Keine Zukunft in Washington: Alex Smith Keine Zukunft in Washington: Alex Smith IMAGO / ZUMA Wire

Ende einer Cinderella-Story: Washington entlässt Alex Smith

geschrieben/veröffentlicht von/durch  Dirk Kaiser 05.03.2021
In der NFL gibt es keinen Platz für Romantik. Wer diese Erkenntnis nicht immer auf dem Schirm hat, wurde an diesem Freitag nochmal in aller Klarheit daran erinnert – denn für Alex Smith ist auch kein Platz mehr im Washington Football Team.

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Ja, hat das “Football Team“ aus der US-Hauptstadt nun eine erfolgreiche Saison gespielt oder nicht? In einer schwachen NFC East reichte es immerhin zum Platz an der Sonne und somit zum Einzug in die Playoffs. Die Geschichte der Saison schrieb aber Quarterback Alex Smith, der nach zweijähriger Verletzungspause in Woche 5 der zurückliegenden Saison gegen die Los Angeles Rams sein Comeback feierte.

Alex Smith, der in sieben weiteren Spielen der Regular Season auf dem Feld stand, bei einer Bilanz von fünf Siegen und nur zwei Niederlagen, war am Ticket für die Postseason also sportlich nicht unbeteiligt. Und dennoch: Weder die Comeback-Story noch die Siege im vergangenen Herbst sind jetzt noch etwas wert. Die Entlassung, die sich in den letzten Tagen bereits angedeutet hatte, wurde nun vollzogen.


Der mittlerweile 36-Jährige hatte nach seiner Verletzung im November 2018 zeitweise um sein Leben gebangt. Die Wunde, ein mehrfacher, offener Schien- und Wadenbeinbruch hatte sich entzündet und wurde von Bakterien befallen. Auch eine Amputation seines verletzten Beines stand vorübergehend im Raum. Doch Smith kämpfte, kehrte auf den Platz zurück, führte das Washington Football Team in die Playoffs und wurde am Super-Bowl-Wochenende Comeback Player Of The Year.

Doch die gute Tat von gestern ist in der NFL morgen nichts mehr wert. Im Gegenteil, die sportliche Führung um Trainer Rivera und General Manager Martin Mayhew sah in den 15 Millionen US-Dollar, die das Team im Cap spart, einen höheren Mehrwert als in den in der Zukunft zu erwartenden Leistungen des Quarterbacks.

Wer wird Quarterback in DC, wohin geht Smith?

Das Team rückt nun mit über 50 Millionen an Cap Space zu den Mannschaften in der Liga auf, die in dieser Offseason den meisten Spielraum haben. Dafür muss das Team auf einen Neuanfang auf der Quarterback-Position setzen. Taylor Heinicke, der in den Playoffs für Smith einsprang und ein individuell starkes Spiel bei der Niederlage gegen die Tampa Bay Buccaneers machte, wurde bereits an die Franchise gebunden. Dahinter läuft der Vertrag von Kyle Allen aus, auf den Rivera große Stücke hält. Der einstige Hoffnungsträger Dwayne Haskins wurde nach einigen Verfehlungen bereits entlassen und steht nunmehr bei den Pittsburgh Steelers unter Vertrag.

Doch ist das der Weisheit letzter Schluss? Im Draft ist man zu spät dran, um einen der besten Prospects zu bekommen. Der Roster hat dabei zu viele Baustellen, als dass es sinnvoll erscheint mit der Ausgabe hohen Draft-Kapitals nach vorne zu traden. Wer sind die Alternativen? Cam Newton, den Rivera aus Carolina gut kennt, Jameis Winston oder Gardner Minshew? Eine spannende Frage.

Und Smith? Der First Overall Pick des Drafts von 2005, der 2018 von den Kansas City Chiefs an die Ostküste kam, will seine Karriere noch nicht beenden. Mit seiner Erfahrung und seiner in Washington bewiesenen Loyalität kann er für manch jungen Quarterback ein guter Backup und Mentor sein. Vielleicht bei den Jacksonville Jaguars oder Philadelphia Eagles? Vielleicht auch als Günstig-Option bei den Dallas Cowboys, wenn diese sich nicht mit Dak Prescott auf einen neuen Vertrag einigen – oder gar bei Bill Belichick in New England? Es darf fröhlich spekuliert werden.

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