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NFL Draft Sleeper 2022

Chris Pierce gehört zu den unterbewerteten Talenten auf der Position des Wide Receivers. Er ist ein echter Sleeper im NFL Draft 2022. Chris Pierce gehört zu den unterbewerteten Talenten auf der Position des Wide Receivers. Er ist ein echter Sleeper im NFL Draft 2022. Imago Images / ZUMA Wire / Richey Miller
Jedes Talent möchte gern in der ersten Runde gedraftet werden. Da machen wir uns nichts vor. Und während ich in meiner wöchentlichen Kolumne zum NFL Draft 2022 bereits viele Spieler beschrieben habe, gibt es immer noch ein paar Sleeper, denen ich noch keine Zeit in einem Artikel gewidmet habe. Ein Quarterback und zwei Small School Receiver von Idaho State und Northern Iowa haben es mir in besonderer Weise angetan. 



Vor allem an Tag Drei gibt es immer wieder Überraschungen. Spieler, die aufgrund von Vorverletzungen, fehlender Produktion oder vor allem geringer Aufmerksamkeit bisher keine Anerkennung im Draftprozess erhalten. Hier gibt es deshalb noch ein paar Small School Prospects und unterbewertete Sleeper auf den Skill Positionen.

Der Quarterback Sleeper

Genug wurde über Malik Willis, Kenny Pickett und Co. gesprochen. Doch spannend ist vielleicht die Erkenntnis, dass sich mehrere der Teams, die einen neuen Quarterback suchen, mit einem Transfer getroffen haben, der zunächst für South Florida und später in der FCS für South Dakota State aufgelaufen ist.


Chris Oladokun / Quarterback, South Dakota State

Vor allem die Pittsburgh Steelers sind vor dem Draft an Oladokun interessiert. Der Quarterback kann mit seinen Beinen Spielzüge verlängern und wirft überragend genau, wenn er aus der Bewegung seine Bälle verteilt. Genau diese Attribute fordert Head Coach Mike Tomlin, wenn er von Quarterbacks spricht, die zur modernen NFL passen. 

Außerdem wirft er mit einem sauberen Release, attackiert mit seinem Armtalent das gesamte Feld und nachdem er das College wechselte adaptierte er sehr schnell das neue System. Dies wiederum spricht für einen hohen Football IQ. 

Dennoch fehlt ihm natürlich die Competition, weshalb fraglich ist, ob er seine Genauigkeit annähernd auf dem so viel höheren Level bestätigen kann und er müsste noch mit mehr Gefühl werfen. Genauso wie er an seiner Entscheidungsfindung zu arbeiten hat, sind das aber alles Dinge, die zu lernen sind, wenn das Mindset stimmt und man einem Quarterback mehr Zeit zur Entwicklung einräumt, als den meisten Erstrundenpicks. 


Sleeper von großen Colleges

Von Michigan oder der USC kommen einige der Top Prospects der diesjährigen Draftklasse. Doch auch an den Power-5 Colleges verstecken sich manche Talente, die unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung fliegen. 


Keontay Ingram / Runningback, USC

Der gute Runner bildet das seltene Komplettpaket und fängt sogar auf tiefen Routen schwierige Bälle, wo andere ansonsten nur per Screen und in den Flats angespielt werden. Für Läufe zwischen den Tackles besitzt er außerdem die nötige Entschlossenheit und Übersicht. 

Gibt man ihm nicht ein One Cut/Zone Konzept, sondern lässt ihn vermehrt in Power Run Scheme spielen, wird er mehr Vertrauen in seine guten Anlagen setzen und über seinen bisherigen Draft Stock hinwegspielen. 


Daylen Baldwin / Wide Receiver, Michigan

Mittlerweile erleben wir es schon ein paar Jahre lang, dass Receiver der Michigan Wolverines im Draft unterbewertet werden. Allein deshalb soll Daylen Baldwin hier genannt werden. Baldwin ist ein sauber ausgearbeiteter Route Runner, der seine großen Körpermaße auch in der Red Zone einzusetzen weiß. Häufig löst er sich bereits mit dem ersten Schritt, was auch weiterhin nötig sein wird, denn der Transfer von der Jackson State hat alles andere als gut in den athletischen Drills getestet.


Chris Pierce / Wide Receiver, Vanderbilt

Schon wesentlich besser kommt da Chris Pierce daher und mit 1,91 Metern und 103 Kilogramm besitzt er Maße, wie der prototypische NFL Split End oder Big Slot Receiver. Diese Rolle erhielt der wichtigste Spieler im Angriff der Commodores, die seit Jahren keinen Fuß auf den Boden kriegen, jedoch äußerst selten. Darunter litt seine Produktivität und auch seine Reputation für den kommenden NFL Draft. 


Ko Kieft / Tight End, Minnesota

Ko Kieft ist ein klassischer Blocker auf der Tight End Positionen, der mit sauber ausgeführten Blocks und ausdauerndem Spiel seinem College-Team zum Sieg verhalf. Seine Eintrittskarte in die NFL erhält Kieft aber durch sein hervorragendes Special Teams Spiel, womit er über einige Jahre einen regelmäßigen Kaderplatz als TE3/4 erhalten kann. Diese Zeit sollte er nutzen und sich im Receiving Game weiter verbessern, um sich langfristig einen Namen zu machen. 


Small School Wide Receiver Sleeper

Cooper Kupp ist die große Entdeckung der letzten Jahre unter den Small School Wide Receivern. Gewiss werden sich Teams deshalb genau umschauen, welche Rohdiamanten sich in der Provinz verstecken. 


Dennis Houston / Wide Receiver, Western Illinois

Houston besitzt einen gehörigen Catch Radius und wird vor allem auf kurzen und mittleren Routen als sauberer Runner auffallen. Vor allem seine Vielseitigkeit für Runs bei Jets und End Arounds, sowie sein relativ physischer Laufstil nach dem Catch sind derzeit sehr gefragte Fähigkeiten in der NFL. Wobei man bei ihm in punkto Athletik schon Abstriche machen muss.


Tanner Conner / Wide Receiver, Idaho State

Keine Abstriche macht man hingegen bei Tanner Conner. Er besitzt zwar nicht denselben Top Speed, wie DK Metcalf, aber ansonsten erinnert vieles von seinem Spielstil an den Star-Receiver. Seine athletischen Werte sind vergleichbar zu denen von Treylon Burks und am Pro Day, zu dem ihn die Washington Huskies eingeladen haben, überzeugte er mit Bravour gegen Trent McDuffie und Kyler Gordon. 

Jump Balls sind bei ihm genauso gefährlich wie tiefe Routen als Big Slot Receiver. Wer in Burks eine Missmatch Waffe sieht, sollte sich in späteren Runden unbedingt mit Conner beschäftigen. Der Sleeper ist mehr als ein Trostpflaster. 


Isaiah Weston / Wide Receiver, Northern Iowa

Ein krasses Größe-zu-Geschwindigkeit Monster ist Isaiah Weston. Mit 1,91 Metern und 97 Kilogramm lief er beim Combine eine 4,42 und bewies sich als wahnsinnig explosiv auf den ersten 15 bis 20 Metern. Der natürliche Receiver wird deshalb auch in der NFL, trotz bisher niedriger Competition kaum Probleme bekommen, sich freizulaufen. Selbst wenn es mal nicht gelingt, zeigt er die Körperkontrolle für athletische Einlagen am Catch Point. 

Gerade sein Timing und Probleme bei der Lokalisierung des Balles auf tiefen Routen sind Schwächen, die ihn zurecht noch etwas im Draft gegenüber der Konkurrenz fallen lassen. Mit dem richtigen Fokus und einer weiteren Ausbildung sind diese aber durchaus gut zu behandeln. 

Philipp Forstner

DraftNerdPhilipp Forstner, alias Draft Nerd, ist ehemaliger O-Liner und sammelte erste Erfahrungen als Autor bei "Beardown Germany". Er schreibt über den NFL Draft und College Football für TOUCHDOWN24 und beobachtet als Scout die zukünftigen und aktuellen Spieler der NFL.
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