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Der aktuelle Stand im Rennen um die NFL Playoffs

Eine ganze Reihe von NFL-Favoriten hat etwas gegen ein erneutes Super Bowl Matchup zwischen Patrick Mahomes und Tom Brady. Eine ganze Reihe von NFL-Favoriten hat etwas gegen ein erneutes Super Bowl Matchup zwischen Patrick Mahomes und Tom Brady. Imago Images / UPI Photo / Kevin Dietsch
Während für viele Weihnachten eine Zeit der Besinnlichkeit und des Müßiggangs darstellt, beginnt für die Profis der National Football League jetzt eigentlich erst die richtig heiße Phase der Saison. Etliche werden sich die doppelte Portion Nachtisch am Christmas Day zweimal überlegen, müssen sie doch in diesen Tagen fit sein für einen nachdrücklichen Push in Richtung Playoffs. Die halbe Liga zittert und hofft dabei noch um ihren Platz in der Postseason, ein Szenario, bei dem es nicht immer leicht ist, den Überblick zu behalten!



Die Fans der NFL schauen gebannt auf die kommenden drei Wochen, entscheidet sich doch hier für viele Teams, was nun wirklich aus dieser Saison geworden ist. Sehnliche Playoff-Hoffnungen müssen sich mit allerlei Widrigkeiten auseinandersetzen, trennt sich doch vielerorts gerade jetzt die Spreu vom Weizen und haben etliche Teams mit dem Verschleiß einer langen Saison als auch mit der zunehmend chaotischen Covid-19-Situation in der Liga zu tun. Eines ist bei allem Unvorhersehbaren ganz klar: Für Spannung ist unter dem Weihnachtsbaum und früh im neuen Jahr definitiv gesorgt, denn das Rennen um die Playoffplätze scheint teilweise so eng wie lange nicht mehr.

Fast die gesamte AFC will noch in die NFL Playoffs

In der AFC kann sich eigentlich nur ein Team relativ sicher in der Postseason wähnen und das sind die Kansas City Chiefs (10-4) um Superstar Patrick Mahomes. Zu sehr sollten sich die Mannen von Andy Reid allerdings auch nicht zurücklehnen, denn ihr Restprogramm mit Pittsburgh sowie Gastauftritten in Cincinnati und Denver ist alles andere als einfach. Die Situation des Conference Primus verdeutlicht hiermit, wie eng es in diesem Jahr in der AFC zugeht.

Platz Zwei (New England mit 9-5) und Rang Zehn (Pittsburgh mit 7-6-1) im Playoff Picture trennen gerade einmal eine Niederlage und quasi wöchentlich sind hier erdrutschartige Bewegungen zu erwarten. Etliche direkte Duelle stehen noch an, von denen nur wenige wichtiger sind als der AFC East Battle am kommenden Wochenende zwischen den New England Patriots und den Buffalo Bills. Letztere scheinen so langsam wieder zu ihrer Form zu finden, gerade noch rechtzeitig, möchte man meinen.

AFC North verspricht geradezu historische Dramatik

Mit enormer Dramatik dürfte auch das Finish in der AFC North ablaufen. Die bitter verfeindeten Teams stehen alle mit sechs oder sieben Niederlagen da und suchen quasi kollektiv noch nach einigen Lösungen für gewisse fortwährende Probleme (z.B. Pittsburghs Offensive, Cincinnatis Konstanz, Baltimores Gesundheit, Clevelands Offensive). Wie die Spielplangötter es wollten, spielen alle Mannschaften noch zwei Mal gegen einen direkten Divisionskonkurrenten und somit sollten die Helmbänder am besten ein klein wenig fester gezurrt werden in den nächsten Wochen.

Auch potentielle Darkhorses für die Postseason wie die Chargers mit All-World-Youngster Justin Herbert oder die Indianapolis Jonathan Taylors (klar, eine Defense haben sie auch) ließen über die Saison viel zu viele Federn, um sich in irgendeiner Weise sicher zu fühlen. Insgesamt fehlt es der Conference derzeit an einem wirklich dominanten Team, was sich aber in Kürze ganz schnell ändern könnte, wenn eines der vielen ausbalancierten Teams wie Tennessee, New England oder Buffalo heiß läuft.

Green Bay beansprucht in der NFC ganz klar die Favoritenrolle

In Sachen Tiefe kann die NFC mit ihrer Schwester-Conference nicht wirklich mithalten, an der Spitze tummeln sich dafür allerdings definitiv mehr ausgemachte Top-Teams. Neben den bisher am überzeugendsten agierenden Green Bay Packers (11-3) trauen viele Experten Titelverteidiger Tampa Bay, den Dallas Cowboys, den Arizona Cardinals oder auch den Los Angeles Rams einen großen Wurf zu. Hinter den Spitzenteams haben sich die San Francisco 49ers auf beeindruckende Weise wieder herangekämpft, verbleibende Auswärtsspiele in Tennessee und bei den Rams könnten der Euphorie allerdings Grenzen aufzeigen.

Den Packers an der Spitze sind derartige Rechenspielchen ziemlich egal, ihr Restprogramm ist definitiv machbar (zwei Heimspiele gegen die Browns und Vikings sowie ein Trip nach Detroit) und offeriert ihnen die optimale Chance, sich Heimrecht durch die gesamten Playoffs zu sichern. Das mystische Lambeau Field könnte damit vielleicht zum Zünglein an einer späteren Waage werden, gerade für ein Team, das die gesamte Saison über vielleicht am konstantesten von allen Favoriten agierte. Der Druck wird dadurch allerdings nicht kleiner, erst recht wenn Aaron Rodgers wieder ein NFC Championship Game erreicht.

Angeschlagene Teams im unteren NFL-Playoff-Fenster mit Puncher’s Chance

So ist es natürlich auch für die Teams im Hinterfeld, gut schlafen konnte man gestern. Es könnte gut sein, dass nach den letzten drei NFL Spieltagen wieder eine Mannschaft mit einer negativen Saisonbilanz in die Postseason einzieht, so wie bereits im letzten Jahr das Washington Football Team. Ob nun Ron Riveras Mannen, die Philadelphia Eagles oder auch die New Orleans Saints (7-7, extrem machbares Restprogramm mit Miami, Carolina und Atlanta), es wird wohl ein Team in der NFC geben, dass aus dem ein oder anderen Grund in die Postseason humpelt. Wie der jüngste Shutout der Saints gegen Tampa Bay zeigt, heißt dies aber noch nicht, dass diese Jungs per se Kanonenfutter sein werden.

Ein ganz besonderer Faktor könnte in den kommenden Tagen die Covid-19-Situation in der Liga spielen. Mit etlichen dezimierten Kadern werden anstehende Spiele nicht nur viel schwieriger vorherzusagen, es kann sie auch kein Team wirklich im Angesicht etlicher Ungewissheiten sicher fühlen. Dies erhöht noch einmal mehr die Brisanz der einzelnen Spiele, welchen in der NFL ja ohnehin schon ein enorm wichtiger Charakter innewohnt. Aber so soll es um Weihnachten dann ja auch sein…

Abschließend noch eine Übersicht über die Restprogramme aller NFL-Playoff-Kandidaten:

AFC

Kansas City Chiefs (10-4) vs Steelers, @ Bengals, @ Broncos
New England Patriots (9-5) vs Bills, vs Jaguars, @ Dolphins
Tennessee Titans (9-5) vs 49ers, vs Dolphins, @ Texans
Cincinnati Bengals (8-6) vs Ravens, vs Chiefs, @ Browns
Indianapolis Colts (8-6) @ Cardinals, vs Raiders, @ Jaguars
Los Angeles Chargers (8-6) @ Texans, vs Broncos, @ Raiders
Buffalo Bills (8-6) @ Patriots, vs Falcons, vs Jets
Baltimore Ravens (8-6) @ Bengals, vs Rams, vs Steelers
Cleveland Browns (7-7) @ Packers, @ Steelers, vs Bengals
Pittsburgh Steelers (7-6-1) @ Chiefs, vs Browns, @ Ravens
Miami Dolphins (7-7) @ Saints, @ Titans, vs Patriots
Denver Broncos (7-7) @ Raiders, @ Chargers, vs Chiefs
Las Vegas Raiders (7-7) vs Broncos, @ Colts, vs Chargers

NFC

Green Bay Packers (11-3) vs Browns, vs Vikings, @ Lions
Dallas Cowboys (10-4) vs Football Team, vs Cardinals, @ Eagles
Tampa Bay Buccaneers (10-4) @ Panthers, @ Jets, vs Panthers
Arizona Cardinals (10-4) vs Colts, @ Cowboys, vs Seahawks
Los Angeles Rams (10-4) @ Vikings, @ Ravens, vs 49ers
San Francisco 49ers (8-6) @ Titans, vs Texans, @ Rams
New Orleans Saints (7-7) vs Dolphins, vs Panthers, @ Falcons
Washington Football Team (6-8) @ Cowboys, vs Eagles, @ Giants
Minnesota Vikings (7-7) vs Rams, @ Packers, vs Bears
Philadelphia Eagles (7-7) vs Giants, @ Football Team, vs Cowboys
Atlanta Falcons (6-8) vs Lions, @ Bills, vs Saints
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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