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Diese Spieler stehen 2022 vor einer Make-or-Break-Saison

Daniel Jones steht am Scheidepunkt seiner Karriere. Daniel Jones steht am Scheidepunkt seiner Karriere. IMAGO / Icon SMI
Die US-amerikanische Baseballlegende Pete Rose sagte einst: „Wenn jemand gnädig genug ist, mir eine zweite Chance zu geben, brauche ich keine dritte.“ Das können viele Spieler auf dieser Liste nicht von sich behaupten: Sie haben mehr als eine Chance bekommen, um ihren Wert gegenüber ihrer jeweiligen Franchise zu beweisen, sind diesen Beweis bislang aber schuldig geblieben. Die Saison 2022 wird für die meisten dieser Akteure zum wichtigsten Jahr ihrer Profi-Karriere. TOUCHDOWN24 zeigt euch, wer in der NFL ab September um seinen Job spielt.

 

Carson Wentz, Quarterback, Washington Commanders


Kaum jemand hat eine wildere NFL-Karriere hinter sich als Wentz. 2017 stand der damalige Eagle kurz vor dem Gewinn des MVPs, bevor ihn eine Kreuzbandverletzung ausbremste. Nachdem sich Wentz mit dem Front-Office in Philadelphia überworfen hatte, sollte Frank Reich seine Karriere in Indianapolis wiederbeleben. Ein blamabler Auftritt in Jacksonville zum Saisonende, der die Colts ihren Platz in den Playoffs kostete, besiegelte jedoch Wentz' Schicksal in Indiana. In Washington hat der 29-Jährige nun vermutlich seine letzte Chance, zu zeigen, dass er noch ein Starting-Quarterback in der NFL sein kann.

„Das ist seine letzte Chance“, sagte auch Quarterback-Legende und Hall of Famer Troy Aikman bei ESPN. „Er muss zeigen, dass er ein Franchise-Quarterback ist.“ Die Voraussetzungen dafür stehen zumindest besser als in Indianapolis. Das mag auf den ersten Blick verwirrend klingen, hatte Wentz in Indy mit Reich doch seinen größten Mentor an der Seite. Doch die Commanders haben deutlich bessere Receiving-Optionen als Indy und mit Terry McLaurin einen kommenden Superstar. Sollte Wentz 2022 erneut scheitern, gibt es für ihn keine Ausreden mehr.

Jeffrey Okudah, Cornerback, Detroit Lions


Okudah ist erst 23 Jahre alt, doch seine Karriere in der NFL ging steil bergab, seit ihn die Lions im 2020er-Draft mit dem Third-Overall-Pick auswählten. Als aggressiver und physisch dominanter Cornerback galt Okudah einst als Prototyp des modernen Passverteidigers, mittlerweile sind seine Aussichten in der Liga trübe. Der 23-Jährige absolvierte aufgrund von Verletzungen nur zehn Spiele in seinen ersten beiden Jahren für die Lions. Wer seine Situation positiv betrachtet, würde sagen: Von diesem Punkt an kann es nur noch bergauf gehen.

Die Lions setzen dieses Jahr offensichtlich auf den Breakout von Okudah, hinter dem ehemaligen Ohio State Buckeye hat Detroit nur zweite oder dritte Optionen im Kader (Amani Oruwariye, Ifeatu Melifonwu oder Mike Hughes). Das sind allesamt solide Spieler, doch nur Okudah hat das Potenzial, die Secondary der Lions auf ein neues Level zu hieven. In den ersten drei Wochen bekommt es Okudah übrigens direkt mit Justin Jefferson, Terry McLaurin und DeVonta Smith zu tun.

 

Ezekiel Elliott, Runningback, Dallas Cowboys


Elliott ist schon lange nicht mehr der Dominator, der die NFL 2016 im Sturm eroberte. Im vergangenen Jahr wurde klar, dass „Zeke“ über die Jahre hinweg mindestens einen Schritt verloren hat. Für einen Großteil der Saison sah Elliotts Backup, Tony Pollard, wie der bessere Runningback aus. Das haben auch die Cowboys realisiert und den Workload ihres einstigen Star-Runningbacks massiv reduziert. Elliott kam 2021 auf unter 60 Rushing-Yards pro Spiel und holte pro Laufversuch nur 4,2 Yards – der drittschlechteste Wert seiner Karriere.

Wie viel davon mit seiner Verletzung am hinteren Kreuzband zu tun hatte, werden wir 2022 sehen. Es könnte durchaus sein, dass Elliott dadurch stärker als gedacht eingeschränkt wurde, sah er doch teilweise auf dem Rasen aus, als hätte er 50 Prozent seiner Spritzigkeit verloren. Falls Elliott jedoch seinen Monstervertrag über 90 Millionen Dollar aus dem Jahr 2019 rechtfertigen will, muss er diese Saison liefern – und das vermutlich mit noch weniger Carries.

Daniel Jones, Quarterback, New York Giants


Jones steht am Scheidepunkt seiner Karriere. Der Sixth-Overall-Pick aus dem Jahr 2019 hat in keiner seiner bisherigen NFL-Saisons mehr als fünf Spiele gewonnen und die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllt. Fairerweise muss man sagen, dass Jones sicher nicht die alleinige Schuld für das desolate Abschneiden der Giants in den letzten Jahren trägt: Das Coaching war unterdurchschnittlich und das Front-Office der New Yorker verpasste es mehrmals, Jones ausreichende Unterstützung an die Seite zu stellen. Viele Experten rechneten bereits diese Saison mit einem QB-Neustart im Big Apple, doch die Giants wollten Jones eine letzte Chance geben.

Die Verpflichtung von Brian Daboll als neuem Head Coach ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Der ehemalige Offensive Coordinator der Bills hat gezeigt, dass er mit jungen Quarterbacks arbeiten kann. Nun ist Jones kein Josh Allen, doch er hat auf jeden Fall mehr Talent, als er das in seiner Karriere bislang zeigen konnte. 2020 war er beispielsweise einer der besten Deep-Ball-Passer der Liga, auf diese Stärke sollten die Giants 2022 mehr setzen. Ob aber selbst eine solide Saison ausreicht, um Jones' Job in New York zu retten, ist fraglich – schließlich verzichteten die G-Men darauf, seine Fifth-Year-Option zu aktivieren. Jones muss wohl die Sterne vom Himmel holen, um auch 2023 noch im Big Apple zu spielen.

Jared Goff, Quarterback, Detroit Lions


Die in ihn gesetzten Erwartungen waren alles andere als hoch, doch man kann durchaus argumentieren, dass Goff sie in den ersten Wochen der vergangenen Spielzeit noch untertraf. Der 27-Jährige war einer der schlechtesten Quarterbacks der Liga. Hätte Detroit eine vernünftige Alternative im Kader gehabt, Goff wäre vermutlich auf der Bank gelandet. Dann kam die Bye-Week und mit ihre eine Veränderung - Head Coach Dan Campbell übernahm das offensive Play-Calling. Und siehe da: In seinen letzten fünf Starts der Saison hatte Goff eines der besten Passer-Ratings in der Liga (107,1) und warf elf Touchdowns bei nur zwei Interceptions.

Das verleitete die Lions dazu, in einer schwachen Quarterback-Klasse auf einen neuen Signalcaller im Draft zu verzichten und Goff eine neue Chance zu geben. Und die Aussichten für Goff könnten kaum besser stehen: Er hat potenziell eine der besten O-Lines der Liga vor sich, mit Stars wie Penei Sewell, Taylor Decker und Frank Ragnow. Mit D.J. Chark (ehemals Jacksonville) und Jameson Williams (Draft) kamen zudem zwei neue Waffen für Goff hinzu. Wie CBS-Analyst Jeff Kerr zeigt, sehen die Starter der Lions auf dem Papier alles andere als schlecht aus:

 


Ob in Detroit oder woanders: Goffs Chancen, 2023 erneut als Starter einer NFL-Franchise in die Saison zu starten, werden massiv davon abhängen, wie er sich 2022 präsentiert. Er hat definitiv genug Talent um sich herum, um das Beste aus sich für 17 Spiele herauszuholen. Schafft er das nicht, kann er niemandem außer sich selbst die Schuld geben.

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.
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