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NFL Draft, Tag drei - von Puntern, einem Kicker und Mr. Irrelevant

Mr.Irrelevant 2022: Neu-49er Brock Purdy Mr.Irrelevant 2022: Neu-49er Brock Purdy IMAGO / Icon SMI
Noch 19 Sonntage bis zum Saisonstart der 103. NFL-Saison. Im "Thema der Woche" setzt sich TOUCHDOWN24 mit aktuellen Geschehnissen aus der National Football League auseinander. Heute: NFL Draft, Tag drei - von Puntern, einem Kicker und Mr. Irrelevant.



Die Drafterei ist fast vorbei, da stellt sich wie in jedem Jahr die Frage: Wer wird Mr. Irrelevant? Jene Bezeichnung für den letzten Spieler des Auswahlverfahrens, dem sowieso keine große Karriere prophezeit wird. Dass Ausnahmen dabei die Regel bestätigen, zeigt jüngst das Beispiel von Kicker Ryan Succop, der 2009 von den Kansas City Chiefs als 256. und damit letzter Spieler einberufen wurde und der es dann 2020 mit den Tampa Bay Buccaneers zu einem Super-Bowl-Ring brachte.



In diesem Jahr erhielt Quarterback Brock Purdy von der Iowa State die Ehre und wurde von den San Francisco 49ers gepickt. Ob er sich in der NFL behaupten kann? Eher unwahrscheinlich. Seit der Jahrtausendwende wurden zwei Quarterbacks vor ihm als letzter Spieler eines Draftjahrgangs ausgewählt. Doch wer hat in der NFL noch Erinnerungen an Chandler Harnish (Indianapolis Colts/2012) und Chad Kelly (Denver Broncos/2017)? Auch ihre Vorgänger Ronnie McAda (Green Bay Packers/1997) und Larry Wanke (New York Giants/1991) hinterließen eher wenig Spuren.

Immerhin verfügte Purdy zuletzt über eine hohe Passgenauigkeit von über 71 Prozent und brachte es so auf 3188 Passing Yards für 19 Touchdowns und 8 Interceptions. Purdy ist nun hinter Jimmy Garoppolo, Trey Lance und Nate Sudfield der vierte Quarterback im Roster. Wahrscheinlich ein Zeichen, dass San Francisco noch etwas vorhat und sich von Garoppolo trennt. Für kleineres Geld kann man schon fast nicht mehr an einen Quarterback kommen, der den Depth Chart auffüllt.


Patriots schätzen Return-Talent Jones


Doch Mr. Irrelevant ist nicht die einzige Personalie, die die Blicke auf sich lenkt. Neben so vielen weiteren Talenten auf Positionen beider Seiten des Balles, fragt sich die NFL-Gemeinde auch immer wieder, welches Team Draft-Ressourcen in einen Special Teamer steckt. Dabei ist es müßig zu spekulieren, welches Team einen Receiver oder Cornerback ausgewählt hat, um ihn dann hauptsächlich in den Special Teams zu planen. Die New England Patriots wählten beispielsweise mit ihrem Drittrundenpick an Position 85 Cornerback Marcus Jones aus, der aufgrund seiner Return-Fähigkeiten 2021 zum ACC Special Teams Player of the Year ausgezeichnet wurde.

Viel eindeutiger sind derweil Ressourcen, die in Kicker oder Punter investiert werden. Tatsächlich schaffte es nur Ex-LSU-Spieler Cade York, in diesem Jahr als Kicker vom Board zu gehen. Die Cleveland Browns investierten ihren Viertrundenpick (#124) und werden wohl auf York in der Saison setzen, sofern er sich im Sommer gegen Chase McLaughlin und Chris Blewitt in den Camps durchsetzt. Ansonsten wäre der Wert eines Pickrechts in Runde vier ziemlich vergeudet.


Bills entscheiden sich für "Punt-Gott" Araiza


Nach York wurden noch vier Punter ausgewählt: Die Baltimore Ravens holten mit Pick 130 Jordan Stout von der Penn State, während die Tampa Bay Buccaneers an Position 133 Jake Camarda von College-Champion Georgia einberiefen. Beide, wie auch York, gingen damit beispielsweise vor Quarterback Sam Howell vom Board, der in den meisten Mock Drafts spätestens für Runde zwei vorgesehen war, nun aber bis in Runde fünf (Washington Commanders) warten musste.

Als Punt-Gott stellen die Buffalo Bills ihren Sechstrundenpick Matt Araiza von der San Diego State vor. So wird Araiza von seinen Fans genannt, seitdem er 2021 den NCAA-Rekord von durchschnittlich 51,19 Punt-Yards aufstellte und damit den Ray Guy Award gewann. Kurz vor knapp, mit Pick 255 von 262, gaben die Chicago Bears noch Punter Trenton Hill von der NC State einen Vertrag - ein Long Snapper wurde trotz aller Argusaugen derweil von keinem Team ausgewählt.
Markus Schulz

Markus Schulz arbeitet seit 2009 beim Sport-Informations-Dienst in Köln. Seine Leidenschaft für den American Football entdeckte der Familienvater bereits mit elf Jahren während Super Bowl XXIII. 2017 schloss sich Schulz TOUCHDOWN24 zudem als Chefredakteur an. Außerdem hat der gebürtige Mönchengladbacher mehrere Bücher über den US-Sport publiziert und engagiert sich ehrenamtlich als Pressesprecher bei seinem örtlichen Football-Verein Remscheid Amboss.
Twitter: @ELFinsider
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