HEFT #50

Ausgabe OKTOBER 2021

Jetzt kaufen

Rams und Stafford mussten gegen Bears ran

Patrick Mahomes und die Chiefs kreuzten in der Week One der NFL mit den Browns die Klingen. Patrick Mahomes und die Chiefs kreuzten in der Week One der NFL mit den Browns die Klingen. Imago Images / Icon SMI / William Purnell
Mit dem ersten Spieltag der neuen NFL-Saison ist auch unsere Rubrik "Cover Them All" zurück und wir liefern euch einen Blick auf alle Partien des Football Sonntags. In Week One bescherte uns die Liga ein paar echte Spitzenspiele, reihenweise Überraschungen und die ersten Auftritte der diesjährigen Top-Rookies! In der Nacht musste Matthew Stafford mit den L.A. Rams gegen Chicago ran. So lief der Saisonauftakt.


Stafford strahlt beim NFL Sunday Night Game

Die Los Angeles Rams wissen nur allzu gut, wie die Chicago Bears sich nach ihrer 14:34-Pleite bei Sunday Night Football fühlen. Sie wissen, wie ein nicht mehr wirklich wurfgewaltiger Quarterback die eigene Offense an die Leine legen kann und sie wissen, dass derartige Arrangement ziemlich großen Druck auf die eigene Defense ausüben. Wenn auch diese dann nicht den besten Tag erwischt, dann bleibt eine Dienstreise nach Hollywood nicht von Erfolg gekrönt. Während die Bears in "Neutral" feststecken und Justin Fields sich hinter Andy Dalton die Hufe wund scharrt, genießen die Rams die Strahlkraft ihres neuen Quarterbacks. Viel besser hätte sich Matthew Stafford sein Debüt (321 Yards, drei Touchdowns) nicht vorstellen können und zumindest mit Bleistift setzt er hinter den Super-Bowl-Kandidaten-Status seines neuen Arbeitsgebers mal ein Ausrufezeichen.


Willkommen in der NFL, Zach Wilson

Vielleicht hat Sam Darnold es seinem Gegenüber Zach Wilson kurz vor dem 19:14-Sieg der Carolina Panthers noch gesteckt, als Quarterback bei den New York Jets ist es nicht immer ein Zuckerschlecken. Wilsons Offensive Line ließ ihm lange nicht mal eine "New York Minute", verlor zu allem Überfluss sogar noch Left Tackle Mekhi Becton an eine böse aussehende Verletzung. Wilson (258 Yards, zwei Touchdowns, eine Interception) beißt sich aber trotz sechs Sacks durch und hält die Jets lange im Spiel. Sam Darnold hat mittlerweile andere Sorgen, zum Beispiel wie er Christian McCaffrey (98 Rush Yards, 89 Receiving Yards) und seiner High-Speed-Defense dafür danken kann, dass diese ihm das NFL-Leben endlich erträglich machen.

Chandler Jones legt im Vertragspoker mit den Cardinals vor

Wenn die Arizona Cardinals Chandler Jones das nächste Mal den Zettel mit seinem künftigen Gehalt über den Verhandlungstisch schieben, dann brauchen sie sich nicht wundern, wenn sie ihn direkt mit einer hinten drangehängten Null zurückbekommen. Mit fünf Sacks knackt der All-Pro-Edge-Rusher nicht nur die Einhundert für seine NFL-Karriere, er avanciert auch zum Headliner beim 38:13-Statement-Sieg der Arizona Cardinals. Kyler Murray (289 Yards, vier Touchdown-Pässe plus Rushing Score) und seine "Murderer’s Row" an Receivern besorgt den Rest gegen indisponierte Titanen.

Houston, wir haben einen Sieg

Kollektives Aufatmen in Texas: Die Houston Texans werden dank des 37:21-Erfolges nicht ohne Sieg durch die Saison gehen. Und wenn man sich den couragierten Auftritt so angesehen hat, dann wird es vielleicht nicht mal der letzte bleiben für die designierten Offseason-Verstolperer. Tyrod Taylor (21 von 33 für 291 Yards und zwei Scores) zeigt Top Pick Trevor Lawrence (drei Touchdowns, drei Interceptions), wie man es macht, und erinnert daran, dass er ein respektabler NFL-Signal-Caller ist. Nun muss der Teamarzt nur noch mit den Spritzen etwas vorsichtiger sein, als sein Kollege in Los Angeles es war. Urban Meyer dürfte vor allem die desolate Defense der Raubkatzen nicht gefallen haben.

Ben Roethlisberger zeigt es seinem "Nachfolger"

Es fing ziemlich bitter an für die Offense der Pittsburgh Steelers, Ben Roethlisberger und seine Gefährten bekamen zu Anfang ihres 23:16-Auswärtssieges so gar nichts auf die Kette. Ihre Freunde aus der Defense legten gleichzeitig aber auch die von Josh Allen angeführten Bills an die Kette, den so mancher als einen neuen "Big Ben" sieht. Sprich einen Quarterback-Büffel, an dem selbst 300-Pfund-Kolosse abprallen wie Schmeißfliegen. Die Entscheidung bringt letztendlich aber ein geblockter Punt der Stahlarbeiter, den Ulysees "President Grant ohne Doppel-S" Gilbert III in die Endzone läuft.


49ers rasen durch die Motor City

Jimmy Garoppolo oder Trey Lance? Trey Lance oder Jimmy Garoppolo? Fast wäre es das kleinste Problem der San Francisco 49ers gewesen, denn um ein Haar hätten sie in den letzten drei Minuten einen 24-Punkte-Vorsprung gegen die lange zahnlosen Lions vergeigt. Am Ende retten sie das 41:33 doch noch über die Ziellinie und müssen halt auf dem Heimflug vielleicht mit Apfelschorle anstatt einer Koste Bier Vorlieb nehmen. So oder so war aber auch viel Gutes dabei, unter anderem 6th-Round-Rookie Elijah Mitchell (104 Rush Yards inklusive Score) und Deebo Samuel (189 Receiving Yards samt 79-Yard-Touchdown). Dan Campbell wird anstatt von Waden an seiner ersten NFL-Niederlage als Cheftrainer zu knabbern haben, darf aber stolz auf niemals aufgebende Löwen sein.

Justin Herbert handelt die Hauptstädter

Viel Hoffnung hatte das Washington Football Team in Ryan "Fitzmagic" Fitzpatrick gesetzt, aber zunächst einmal bietet er ihnen seinen Mr. Hyde aka "Fitztragic". Ein harter Hit holt den NFL-Journeyman vom Feld, Super-Backup Taylor Heinicke soll danach die Kohlen aus dem Feuer holen. Gegen Jungstar Justin Herbert (satte 337 Pass Yards gegen die vielleicht beste Defensive Line der NFL) ist das aber eben gar nicht so einfach. Schon gar nicht, wenn sein First-Round-Tackle Rashawn Slater direkt mal eine Sahnevorstellung auflegt. Seine Feuertaufe meistert der Rookie gefühlt mit Eiswasser in den Venen und hilft dabei, dass Chargers beim 20:16-Road-Win ungleich der vergangenen Saison einen Vorsprung nach Hause bringen.

Eagles lassen die Falcons mächtig abstürzen

Die Spitznamen der Teams erklären in etwa die Kräfteverhältnisse beim 32:6 der Eagles in Atlanta, schließlich hat ein echter Adler doch eine ganze Menge mehr Muckis als ein Falke. Die Football spielenden Namensvetter hatten auch noch mehr Mut, mehr Speed sowie mehr Spielfreude und damit startet die Head-Coach-Karriere von Nick Sirianni mit einem überzeugenden Sieg. Auch Jalen Hurts (drei Scores), Rookie Devonta Smith (sechs Catches) und die Defense unter Neu-Coordinator Jonathan Gannon hatten sichtlich Spaß. Letzterer verging Matt Ryan (nur 164 Pass Yards) ziemlich früh und so langsam aber sicher tickt seine NFL-Uhr immer lauter. Immerhin haben sie diese Saison noch die Bulldogs in Georgia und für die Braves beim Baseball sieht es auch okay aus.


Burrow muss für die Bengals direkt eine Extraschicht schieben

Die Minnesota Vikings bewegten in der Overtime den Ball in Richtung Endzone und so langsam bildete sich schon ein Schweißrand auf Zac Taylors Shirt. Nach einer Fumble Recovery von Germaine Pratt, einem 32-Yard-Pass von Joe Burrow auf C.J. Uzomah beim vierten Versuch sowie dem anschließenden Game Winner von Evan MacPherson durfte der junge Übungsleiter dann aber doch noch durchatmen. Ex-Top-Pick Joe Burrow bekam mit fünf Sacks zwar wieder ganz gut auf die Mütze, dafür schwor seine neuer Star-Receiver Ja’Marr Chase der "heißen Kartoffel" ab und rockte sein NFL-Debüt mit fünf Receptions, 101 Yards inklusive Touchdown. Die Wikinger zeigen viel Kampfgeist, am Ende läuft die Kogge beim 24:27 trotzdem auf Grund.

Kochkünste von Russell Wilson schmecken den Colts nicht besonders

Vielleicht sollten die Indianapolis Colts mal einen Antrag bei der NFL stellen, ob sie nicht erst immer am zweiten Spieltag in die Saison starten könnten. Mit der 16:28-Pleite gegen Seattle haben die Colts nun ganze acht Season Opener in Folge verloren, womit auch bei der Carson-Wentz-Einstandsparty früh das Licht eingeschaltet und die Musik ausgedreht wurde. Der Pass Rush der Seahawks bat den Ex-Eagle vorher in schöner Regelmäßigkeit zum Tanz und verschaffte damit der eigenen Offense immer wieder gute Ausgangspositionen. Russell Wilson (vier Touchdowns), Tyler Lockett (100 Receiving Yards, zwei Scores) und der "Mann mit den blauen Haaren" wissen bekanntermaßen damit umzugehen.

Bauchlandung für Aaron Rodgers und die Packers

Es ist eine Sache, sich die ganze Offseason mit inneren Querelen herumzuplagen und ständig dank Ärger unterm eigenen Dach in den Schlagzeilen zu sein. Es ist eine ganze andere Sache, danach dann im ersten Spiel der NFL-Saison als einer der Titelfavoriten mit 3:38 ganz böse auf die Mütze zu bekommen und eine desolate Leistung auf den Rasen zu zaubern. Willkommen in 2021, Green Bay Packers und Aaron Rodgers! Die New Orleans Saints dagegen rasen mit Extra-Motivation aufgrund des verheerenden Hurrikan "Ida" über das Feld, welcher sie zum temporären Umzug nach Jacksonville zwang. Quarterback Jameis Winston (fünf Touchdowns) gefällt es in seiner alten Heimat Florida und für das Laufspiel (172 Rush Yards) hat er auch ein paar Wegbeschreibungen parat.


Denver Broncos vermiesen Saquon Barkleys Comeback

Die Freude über die NFL-Rückkehr von Saquon Barkley währte in den Meadowlands nicht lange und die Ernüchterung war hinterher in etwa so groß wie die Waden des jungen Runningbacks. Die Giants wirkten beim 13:27 gegen die Denver Broncos oft ziemlich klein, Daniel Jones fumbled den Ball immer noch und obendrein beweist Coach Joe Judge mangelnde Regelkenntnis, als er ein Scoring Play challengt. Großen Anteil an der gigantischen Tristesse haben die Denver Broncos, die mit einem grundsoliden Teddy Bridgewater (264 Pass Yards, zwei Touchdowns), Melvin Gordons Afterburner und einer bombenfesten Defense aufwarten. Zeitweise mussten die Giants aufpassen, dass sie nicht über den Camping-Stuhl stolperten, den Von Miller mitten im blauen Backfield aufgestellt hatte.

Bama-Boys beißen sich in der AFC East die Zähne aus

Vor der Partie galt die größte Aufmerksamkeit dem Quarterback-Duell zwischen Mac Jones und Tua Tagovailoa, beide ehemalige Stars bei den Alabama Crimson Tide. Von diesem Narrativ hatte nur keiner den beiden Verteidigungen der Patriots und Dolphins etwas erzählt, die der Partie (und wohl auch der Saison für beide Teams) ihre Stempel aufdrückten. Die Dolphins haben am Ende das bessere Ende für sich, auch dank zwei Fumbles von New-England-Runningbacks inklusive Ticket ins Belichick-Hundehaus. Mac Jones (281 Pass Yards, ein Touchdown) überzeugt trotzdem bei seinem ersten Auftritt in der NFL und macht den Pats Lust auf mehr.

Chiefs und Browns liefern schon früh NFL-Playoff-Football

Spricht man im Jargon eines Boxkampfes, dann bekamen die Kansas City Chiefs von den Cleveland Browns in der ersten Runde nicht nur ordentlich einen aufs Kinn, sie mussten beim 33:29-Sieg auch massenweise Body Blows einstecken. Vor allem die monströse Offensive Line der Browns dominierte zu Anfang der Partie, aber Arrowhead und ein Kerl namens Patrick Mahomes (337 Yards, vier Touchdowns) drehten in Halbzeit Zwei mächtig auf. Die Gegner aus Ohio taumeln aber halten sich trotz zeitweiligem High Speed Football auf den Beinen, haben am Ende sogar noch die Chance auf einen "Haymaker". Die Interception vom emotionalen Baker Mayfield ist dann aber doch der finale Knockout für die starken Browns. Das Management denkt aber wohl schon über einen Rückkampf nach, Gerüchte sprechen vom AFC Championship Game.

Wer ist für euch der Spieler der Woche?
Poll is expired!
Moritz Wollert

Moritz Wollert studierte Sportmanagement im Fernstudium an der Fachhochschule für angewandtes Management Erding. Er hat aber nach mehreren Jahren in der Praxis seine Leidenschaft für das geschriebene Wort zum Beruf gemacht und arbeitet mittlerweile als freier Autor und Redakteur. Hauptsächlich ist er dabei im Sportbereich unterwegs, seit 2020 auch fest für TOUCHDOWN24.

Nach Oben