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Diese Second-Year-Spieler stehen 2022 vor dem Breakout

Trevor Lawrence will mit den Jaguars 2022 einen Sprung nach vorne machen. Trevor Lawrence will mit den Jaguars 2022 einen Sprung nach vorne machen. IMAGO / ZUMA Wire
Die meisten Spieler in der NFL machen ihren größten Leistungssprung irgendwann zwischen dem ersten und zweiten Jahr. Das hat mehrere Gründe: Einerseits fällt vielen Rookies die Anpassung an die Liga schwerer als gedacht, andererseits fehlen noch wichtige Erfahrungswerte. Natürlich gibt es Superstars wie Ja'Marr Chase, die die Liga direkt in ihrem ersten Jahr erobern. Sonst erinnert die Entwicklung von NFL-Spielern aber ein wenig an Popcorn – manche brauchen eben ein wenig länger, bis sie „poppen“. TOUCHDOWN24 zeigt euch, welche Sophomores (Second-Year-Spieler) 2022 vor ihrem Breakout stehen.


Kwity Paye, DE, Indianapolis Colts


Nach dem Abgang von Defensive Coordinator Matt Eberflus als Head Coach nach Chicago können wir 2022 große Dinge von Paye erwarten. Im System des neuen Coordinators Gus Bradley spielen athletische Pass-Rusher eine extrem wichtige Rolle – das ist wie gemacht für den Erstrundenpick der Colts im Vorjahr. Hinzu kommt, dass durch die Verpflichtung von Yannick Ngakoue etwas Druck von Paye genommen wird.

Gegner müssen sich nun nicht mehr nur auf den schnellen Paye einstellen, sondern auch gegen die Power von Ngakoue und DeForest Buckner durch die Mitte gewappnet sein. Der 23 Jahre alte Paye wird nächstes Jahr wohl einige Eins-gegen-Eins-Duelle sehen. Kann er diese für sich nutzen, sind zweistellige Sack-Zahlen nicht ausgeschlossen.

Rashod Bateman, WR, Baltimore Ravens


Bateman ist zwar kein direkter Ersatz für den abgewanderten Marquise Brown (Cardinals), doch sollte es ohne „Hollywood“ 2022 deutlich mehr Möglichkeiten für den letztjährigen Erstrundenpick der Ravens geben. Statt mit Explosivität und Geschwindigkeit punktet Bateman mit sicheren Händen und bereits jetzt ausgereiften Route-Running-Fähigkeiten. Das macht ihn zu einem klassischen Chain-Mover, den Baltimore gut gebrauchen kann.

Die Rookie-Saison von Bateman war enttäuschend, doch er musste sowohl mit Verletzungen als auch teilweise mit einem Backup-Quarterback spielen. Klar, im Vergleich zu Rookie-Sensationen wie Chase und Justin Jefferson wirken seine 46 Catches für 515 Yards wenig. Doch es zeigt nur einmal mehr, dass sich eben nicht jeder Spieler gleich entwickelt. Ich gehe 2022 von einem deutlich verbesserten Bateman aus.

Trevor Lawrence, QB, Jacksonville Jaguars


Es ist erstaunlich, wie schnelllebig unsere Welt geworden ist. Noch vor einem Jahr galt Lawrence als Generationentalent, wie wir es seit Andrew Luck oder sogar Peyton Manning nicht mehr gesehen haben. Ein Jahr später scheint es so, als haben viele Fans und Experten den 22-Jährigen bereits abgeschrieben. Dabei ist die Lernkurve gerade bei Quarterbacks kaum vorhersehbar – oder hättet ihr nach seiner Rookie-Saison gedacht, dass Josh Allen einmal ein Top-5-Quarterback wird? Eben.

Deswegen gilt bei Lawrence eine in der Liga mehr und mehr vermisste Tugend: Geduld. Diese Saison sollte für den ehemaligen College-Champion deutlich besser werden. Da wäre einmal der Trainerwechsel von Urban Meyer zu Doug Pederson, der Hoffnung verspricht. Zudem haben die Jaguars in der Offseason alles daran gesetzt, Lawrence mit mehr Waffen zu umgeben – auch wenn sie dafür oftmals zu tief in die Tasche gegriffen haben. Lawrence sollte 2022 einen massiven Sprung machen.

Gregory Rousseau, DE, Buffalo Bills


Rousseau ist der Sophomore, auf den ich persönlich am meisten gespannt bin. Seine Rookie-Saison hatte starke Ansätze und verdeutlichte einmal mehr die Stärken des immer noch erst 22-Jährigen: Eine erstklassige Technik, gepaart mit schnellen Händen und einer ganzen Reihe von Pass-Rush-Moves. Alles an Rousseaus Spiel wirkt irgendwie natürlich - als wäre er dazu geboren worden, in der NFL Jagd auf Quarterbacks zu machen.

Sein Spielstil sollte sich gut mit Von Millers ergänzen, dem Königstransfer der Bills in der Offseason. Nicht nur wird die Präsenz des dreimaligen All-Pros Rousseau eine Menge Eins-gegen-Eins-Gelegenheiten verschaffen, Miller kann auch als Mentor für den 1,98-Meter-Hünen dienen. Geht Rousseau 2022 den nächsten Schritt, macht das den Titelfavoriten Buffalo nur noch gefährlicher.

Rondale Moore, WR, Arizona Cardinals


Spätestens als Christian Kirk in der Free Agency für 72 Millionen Dollar in Jacksonville unterschrieb, war Moores Platz auf dieser Liste in Stein gemeißelt. Seine Rookie-Saison war inkonstant, doch das lag auch daran, wie „spärlich“ die Cardinals den 21-Jährigen einsetzten. Ohne Kirk sind 100 Targets aus dem Vorjahr frei, zudem fehlt Star-Wideout DeAndre Hopkins die ersten sechs Spiele wegen seiner Dopingsperre.

Mit seiner Geschwindigkeit, seinem Antritt und seinen Fähigkeiten im „Open Field“ sollte Moore 2022 zu einem Problem für Verteidiger werden. Zwar holte Arizona mit Marquise Brown einen weiteren Wideout ins Team, doch Moore ist zu talentiert, um nächstes Jahr keine größere Rolle zu bekommen. Wir können große Dinge vom ehemaligen Zweitrundenpick erwarten.

Jaycee Horn, DB, Carolina Panthers


Horn dürfte der Spieler sein, der vor der 2022er-Saison am meisten unter dem Radar fliegt. Der letztjährige Nummer-8-Pick war auf dem Weg zu einer erstklassigen Rookie-Saison, bevor er sich in Woche 3 gegen die Houston Texans drei Knochen in seinem rechten Fuß brach. Bis dahin ließ Horn laut Pro Football Focus nur einen einzigen Catch in seine Coverage zu – und das war ein herausragendes Play von Jets-Receiver Corey Davis.

Der extrem athletische Horn hat alle Fähigkeiten, um Star-Wideouts im Eins-gegen-Eins herauszunehmen. Er ist groß und spielt mit einer unglaublichen Range. Zudem ist er stark und schnell genug, um auch in Press-Coverage zu bestehen. Sollte sich Horn vollständig von seiner Verletzung erholen, wird er einer bereits letztes Jahr gefährlichen Panthers-Defense eine neue Dimension verschaffen.

Amari Rodgers, WR, Green Bay Packers


Rodgers zu Rodgers – das wäre eine Kombination, an die sich Packers-Fans durchaus gewöhnen könnten. Der 22-Jährige ist zwar kein direkter Ersatz für Davante Adams (wer ist das schon?), doch sollte im schnellen Passspiel der Packers aus dem Slot viel Schaden anrichten können. 2021 zeigte Rodgers als Punt-Returner bereits, wie stark er ist, wenn er den Ball mit Freiraum vor sich bekommt.

Entscheidend wird sein, ob sich Rodgers das Vertrauen seines Namensvetters erspielen kann. Dafür muss der Slot-Receiver zu Beginn der Saison in Sets mit drei oder vier Receivern überzeugen. Das Potenzial für einen massiven Breakout ist da, andererseits gibt es dafür auch andere Kandidaten in der Packers-Offense, vor allem Christian Watson. Bankplatz oder Star – 2022 steht für Rodgers viel auf dem Spiel.

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.
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