Urban Meyer und die Jacksonville Jaguars dürften in eine aktive NFL Free Agency Periode gehen. Urban Meyer und die Jacksonville Jaguars dürften in eine aktive NFL Free Agency Periode gehen. Imago Images / ZUMA Wire /

Die möglichen "Big Players" der NFL Free Agency

geschrieben/veröffentlicht von/durch  15.03.2021
Mit dem inoffiziellen Start der NFL Free Agency Periode beginnt die wirklich heiße Phase der diesjährigen Offseason. Die Telefone vertragsfreier Spieler stehen nicht mehr still, Agenten brauchen literweise Kaffee, virtuelle Geldkoffer fliegen durch die Ligalandschaft und ein aufregendes Gerücht jagt das nächste. In diesen Tagen wollen viele NFL Franchises die Basis für eine erfolgreiche Saison 2021 legen und die Weichen auf langfristigen sportlichen Erfolg stellen. Wer dabei als echter "Big Player" auftritt, als Team, das einen Großteil seines Kaders umkrempelt, ist eine Frage, welche die gesamte NFL beschäftigt.

6,50 € inkl. MwSt. TD24 Heft 47 - JUL 2021 Noch 119 vorhanden Zum Produkt


Es sind zumeist die Teams mit dem meisten Cap Space, die sich in den ersten Tagen der NFL Free Agency Periode als besonders aktiv herausstellen. Klar, sie können ja auch das meiste Geld in die Waagschale werfen und somit viele ihrer Mitbewerber beim Buhlen um die besten Spieler ausstechen. Doch auch andere Teams finden oft kreative Mittel und Wege, sich gerade jetzt zu verstärken und mit Neuverpflichtungen einen Schritt in eine vermeintlich erfolgreichere Richtung einzuschlagen. Wer sind nun also die NFL Teams, die in der Offseason 2021 auf große Einkaufstour gehen und ihrem Kader ein ordentliches Facelift verpassen könnten?

Jaguars beginnen NFL Free Agency mit vollen Taschen

Derzeit haben die Jacksonville Jaguars mit gut 70 Millionen US-Dollar den meisten Cap Space der gesamten National Football League und besitzen gleichzeitig den ersten Pick im kommenden NFL Draft. Dass sie diesen für Clemson-Quarterback Trevor Lawrence verwenden werden, ist eigentlich ein offenes Geheimnis. Was für Jacksonville dagegen in der Free Agency möglich ist, steht in den Sternen. Trotz der bekannten Annehmlichkeiten eines Lebens im Steuerparadies Florida ist Jacksonville nicht gerade als attraktivste Destination für vertragslose Spieler bekannt. Lawrence und der neue Coach Urban Meyer könnten das nun natürlich ändern.

Die Franchise dürfte alles daran setzen, ihrem neuen Heilsbringer auf der Quarterback-Position sowie dem neuen Head Coach den Einstieg in die NFL zu erleichtern und gleichzeitig das Beste aus der momentan aufkeimenden Euphorie zu machen. "Ich weigere mich zu akzeptieren, dass dies keine Top-Adresse für Free Agents werden kann", sagt Meyer, der vor allem einen neuen Big Play Receiver und Hilfe in der Secondary finden muss. "Wir müssen alle Rahmenbedingungen schaffen, damit Spieler hierher kommen wollen." Ein voller Geldbeutel ist da auf jeden Fall schon einmal ein guter Start.

Was haben die New York Jets in der Free Agency vor?

Wie auch die Jaguars müssen auch die New York Jets ihrem schwachen Kader eine gehörige Talentinfusion verpassen. Schließlich sicherte man sich nicht umsonst den zweiten Pick im diesjährigen NFL Draft. Wie allerdings auch in Jacksonville blickt man in New Jersey mit Hoffnung in die Zukunft, nicht zuletzt weil man mit Robert Saleh den vielleicht begehrtesten Coaching Kandidaten der diesjährigen Offseason verpflichten konnte. In Kombination mit dem ligaweit geschätzten General Manager Joe Douglas, einer Veränderung der Clubstrukturen (Saleh ist Douglas direkt unterstellt, nicht wie vorher dem Ownership) sowie reichlich Picks und Cap Space sieht Gang Green die Möglichkeit für einen beschleunigten Rebuild.

Bei eben jenem liegt allerdings eine Menge Arbeit vor Douglas und seinem Team. Noch steht nicht fest, wer als Quarterback die Zügel in der Hand haben wird. Die Defense wechselt aus einer 3-4-Base in eine 4-3-Verteidigung und somit muss das Personal dementsprechend angepasst werden. Dazu mangelt es in allen Mannschaftsteilen an explosiven, hartgesottenen Kräften, welche Saleh für seine Idee von American Football dringend braucht. "Wir wollen, das unsere körperliche Härte zu jeder Zeit spürbar ist", so Saleh, der so manchen Free Agent seines Ex-Teams in San Francisco ins Auge fassen könnte. Das heißt allerdings nicht, dass New York in einen Kaufrausch verfallen wird. Joe Douglas gilt als ein Manager, der teuren Verpflichtungen, sogenannten "Splash Signings", eher skeptisch gegenübersteht. Er wird wohl etwas abwartender agieren, grundsolide Signings auf wichtigen Position wie der Offensive Line ins Auge fassen und seine  knapp 69 Millionen US-Dollar Cap Space in die Breite des Kaders investieren. Eine Chance, echte Unterschiedsspieler zu finden, hat er ja auch noch mit unter anderem zwei Erstrundenpicks im kommenden NFL Draft.

Einige Teams mit Tatendrang vor der NFL Free Agency

Einen ähnlich bodenständigen Approach kannte man zumindest generell auch viele Jahre von Bill Belichick, Head Coach der New England Patriots. Doch nach einer schwachen letzten Saison und einigen klaffenden Löchern im Kader sollte die Trainerlegende in dieser Offseason einiges Geld in die Waagschale werfen. Das Receiving Corps bedarf dringend einer Verstärkung, erst recht nach den jüngsten Hiobsbotschaften von Julian Edelman. Auch im Tight End Room wimmelt es nicht gerade von spielerischer Qualität. Mit der Vertragsverlängerung für Cam Newton ist die Quarterback-Frage zumindest teilweise beantwortet, was nicht heißt, dass hier nicht auch noch nachgebessert werden kann. In der Defense fehlte es zuletzt an schlagkräftigen Pass Rushern, was selbst Belichicks System nicht verheimlichen konnte.

Neben den Mannschaften mit den tiefsten Free Agency Taschen könnten auch bei anderen Teams größere Veränderungen anstehen, die danach reihenweise andere Moves ins Rollen bringen. Gerüchte halten sich zum Beispiel, dass die Carolina Panthers mit ihrer Quarterback-Situation unzufrieden sind und für größere Deals offen sind. Chicago sucht händeringend nach einem neuen Quarterback. Es wird Teams wie die Miami Dolphins oder die Arizona Cardinals geben, die alles tun werden, um ihren jungen Signal Callern jede mögliche Hilfe an die Seite zu stellen. Und das Washington Football Team besitzt eine sehr gute Basis an jungen Spielern, welche sie nun wahrscheinlich mit ein paar namhaften Veteranen unterstützen wollen.

Weitere Teams, die mit ein oder zwei echten "Splash Moves" auf sich aufmerksam machen könnten, sind die Buffalo Bills und die Indianapolis Colts. Sie besitzen generell starke Roster, auch in der Breite, und sehen sich vermeintlich in der Position, in der sie ein talentierter Spieler auf die nächste Stufe im Meisterschaftsrennen heben könnte. Insgesamt beschränkt ein geringeres Salary Cap natürlich den Spielraum für viele Franchises, auf der anderen Seite sind dadurch aber auch mehr prominente Spieler auf dem Markt, wie schon die jüngsten Entlassungen zeigen. Damit steht der NFL wohl eine Free Agency bevor, in der so einiges passieren wird. Und in der es mit Sicherheit den ein oder anderen „Big Player“ geben wird…
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

TOUCHDOWN24 im Abo

td24 abo 300x300

Anzeige

Händler finden