Ein frischer A.J. Dillon könnte zum verspäteten Weihnachtsgeschenk für die Green Bay Packers werden. Ein frischer A.J. Dillon könnte zum verspäteten Weihnachtsgeschenk für die Green Bay Packers werden. Imago Images / ZUMA Wire / John Fischer

Green Bay Packers: Warum A.J. Dillon zum X-Faktor werden könnte

geschrieben/veröffentlicht von/durch  30.12.2020
Die gesamte NFL Saison trugen die Green Bay Packers eine schwere Last auf dem Rücken: Die bittere Niederlage im letztjährigen NFC Championship Game gegen die San Francisco 49ers geisterte noch in vielen ihrer Hinterstübchen herum. Sie waren so nah dran am ultimativen Spiel, doch dann hatten sie keine Antwort für das physische Spiel der Niners. Jetzt tritt ein Spieler in den Vordergrund, der genau das in den diesjährigen Playoffs ändern könnte: Rookie Running Back A.J. Dillon.

Nebst dem Frust des knappen Verpassens des Super Bowls war vor allem die Art und Weise beim letztjährigen Playoff-Aus eine Schmach für die Packers. San Francisco dominierte die Line Of Scrimmage und bestimmte mit seinem Laufspiel sowie seiner Defense die gesamte Partie.

Die Niners überrannten Green Bay geradezu mit 285 Rush Yards bei 42 Versuchen, auch der Physis von Kyle Shanahans Team hatten die Mannen in Grün wenig entgegenzusetzen. Hinterher mussten sich die Packers anhören, dass sie nicht "tough" genug waren, nicht "Manns genug". Etwas, das kein Team je über sich hören will – ganz egal ob in der NFL oder beim Pee Wee Football.

Packers Power Run Game entlastet Aaron Rodgers

Auch wenn sich an ihrer nicht immer sattelfesten Rush Defense nur wenig geändert hat (NFL Rang 24), so wollen die Green Bay Packers in diesem Jahr zumindest die Mannschaft sein, die ihren Gegnern in der Postseason mit einem brachialen Laufspiel wehtut. In Kombination mit Quarterback Aaron Rodgers könnte es zu einer fulminanten Kombination werden, die jeden Gegner vor unlösbare Probleme stellt.

Herzstück der Packers-Rushing-Attack, die mit 4,8 Yards pro Rush Rang Sechs in der NFL belegt, ist neben der Offensive Line ohne Zweifel Pro Bowl Running Back Aaron Jones. Er erlief in dieser Spielzeit bereits im zweiten Jahr in Folge mehr als 1000 Yards und seine 5,6 Yards pro Run sind Bestwert bei den Running Backs. Hinter ihm tat sich in der vergangenen Woche aber noch ein weiterer Runner hervor, dem schon bald eine große Aufgabe zukommen könnte.

A.J. Dillon ist ein menschgewordener Güterzug

Rookie A.J. Dillon explodierte beim verschneiten NFL Sunday Night Game gegen die Tennessee Titans förmlich mit 124 Rushing Yards und zwei Touchdowns. Zuvor hatte er es unter anderem wegen einer sechswöchigen Covid-19-Pause nur auf 115 Yards bei 24 Rushes gebracht, seine Rolle vor der anstehenden Postseason schien bestens minimal. Das dürfte sich jetzt ändern.



Denn Dillon ist mit 1,83 Meter und 112 Kilogramm Kampfgewicht genau die Art von Running Back, die in den NFL Playoffs für Furore sorgen kann. Niemand möchte einen derartigen menschlichen Güterzug bei kalten Temperaturen tacklen, schon gar nicht in den oftmals widrigen Wetterbedingungen des Lambeau Field.

Matt LaFleur erinnert sich an Derrick Henry

Packers-Coach Matt LaFleur weiß das selbst am besten, als Tennessees Offensive Coordinator hatte er 2018 noch den heute wohl besten Running Back der NFL mit Derrick Henry unter seinen Fittichen. Dieser ist einer der jüngsten Beweise dafür, wieviel ein physischer Runner im Dezember und in der Postseason wert sein kann. Genau diese Art von Back ist A.J. Dillon.



"Er hat einfach nur monströse Beine", sagt LaFleur über den Zweitrunden-Pick vom Boston College, dessen Haxen sogar ihren eigenen Twitter-Account haben. "Mein Staff und ich haben noch nie einen Running Back gesehen, der so gebaut ist." Dillon weiß auch, was er mit diesem Körper anfangen kann, wie zuletzt die Titans feststellen mussten. Mal um Mal rammte er den Ball nach vorne, ganz egal ob mehrere Verteidiger an ihm hingen. Gerade in Short Yardage Situations war er nicht aufzuhalten. Sein Erfolgsrezept dabei ist ziemlich simpel. "Wille, Power, Entschlossenheit", lacht der 22-Jährige. "Es braucht da schon Einiges, um mich zu stoppen."

Davante Adams & Co freuen sich auf mehr

Dies dürfte in den kommenden Wochen noch der ein oder andere Gegner erfahren dürfen. Schließlich ist Dillon mit gerade einmal 45 Rushes über die Saison hinweg noch extrem frisch, was ihn bei seinem physischen Profil umso gefährlicher in den Playoffs machen könnte. Er wird zwar keiner Verteidigung davonlaufen, doch seine Inside Runs ähneln mächtigen Körpertreffern in einem Schwergewichtsboxkampf. Je mehr Green Bay davon landen kann, desto mürber machen sie ihre Kontrahenten.

Dillons Teamkollegen können es auf jeden Fall kaum erwarten, mehr von ihrem jungen Runner zu sehen. "Wir haben es alle schon im Training erkannt, was er draufhat", fasst Green Bays Star-Recceiver Davante Adams zusammen. "Das er jetzt so ein gutes Spiel gemacht hat, war wirklich wichtig. A.J. ist ein absolutes Monster und ich bin mir sicher, wir werden in der nächsten Zeit noch eine Menge mehr von ihm sehen."

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Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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