Sebastian Vollmer machte acht lange Jahre in der NFL eine gute Figur für die New England Patriots. Sebastian Vollmer machte acht lange Jahre in der NFL eine gute Figur für die New England Patriots. Imago Images / Icon SMI

Die besten "Internationalen" der NFL Geschichte

geschrieben/veröffentlicht von/durch  02.06.2021
Die National Football League ist im Vergleich zu den anderen großen amerikanischen Sportligen NBA, NHL und MLB nicht unbedingt für ihre "Multikulturalität" bekannt, nur ein kleiner Prozentsatz der Spieler kommt aus Übersee. Dennoch haben früher wie heute eine ganze Reihe von internationalen Spielern bedeutende Fußabdrücke in der Liga hinterlassen und sich für immer einen Namen in der Geschichte der so uramerikanischen Sportart gemacht. TOUCHDOWN24 fasst einige dieser Spieler in einem All Time International Team zusammen, in dem auch zwei Deutsche mit am Start sind!

Christian Okoye (Nigeria)

"The Nigerian Nightmare" war der Besitzer eines der coolsten Spitznamen der NFL-Geschichte und machte ihm mit seinem wuchtigen Laufstil auch alle Ehre. Okoye begann erst im Alter von 23 Jahren mit American Football und hielt zeitweise sogar den Chiefs-Rekord für die meisten Rushing Yards.

Sebastian Vollmer (Deutschland)

Der Lange vom Niederrhein (Geburtsort Kaarst) machte ursprünglich als Tight End auf sich aufmerksam, bis er am College zum Tackle umgeschult wurde. In Acht Jahren bei den New England Patriots gewann er zwei Super Bowls und startete 80 Partien für die Brady-Belichick-Dynastie.


Ted Hendricks (Guatemala)

Hendricks wurde aufgrund seines schlaksigen Körpers der "Mad Stork" getauft und füllte dabei in seiner Funktion als Linebacker besonders das erste Wort mit Leben. Der "Storch" zählt zu den verdientesten Spielern der NFL-Geschichte mit acht Pro Bowls, vier Super Bowls und einem Sitz in der Pro Football Hall Of Fame.

Vai Sikahema (Tonga)

Der heutige Priester war der erste Spieler aus Tonga in der NFL und verdiente sich seine Sporen vor allem als explosiver Return Spezialist. Für die Cardinals, die Packers und die Eagles brachte es der sympathische Pro Bowler auf insgesamt 8.102 Return Yards und trug den Ball fünf Mal in die Endzone.

Luis Sharpe (Kuba)

Sharpe wurde in Havana geboren und entwickelte sich zum vermeintlichen NFL-Vorzeigeprofi, der viel für seine Familie und gemeinnützige Zwecke unternahm. Hinter der Fassade schlummerte eine traurige Drogensucht, die der dreifache Pro Bowler erst Jahre nach der aktiven Karriere und nach vielen Schmerzen besiegen konnte.

Mark Rypien (Kanada)

Rypien stammt aus einer sportbegeisterten Familie, zu der unter anderem zwei ehemalige NHL-Profis als auch mit Cousin Brett ein weiterer NFL-Quarterback gehören. Der begeisterte Golfer Mark gewann mit den Redskins zwei Mal den Super Bowl und wurde 1992 sogar MVP des großen Spiels.


Morten Andersen (Dänemark)

In seiner Jugend versuchte es der Kopenhagener mit Turnen, Fußball und Leichtathletik, bevor er in Indianapolis beim Football landete. Der Hall Of Fame Kicker schaffte es sieben Mal in den Pro Bowl, scorte 2.544 Punkte für sechs Franchises und ist direkt Mitglied in zwei All Decade Teams der NFL.

Gary Anderson (Südafrika)

Anderson träumte ursprünglich davon, wie sein Vater Fußballprofi zu werden. Als ehemaliger Rugby-Spieler machte er Scouts in den USA auf sich aufmerksam und wurde bei den Minnesota Vikings der erste Kicker der NFL-Geschichte ohne Fehlschuss während der Regular Season. Anschließend folgte allerdings "das dramatische Wide Left" im NFC Championship Game 1998.

Sean Jones (Jamaika)

Während seiner 12-jährigen NFL-Karriere brachte es Dwight Andre Sean O’Neil Jones auf über 600 Tackles und 115 Sacks. Zwei Mal schaffte es der in Kingston geborene Verteidiger in das All Pro Team der NFL und gewann 1997 im letzten Spiel seiner Laufbahn den Super Bowl mit den Green Bay Packers.

Tom Fears (Mexiko)

Der Sohn eines amerikanischen Minen-Ingenieurs und einer Mexikanerin erblickte in Guadalajara das Licht der Welt. Bevor er in der NFL zu einem der besten Wide Receiver seiner Zeit wurde (1950s NFL All Decade Team) arbeitete der junge Tom als Blumenverkäufer und diente später in der US-Armee.

Tamba Hali (Liberia)

Schon mit zehn Jahren schickte Halis Familie den jungen Tamba von Liberia in die Vereinigten Staaten, um ihn nicht dem in seiner Heimat tobenden Bürgerkrieg auszusetzen. In Amerika entwickelt sich Hali zum Vollblutprofi und einer absoluten Legende bei den Kansas City Chiefs, für die er insgesamt 89,5 Sacks verzeichnet.


Sebastian Janikowski (Polen)

Der in Walbrzych geborene Janikowski schaffte es im Fußball bis in die Junioren-Nationalmannschaft seines Landes, doch dann rief der Gridiron den Mann mit der wuchtigen linken Klebe. Hier machen ihn die Oakland Raiders zu einem von drei Kickern der NFL-Geschichte, die in der ersten Runde des Draft gezogen werden.

Osi Umenyiora (England)

Der Name des Sohns nigerianischer Eltern hat seine ethnische Herkunft bei den Igbo und bedeutet "von heute an werden die Dinge gut". Die New York Giants bereuten es jedenfalls nicht, den Pass Rusher im NFL Draft 2003 geholt zu haben, denn sie gewannen zwei Super Bowls mit dem zweifachen Pro Bowler.

Jan Stenerud (Norwegen)

Eigentlich war Stenerud mithilfe eines Skisprung-Stipendiums an die Montana State University gekommen, durch Zufall und die wachsamen Augen vom Basketballcoach landete er beim Football. Hier zog der Kicker nach 18 starken NFL-Jahren inklusive Super Bowl Ring in die Hall Of Fame ein.


Ernie Stautner (Deutschland)

Ernst "Ernie" Stautner aus dem Freistaat Bayern war ein "harter Hund" wie er im Buche steht. Der untersetzte Defensive Tackle gehörte zu den toughesten Spielern seiner Generation und ließ sich selbst von etlichen Knochenbrüchen nicht davon abhalten, zum Hall Of Famer, zur Steelers-Legende sowie später zu einem hervorragenden Coach zu werden.

Arnie Weinmeister (Kanada)

Lange spielte der Defensive Tackle nicht in der NFL, wurde doch seine College-Karriere von vier Jahren Wehrdienst unterbrochen. In seinen sechs Profispielzeiten brillierte der Kanadier aus Saskatchewan jedoch und wurde später in die Pro Football Hall Of Fame aufgenommen.

Hines Ward (Südkorea)

Hines Ward wurde in Seoul geboren, während sein Vater dort für die US-Armee stationiert war. Nach einer Jugend in Georgia entwickelte er sich zu einem beinharten und vielseitigen Receiver für die Pittsburgh Steelers, mit denen er zwei Super Bowls gewann.

Leo Nominelli (Italien)

Erstmals spielte der "Löwe" aus der Toskana während seiner Zeit bei den US Marines American Football und entwickelte sich später neben seinen Heldentaten im Wrestling Ring zu einem der besten Spieler seiner Zeit. Er agierte auf beiden Seiten des Balls als Tackle und schaffte es unter anderem dank zehn Pro Bowls in die Pro Football Hall Of Fame.

Bronko Nagurski (Kanada)

Hall Of Famer Bronislau "Bronko" Nagurski, ebenfalls verdienter Schwergewichtswrestler, ist eine der ganz großen Legenden der Chicago Bears, mit denen er drei NFL Championships holte. Nach dem typischen Two-Way-Player ist heute zudem die Trophäe für den besten Verteidiger im College-Football benannt.


Steve Van Buren (Honduras)

Mit zehn Jahren wurde Van Buren zum Waisen und kam zu Verwandten nach New Orleans. Hier war er zunächst nicht gut genug für das Football-Team und arbeitete fortan in einer Eisengießerei. Nachdem er zwei Jahre später in die Schule zurückkehrte, beginnt die unglaubliche Karriere des Halfbacks, dessen Nummer 15 von den Philadelphia Eagles nie mehr vergeben wird.

Es gibt natürlich noch eine ganze Reihe anderer internationaler Top-Performer, die es auch verdient hätten, in dieser Liste genannt zu werden. Wenn Euch jemand ganz besonders fehlt, lasst es uns gerne auf den bekannten Kanälen wissen!
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Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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