HEFT #53

Ausgabe JANUAR 2022

Jetzt kaufen
- Werbung -

Big Board und Position Rankings zum NFL Draft 2022

DeMarvin Leal streckt Missouris Quarterback Conner Bazelak nieder DeMarvin Leal streckt Missouris Quarterback Conner Bazelak nieder Imago Images / UPI Photo / Bill Greenblatt
Die Berichterstattung zum NFL Draft erreicht die Zeit, in der Big Boards und Position Rankings erste Aussagekraft besitzen. Zehn Wochen im College Football liegen bereits hinter uns und für die Draft Prospects bleibt nicht mehr viel Zeit, sich auf dem Platz für die NFL zu bewerben und mit außergewöhnlichen Aktionen das Scouting Tape aufzuhübschen. Die folgenden 20 Talente haben es auf mein Big Board geschafft. Kayvon Thibodeaux und Kyle Hamilton sind, wie bei vielen Draft Analysten, auch meine Frontrunner. Beide Defender stechen aus der vor allem auf dieser Seite des Balles starken Draftklasse aktuell heraus.


Top 20 Big Board

Sechs Verteidiger schaffen es in die Top Ten. Dazu weitere sechs Spieler aus der Offensive Line auf das Top 20 Big Board. Elf der ersten 14 genannten Prospects spielen an der Line of Scrimmage. Wir wissen noch nicht, ob die NFL Scouts ein ähnliches Bild dieser Draftklasse zeichnen. Aber eine solche Vielzahl an schweren Jungs mit besonderer Qualität ist selten. Vor allem wenn ein außergewöhnlicher Edge Defender wie Kayvon Thibodeaux hinzugezählt wird. 

1. Kayvon Thibodeaux / Edge, Oregon

Thibodeaux ist ein sagenhafter Mix aus Beweglichkeit, Explosivität, Körpermaße und Schnelligkeit. Mit 1,96 Metern und 113 Kilogramm ist er eine wahre Pass Rushing Maschine. Unter athletischen Gesichtspunkten bewegt sich der Pass Rusher außerhalb der Norm. Er kommt so antrittsstark über außen und ist dabei besonders kraftvoll. Sowohl gegen den Pass als gegen den Lauf kann er das Spiel seiner künftigen Defense verändern. Seine Techniken kann er weiter ausbauen, um noch effektiver zu werden.

2. Kyle Hamilton / Safety, Notre Dame

Hamilton ist ein athletischer Freak, der bereits über drei Jahre im Trikot der Fighting Irish als erfolgreicher Defensive Playmaker agiert. Frühe Vergleiche zu Sean Taylor sind insofern berechtigt, dass es praktisch ausgeschlossen ist, diesen Safety nicht in den Top Ten zu draften. Er wäre dann der erste Verteidiger von Notre Dame seit 27 Jahren, der so früh ausgewählt wird. 

3. Derek Stingley Jr. / Cornerback, LSU

Stingley Jr. spielte in diesem Jahr nur drei Begegnungen, ehe er am linken Fuß operiert werden musste und seine College Karriere vorzeitig beendete. Er hat die ideale Größe und Schnelligkeit und gewinnt seine Matchups mit raschen Bewegungen und enormer Körperlänge. Es gibt in seinem Spiel praktisch keine Lücken und dazu ist er ein ausgezeichneter Balljäger. Wenn er gesund war, konnte er seine Seite komplett für das gegnerische Angriffsspiel abriegeln und hielt auch gegen die besten College Receiver stand. Selten warfen Quarterbacks später noch in seine Richtung, da er diese Versuche regemäßig bestrafte. 

4. Evan Neal / Offensive Tackle, Alabama

Alabamas Quarterback Bryce Young gilt als Mitfavorit auf die Heisman Trophy. Der Grund, weshalb ihm seine erste Saison so gelingt, findet sich bei seinem “Blindside” Tackle Evan Neal. Der ist überaus athletisch und besitzt exorbitante Körpermessungen, beweglich genug, um quirlige Pass Rusher in Schach zu halten und kräftig genug, um für das Laufspiel große Löcher aufzureißen. Eine so besondere Mischung aus Talent und Fähigkeiten auf seiner Position erlebt man selten. 

5. Aidan Hutchinson / Defensive Line, Michigan

Allein seine neun Sacks und 10,5 Tackles for Loss sind bereits außergewöhnlich und rechtfertigen diese hohe Platzierung. Doch es sind die Anlagen und Fähigkeiten außerhalb der Stats, die ihn zu einem besonderen Talent machen. Nachdem er sich im letzten Jahr das rechte Sprunggelenk brach, war unklar, wie schnell er wieder bei 100 Prozent sein würde. Die Antwort, er hat sogar noch einmal zugelegt, so dominant wie er an der Line of Scrimmage spielt. Gegner müssen ihr Blocking Schema nach ihm ausrichten, was wiederum Möglichkeiten für einen Shootingstar auf diesem Big Board, David Ojabo, bietet. Massiv, kräftig und technisch ausgereift, gehört Hutchinson zu den besten College Spielern dieses Jahres. Jetzt muss sein neues Team nach dem Draft nur die geeignete Rolle für den Defensive Linemen finden.

6. Charles Cross / Offensive Tackle, Mississippi State

Eines meiner Highlight Tapes in diesem Sommer besitzt Charles Cross. Seitdem klettert der leichtfüßige und fiese Offensive Tackle überall die Boards hinauf. Er ist wie geschaffen für die heutige NFL. Kräftige, aber agile, Beinarbeit paart er mit mächtigem Handeinsatz und einer Einstellung, jeden Gegner nicht nur besiegen zu wollen, sondern ihm jegliche Lust am Spiel zu nehmen. Beinah schwebend leicht vollführt er seine Bewegungen, ehe es am Pad des Gegenspielers heftig einschlägt. Eine wahre Augenweide für Offensive Line Coaches. 

7. Ikem Ekwonu / innere Offensive Line, NC State

Auf engstem Raum reißt die kraftvolle und gewaltige Dampfwalze Ekwonu beinah mühelos Lücken für das Laufspiel auf. Nachdem er zum Anfang seiner College Karriere Probleme in seinen Pass Sets hatte, scheint er diese Anfälligkeit dank verbesserter Technik überwunden zu haben, was den physischen Offensive Guard zu einem Top Prospects aufsteigen lässt.

 

;

8. George Karlaftis III / Edge, Purdue

Der griechische Gigant beeindruckt zwar nicht mit einer hervorragenden Stat Line, aber er ist sehr dominant an der Line of Scrimmage. In einer enorm stark besetzten Edge Rusher Klasse könnte er deshalb im Draft dennoch weiter fallen. Dabei liefert er ein außergewöhnlich gutes Paket an Anlagen und physischen Eigenschaften. Er sollte aber genau hinhören, wie die NFL ihn aktuell bewertet. Vielleicht ist es für ihn besser, noch ein Jahr zu warten und weiter an seinen Techniken zu feilen. 

9. Tyler Linderbaum / innere Offensive Line, Iowa

Nach dem Snap kommt er zügig in seine Blocks und bearbeitet kraftvoll aus den Beinen seine Matchups. Er ist spielintelligent und gibt die Adjustements für seine Offensive Line vor dem Snap durch. Seine Snaps als Center sind zuverlässig und er kommt selbstbewusst ins zweite Level. Linderbaum ist athletisch und ein unnachgiebiger Blocker im Zentrum. Seine Fähigkeiten machen ihn zum besten Center im College Football und zum besten dieser Draftklasse. Ihm steht eine lange NFL-Karriere bevor. 

10. DeMarvin Leal / Defensive Line, Texas A&M

Die Saison der Aggies folgt einem ständigen Auf und Ab. DeMarvin Leal hingegen ist eine konstante Allzweckwaffe an der Line of Scrimmage. Er könnte in der NFL sowohl als 4-3 Defensive Tackle als auch als 3-4 Defensive End spielen. Gegnerische Blocker reibt er förmlich auf für seine Mitspieler oder er schlüpft selbst an ihnen zum Ballträger vorbei. Dabei präsentiert der groß gewachsene Verteidiger eine beeindruckende Körperkontrolle für diese vielseitige Rolle. 



11. Trevor Penning / Offensive Tackle, Northern Iowa

Jedes Jahr wird im NFL Draft ein Small School Prospect in der ersten Runde ausgewählt und immer scheinen die Beobachter davon überrascht zu sein. Dieses Mal hat Trevor Penning gute Chancen dieser Spieler zu sein, auch wenn Draft Nerds und Scouts ihn längst auf dem Schirm haben. Er ist kräftig gebaut und will mit unaufhörlicher Beinarbeit durch jedes Hindernis hindurchblocken. Eine Einladung zum Senior Bowl ist ihm bereits sein. Dort kann er allen Scouts beweisen, dass seine Pass Sets auch gegen größeres Talent standhalten.

12. Nakobe Dean / Linebacker, Georgia

Dean spielt immer im höchsten Drehzahlbereich und scannt bei jedem Play das Feld nach Chancen ab, den gegnerischen Plan zu vereiteln. Trotz seiner nur knapp über 100 Kilogramm Masse löst er sich mit Leichtigkeit von herannahenden Blockern und macht Tackles im Backfield. In Pass Coverage Situationen verfügt er natürlich über die nötige Reichweite eines modernen NFL Linebackers.



13. Jordan Davis / Defensive Line, Georgia

Der 1,98 Meter große und über 150 Kilogramm schwere Nose Tackle wirkt, wie ein gestandener Mann unter kleinen Jungs auf dem College Feld. Neben seinem enormen Körperbau ist Davis auch überaus athletisch gebaut. In der NFL gewinnt die Rolle eines einschüchternden “Two Gap” bespielenden Run Stoppers wieder mehr an Gewicht. Jeder möchte den nächsten Vita Vea in seinem Team begrüßen. Daher hat der gefürchtetste Verteidiger im College Football gute Chancen, früh gedraftet zu werden. 

14. Kenyon Green / innere Offensive Line, Texas A&M

Green ist dieser nie aussterbende Big Mauler, der in der NFL im Run Game als führender Blocker die Löcher aufreißt. Seine Körpermessungen sind solide, aber für die Position des Tackles wahrscheinlich ungeeignet, weshalb der kräftige Techniker künftig auf Guard eingesetzt wird. Dabei hat er am College abgesehen vom Center alle Positionen seiner Offensive Line durch. Green kann also vom ersten Tag als Guard links oder rechts starten, abhängig davon, wo ihn sein neues Team am dringendsten benötigt. In Pass Protections kann er dann besser werden, wenn er sich in seiner Rolle bei den Profis festgespielt hat. Das erforderliche athletische Profil ist dazu vorhanden. 

15. Devin Lloyd / Linebacker, Utah

Die Tage, in denen ein Linebacker vor allem in die Gaps schießen soll, um den Lauf zu stoppen, sind vorüber. Heutzutage sucht die NFL nach Playmakern wie Devin Lloyd. Der vielleicht beste Allrounder dieser Draftklasse kann bezogen auf Matchups und den gegnerischen Offense Plan überall eingesetzt werden. Als Blitzer, gegen den Lauf, in Zone Coverages oder Manndeckung. 

16. David Ojabo / Edge, Michigan

In Nigeria geboren und in Schottland aufgewachsen, spielt Ojabo erst seit fünf Jahren überhaupt American Football. Daher ist er sehr roh in vielen Fähigkeiten und ist damit vergleichbar mit seinem ehemaligen Mitspielers an der High School, Odafe Oweh (heute Baltimore Ravens). Der athletische Freak bringt es im Gegensatz zu Oweh aber in seinem zweiten Jahr auf zehn Sacks und zehn Tackles for Loss bei den Michigan Wolverines. Denn er zählt bereits erste Pass Rush Moves, wenn auch unterentwickelt, zu seinem Repertoire. Position Coaches werden sich im Draftprozess in ihn verlieben. 

17. Garrett Wilson / Wide Receiver, Ohio State

Wieder erwartet uns eine hitzige Debatte über den besten Receiver der Draftklasse. Garrett Wilson sticht für mich aktuell seinen Mitspieler Chris Olave an der Ohio State aus und auch die weitere Konkurrenz. Wilson hat ein gutes Gefühl für die Schnittstellen einer Defense und ist ein spritziger Route-Runner mit sicheren Fanghänden. In neun Spielen kommt er dieses Jahr auf 53 Receptions, 813 Yards und neun Touchdowns, sowie drei rushes für 71 Yards und einen weiteren Touchdown. 

18. Jameson Williams / Wide Receiver, Alabama

Von der Ohio State transferiert, etablierte sich Jameson Williams sehr rasch in der SEC als Offensive Playmaker. Mit 20,2 Yards pro Reception und 1.028 Receiving Yards führt er nach  zehn Spielen klar vor der Konkurrenz. (Treylon Burks: 15,7/815; John Metchie: 10,8/722; Ainias Smith: 11,7/468; Wan’Dale Robinson: 11,5/886). Mit seinem enormen Speed kann er Defenses in der Tiefe gefährlich angreifen und ist in der Lage den Ball in der Luft zu lokalisieren, seine Route anzupassen und schwierige Pässe über die Schulter zu fangen.

19. Kaiir Elam / Cornerback, Florida

Elam hat nahezu keine Fehler in seinem Spiel und es gibt sicher gute Argumente ihn noch weiter oben zu platzieren. Der physische und langarmige Verteidiger zählt eindeutig zu den größeren Cornerbacks. Akrobatisch verdreht Elam seinen Körper, um jede noch so kleine Chance zum Big Play zu nutzen, nachdem er sich zuvor mit einem instinktiven Gespür für den Ball an den Ort des Geschehens bewegt hat. In 27 Karriereeinsätzen kommt er so auf 20 abgewehrte Pässe und fünf Interceptions. 

20. Jahan Dotson / Wide Receiver, Penn State

Dotson mag nicht der größte Receiver sein und gegnerische Cornerbacks werden versuchen, ihn physisch aus seinem Timing zu bringen, aber sein Catch Radius ist für einen kleineren Receiver außergewöhnlich. Bei Jump Balls ist er gegen größere Verteidiger nicht weniger gefährlich als andere Passempfänger, weil er mit kurzer Beschleunigung den Ort seines Absprungs genauestens anpasst. Die Schnelligkeit für das vertikale Spiel, mit der er jedem Defensive Back enteilt, hat er ohnehin. Seine Problematik in Vorjahren zu viele Bälle zu droppen, hat er in diesem Jahr in den Griff bekommen, weshalb Dotson den 20. Platz in meinem Big Board erhält.


Position Rankings


Die entscheidenden Spiele kommen noch. Meisterschaften wollen gewonnen werden, Bowl Games stehen aus. Im Anschluss daran beginnt der eigentliche Draftprozess mit athletischen Testungen, Interviews und vorbereiteten Drills zur besseren Evaluation der Talente. Bis dahin sind dies meine jeweiligen Top Drei auf jeder Position:


Quarterback


  1. Matt Corral, Ole Miss Rebels
  2. Kenny Pickett, Pittsburgh Panthers
  3. Malik Willis, Liberty Flames

Runningback


  1. Kenneth Walker III, Michigan State Spartans
  2. Isaiah Spiller, Texas A&M Aggies
  3. Breece Hall, Iowa State Cyclones

Wide Receiver


  1. Garrett Wilson, Ohio State Bukeyes
  2. Jameson Williams, Alabama Crimson Tide
  3. Jahan Dotson, Penn State Nittany Lions

Tight End


  1. Jalen Wydermyer, Texas A&M Aggies
  2. Trey McBride, Colorado State Rams
  3. Jeremy Ruckert, Ohio State Buckeyes

Offensive Tackle


  1. Evan Neal, Alabama Crimson Tide
  2. Charles Cross, Mississippi State Bulldogs
  3. Trevor Penning, Northern Iowa Panthers


Innere Offensive Line


  1. Ikem Ekwonu, NC State Wolfpack
  2. Tyler Linderbaum, Iowa Hawkeyes
  3. Kenyon Green, Texas A&M Aggies

Defensive Line


  1. Aidan Hutchinson, Michigan Wolverines
  2. DeMarvin Leal, Texas A&M Aggies
  3. Jordan Davis, Georgia Bulldogs

Edge


  1. Kayvon Thibodeaux, Oregon Ducks
  2. George Karlaftis III, Purdue Boilermakers
  3. David Ojabo, Michigan Wolverines

Linebacker


  1. Nakobe Dean, Georgia Bulldogs
  2. Devin Lloyd, Utah Utes
  3. Christian Harris, Alabama Crimson Tide

Cornerback


  1. Derek Stingley Jr., LSU Tigers
  2. Kaiir Elam, Florida Gators
  3. Roger McCreary, Auburn Tigers

Safety


  1. Kyle Hamilton, Notre Dame Fighting Irish
  2. Daxton Hill, Michigan Wolverines
  3. Jaquan Brisker, Penn State Nittany Lions
Philipp Forstner

DraftNerdPhilipp Forstner, alias Draft Nerd, ist ehemaliger O-Liner und sammelte erste Erfahrungen als Autor bei "Beardown Germany". Er schreibt über den NFL Draft und College Football für TOUCHDOWN24 und beobachtet als Scout die zukünftigen und aktuellen Spieler der NFL.
Nach Oben