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From Worst to First: Welche Kellerkinder können 2022 ihre Division gewinnen?

Lamar Jackson und die Baltimore Ravens haben erstklassige Chancen auf den Divisiontitel in der AFC North. Lamar Jackson und die Baltimore Ravens haben erstklassige Chancen auf den Divisiontitel in der AFC North. IMAGO / Icon SMI
In keiner Sportliga auf der Welt gibt es so große Turnarounds wie in der NFL. Dafür sorgt eine Kombination aus Free Agency, einem harten Salary Cap und einem Spielplan, der es vermeintlich schwächeren Teams ermöglicht, die Lücke in der kommenden Spielzeit zu schließen. Nehmen wir dann noch die Draftorder hinzu, wird schnell klar, warum es in der NFL so schwer ist, Jahr für Jahr die Playoffs anzugreifen. Das bietet Spielraum für andere Teams, einen Sprung hinzulegen – wie es die Bengals im Vorjahr gezeigt haben. TOUCHDOWN24 wirft einen Blick auf die Franchises, die das Potenzial haben, 2022 in die Fußstapfen von Joe Burrow und Co. zu treten.

 



In den letzten zehn Jahren haben es insgesamt zehn Teams geschafft, ihre Division zu gewinnen, nachdem sie im Vorjahr noch vom anderen Ende der Tabelle gegrüßt hatten. Tatsächlich waren die Saisons 2014 und 2019 die einzigen beiden Spielzeiten, in denen das nicht mindestens einem Team gelungen ist. Zugegeben, für die meisten dieser Turnarounds zeichnete sich die traditionell inkonstante NFC East verantwortlich, aber trotzdem: Es ist der Strohhalm, an den sich auch 2022 wieder acht Franchises klammern. Wer sich unserer Meinung nach welche Chancen ausrechnen darf, erfahrt ihr heute.

5. New York Jets, AFC East


Die Jets und Divisionsieger? Ja, ihr dürft mich auslachen und ich kann es euch nicht einmal übel nehmen. Die New Yorker belegten im Vorjahr sowohl in Sachen Total Offense als auch Total Defense den letzten Platz und Quarterback Zach Wilson hat gezeigt, dass er noch lange nicht das Level für einen Starter in der Liga hat. Aber: Das Potenzial dafür ist da, dass Wilson 2022 einen Sprung á la Josh Allen oder Lamar Jackson macht. Er hat die Wurfstärke und die Athletik, um es seinen Kritikern zu zeigen.

Hinzu kommt, dass die Jets erneut einen der besten Drafts hatten und langsam einen der besten jungen Roster der NFL aufbauen. Trotz der schlechten Resultate im Vorjahr zeigte das Team zudem den Willen, für Rookie-Head-Coach Robert Saleh auf dem Rasen zu kämpfen. Das wurde bei den Upset-Wins über die Bengals und Titans und bei der knappen Niederlage gegen Tampa Bay deutlich. Letztlich reicht das nur für Platz 5 auf der Liste, da die Bills schon massiv einbrechen müssten, um hinter „Gang Green“ zu landen. Aber in dieser Liga ist nichts ausgeschlossen.

4. Carolina Panthers, NFC South


Es war eine großteils enttäuschende Offseason für die Panthers, die es einmal mehr verpasst haben, sich auf der Quarterback-Position zu verstärken. Ja, Carolina holte Matt Corral im Draft, doch der 23-Jährige braucht noch Zeit, um sich an das Tempo in der NFL zu gewöhnen. Damit ist es erneut Sam Darnold, der die Panthers 2022 auf den Rasen führen wird – keine allzu rosige Aussicht. Denn die Bausteine in Carolina wären sonst eigentlich alle vorhanden.

Die Panthers haben offensive Waffen (D.J. Moore, Christian McCaffrey) und eine Defense, die im Vorjahr die zweitbeste Passverteidigung stellte. Das könnte selbst mit Darnold ausreichen, um in einer schwachen Division zumindest Platz 2 anzugreifen. Die Saints müssen sich ohne Head Coach Sean Payton neu aufstellen und die Falcons befinden sich ebenfalls mitten im Rebuild. Bleiben die Buccaneers, die klarer Favorit im Süden sind – doch die Vorsaison hat uns gezeigt, wie schnell Verletzungen eine Rolle spielen können.

3. Jacksonville Jaguars, AFC South


Es ist erstaunlich, wie schnell viele Experten und Fans bereit sind, Trevor Lawrence abzuschreiben. Der 22-Jährige galt noch vor 12 Monaten als Generationentalent und soll jetzt nichts mehr im Köcher haben? Da gehe ich nicht mit. Es gibt einige Gründe, warum 2022 für Lawrence und die Jaguars besser wird als 2021. Da wäre zum einen der Coaching-Wechsel zu Doug Pederson, der ein signifikantes Upgrade zu Urban Meyer darstellt (gut, aber wer ist das nicht?).

Zum anderen haben die Jaguars in der Offseason mächtig investiert und dabei zwar häufig zu viel Geld gezahlt – für die Qualität des Rosters in diesem Jahr ist das aber erst einmal irrelevant. Und zuletzt spielt Jacksonville in einer Division, die keinen offensichtlichen Titelanwärter hat. Die Titans haben mit A.J. Brown ihren besten Receiver verloren und niemand weiß, wie Matt Ryan in Indianapolis einschlägt. Zu den Texans muss ich glaube nicht allzu viele Worte verlieren. 10 Siege und der 4th Seed in der AFC klingt nach einem nicht allzu unrealistischen Szenario für die Jags.

2. Denver Broncos, AFC West


Der einzige Grund, warum die Broncos nicht an der Spitze dieser Liste stehen, ist ihre Division. Kein Team hat sich in der Offseason mehr verbessert als Denver, doch das könnte angesichts der Firepower in der für viele besten Division aller Zeiten egal sein. Wie man es drehen und wenden will: Die AFC West ist stacked! Es ist kaum vorstellbar, dass sich weder Patrick Mahomes noch Justin Herbert die Division-Krone sichern werden – und dann gibt es da ja noch den chronisch unterschätzten Derek Carr in Las Vegas.

Dennoch haben auch die Broncos realistische Chancen auf die Division oder zumindest die Playoffs und das liegt vor allem an Russell Wilson. Der 33-Jährige hat im Vorjahr nicht die beste Saison seines Lebens gespielt, doch das Stafford-Experiment in LA hat uns gezeigt, wie „ältere“ Quarterbacks noch einmal in einer neuen Situation aufblühen können. Der Rest des Rosters in Mile High ist bärenstark besetzt, es gibt kaum eine nennenswerte Schwachstelle. Wenn Wilson seine Prime-Form zurückfindet, darf sich die AFC warm anziehen.

1. Baltimore Ravens, AFC North


So gut die Broncos auch sind, die Ravens müssen aus mehreren Gründen auf Platz 1 stehen. Zum einen holte Baltimore im Vorjahr nur zwei Siege weniger als der Divisionsieger Cincinnati und zum anderen waren die Ravens klar auf dem Weg, die AFC North zu holen, bevor sich der Verletzungsteufel in Maryland breit machte. Die Ravens verloren beide Starting-Runningbacks schon vor der Saison, beide Starting-Cornerbacks während der Spielzeit und zuletzt auch noch Franchise-Quarterback Lamar Jackson. Und die Liste ließe sich noch fortsetzen!

2022 scheint für Baltimore deutlich besser zu beginnen: Jackson ist bereits wieder fit und die Ravens hatten für mich einmal mehr einen herausragenden Draft. Selbst nach dem Verlust von Star-Wideout Hollywood Brown ist das Team für mich gemeinsam mit den Bengals der Co-Favorit auf den Divisiontitel. Das kann sonst kein 4th-placed Team von sich behaupten, damit grüßen die Ravens von der Spitze.

 

 

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.
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