakota State ein Spätzünder, hat aber alle Anlagen, um sich als Star in der Liga zu etablieren.
  • David Ojabo zu den Atlanta Falcons (Pick 45): Hätte sich Ojabo nicht im März seine linke Achillessehne gerissen, er wäre womöglich in den ersten zehn Picks vom Board gegangen. Ojabo war letztes Jahr eine Strip-Sack-Machine für die Michigan Wolverines und dominierte teilweise gegenüber von Nummer-2-Pick Aidan Hutchinson. Er wird das Edge-Corps der Ravens sofort verbessern.
  • Skyy Moore zu den Kansas City Chiefs (Pick 54): Hätte es einen besseren Landing-Spot für Moore gegeben? Viele erwarteten, dass die Chiefs bereits in Runde 1 für den schnellen Wideout reachen würden, doch Kansas City blieb ruhig und wurde belohnt. Jetzt wird Moore Pässe von Patrick Mahomes fangen – die AFC West wird einfach besser und besser …
  • Trey McBride zu den Arizona Cardinals (Pick 55): Die Cardinals setzen alles daran, ihren Quarterback Kyler Murray mit möglichst vielen Waffen zu umgeben. Nachdem Arizona gestern bereits für „Hollywood“ Brown tradete, holten sich Kliff Kingsbury und Co. mit McBride den besten Pass-Catcher unter den Tight Ends dieser Draftklasse. Ein Zeichen dafür, dass die Cardinals mit Ertz und McBride mehr auf Two-TE-Sets setzen?

 

NFL Draft 2022, Tag 3: Diese Spieler sind noch zu haben


In den Runden 4 bis 7 tummeln sich zwar in der Regel keine Superstars mehr, doch sie sind wichtig, um das Fundament für ein Team zu legen – beispielsweise in Sachen Special Teams. Folgende namhaften Spieler sind noch auf dem Board, wenn es heute bereits zu gepflegten deutschen Uhrzeiten (Startzeit 18 Uhr) weitergeht, und sollten relativ früh ihren Namen hören:

 

  • QB Carson Strong, Nevada
  • QB Sam Howell, North Carolina
  • WR Justyn Ross, Clemson
  • WR Calvin Austin, Memphis
  • OG Darian Kinnard, Kentucky
  • EDGE Kingsley Enagbare, South Carolina
Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.
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