NFL-Superstar Julio Jones von den Atlanta Falcons könnte schon bald in neuen Farben auflaufen. NFL-Superstar Julio Jones von den Atlanta Falcons könnte schon bald in neuen Farben auflaufen. Imago Images / Icon SMI / John Byrum

Diese NFL-Teams denken über Julio Jones nach

geschrieben/veröffentlicht von/durch  17.05.2021
Keiner würde es Julio Jones verübeln, wenn er jetzt schon mal bei der Pro Football Hall Of Fame in Canton, Ohio, anruft und seine Büste in Auftrag gibt. Seine elf Jahre bei den Atlanta Falcons zählen wohl zum Besten, was ein Wide Receiver je in der NFL abgeliefert hat. Ob allerdings weitere bei den "Dirty Birds" dazukommen, steht aufgrund seines Alters, seines Gehalts und dem nicht wirklich titelfähigen Kaders der Falken in den Sternen. Es kann gut sein, dass Julio Jones seine spätherbstlichen NFL-Jahre in einer neuen Heimat verbringt. Die große Frage lautet: Wo?


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Wenn die Menschen in der NFL lediglich deinen Vornamen hören und direkt dabei an dich denken müssen, dann hast du es wahrlich geschafft. Nun ist Julio natürlich auch nicht der häufigste Name in der National Football League (ebenso wenig wie sein bürgerlicher Name Quintorris Lopez), aber selbst wenn es zwanzig davon geben würde, man würde wohl immer nur an einen denken. Julio Jones hat sich nicht nur einen sprichwörtlichen "One Name" in der Liga gemacht, es gehört auch zu den besten Wide Receivern, die dieser Sport jemals gesehen hat. Selbst Spieler dieses Formats nähern sich aber irgendwann ihrem Karriereende und dann müssen sich ihre Teams wie auch sie selbst oft unangenehme Fragen stellen. Genau in dieser Position befinden sich die Atlanta Falcons und ihr Superstar-Receiver gerade.

Die Falcons gehören selbst nach einigen personellen Verstärkungen wie Rookie Tight End Kyle Pitts nicht wirklich zum engsten NFL-Favoritenkreis und da kommen berechtigterweise Gedanken, ob Julio Jones seinen Cap Hit von 23 Millionen US-Dollar noch wert ist. Erst recht nachdem er im letzten Jahr verletzungsbedingt neun Spiele verpasste, die Falcons mit einem Trade 15 Millionen in Cap Space generieren könnten, Receiver-Kollege Calvin Ridley seine Breakout Season hatte und bei dem 32-jährigen Jones nun mal irgendwann Vater Zeit an die Tür klopfen wird. Ein Trade nach dem 2. Juni würde den Falcons zudem erlauben, seinen Dead Cap Hit auf zwei Jahre aufzuteilen und in diesem Zuge auch noch wertvolle Draft Picks für die Zukunft zu ergattern. Gleichzeitig steht wohl außer Frage, dass selbst ein Julio Jones im höheren Alter noch über enorme Qualität verfügt, in gesundem Zustand zu den besten Receivern der NFL gehört und jedem Team in vielerlei Hinsicht weiterhelfen könnte. Dementsprechend dürfte so manche Franchise in diesen Tagen bei den Falcons durchklingeln. Unter anderem die folgenden Teams:

Las Vegas Raiders

Head Coach Jon Gruden ist seit jeher Fan von Julio Jones und machte daraus schon in seiner Zeit als ESPN-Kommentator keinen Hehl. Las Vegas ist ein Team, dass im Mittelfeld der Liga festsitzt und mit einem echten Unterschiedsspieler wie Jones zum finalen Push in Richtung Playoffs blasen könnte. Wann immer es große Gerüchte in diesem Frühjahr gab, waren die Raiders nicht weit entfernt.

New England Patriots

Kaum jemand bastelte in der diesjährigen NFL-Offseason so aggressiv am eigenen Kader wie Bill Belichick und da würde ein Blockbuster-Deal für Julio Jones absolut ins Bild passen. Gleichzeitig könnte er Rookie-Quarterback Mac Jones einen Receiver an die Seite stellen, der den Einstieg bei den Profis für den Ex-Alabama-Passer enorm erleichtern würde.


Miami Dolphins

Wirklich brauchen tun die Dolphins einen weiteren Star-Receiver nicht, erst recht nicht nachdem sie Jaylen Waddle im diesjährigen NFL Draft holten. Andererseits haben sie eine Menge Trade Kapital und wollen ihrem jungen Quarterback Tua Tagovailoa das Leben so leicht wie möglich machen. Dem insgesamt jungen Kader würde ein erfahrener Leader wie Jones ebenfalls gut zu Gesicht stehen.

Indianapolis Colts

Viele fragen sich, wo bei den Colts in diesem Jahr die Reise hingeht. Sie kratzen mit ihrer starken Offensive Line und einer fulminanten Defense eigentlich am Tor zur NFL-Elite, zumindest wenn Carson Wentz wieder in die Spur zurückfindet. Julio Jones könnte seine Nerven mit Sicherheit beruhigen und gibt den Colts den Big Play Receiver, den sie gerade noch vermissen.


Green Bay Packers

Finanziell würde ein Deal sicherlich schwierig werden und eigentlich haben die Packers ja gerade auch andere Sorgen. Doch wäre Julio Jones nicht genau das Schmankerl, was NFL-MVP Aaron Rodgers fröhlich stimmen könnte? Gedanken an ein Receiving Duo bestehend aus Jones und Davante Adams treibt ja selbst jedem neutralen NFL Fan schon Freudentränen in die Augen.

Baltimore Ravens

Die Ravens befinden sich mal wieder an einem Punkt, wo sie ihren Kader durch smarte Moves zu einem der besten der gesamten NFL gemacht haben. Nun ist die Frage, wie sie den letzten Schritt vom sehr guten zum dominanten Team machen können? Ein Anfang wäre, mithilfe von Julio Jones Lamar Jackson zu einem gefährlicheren Passgeber zu machen.

Und dann gibt es da noch ein Team, welches ebenso lange über Julio Jones nachdenken muss wie alle anderen. Die Atlanta Falcons stecken in einer gewissen Zwickmühle, eine Art "damned if you do, damned if you don’t". Selbst bei einem Trade von Jones hat immer noch Star-Quarterback Matt Ryan die Zügel in der Hand, was einen vollen Rebuild eigentlich unmöglich macht. Man könnte eher über das Potenzial einer Offense mit Ryan, Jones, Calvin Ridley und Kyle Pitts nachdenken und ob der wahnwitzigen Möglichkeiten dieser Kombination ins Schwärmen kommen. Vielleicht sogar so sehr, dass man sich einen Playoff-Run auf dem Rücken dieser Zugpferde vorstellen kann.

Und wenn Jones dabei noch ein paar weitere Rekorde auflegt, könnte er die bei der Hall Of Fame auch sicherlich noch nachmelden…
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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