HEFT #50

Ausgabe OKTOBER 2021

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Cover Them All: Week 8 in der NFL

Die Pittsburgh Steelers haben gut Lachen - sie sind das letzte ungeschlagene Team der NFL. Die Pittsburgh Steelers haben gut Lachen - sie sind das letzte ungeschlagene Team der NFL. Imago Images / UPI Photo / David Tulis
Cover 1, Cover 2… no, just cover them all! Hier auf TOUCHDOWN24 decken wir für euch jedes NFL-Spiel vom Sonntag ab und liefern die gesamte Football-Saison über am Montagmorgen eine Zusammenfassung des aktuellen Spieltages. Damit die Woche auch richtig starten kann!

Baltimore Ravens 24 Pittsburgh Steelers 28

Es gibt ein paar Spiele, bei denen es einem in dieser NFL-Saison doppelt leidtut, dass nicht so viele Zuschauer wie sonst in die Stadien dürfen. Das Rivalry-Game zwischen Pittsburgh und Baltimore ist so eines, auch oder gerade weil diese Ausgabe des Klassikers mal wieder alles hatte, was man sonst so daran mag: Hard Hitting, Emotionen, mieses Wetter, viel Defense und wenig Zärtlichkeiten auf beiden Seiten. Pittsburgh setzt nach dem Sieg gegen die Titans das nächste Ausrufezeichen und schlägt auch die aus der Bye kommenden Erzfeinde aus B-More. Großen Anteil daran hat Linebacker Robert Spillane, der mit elf Tackles, einem Pick Six und etlichen anderen wichtigen Plays zum Schlüsselspieler wird. Ben Roethlisberger verschläft die erste Halbzeit mit nur 24 Passing Yards, wacht dann aber auf und führt sein Team in altbekannter tougher Manier über das Feld. Lamar Jackson dagegen ist oft wild (4 Turnovers), selten präzise und scheint dazu im Kopf einen Kampf mit sich selbst auszufechten. Zu allem Überfluss verletzt sich auch Left Tackle Ronnie Stanley schwer am Knöchel.

Buffalo Bills 24 New England Patriots 21

Es war irgendwie zu erwarten, irgendwann musste es passieren und doch ist es ein Paukenschlag: Die Terrorherrschaft der New England Patriots in der AFC East ist zu Ende! Na ja, vielleicht noch nicht ganz, doch selbst die überzeugtesten Hoodie-Träger dürften nicht mehr an einen weiteren Divisionstitel der Serienmeister glauben. Dabei lieferten die ersatzgeschwächten Pats angeführt von einem starken Damien Harris (102 Yards, 1 Touchdown) einen großen Kampf, doch Cam Newton verliert am Ende Ball, Spiel und die Hoffnung auf ein Märchen in Neuengland gleich mit. Die Partystimmung in Buffalo ist trotzdem etwas gedrückt: Josh Allen (nur 154 Yards) fällt zu oft in alte Muster zurück. Dafür ist das Laufspiel um NFL-Touchdown-Debütant Zack Moss und Devin Singletary (190 Yards) erste Sahne.

Cincinnati Bengals 31 Tennessee Titans 20

Manchmal werden in der NFL aus einer Niederlage die Woche drauf direkt zwei. Klingt einfach, hat aber durchaus mal psychologische Gründe. Die Titans jedenfalls schienen im Kopf noch bei ihrer knappen Pleite gegen die Steelers aus der vergangenen Woche zu sein, doof halt, dass die Bengals im Moment lebten. Cincy bereitet den Titanen mit seinen großen Receivern eine Menge Probleme und macht immer wieder die entscheidenden Plays. Joe Burrow bringt dazu mit zwei Touchdown-Pässen sowie 249 Yards eine abgeklärte Leistung auf den Rasen. Besonders wichtig: Es stand mal kein Sack auf dem Speiseplan. Jessie Bates III ist für die Bengals mit 11 Tackles und einer Red Zone Interception mal wieder der defensive Star, einer, den im Moment noch viel zu wenig Leute in der Liga auf dem Zettel haben.

Cleveland Browns 6 Las Vegas Raiders 16

Windig war es im Dawg Pound in Cleveland, was zumindest zum Teil die gelinde gesagt wackeligen Performances der beiden Quarterbacks Derek Carr und Baker Mayfield entschuldigt (zusammen gerade mal 234 Passing Yards). Der Wind bog selbst Field Goals so schräg in ihrer Flugbahn, dass Manni "Bananenflanke" Kalz Freudentränen in den Augen gehabt hätte. Mit den unüblichen Bedingungen entschied sich das Spiel in den Trenches und hier dominiert Las Vegas. Josh Jacobs erläuft allein 128 von 208 Rushing Yards für die Raiders und raubt den Browns-Verteidigern ein ums andere Mal die Nerven. Am Ende kontrollieren Chuckys Jungs den Ball für 38 Minuten, Cleveland hat die Pille dementsprechend nur 22. Ein weiteres Zünglein an der Waage: Der einzige Turnover der Partie, ein Fumble von Harrison Bryant. Cleveland blieb in dieser NFL-Saison entweder unter sieben Punkten oder hat über 32 Zähler gemacht. Feast or famine.

Detroit Lions 21 Indianapolis Colts 41

Rumms! Der Knall kam von den Detroit Lions, die nach zwei Siegen in Folge gegen Atlanta und Jacksonville wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet sind. Es war ein ziemlich harter Fall, denn bei dem Team aus der Motor City lief fast gar nichts – die Offense stottert, die Defense kommt nicht vom Feld, Fehler über Fehler wohin das Auge blickt. Daran ändern auch zeitweise lichte Momente der Offense um Matthew Stafford und Marvin Hall nichts. Bei den Colts spielt Philip Rivers, wie das ein ausgebuffter Veteran tun soll (262 Yards, keine Turnover, drei Touchdowns). Auch die von Darius Leonard angeführte Defense liefert mit fünf Sacks und einem Pick Six von Kenny Moore ab. Nyheim Hines bekommt den Award für den lässigsten Spin Move der bisherigen Saison, die beste Akrobatik-Einlage beim Endzonen-Jubel und auch noch den Publikumspreis für einen der coolsten Vornamen der NFL. Die Indy-Defense

Green Bay Packers 22 Minnesota Vikings 28

Diese verflixten Division-Games sind doch immer wieder eine komische Sache… trösten wird diese nicht neue Erkenntnis aus den Hinterzimmern des NFL-Aberglaubens die Green Bay Packers aber wohl wenig. Gegen einen ihrer Erzrivalen setzt es eine bittere Heimniederlage, in der sich erneut einige Fragen nach der physischen Toughness sowie der mentalen Belastbarkeit des Packs stellen. Am Ende macht Vikins-Running-Back Dalvin Cook mit seinen Gegnern, was er will, und explodiert für 163 Yards auf dem Boden, 63 Yards in der Luft und vier Touchdowns. Es ist Leistung, an die man sich bei den Vikes gerne zurückerinnern wird, in einer Saison, in der es sonst nicht so viel Grund zum Jubeln gibt. Den Schlusspunkt für die Norsemen setzen Rookie D.J. Wonnum und Eric Wilson. Wonnum forciert beim späten Sack gegen Aaron Rodgers den entscheidenden Fumble, Eric Wilson sichert den Ball für die Vikings.

Kansas City Chiefs 35 New York Jets 9

Mit einem perfekten Gameplan fährt die Gang Green den nächsten sicheren "Sieg" ein und macht einen weiteren großen Schritt in Richtung Nummer Eins Pick beziehungsweise Trevor Lawrence. Um mehr geht es für die Jets in dieser NFL-Saison nicht mehr. Auf ihrer Dienstreise nach Kansas City konnten sie sich direkt mal anschauen, was so ein Top-Quarterback alles anrichten kann. Pat Mahomes schmiss das Pigskin nämlich für satte 416 Yards und fünf Touchdowns, inklusive Bowling-Toss zu Tight End Travis Kelce. Auch Punter Tommy Townsend brachte via Fake einen Pass an den Mann, Angst um seinen Job wurde von Mr. Mahomes bisher allerdings nicht bestätigt. Kelce führte alle KC-Receiver mit acht Receptions, 109 Yards und einem Score an.

Miami Dolphins 28 Los Angeles Rams 17

Das mit Spannung erwartete NFL-Debüt von Tua Tagovailoa war alles andere als besonders (93 Passing Yards, ein Touchdown, ein Turnover, 4,2 Yards pro Attempt), trotzdem dürfen sich die offensiv schwachen Delfine über ihren vierten Saisonsieg freuen. "Tua Time" macht dabei ein paar wichtige Erfahrungen, zum Beispiel dass man sich von Aaron Donald fernhalten sollte oder auch wie man es in der NFL als Quarterback besser nicht machen sollte. Letzteres zeigte ihm sein Gegenüber Jared Goff, der sich schon in der ersten Hälfte vier Turnover leistet und damit die Hoffnungen seines Teams eigentlich schon früh begräbt. Eine starke Dolphins-Defense hat ihren Anteil und auch der 88-Yard-Punt-Return von Speedster Jakeem Grant passt ins opportunistische Bild.

Denver Broncos 31 Los Angeles Chargers 30

Für einen nicht geringen Teil der Partie müssen Broncos-Fans in Richtung Chargers-Jungstar Justin Herbert geschaut und gedacht haben: Verdammt, warum kann unser Junge das nicht? Dann aber bläst Drew Lock nach emotionaler Halbzeitansprache mit einer überragenden zweiten Halbzeit zur Aufholjagd, die er mit einem dramatischen kurzen Pass zu K.J. Hamler beim letzten Play der Partie krönt. "Elway-esque" - träumt so mancher in Mile High für zumindest einen kurzen Moment. Reichlich Unterstützung kommt von der Defense um Safety Kareem Jackson und DaeSean Hamilton (vier Catches, 82 Yards). Die Chargers hingegen wundern sich, warum sie als erstes Team in der NFL-Geschichte in vier aufeinanderfolgenden Spielen einen Vorsprung von 16 oder mehr Punkten verspielen. Am Laufspiel um Tromaine Pope und Justin Jackson (insgesamt 210 Yards für 5,5 Yards pro Rush) lag es zumindest nicht.

Chicago Bears 23 New Orleans Saints 26

Die Saints waren kurz dabei, das für ein Dome-Team in der NFL sehr typische Schicksal im kalten Norden des Landes zu erleiden. Drew Brees (280 Pass Yards, 2 Touchdowns), Alvin Kamara (163 Scrimmage Yards), Kicker Wil Lutz und die Defensive Line machen aber in der Overtime die entscheidenden Plays und halten die NOLA-Kogge weiter auf Playoff-Kurs. Einen Kurzschluss erlebt Bears-Receiver Javon Wims, der urplötzlich die Fäuste in Richtung Saints-Safety C.J. Gardner-Johnson fliegen lässt. Vielleicht haben sich die beiden vorher über das am nächsten Samstag anstehende Duell ihrer beiden Alma Maters Georgia (Wims) und Florida (Gardner-Johnson) am College ausgetauscht. Was der einzige Brückenschlag in Richtung Hochschulbildung wäre, den man in dieser Episode erkennen könnte.

Seattle Seahawks 37 San Francisco 49ers 27

Es gibt eine ganz entscheidende Position, auf der sich diese beiden Divisionsrivalen grundlegend und vor allem qualitativ unterscheiden. Russell Wilson (vier Touchdowns) ist in Sachen NFL-Quarterbacking in einer anderen Liga als Jimmy Garoppolo (erst recht wenn dieser wie im Moment angeschlagen ist). Dass Russ dann auch noch zu einem Monster wie D.K. Metcalf (12 Receptions, 161 Yards, zwei Touchdowns) seine Pässe werfen darf, ist fast schon ein wenig unverschämt. Auch die Seahawks-Defense liefert nach einem eher peinlichen Saisonstart voller Negativrekorde eine starke Leistung ab. Niners-Backup Nick Mullens wehrt sich am Ende nochmal nach Kräften, allerdings war das Kinde nach genau einem (!) Yard im dritten Viertel für die Niners schon längst im Brunnen gelandet.

NFL Sunday Night Game

Philadelphia Eagles 9 Dallas Cowboys 23

TV-Spielplaner bekommen aufgrund solcher spielerisch eher mauer Matchups eine Menge grauer Haare, allerdings war das Aufeinandertreffen zweier erbitterter NFC-East-Rivalen immerhin spannend. Des Backups Backup Ben DiNucci und die Cowboys-Defense (ja, unglaublich) versuchen, was sie können, am Ende sind es zu oft Field Goals anstatt Touchdowns. Auch die zwei Interceptions von Rookie Trevon Diggs werden so zur Fußnote. Carson Wentz leistet sich in windigen Verhältnissen für die Eagles insgesamt vier Turnovers und wirft wohl mehr Fragen auf, als das er Antworten gibt. Dafür springen wieder einmal „kleine“ Namen wie Travis Fulgham (6 Catches, 78 Yards) oder Running Back Boston Scott in die Bresche. Auch Linebacker T.J. Edwards überzeugt mit 13 Tackles und einem Sack.

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Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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