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2022 NFL Offseason-Needs: NFC East

Die Dallas Cowboys wollen ihren Division-Titel in der NFC East verteidigen. Die Dallas Cowboys wollen ihren Division-Titel in der NFC East verteidigen. IMAGO / Icon SMI
Die NFC East zählt nun seit vielen Jahren zu den schwächsten Divisions der Liga, von der einstigen „NFC Beast“ ist nicht mehr viel übrig. Die Cowboys dominierten die Division im Vorjahr und gelten auch 2022 wieder als Favorit. Was muss passieren, damit die Eagles, Commanders oder Giants „America's“ Team ein Bein stellen? TOUCHDOWN24 wirft einen Blick auf die Offseasons in der NFC East.

 



Dallas Cowboys


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 07.04.): 12,1 Mio. Dollar

Draft Picks: 9

 

  • 1. Runde: #24
  • 2. Runde: #56
  • 3. Runde: #88
  • 4. Runde: #129
  • 5. Runde: #155 + #167 + #176 + #178
  • 6. Runde: #193

 

Das ist bislang passiert


Abgänge, Abgänge und noch mehr Abgänge. Die Offseason der Cowboys sieht bislang mehr aus wie die eines Rebuild-Teams als die eines selbsterklärten Super-Bowl-Anwärters. Mit Randy Gregory (Denver), Connor Williams (Miami) und Amari Cooper (Browns, Trade) gingen drei wichtige Leistungsträger. La'el Collins (Bengals) trägt ebenfalls kein Cowboys-Jersey mehr, auch wenn Dallas mit diesem Abgang intern wohl einverstanden war.

Bis zu einem gewissen Grad ist diese Offseason eine Reaktion auf die teuren Verträge für Ezekiel Elliott und Dak Prescott, die der Franchise schlicht kaum Handlungsspielraum gaben. Immerhin konnten die Cowboys mit Michael Gallup verlängern und hielten Dalton Schultz per Franchise-Tag. Zudem, nicht ganz unwichtig, schaufelten die Texaner 24 Millionen Dollar an Cap Space frei. Dennoch: Offseasons von Titelanwärtern sehen im Normalfall anders aus.

 

Diese Needs muss Dallas noch angehen


1. Wide Receiver


Mit Amari Cooper haben die Cowboys ihren langjährigen Nummer-1-Receiver verloren, dahinter musste mit Cedrick Wilson noch ein wichtiger Rotationsspieler gehen. Bislang hat Dallas diese Lücke nur mit James Washington (ehemals Steelers) und intern mit Gallup geschlossen. Zu wenig für „America's Team“. Es sollte niemanden wundern, wenn sich Jerry Jones und Co. im Draft früh einen Wideout schnappen.


2. Right Tackle


Ob der Abgang nun gewollt war oder nicht, Collins (672 Snaps im Vorjahr) hinterlässt auf Right Tackle eine enorme Lücke. Die internen Replacements wären Terence Steel und Conner McGovern, die beide 2021 massive Probleme hatten. Steel erlaubte die höchste Pressure-Rate pro Pass-Blocking-Snap (6,4 Prozent) im Team, während McGovern die meisten Sacks (4) zuließ. Womöglich plant Dallas mit Swing-Tackle Josh Ball (Viertrundenpick im Vorjahr), doch ein wenig Hilfe im Draft würde nicht schaden.

Philadelphia Eagles


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 07.04.): 9,6 Mio. Dollar

Draft Picks: 10

 

  • 1. Runde: #15 + #18
  • 2. Runde: #51
  • 3. Runde: #83 + #101
  • 4. Runde: #124
  • 5. Runde: #154 + #162 + #166
  • 7. Runde: #237

 

Das ist bislang passiert


Die Eagles haben mit der Verpflichtung von Edge-Rusher Haason Reddick (3 Jahre, 45 Mio. Dollar) einen Splash-Move gemacht. Reddick hatte in Carolina über die letzten beiden Jahre 23,5 Sacks und sollte eine Eagles-Unit, die 2021 die zweitwenigsten Sacks (29) hatte, sofort verbessern. Er gibt Defensive Coordinator Jonathan Gannon zudem mehr Freiheiten im Scheme, mit der Option, Reddick von überall aus der Formation auf den Quarterback zu schicken.

Ansonsten war die Offseason in Philadelphia, einmal abgesehen vom Draft-Trade mit den Saints, ziemlich ruhig. Alex Singleton (Denver) und Hassan Ridgeway (49ers) sind verkraftbare Abgänge, mit Fletcher Cox konnte eines der Aushängeschilder der Franchise gehalten werden. Bleibt also die Frage: Kann Jalen Hurts den nächsten Schritt in seiner Entwicklung nehmen?

Diese Needs muss Philadelphia noch angehen


1. Wide Receiver


Ja, die Eagles sind diese Position bereits in den vergangenen Jahren mit Jalen Reagor und DeVonta Smith angegangen, doch die Tiefe hinter Smith ist im Kader nicht gegeben. Der ehemalige Colt Zach Pascal ist eine solide Nummer 3 oder 4, doch Philly sollte Hurts eine echte Nummer 2 neben Smith geben. Dafür hat Philadelphia nach wie vor zwei Picks in der ersten Runde des Drafts.


2. Linebacker


Mit Singelton verloren die Eagles in der Offseason eine echte Tackling-Maschine auf der Weak-Side der Defense. Reddick ist eher als Verpflichtung für den Pass-Rush zu sehen, daher sollte Philadelphia hier noch einmal aktiv werden. Die erste Runde wäre zwar value-technisch zu hoch für einen Weak-Side-Linebacker, aber die Eagles haben genügend Picks, um den Need im Draft später anzugehen.

Washington Commanders


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 07.04.): 6,2 Mio. Dollar

Draft Picks: 6

 

  • 1. Runde: #11
  • 2. Runde: #47
  • 4. Runde: #113
  • 6. Runde: #189
  • 7. Runde: #230 + #240

 

Das ist bislang passiert


Es war eine turbulente Offseason in der Hauptstadt. Während sich Fans noch an das neue Branding der „Commanders“ gewöhnen müssen, dürfte auch die Anpassung an Carson Wentz schwerfallen. Für ihren neuen Quarterback schickten die Commanders zwei Drittrundenpicks nach Indianapolis, von denen einer zu einem Zweitrundenpick werden kann, wenn Wentz mehr als 70 Prozent der Snaps spielt. Washington hofft auf eine Renaissance des 29-Jährigen.

Ob diese kommen wird, ist aber mehr als fraglich. Bei den Colts war Wentz mit seinem langjährigen Mentor Frank Reich wiedervereint und bekam trotzdem kaum einen Fuß auf den Rasen. Kann Ron Rivera mit seiner „Fighter“-Mentalität vielleicht mehr aus Wentz herausholen? Auf jeden Fall muss Wentz mit Brandon Scherff (jetzt Jaguars) direkt auf einen Stützpfeiler der O-Line verzichten, dafür kam mit Andrew Norwell zumindest solider Ersatz aus Jacksonville.

Diese Needs muss Washington noch angehen


1. Cornerback


Cornerback ist eine riesige Baustelle bei den Hauptstädtern, letztes Jahr gaben die Mannen von Ron Rivera 34 Touchdowns in Coverage auf, Liga-Tiefstwert. William Jackson hatte als Nummer 1 im Vorjahr massive Probleme, während Kendall Fuller eher im Slot beheimatet ist. Selbst wenn die Commanders auf einen Sprung von Sophomore Benjamin St-Juste hoffen, bleibt die Position ein Fragezeichen. Eines, das womöglich in der ersten Runde direkt angegangen wird? Optionen (Derek Stingley, Sauce Gardner, ...) gibt es genug.


2. Wide Receiver


Wentz' beste Saison bei den Eagles kam, als er ein erstklassiges Waffenarsenal um sich herum hatte. Bis auf Terry McLaurin sieht es da in Washington eher mau aus, Curtis Samuel ist zumindest eine solide Slot-Waffe. Dennoch: In den letzten beiden Jahren kam der jeweilige Nummer-2-Receiver der Offense nicht einmal auf 500 Receiving-Yards. Ob mit Erstrundentalent wie Drake London oder später im Draft mit Spielern wie John Metchie III, Washington wird einen seiner sechs Picks wohl in einen Wideout investieren.

New York Giants


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 07.04.): 5,7 Mio. Dollar

Draft Picks: 9

 

  • 1. Runde: #5 + #7
  • 2. Runde: #36
  • 3. Runde: #67 + #81
  • 4. Runde: #112
  • 5. Runde: #147 + #173
  • 6. Runde: #182

 

Das ist bislang passiert


Die Giants hatten diese Offseason große Probleme mit dem verfügbaren Cap Space und das zeigte sich schnell. Im Normalfall ist eine Verpflichtung wie die von Mark Glowinski vielleicht der dritt- oder viertbeste Neuzugang in einer Free Agency, dieses Jahr war es der Top-Move der New Yorker. Glowinski ist ein solider Spieler, doch verlor im Vorjahr beinahe seinen Starting-Spot in Indianapolis. Dennoch: Hilfe in der O-Line ist immer gerne gesehen.

Ansonsten gab es aber einen ziemlichen Aderlass. Mit Logan Ryan und Jabrill Peppers verließen gleich zwei Defensive Backs die Franchise und auch Tight End Evan Engram und Linebacker Lorenzo Carter schlagen ihre Zelte künftig nicht mehr in New York auf. Auch um Top-Corner James Bradberry ranken sich hartnäckig Gerüchte. Letztlich ist das Roster wohl schwächer als im Vorjahr, in dem die Giants nur vier Siege holten. Es sind schwere Zeiten im Big Apple.

Diese Needs muss New York noch angehen


1. Offensive Tackle


In seinem ersten Jahr als General Manager hat Joe Schoen alles getan, um die Mitte der Offensive Line mit günstigen Veteranen zu stärken. Das ist gelungen, doch auf außen gibt es nach wie vor Handlungsbedarf gegenüber von Andrew Thomas. Obwohl die Giants „erst“ an Position 5 das erste Mal picken, sollte ein Star-Tackle zu ihnen fallen. Schließlich gibt es mit Evan Neal (Alabama), Charles Chross (Mississippi State), Ikem Ekwonu (North Carolina State) und Trevor Penning (Northern Iowa) gleich mehrere erstklassige Tackles in dieser Draftklasse.


2. Tight End


Evan Engram und Kyle Rudolph haben die Franchise verlassen, damit haben die G-Men nur noch Ricky Seals-Jones im Kader, der aus Washington nach New York kam. Das ist deutlich zu wenig. In der zweiten oder dritten Runde im Draft wird Schoen die Position angehen müssen.

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.
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