HEFT #52

Ausgabe DEZEMBER 2021

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Chargers und Steelers liefern NFL-Thriller zur Primetime

Im Sunday Night Game zwischen den Steelers und Chargers ging es ziemlich heiß her. Im Sunday Night Game zwischen den Steelers und Chargers ging es ziemlich heiß her. Imago Images / Icon SMI / Chris Williams
Schon ein paar Tage vor Thanksgiving stellte sich die NFL auf ihren ganz persönlichen Football-Feiertag ein und zwar mit einem reich gedeckten Week-Eleven-Tisch. In unserer Spieltagzusammenfassung „Cover Them All“ probieren wir uns durch die einzelnen Gänge beziehungsweise Spiele durch und verraten euch, wo es besonders gut geschmeckt und wo das nötige Salz in der Suppe gefehlt hat. Beim Sunday Night Football Game zwischen den Los Angeles Chargers und den Pittsburgh Steelers war jedenfalls eine ganze Menge Würze mit drin!

Justin Herbert, "Big Ben" & ein Sunday Night Shootout

Dass Justin Herbert gerne man an einem NFL-Shootout teilnimmt, das dürfte mittlerweile bekannt sein und war damit auch bei diesem Sunday Night Football Game keine große Überraschung. Dass aber „Big Ben“ Roethlisberger auf seine nicht mehr ganz jungfräulichen NFL-Tage den Fehdehandschuh des jungen Shooting-Stars aufnimmt und munter mitballert, das war dann doch schon ein klein wenig überraschend. Für den Zuschauer entwickelte sich die Sonntagnachtpartie damit aber zu einem munteren Scheibenschießen – mit einem letztendlich besseren Ende für die Heimmannschaft, die ihre Bilanz auf sechs Siege gegenüber vier Niederlagen stellt.

Der Heimsieg schien schon früh in trockenen Tüchern, denn die Chargers erarbeiteten sich einen 17-Punkte-Vorsprung gegen Ende des dritten Viertels. Dann aber begann ein wilder Schlussabschnitt mit einer fulminanten Aufholjagd der Steelers. Zwei Scores von Eric Ebron und Pat Freiermuth bastelten innerhalb von 26 Sekunden ein Sandwich um eine Courtland-Sutton-Interception und damit war das Ergebnis auf Anfang gestellt. Pittsburgh stoppt Chargers-Back Austin Ekeler beim vierten Versuch in der eigenen Hälfte und geht durch ein Field Goal von Chris Boswell sogar in Führung. Dann aber vergessen die Steelers den wuchtigen Mike Williams auf der linken Seite. Jenes tut Justin Herbert eben nicht und kurz darauf steht es 41:37.

Kansas City Chiefs setzen Aufwärtstrend gegen Dallas fort

Kleine Geschichtsstunde: Die Kansas City Chiefs hießen ursprünglich in alten AFL-Tagen mal Dallas Texans, bevor sie knapp 600 Meilen nördlich als „Häuptlinge“ ihre Zelte aufschlugen. Am Anfang dieser Partie schien es so, als wollten sich die heutigen Chiefs für die vermeintliche Vertreibung rächen, denn Mahomes‘ Mannen marschierten früh zu einem saftigen Vorsprung. Vor allem ist es die Defense um den überragenden Chris Jones (vier Sacks), die auf einmal wie Willie "Contact" Lanier höchstpersönlich über den Rasen fegt und einer ersatzgeschwächten Cowboys-Offense früh, in der Mitte und spät den Zahn zieht. Dak Prescott wird nächste Woche Left Tackle Tyron Smith wohl höchstpersönlich zur Reha fahren und ihm viellleicht auch noch einen großen Eisbecher kaufen, damit er ja schnell wieder kommt.


Die Detroit Lions bleiben auch gegen Cleveland sieglos

Im "Georgia Bulldogs Runningback Alumni Game" hatte D’Andre Swift (136 Rush Yards, 9,7 Yards pro Carry) knapp die Nase vor seinem Kumpel Nick Chubb (130 Rush Yards, Receiving Touchdown), das eigentliche NFL-Spiel gewinnen dann aber doch die Cleveland Browns knapp mit 13:10. Die Quarterbacks Baker Mayfield und NFL-Debütant Tim Boyle glänzen mit einer Menge, nur halt nicht mit gutem Passing (vier Interceptions, zusammen nur 253 Pass Yards), was ja irgendwie Kern ihrer Berufsbeschreibung wäre.

Miami Dolphins schlagen die Jets im NFL-Kellerduell

Die gute Nachricht für die Miami Dolphins: Sie konnten ihr zweites NFL-Spiel in Folge gewinnen. Die schlechte? Sie sahen dabei kaum wirklich besser aus als ein Jets-Team, dessen Navigationssystem seit Wochen einen Elektronikfehler hat und bei dem ein grauer Joe Flacco auf dem Pilotenstuhl Platz genommen hat. Zwei lange Touchdown-Receptions – einer von Mack Hollins für Miami und eine vom aufstrebenden Jets-Rookie Elijah Moore – sind die Highlights im sonst eher müden Kellerduell.

Houston Texans schocken die Titans mit Auswärtssieg

Die Houston Texans haben nicht gerade viel auf der Habenseite, doch wenn Tyrod Taylor hinter dem Center steht, dann gehen sie auf jeden Fall mit einer ganzen Menge Herz an aden Start. Der vom Verletzungspech verfolgte Signal Caller führt seine Mannen zum beeindruckenden Auswärtssieg in Tennessee und steuert unter anderem eine perfekte Flugeinlage zum Touchdown bei. Bei den Titans ist viel Sand im Getriebe und irgendwie scheinen sie es nicht so mit NFL-Kellerkindern zu haben. Zwei ihrer drei Saisonpleiten kommen gegen die Texans und die Jets. Immerhin sind sie in den Playoffs vor derartigen "Powerhouses" sicher.

Eagles fliegen ganz bodenständig zum ersten Heimsieg

Die NFL eine Passing League? "Ja ne, is klar", sagen die Philadelphia Eagles und erlaufen auf dem Rücken ihrer vielseitigen Rushing Attack endlich Nick Siriannis ersten Sieg in der "City Of Brotherly Love". 242 Yards waren es am Ende auf dem Boden, Quarterback Jalen Hurts trabte für drei Scores in die Endzone und Darius Slay steuert seinen dritten Scoring-Return der Saison bei. New Orleans reiste mit einer Verletztenliste an, die in etwa so lang ist wie der Weg vom "Big Easy" nach NOLA selbst, dementsprechend schwer taten sie sich über weite Strecken der Partie.


Vikings mit spektakulärem Sieg im NFC-North-Battle gegen Green Bay

Du magst Offense? Monster-Receiver? Top-Quarterbacks going Blow 4 Blow? Dann hol dir den Rerun dieser Partie zwischen zwei alten NFC-North-Rivalen. Hin und her ging es, Justin Jefferson, Davante Adams, MVS, Dalvin Cook… so ziemlich jeder Skill-Position-Spieler spielte verrückt. Am Ende machen es die Vikings ganz clever und mit ein bisschen Glück. Zunächst gibt es tiefes Durchatmen, weil Packers-Safety Darnell Savage einen zu kurzen Pass von Cousins doch nicht abgefangen hat, und dann bringt man Kicker Greg Joseph in Stellung. Das smarte daran? Es war keine Zeit mehr auf der Uhr für einen Gegenschlag von Aaron Rodgers. Ganz klarer Punktsieg für die Vikings.

San Francisco 49ers gewöhnen sich so langsam ans Siegen

Was war das nicht für ein holpriger und frustrierender NFL-Saisonstart für die San Francisco 49ers. Ja, ist ja gut, schon verstanden, Niners-Fans! Wir erinnern euch ja nicht mehr dran. Die Gegenwart sieht ja auch viel besser aus, denn mit einem gefühlten Deebo-Samuel-Turboantrieb eilt San Francisco von Sieg zu Sieg. Neben einem kreativen Angriff mit effizientem Jimmy Garoppolo überzeugt vor allem die Defense um Nick Bosa, welche den Jaguars gerade einmal 200 Yards erlaubt. Jacksonville, ganz der feine Gastgeber, kam aber auch nicht auf wirklich unfreundliche Ideen im Angriff und machte es den Kaliforniern damit relativ einfach.

Tyler Huntley führt Baltimore Ravens zum Sieg in Chicago

No Lamar Jackson, no Problem! Na ja, fast keines, denn Backup Tyler Huntley hatte es bei sechs genommenen Sacks lange schwer gegen eine von Roquan Smith (17 Tackles) und Robert Quinn (3,5 Sacks) zusammengehaltene Bears-Defense. Am Ende findet Huntley aber noch das Bear Spray, gibt den Ball an Devonta Freeman für den Game Winner und führt die Ravens damit zum Comeback-Sieg. Für Chicago macht Justin Fields einen saftigen Schritt zurück nach einigen soliden Wochen und verletzt sich obendrein noch an den Rippen. Andy Dalton kann die Kohlen hinterher fast aus dem Feuer holen, dann aber eben doch nicht ganz.

Cam Newtons Heimdebüt endet mit Auswärtserfolg für Washington

Er brüllte, er schrie, er tanzte, er scorte, er riss sich das imaginäre Hemd vom Leib wie Superman… und am Ende gewannen doch die anderen. Vieles bis alles drehte sich im Spiel der Carolina Panthers gegen das Washington Football Team um Panthers-Rückkehrer Cam Newton, der auch einige starke Szenen hatte. Nur wenn die Panther ehrlich mit sich sind, dann werden er, 189 Pass Yards und eine Run-Pass-Option-Offense keine wirklich erfolgreiche Zukunft haben. Die steht dem WFT mit Taylor Heinicke wohl auch nicht wirklich bevor, doch immerhin kann man seine erneut couragierte Leistung (16 von 22 Pässen an den Mann, drei Touchdowns) mal mit einem Sieg belohnen.


Jonathan Taylor trägt sich in die Liste der MVP-Kandidaten ein

Lange schien die Saison der Indianapolis Colts ins Nichts zu laufen, dann aber bekam Jonathan Taylor das Ding in die Hände und gab dem Ganzen eine Richtung. Mittlerweile ist der Star-Runningback ein echter MVP-Kandidat, trägt er doch mit Leistungen wie gegen Buffalo (185 Rush Yards, insgesamt fünf Touchdowns) ein lange lebloses Team mit Carson Wentz als Quarterback zu fünf Siegen aus sechs Spielen. Auch die Defense leistet ihren Teil gegen schwache Bills, deren Saison vollkommen aus dem Ruder zu laufen scheint. Weder Josh Allen noch die Defense finden zu irgendeinem Zeitpunkt ihre Form, was in den vergangenen Wochen ein bisschen zu oft der Fall ist für einen echten NFL-Contender.

Arizona hält auch mit Colt McCoy weiter Kurs

Alles wird gut wenn Russell Wilson wiederkommt? Wohl eher nicht, müssen die Seattle Seahawks feststellen und stehen nach einer weiteren Pleite vor den Scherben ihrer aktuellen NFL-Saison. Selbst vor der Verletzung ihres Superstars lief eine Menge schief, wie auch dieser Division-Loss einmal mehr untermalte. Colt McCoy macht für die Cardinals mit Zach Ertz‘ Hilfe einen mehr als respektablen Job als Not-Starter und setzt in diesem Spiel sogar einige Akzente. Die restlichen kommen von einer robusten Defense um Chandler Jones, dem zwei Sacks gelingen.

Cincinnati Bengals sind wieder in der Erfolgsspur

Eine kleine Portion vom Hype, den die Cincinnati Bengals in der Anfangsphase der NFL-Saison bekamen, war zweifelsohne verfrüht. Die Tiger befinden sich als Franchise in einer Findungsphase, dass sie aber schon jetzt ein verdammt gefährliches Football-Team sind, mussten die Las Vegas Raiders am eigenen Leib erfahren. Joe Mixon ist für die Bengals mit 123 Rush Yards und zwei Scores ein Erfolgsgarant, dazu justiert Kicker Evan MacPherson sein Geschoss von einem rechten Bein. Er trifft vier von vier Field Goals für insgesamt 205 (!) Yards, drei davon wie es Mathematiker sicherlich sofort geblickt haben aus über 50 Yards. Hello, Special Teams Player Of The Week Award!

Welche der überragenden Leistungen der NFL Week Eleven war für euch die beste?
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

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