HEFT #50

Ausgabe OKTOBER 2021

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Cover Them All: NFL Playoffs Divisional Round

NFL-Größen unter sich: Auch Tom Brady sagt Drew Brees ehrfurchtsvoll Adieu. NFL-Größen unter sich: Auch Tom Brady sagt Drew Brees ehrfurchtsvoll Adieu. Imago Images / ZUMA Wire / Dirk Shadd
Cover 1, Cover 2… no, just cover them all! Hier auf Touchdown24 decken wir für euch jedes NFL-Spiel vom Wochenende ab und liefern die gesamte Football-Saison über am Montagmorgen eine Zusammenfassung des aktuellen Spieltages – auch in den Playoffs. Damit die Woche auch richtig starten kann!

Green Bay Packers 32 Los Angeles Rams 18

Die Rams hatten in dieser Partie eine Chance und genau eine: Ihr Pass Rush musste zu Aaron Rodgers gelangen. Anders kann man die explosive Packers-Offense um den voraussichtlichen NFL MVP nicht an die Leine legen, dafür stehen Matt LaFleur einfach zu viele gefährliche Spielkameraden auf den Außenbahnen und im Backfield zur Verfügung. Der Pass Rush aus LA blieb allerdings komplett ineffektiv, auch wegen einem merklich angeschlagenen Aaron Donald, und so hatte Rodgers bei fast jedem Dropback die Chance, genüsslich ein Stück Käse zu essen. Sogar eins, wo er die Rinde vorher abschneiden muss – sehr zur Freude der Cheeseheads.

Die Rams wehrten sich mit einem gut aufgelegten Cam Akers (90 Rush Yards) bis spät ins vierte Viertel, doch weder konnte ihre Defense ein echtes Big Play landen (bei der All-World-Corner Jalen Ramsey sich in Halbzeit Eins ein peinliches Play von Arbeitsverweigerung leistete) noch vermochte Jared Goff Green Bays Verteidigung wirklich Angst zu machen. Ein erneut überragendes, physisches Laufspiel der Packers angeführt von Aaron Jones (7,1 Yards pro Carry) besorgte den Rest und bereitete den spielentscheidenden 58-Yard-Touchdown via Play Action von Rodgers zu Allen Lazard vor.

Buffalo Bills 17 Baltimore Ravens 3

Die Bills und die Ravens lieferten sich ein richtig schönes Playoff-Slugfest mit allem was dazu gehört. Man hörte bei jedem Play die Helme gegeneinander rammen, die Verteidigungen dominierten und das miese, windige Wetter in Orchard Park spielte eine durchaus prominente Rolle. Am Ende setzte sich das Team durch, was weniger Fehler machte. Dass dies ausgerechnet eine von Josh Allen angeführte Mannschaft aus Buffalo sein würde, zeigt wie weit die ehemaligen Super-Bowl-Bridesmaids und vor allem ihr junger Signal Caller in dieser Saison gekommen sind. Taron Johnson setzte mit einem 101-Pick-Six eines der Ausrufezeichen des Abends und vorne war die Kombination aus Allen und Superstar Stefon Diggs (106 Receiving Yards, 1 Touchdown) geradeso genug, um anschließend ein paar Zigarren anzuzünden.

Den Ravens hingegen steht nicht nur ein bitterböses Video-Studium bevor, bei dem sie reihenweise ungezwungene Patzer analysieren können, sondern in der langen Offseason müssen sie wohl auch ihre gesamte Identität hinterfragen. In vier Playoffspielen mit Lamar Jackson haben sie ganze 52 Punkte gemacht, das sind nach Adam Riese 13 pro Partie. Ihr laufintensives System hat bisher den Postseason-Test nicht wirklich bestanden. Wenn dann auch noch der vielleicht beste Kicker der NFL mit Justin Tucker einen schwachen Tag erwischt (zwei verschossene Fields Goals) und Lamar Jackson mit einer Concussion raus muss, ist die Offseason schnell eingeläutet. Ganz egal, wie formidabel die Defense sich gegen die Bills abermals präsentierte.

Kansas City Chiefs 22 Cleveland Browns 17

Auf Cruise Control laufen ist schon eine feine Sache, dachten sich auch die Kansas City Chiefs. Doch Football in der NFL ist halt eine Angelegenheit, die sich innerhalb einer Sekunde komplett ändern kann… im Guten wie im Schlechten. Nach einem harten Hit musste Superstar-Quarterback Patrick Mahomes mit Gehirnerschütterung vom Feld und mit ihm setzten sich alle Hoffnungen der Kansas City Chiefs ins blaue Zelt. Auf einmal soll Veteran Chad Henne die Zündkerze im 11-Zylinder von Andy Reids Offensive geben, was wenig überraschend nicht die gleiche Performance nach sich zieht wie noch mit dem Ex-MVP am Steuer. Und so haben die Cleveland Browns den Top-Favoriten am Rande der Sensationsniederlage.

Doch da war ja was mit der plötzlichen Wendung innerhalb von Sekunden. Beim dritten Versuch und 14 Yards zu gehen nimmt Chad Henne in der Crunchtime den Ball unter den Arm und das Herz in die Hand. Er bringt den Ball Zentimeter an den First Down heran, den er dann Augenblicke später beim 4th Down via Pass zu Tyreek Hill schafft. Game over! Die Chiefs sorgen sich trotzdem um Mahomes für die nächste Woche. Cleveland fliegt enttäuscht nach Hause, doch sie müssen sich nach einer starken Saison überhaupt nicht grämen, erst recht nicht nach diesem beherzten Auftritt. Es wird spannend zu beobachten, ob sich um Baker Mayfield und Kevin Stefanski eine neue Kultur des Erfolges in Ohio einstellt oder ob es ein One Hit Wonder war. Die Tendenz lässt im Moment wohl eher Ersteres vermuten.

New Orleans Saints 20 Tampa Bay Buccaneers 30

Es ist eine alte Regel in so mancher amerikanischen Sportart und auch in der NFL: Ein und dasselbe Team in der gleichen Saison dreimal zu schlagen gestaltet sich üblicherweise als verdammt schwierige Kiste. Unmöglich wird es dann, wenn der eigene Hall-Of-Fame-Quarterback auch noch drei bittere Interceptions wirft und damit den Weg bereitet für den Gegner. Es ist vielleicht ein mehr als trauriger Abgesang für Drew Brees, einen der ganz Großen der letzten zwei Dekaden auf und neben dem Feld. Man wird sich für immer daran erinnern, wie er New Orleans nach Hurricane Katrina wieder auf die Beine half, NFL Passing Rekorde pulverisierte und auf Zehenspitzen über seine Offensive Line lugte. Vorerst und eventuell für immer bleibt ein letztes großes Hurra aus.

Tom Brady war der andere große Name im Duell zweier Altmeister und er hatte wie so oft das bessere Ende auf seiner Seite in einem monumentalen Playoff-Battle. Seine Leistung war konzentriert und fokussiert, den großen Unterschied machte letztendlich aber seine Verteidigung. Angeführt von einem bis in die Haarspitzen motivierten Linebacker Devin White (11 Tackles, 2 Takeaways, machten es die Bucs den Saints das gesamte Spiel über schwer und stibitzten ihren Gegnern direkt drei Mal den Ball. Der Tag der Star-Receiver war es derweil nicht. Michael Thomas lieferte für die Saints einen Blankoscheck und auch Mike Evans ließ die Bucs-Fans mit nur einem Catch für drei Yards eher selten Luftsprünge vollführen.

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Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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