D.J. Moore wurde als Teil des Trades von den Carolina Panthers zu den Chicago Bears geschickt.
IMAGO / USA TODAY Network

Es war eine echte News-Bombe, die ESPNs Adam Schefter am letzten Freitag platzen ließ. Die Chicago Bears traden den ersten Pick im NFL Draft 2023 – und zwar weder an die Colts, noch an die Texans. Nein, die Carolina Panthers mit ihrem neuen Head Coach Frank Reich haben Ende April in Kansas City nun die freie Auswahl. Ein Quarterback wird es sein, da sind sich alle Experten einig. Doch wer macht am Ende das Rennen? Und was bedeutet der Trade für die Teams auf den Positionen 2 bis 4?


Für das Recht, im kommenden Draft an Eins zu wählen, gaben die Panthers eine Menge Kapital an die Bears ab. Neben dem 9th Overall Pick in diesem Draft erhält Chicago noch einen Erstrundenpick 2024, einen Zweitrundenpick 2023 und einen weiteren Zweitrundenpick 2025. Und als wäre das noch nicht genug, ist auch Star-Receiver D.J. Moore Teil des größten Trade-Pakets dieser Offseason.

Der Deal erlaubt es den Panthers, am 27. April ihren favorisierten Quarterback auszuwählen, während die Bears die gewonnenen Picks nutzen werden, um Justin Fields ein starkes Team an die Seite zu stellen. Doch der Trade wird auch Auswirkungen auf die Teams dahinter haben – allen voran die Indianapolis Colts, die Houston Texans und die Arizona Cardinals. TOUCHDOWN24 beleuchtet die Situation und wirft einen Blick auf mögliche Gewinner und Verlierer.

Carolina Panthers


Die Meinungen zum Deal aus Panthers-Sicht gehen in den USA weit auseinander. Viele denken, der Preis für den Uptrade war deutlich zu teuer, andere dagegen argumentieren, für einen potenziellen Franchise-Quarterback ist kein Preis zu hoch. Letztlich war es ein Trade, den die Panthers beinahe machen mussten. Carolina hat es seit dem Abgang von Cam Newton nicht geschafft, die Quarterback-Frage langfristig zu beantworten. Ob Teddy Bridgewater, Sam Darnold oder Baker Mayfield - die Lösungen seitdem haben sich in einem Bereich von „brauchbar“ bis „desaströs“ bewegt.

Daher wird es endgültig Zeit für Carolina, einen eigenen Franchise-Quarterback zu draften und zu entwickeln. Die Problematik: Mit dem neunten Pick im Draft ist es alles andere als garantiert, dass einer der Top-4-QBs (Bryce Young, C.J. Stroud, Anthony Richardson, Will Levis) zu den Panthers fällt. Jetzt hat das Team nicht nur die Möglichkeit auf einen dieser Top-Passer, es kann sich sogar seinen Lieblingsspieler aussuchen. Das sind gute News für eine Franchise, die beispielsweise bei den Stafford- und Watson-Deals trotz großem Interesse leer ausgegangen ist.

Könnte es sein, dass sich dieser Trade in ein paar Jahren als kompletter Misserfolg entpuppt? Klar, das ist möglich. Aber wenn die Panthers Ende April tatsächlich ihren Franchise-Quarterback finden, wird das Team potenziell über Jahre hinweg Erfolg haben. Das ist ein Ziel, das die Panthers in ihrem jahrelangen Rebuild schlicht und einfach verfolgen mussten. Daher ist der Trade für den neuen Head Coach Frank Reich und General Manager Scott Fitterer das Risiko allemal wert.

Chicago Bears


Die Bears, da sind sich alle Fans und Experten einmal einig, sind der große Gewinner dieses Deals. Es wurde in NFL-Kreisen stets davon ausgegangen, dass Chicago den ersten Pick tradet, aber das Panthers-Paket ist wohl größer als alles, was Chicago von Houston oder Indianapolis bekommen hätte. Und selbst an Position 9 könnte mit Jalen Carter der absolute Wunschspieler der Bears noch verfügbar sein, da er aufgrund seiner unklaren rechtlichen Situation im Rahmen eines Autounfalls durchaus ein paar Spots fallen könnte.

Doch Carter hin oder her – selbst wenn die Bears den Georgia-Star am Ende nicht bekommen, sind das die zusätzlichen Picks allemal wert. Wide Receiver Moore, der weitere Teil des Trade-Pakets, ist eine wichtige Waffe für den jungen Justin Fields, nachdem der Chase-Claypool-Trade bisher kaum einen nennenswerten Impact hatte. Die Bears können mit diesem Deal viele Lücken in ihrem Kader schließen, der dringend eine Hochglanzpolitur benötigt.

Houston Texans


Für die Texans hat sich die Lage eigentlich nicht wesentlich verändert. Der Franchise musste immer bewusst sein, dass ein Team an Position 1 traden wird, wenn sie es nicht selbst tun. Positiv könnte man vermerken, dass es nicht die Colts sind, die in der eigenen Division nun vor den Texans picken. Daher hat Houston nach wie vor die Trümpfe in der AFC South in der Hand und kann sich an Position 2 einen der drei verbliebenen Quarterbacks holen.

Indianapolis Colts


Für die Colts ist die Lage dagegen deutlich schwieriger als für die Texaner. Mit den Panthers und Texans an den Positionen 1 und 2 ist es beinahe sicher, dass zwei Quarterbacks vom Board sein werden. Ich persönlich tippe auf Stroud (Panthers) und Young (Texans), in welchem Fall die Colts, die ebenfalls starkes Interesse an Stroud haben sollen, leer ausgehen würden. Zudem besteht weiterhin die Gefahr, dass ein weiteres QB-needy Team wie Las Vegas einen Trade mit den Cardinals an dritter Stelle einfädelt und die Situation für Indy nochmal komplizierter macht.

General Manager Chris Ballard hat sich bisher recht bedeckt gehalten, doch wenn uns seine Draft-Vergangenheit eines zeigt, dann, dass der 53-Jährige „toolsy prospects“ - also Spieler mit starken Anlagen, die womöglich noch ein wenig Arbeit benötigen – höher priorisiert als die Konkurrenz. In der Regel sind die Top-Selections von Ballard physische Freaks. Das würde Floridas Anthony Richardson ins Spiel bringen, der eine beeindruckende Combine in Indianapolis gezeigt hat und für mich das größte Upside aller QBs im Draft hat.

Für Richardson spricht zudem die Tatsache, dass der neue Colts-Coach Shane Steichen bereits bei den Philadelphia Eagles mit einem laufstarken Quarterback zusammengearbeitet hat. Die Eagles liefen im Vorjahr ganze 189 designte QB-Runs oder Option-Plays, die meisten in der NFL – und diese Zahl wäre noch größer, wäre Jalen Hurts nicht für zwei Spiele ausgefallen. Dennoch: Richardson könnte stets die Nummer Eins auf dem Zettel der Colts gewesen sein, doch sie haben etzt nicht mehr das alleinige Vorrecht bei der Auswahl – das macht sie wohl zu den größten Verlierern in diesem spektakulären Trade.

Arizona Cardinals


Bislang halten sich die Cardinals bedeckt, ob sie planen, den Nummer-3-Pick an eine andere Franchise zu traden. Bleiben die Cards an der 3, wird es wohl auf Will Anderson Jr. hinauslaufen, den besten Edge-Rusher und für viele das beste Prospect der gesamten Draftklasse. Tradet Arizona aber ebenfalls zurück, gibt es eine realistische Chance, dass zum ersten Mal in der illustren Geschichte der NFL vier Quarterbacks in Folge vom Board gehen.

Der 27. April kann gar nicht schnell genug kommen …


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