HEFT #50

Ausgabe OKTOBER 2021

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Cover Two: NFL Conference Championships

Green Bays Tackles konnten Aaron Rodgers oft nicht vor Shaquil Barrett und "JPP" beschützen. Green Bays Tackles konnten Aaron Rodgers oft nicht vor Shaquil Barrett und "JPP" beschützen. Imago Images / UPI Photo / Mark Black
Die Saison über hieß es „Cover Them All“, doch in der letzten Runde vor dem Super Bowl switchen wir auf „Cover Two“! Hier bei Touchdown24 decken wir für euch die beiden Conference Championship Games der NFL ab und verraten Euch, was am Sonntag so los war!

NFC Championship Game

Green Bay Packers 26 Tampa Bay Buccaneers 31

In New England saßen wohl gestern viele Patriots-Fans vor ihren Bildschirmen und ärgerten sich, dass der verlorene Sohn nun für ein anderes NFL-Team unterwegs ist. Und dann war der Film auch noch eine Wiederholung, die in den letzten 20 Jahren fast so oft lief wie „Dinner For One“ an Silvester. Tom Brady (280 Passing Yards, 3 Touchdowns, 3 Interceptions) führt seine Tampa Bay Buccaneers zum ersten „Home Super Bowl“ der Geschichte und macht damit da weiter, wo er so oft in New England aufgehört hat.

So sehr er wohl die Schlagzeilen der nächsten Wochen dominieren wird, es war die Bucs-Defense, die mit ihrer zeitweise explosiven Leistung den Grundstein legte für den monumentalen Erfolg. Devin White, Shaquill Barrett und ihre Freunde flogen zeitweise geradezu über das Feld, was MVP-To-Be Aaron Rodgers mehrfach Sorgenfalten und Grasfetzen auf die Stirn zauberte. Gerade der Pass Rush von Defensive Coordinator Todd Bowles, unterstützt von aggressiver Press Coverage gegen die variablen Route Concepts Green Bays, entwickelte sich zum entscheidenden Faktor.

Begünstigt wurde die Piratensause durch eine Lawine von Packers-Fehlern, die meisten davon ungezwungen. Die in der ersten Hälfte konfuse Secondary (Kevin King und Coordinator Mike Pettine vorneweg) schubste das gesamte Team in ein frühes Loch, aus dem ein zeitweise brillanter, zeitweise unter dem Druck zu leidender Aaron Rodgers sie fast noch herausgezogen hätte. Mehrere Drops, ungenutzte Freiräume, ein vernachlässigtes Laufspiel und eine fragwürdige Entscheidung von Matt LaFleur (Field Goal statt 4th Down an der 7-Yard-Line in der Crunchtime) zogen dem Comeback dann aber den Stecker.
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AFC Championship Game

Kansas City Chiefs 38 Buffalo Bills 24

Der entscheidende Spielzug, das Game Winning Play dieser Partie, kam wohl am frühen Freitagnachmittag. Es war der Moment, in dem klar war, dass ein gewisser Patrick Mahomes nach überstandener Concussion im AFC Championship Game antreten könnte. Mit ihrem Superstar-Quarterback lief für die amtierenden Super Bowl Champs alles nach Plan, Chad Henne brauchte sich lediglich ein Meister-T-Shirt anziehen sowie eine dieser typischerweise mittelmäßig produzierten Mützen aufsetzen und so darf in KC weiter von der nächsten großen NFL-Dynastie geträumt werden.

Das Team um Josh Allen bezahlte im Gegenzug eine Menge Lehrgeld und musste trotz einer überragenden Saison feststellen, dass sie noch ein oder zwei Schritte vom ganz großen NFL-Wurf entfernt sind. Sie nutzten ihre zahlreichen Red Zone Trips nicht, kickten zu viele Field Goals anstatt Touchdowns zu erzielen, sie spielten in der Verteidigung nicht aggressiv genug und ihr hochgelobter junger Quarterback verfiel zeitweise in alte Muster zurück. Dazu bekamen sie ihren Motor Stefon Diggs, stets Garant für die großen Sprünge in diesem Jahr, erst spät ans Laufen – quasi als der Chiefs-Rennwagen schon um die erste Kurve gerast war.

Grämen müssen sich die Bills allerdings keineswegs, sie verloren auswärts gegen ein All Time Team, das in seiner Entwicklung derzeit einfach weiter ist. Das Fundament in Buffalo liegt aber auf jeden Fall. Mit solchen bodenständigen Überlegungen müssen sich Andy Reids Jungs nicht mehr wirklich befassen, auch dank Megastars wie Travis Kelce (13 Catches, 118 Yards, 2 Touchdowns) und Tyreek Hill (9 Receptions, 172 Yards). Die oft unterschätzte Chiefs-Defense um Frank Clark (2 Sacks) und Juan Thornhill (4 Passes Defended) leistete ebenfalls ihren Beitrag und wetzt nun die Messer für ein Super Bowl Matchup gegen die Buccaneers.
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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