HEFT #53

Ausgabe JANUAR 2022

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Neue Head Coach Kandidaten für die NFL - Teil 1

Indianapolis Colts Defensive Coordinator Matt Eberflus spricht im Traings Camp mit Defensive End Kwity Paye Indianapolis Colts Defensive Coordinator Matt Eberflus spricht im Traings Camp mit Defensive End Kwity Paye Imago Images / Icon SMI / Zach Bolinger
Während Chiefs, Bills, Packers & Co. die kommenden Wochen in den Playoffs um den Titel spielen, richtet sich der Blick der restlichen Teams der NFL bereits auf die nächste Saison. Die Offseason startet wie jedes Jahr bei einigen Teams zunächst mit Entlassungen am Black Monday und in der Folge darauf mit der Suche nach einem neuen Head Coach.

Vom Coordinator zum neuen NFL Head Coach

Im ersten Teil werfen wir einen Blick auf die Kandidaten ohne Erfahrung als Chef. Diejenigen, die nach erfolgreicher Arbeit als Coordinator nun den nächsten Karriereschritt gehen möchten. Wir suchen den nächsten Sean McVay oder den nächsten Mike Vrabel.

Nathaniel Hackett

NFL Teams mit Interesse daran Aaron Rodgers in der nahenden Offseason zu sich zu lotsen, sollten sich diese Personalie ganz genau anschauen. Nathaniel Hackett ist trotz seines Alters von gerade einmal 42 Jahren bereits seit dem Jahr 2002 als Coach am College oder in der NFL tätig. Als Offensive Coordinator machte er zum ersten Mal in der Zeit von 2016 bis 2019 auf sich aufmerksam, als mit den Jaguars und Quarterback Blake Bortles ins AFC Championship gelang.

Head Coach Matt LaFleur holte ihn im Anschluss nach Green Bay, wo er mitverantwortlich für die Offensivstärke der Packers ist. LaFleur fungiert zwar als der Play-Caller, doch Hackett erstellt unter der Woche täglich kleine Zettel für die Spieler, die ihnen den Game-Plan für das kommende Woche näherbringen sollen. Er gilt als intelligent, kreativ und leidenschaftlich, wodurch er eine gute Bindung zu den Spielern hergestellt hat.

Diese Bindung führt unter anderem dazu, dass auch Rodgers sich für ihn im letzten Jahr aussprach, als Hackett zu den Falcons eingeladen wurde und sich später freute, als dieser den Job nicht bekam und damit weiterhin bei ihm in Green Bay blieb. 

Brian Daboll

Brian Daboll hat von den Besten gelernt. Seine Trainerkarriere startete der Kanadier mutig, weit weg von Zuhause, nahm er einen ehrenamtlichen Job am College William & Mary an. Seine Großeltern schickten ihm zu der Zeit Geld zu und er hatte ein paar Nebenjobs. Um den nächsten Schritt zu gehen, schrieb er so viele Briefe an die großen Colleges, bis sich Nick Sabans Coordinator von der Michigan State zurückmeldete. Von Saban aus ging es im Jahr 2000 weiter zu dessen Freund Bill Belichick in die NFL.

Er sollte viele Jahre in den Kreisen der Zöglinge Belichicks bleiben, lernte verschiedene Positionsgruppen der Offense zu trainieren und wurde unter ihnen auch Offensive Coordinator der Browns (2009-10), Dolphins (2011) und Chiefs (2012). Eine erfolgreiche Zeit war es für seine Offenses und für die Teams allerdings nicht.

Der Erfolg trat erst nach der Rückkehr als Sabans Coordinator in Alabama ein und im Jahr darauf bekam er seinen jetzigen Job als Coordinator der Bills unter Head Coach Sean McDermott. Nach schwierigem Beginn trumpft die Bills Offense mit Quarterback Josh Allen in den letzten beiden Jahren auf.

Daboll wird in den Gesprächen Fragen beantworten müssen: Warum er bisher nur mit einem Quarterback vom Kaliber Allens eine funktionierende Offense auf das Feld brachte und wieso die Bills Probleme mit ihrem Laufspiel haben. Dennoch erwartet einem zukünftigen neuen Arbeitsgeber ein erfahrener und gut vernetzter Coach, der eine moderne, auf das Passspiel ausgerichtete Offense führt. 

Matt Eberflus

Ein Coordinator, der auf der anderen Seite beheimatet ist. Matt Eberfluss kümmert sich nicht nur um die Defense, sondern ist auch schon 51 Jahre alt. Es wird also Zeit den nächsten Karriereschritt zu gehen. Es wäre ein erneuter Aufstieg für den Routinier. 

Angefangen vor 29 Jahren in Toledo wagte er 2009 den Schritt in die NFL als Linebacker-Coach der Cleveland Browns. Den Posten behielt er auch, als er 2011 zu den Cowboys ging. Nach sechs Jahren nahm er zum ersten Mal in der NFL seinen jetzigen Job als Defensive Coordinator der Indianapolis Colts ein. Der Weg von Eberflus sah somit einzig Aufstiege.

In den fast 30 Jahren lernte er eine Vielzahl an Trainerkollegen kennen und verfügt damit über ein Netzwerk, wie kein anderer bisher aufgezählter Kandidat. Außerdem brachte Eberflus einige hochklassige Spieler, vor allem Defensive Backs und Linebacker wie Darius Leonard, hervor.

Sein Tampa-2-System ist nicht mehr sonderlich angesagt in der heutigen NFL, doch in Indianapolis funktioniert es ohne Zweifel. Die Colts sind eines der aggressivsten Teams und bestens eingestellt. Die Verteidiger sind voll des Lobes angesprochen auf Coach „Flus“. Das Resultat: In den vier Jahren unter Eberflus ist die Defense ausnahmslos in den Top10 in puncto Turnover.

Janik Aschenbrenner

Janik Aschenbrenner ist seit 2020 für TOUCHDOWN24 tätig. Seit 2021 ist er in jeder Print-Ausgabe mit seiner Kolumne "DER BRENNER" vertreten.
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