HEFT #53

Ausgabe JANUAR 2022

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Fantasy Football Awards 2021 – Wer war euer Fantasy-MVP?

Jonathan Taylor ist unser Fantasy-MVP für die NFL-Saison 2021. Jonathan Taylor ist unser Fantasy-MVP für die NFL-Saison 2021. IMAGO / ZUMA Wire
Im Sport geht es immer um Superlative. Wer ist die Nummer eins? Wer führt die Liga in Punkten an, in Turnovern, in Sacks usw.? Im Fantasy-Land ist das nicht anders. Fantasy-Manager neigen dazu, Spieler direkt in Kategorien einzuordnen – Bust, MVP, Breakout-Star oder League-Winner. Da wollen wir uns nicht lumpen lassen und schließen uns dem allgemeinen Trend an. Hier sind die „TOUCHDOWN 24 Fantasy Football Awards“ für das Jahr 2021.

Most Valuable Player (MVP): Jonathan Taylor, RB, Indianapolis Colts (22,54 Points Per Game)


Hättet ihr mich nach drei Saisonspielen gefragt, wer am Ende des Jahres der wertvollste Fantasy-Spieler sein würde – Taylor wäre nicht einmal im erweiterten Kandidatenkreis gewesen. Der 23-Jährige holte nur 31,2 PPR-Punkte in diesem Zeitraum und wurde in vielen Kreisen bereits als Bust verschrien. Was folgte, ist für die Geschichtsbücher: Taylor erzielte in elf aufeinanderfolgenden Spielen einen Touchdown und führte Fantasy-Teams im Alleingang in die Playoffs.

Herausgestochen hat aus Taylors Saison natürlich sein Monster-Auftritt mit mehr als 200 Yards und fünf Touchdowns (53,4 PPR-Punkte) in Woche 11 gegen die Bills. Kupp ist für mich ein enger Zweiter und ich würde niemanden kritisieren, der den Rams-Wideout vor Taylor sieht. Der 28-Jährige holte in keinem Spiel weniger als 11 PPR-Punkte und führte die Liga in Fantasy-Punkten an – er wäre ebenfalls ein würdiger Preisträger.

 

Honorable Mentions:

Cooper Kupp (25,81 PPG)

DaVante Adams (22,19 PPG)


Wer ist euer Fantasy-MVP 2021?


Breakout-Spieler des Jahres: Cooper Kupp, WR, Los Angeles Rams (25,81 PPG)


Da aber nur ein Spieler den MVP-Award bekommen kann, muss sich Kupp mit unserem Breakout-Award „trösten“. Kupp ging in Fantasy-Drafts im Sommer in Runde 4 als 17. Wideout vom Board, hinter Spielern wie Allen Robinson und Robert Woods und nur knapp vor Julio Jones. Der einzige Spieler, der in einer Fantasy-Saison mehr Punkte im Schnitt erzielt hat als Kupp, war Jerry Rice im Jahr 1995 mit 25,88 PPG.

Damit ist Kupp ohne jede Frage der beste Value-Pick im Sommer gewesen und die klare Wahl für diesen Award. Dennoch sollten wir auch die Leistungen von Samuel (ADP84 als WR35) und Renfrow (ADP262 als WR85) nicht vergessen. Beide haben vielen Fantasy-Managern zu einem Titel verholfen und gerade Renfrow war bis zum Schluss ein unterschätzter Superstar – er beendete das Jahr als 11.-bester Wideout in PPR-Ligen!

 

Honorable Mentions:

Deebo Samuel (20,67 PPG)

Hunter Renfrow (15,14 PPG)

Bester Rookie: Ja'Marr Chase, WR, Cincinnati Bengals (18,75 PPG)


Im „realen“ Rennen um den Titel als Rookie des Jahres zeichnet sich ein enges Duell zwischen Chase und Patriots-Quarterback Mac Jones ab, aus Fantasy-Sicht ist Chase aber der klare Sieger. Die Drop-Thematik aus der Preseason ist längst vergessen, Chase legte 2021 die vielleicht beeindruckendste Rookie-Saison eines Receivers in der NFL-Geschichte hin und übertraf mit seinem Gala-Auftritt gegen die Chiefs am Wochenende sogar nochmal seinen ehemaligen LSU-Kollegen Justin Jefferson aus dem Vorjahr.

Nach 17 Wochen stand Chase bei 79 Catches, 1.429 Receving-Yards und 13 Touchdowns. Er wird über Jahre hinweg ein klarer Erstrunden- oder Zweitrundenpick in Fantasy Drafts sein, das können wir jetzt schon sagen. Im Schatten von Chase lieferten Harris als RB4 insgesamt und Niners-Rookie Mitchell ebenfalls ab, an den Rekordmann kommt aber keiner heran.

 

Honorable Mentions:

Najee Harris (17,44 PPG)

Elijah Mitchell (15,65 PPG)

Bester Waiver-Pickup: Cordarelle Patterson, RB, Atlanta Falcons (15,49 PPG)


Es gibt zwei offensichtlichte Kandidaten für den besten Waiver-Pickup: Patterson und Elijah Mitchell. Wie es mit Waiver-Pickups eben so ist, gab es vor der Saison nichts, was auf eine große Saison der Backs hindeutete. Patterson war mehr als Kickoff-Spezialist denn als Runningback bekannt und sollte hinter Mike Davis keine allzu große Rolle spielen. Mitchell war nicht einmal der erste Runningback, den San Francisco im Draft auswählte (Trey Sermon).

Beide haben es im Saisonverlauf nicht nur geschafft, sich Rollen in der Offense zu erkämpfen, sondern dominierten phasenweise ihre Backfields. Letztlich geht der Award für mich an Patterson, da Mitchell im Endspurt der Saison zu viele Spiele verpasst hat. Beide waren aber einmal mehr ein Grund dafür, im nächsten Jahr endlich mal die Zero-RB-Strategie im Draft auszuprobieren.

 

Honorable Mentions:

Elijah Mitchell (15,65 PPG)

Amon-Ra St. Brown (13,41 PPG)

Größte Enttäuschung: Allen Robinson, WR, Chicago Bears (7,35 PPG)


Fantasy-Enttäuschungen kommen auf viele Arten zustande, die häufigsten sind Verletzungen – diese wollen wir in dieser Kategorie einmal außen vor lassen. Nehmen wir die Christian McCaffreys der Welt aus dem Rennen, muss Robinson als größter Bust der Saison zählen. Der 28-Jährige ging fast eine volle Runde vor Kupp vom Board und kam in nur zwei Saisonspielen auf mehr als 10 PPR-Punkte.

Neben Robinson will ich noch Kenny Golladay und Mike Davis erwähnen, die in ihren jeweiligen Rollen in einer neuen Offense massiv enttäuschten. Golladay fand nie eine Chemie mit Daniel Jones, während Davis im Jahresverlauf immer mehr von Patterson verdrängt wurde und niemals dem potenziellen Workhorse-Back nahe kam, den viele in der Preseason erwartet hatten, nachdem er im Vorjahr als Backup von CMC in Carolina brilliert hatte.

 

Least Honorable Mentions:

Kenny Golladay (6,45 PPG)

Mike Davis (8,53 PPG)

Einflussreichste Verletzung: Christian McCaffrey, RB, Carolina Panthers (18,21 PPG)


Die Trophäe für die einflussreichste Verletzung könnte zukünftig als ChristianMcCaffrey-Award in die Geschichte eingehen. Das zweite Jahr in Folge brachte CMC Drafter an der ersten Position in die Bredouille – den, wenn fit, besten Spieler in der Fantasy-Geschichte nehmen und etwas riskieren? Oder doch lieber auf Nummer sicher gehen und den verletzungsanfälligen McCaffrey den Mitspielern überlassen?

Letztlich wählten die meisten wohl Variante 1 (wie ich auch) und durften ihre Lebensentscheidungen bereits nach wenigen Wochen in der Saison hinterfragen – zusammen mit der Prämisse: Nächstes Jahr hole ich ihn nicht mehr! Zumindest, bis die ersten positiven Camp-Berichte herauskommen …

 

Honorable Mention:

Derrick Henry (24,16 PPG)


Hinweis: Alle Punkteangaben beziehen sich auf die Zählweise von PPR-Ligen auf NFL.com.



Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.
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