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2022 NFL Offseason-Needs: NFC North

Die Green Bay Packers wollen ihren Titel in der NFC North verteidigen. Die Green Bay Packers wollen ihren Titel in der NFC North verteidigen. IMAGO / ZUMA Wire
Wo man hinsieht, gibt es neue Gesichter. Während die Vikings und Bears direkt ihren gesamten Coaching-Staff austauschten, gehen die Lions in ihr zweites Jahr unter Dan Campbell. Die einzige Konstante sind damit die Green Bay Packers, die ein weiteres Jahr mit Aaron Rodgers angreifen wollen. Kann einer der Herausforderer dem amtierenden MVP gefährlich werden? TOUCHDOWN24 wirft einen Blick auf die Offseasons in der NFC North.

 



Green Bay Packers


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 14.04.): 9,1 Mio. Dollar

Draft Picks: 11

 

  • 1. Runde: #22 + #28
  • 2. Runde: #53 + #59
  • 3. Runde: #92
  • 4. Runde: #132 + #140
  • 5. Runde: #171
  • 7. Runde: #228 + #249 + #258

 

Das ist bislang passiert


Die Offseason in Wisconsin steht ganz im Schatten des Abgangs von Davante Adams. Nachdem Star-Quarterback Aaron Rodgers seinen Vertrag zu massiven Konditionen verlängerte, ging eigentlich jeder davon aus, dass Adams nun auch bleiben würde. Doch das Verhältnis zwischen dem für viele besten Wideout der Liga und der Franchise war derart unterkühlt, dass Adams unter keinen Umständen bleiben wollte. Die Raiders sahen ihre Chance und schnappten sich den 29-Jährigen für einen Erst- und einen Zweitrundenpick im diesjährigen Draft.


Auf kurze Sicht ist der Abgang von Adams für Green Bay kaum aufzufangen, gerade da mit Marquez Valdes-Scantling und dem Deutsch-Amerikaner EQ St. Brown zwei weitere Receiver die Franchise verließen. Mit Za'Darius Smith verloren die Packers zudem eine Pass-Rush-Präsenz, auch hier muss General Manager Brian Gutekunst noch reagieren. Insgesamt ist das Roster Green Bays damit deutlich schlechter besetzt als die Jahre zuvor, was die Frage aufwirft: Kann Rodgers das Team einmal mehr auf seinen Schultern tragen?

Diese Needs muss Green Bay noch angehen


1. Wide Receiver

Adams und Valdes-Scantling sind weg, mit EQ ist zudem eine Depth-Option weggebrochen. Ersatz gibt es für den Aderlass im Wide-Receiver-Room noch keinen, weswegen wir stark davon ausgehen müssen, dass die Packers die Position früh im Draft angehen. Nach dem Adams-Trade hat Green Bay dafür zumindest zwei Picks gegen Ende der ersten Runde. Ein Chris Olave (Ohio State) oder George Pickens (Georgia) würden dem Team gut zu Gesicht stehen.

2. Interior Offensive Line

Mit Billy Turner und Lucas Patrick haben die Packers zwei vielseitige O-Liner in der Free Agency verloren, während sich Elgton Jenkins noch immer von einer Kreuzbandverletzung erholt. Mit seinen elf (!) Picks im Draft wird Gutekunst die Position mit Sicherheit angehen, vermutlich sogar im Doppelpack. Es wäre das dritte Jahr in Folge, in dem die Packers mindestens zwei O-Liner draften.

Minnesota Vikings


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 14.04.): 7,9 Mio. Dollar

Draft Picks: 8

 

  • 1. Runde: #12
  • 2. Runde: #46
  • 3. Runde: #77
  • 5. Runde: #156
  • 6. Runde: #184 + #191 + #192
  • 7. Runde: #250

 

Das ist bislang passiert


Die Ära Mike Zimmer ist in Minneapolis nach acht Jahren vorbei, nach einer erneut enttäuschenden Saison musste der Head Coach seine Sachen packen. Nun soll Kevin O'Connell der Franchise neues Leben einhauchen, gerade offensiv. Der ehemalige Offensive Coordinator des Super-Bowl-Champions aus Los Angeles hat ein ganzes Arsenal an Waffen rund um Quarterback Kirk Cousins. Es wird spannend zu sehen sein, was er aus diesem Potenzial macht.

In Sachen Ab- und Zugängen auf Spieler-Ebene war es rund um die Vikings dagegen eher ruhig. Mit Za'Darius Smith kam der Königstransfer der Free Agency vom Rivalen aus Green Bay, der zusammen mit Harrison Phillips (aus Buffalo) die D-Line der Vikings wieder zu alter Stärke führen soll. Mit Jordan Hicks kam zudem ein neuer Linebacker aus Arizona.

Diese Needs muss Minnesota noch angehen


1. Cornerback

Patrick Peterson kehrt für ein weiteres Jahr zu den Vikings zurück, doch hinter dem Superstar ist die Tiefe im Roster nicht gegeben. Neuzugang Chandon Sullivan wird vermutlich im Slot spielen. Damit bleiben nur der im Vorjahr schwächelnde Cameron Dantzler, Kris Boyd und Harrison Hand. Zu wenig in einer Liga, die mehr und mehr vom Passspiel geprägt wird. Es sollte niemanden verwundern, wenn die Vikings ihren größten Need direkt in der ersten Runde im Draft angehen.

2. Tight End

Tyler Conklin schlägt seine Zelte jetzt in New York bei den Jets auf, was die Vikings in Sachen Tight End in einem schlechten Spot lässt. Die einzige valide Option im Kader ist Irv Smith Jr., der im Vorjahr wegen Verletzungen gar nicht zum Einsatz kam. Johnny Mundt (10 Catches in fünf NFL-Saisons) und Zach Davidson (Practice Squad) werden keine Rolle spielen.

Chicago Bears


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 14.04.): 12 Mio. Dollar

Draft Picks: 6

 

  • 2. Runde: #39 + #48
  • 3. Runde: #71
  • 5. Runde: #148 + #150
  • 6. Runde: #186

 

Das ist bislang passiert


Matt Nagy und Ryan Pace sind in der „Windy City“ Geschichte – endlich, mag sich der eine oder andere Bears-Fans gedacht haben. Es liegt nun am neuen Head Coach Matt Eberflus, der aus Indianapolis kam, und an General Manager Ryan Poles, um ihren jungen Franchise-Quarterback herumzubauen. Justin Fields ist die Zukunft in Chicago, das sollten wir in diesem Jahr das erste Mal so richtig sehen.

Der Abgang von Allen Robinson in der Free Agency war vorhersehbar, die Beziehung zwischen dem Star-Wideout und der Franchise war zu zerrissen. Schmerzlich aus kurzfristiger Sicht ist der Verlust von Khalil Mack zu den Chargers, immerhin haben die Bears dafür einen zusätzlichen Zweitrundenpick im Draft. Sie schlucken zwar 24 Mio. Dollar Dead Cap in diesem Jahr, schaufeln sich für 2023 aber 28,5 Mio. Dollar frei.

Diese Needs muss Chicago noch angehen


1. Wide Receiver

So verständlich die Trennung von Robinson war, so groß ist die Lücke, die der Receiver im Roster hinterlässt. Mit Byron Pringle und EQ St. Brown kamen zwei günstige Depth-Optionen in der Free Agency, doch um das Maximum an Fields herauszuholen, sollte Poles dem 23-Jährigen neben Darnell Mooney eine weitere Anspielstation verschaffen. Der Idealfall wäre wohl Chris Olave im Draft, der damit mit seinem alten College-Quarterback wiedervereint wäre. Wie gut das funktionieren kann, haben uns Joe Burrow und Ja'Marr Chase ja erst gezeigt.

2. Cornerback

Da Chicago in der Free Agency so gut wie nichts unternahm, um den Cornerback-Room zu verstärken, müssen wir davon ausgehen, dass die Bears hier die ganze Zeit auf den Draft gesetzt haben. Die Passverteidiger Chicagos erlaubten im Vorjahr das beste gegnerische Passer-Rating in Coverage (103,3) und wurden ein wenig vom starken Pass-Rush mitgetragen. Ohne Mack an der Front wird der Fokus 2022 noch mehr auf den Cornerbacks liegen.

Detroit Lions


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 14.04.): 7,8 Mio. Dollar

Draft Picks: 9

 

  • 1. Runde: #2 + #32
  • 2. Runde: #34
  • 3. Runde: #66 + #97
  • 5. Runde: #177
  • 6. Runde: #181 + #217
  • 7. Runde: #234

 

Das ist bislang passiert


Es war eine ruhige Offseason in der „Motor City“, General Manager Brad Holmes legte früh den Fokus darauf, mit seinen eigenen Free Agents zu verlängern. Mit Charles Harris, Tracy Walker und Kalif Raymond bleiben damit einige Stützen im Roster, während nur fünf neue Spieler geholt wurden. „Königstransfer“ ist wohl Wide Receiver D.J. Chark, der aus Jacksonville kam (ein Jahr, 10 Mio. Dollar).

Die Strategie ergibt durchaus Sinn. In der Free Agency mit Geld um sich zu werfen, ist nur dann zielführend, wenn das Roster zum Siegen bereit scheint. Die Lions sind davon noch mindestens ein Jahr entfernt, gerade aufgrund der Quarterback-Position. Stattdessen will Detroit das Fundament schaffen, um in einigen Saisons wieder kompetitiv zu sein. Der Trend geht dafür auf jeden Fall in die richtige Richtung.

Diese Needs muss Detroit noch angehen


1. Wide Receiver

Bis auf Amon-Ra St. Brown konnte im Receiving-Corps der Lions im Vorjahr niemand so wirklich überzeugen – mit dem Deutsch-Amerikaner haben wir für unsere nächste Print-Ausgabe übrigens ein ausführliches Interview geführt und auch mein Kollege Moritz Wollert hat sich mit St. Browns Erfolg in Detroit beschäftigt. Chark ist ein erster Schritt, doch die Lions brauchen mehr Waffen um ihren Quarterback herum. Einer der beiden Erstrundenpicks ist dafür eine gute Option.

2. Quarterback

Bezüglich Quarterback befinden sich die Lions in einer Art Dilemma: Franchises können nur selten hoch im Draft picken, ohne massives Draftkapital aufzugeben, und Detroit hat einen klaren Need auf Quarterback. Anders als in vielen Jahren zuvor hat der 2022er-Draft aber nicht das eine Top-Prospect, das man sich nicht entgehen lassen darf. Damit bleibt die Frage: Gehen die Lions früh auf einen Spieler wie Malik Willis (Liberty) oder warten sie noch ein Jahr und bleiben bei Jared Goff?

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.
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