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2022 NFL Offseason-Needs: AFC West

Justin Herbert (l.) und Patrick Mahomes (r.) bekommen in der AFC West mächtige Konkurrenz. Justin Herbert (l.) und Patrick Mahomes (r.) bekommen in der AFC West mächtige Konkurrenz. IMAGO / Icon SMI
Es ist das wohl verrückteste Wettrüsten, das wir innerhalb einer Division seit Jahren gesehen haben. Die Broncos, Chargers und Raiders blasen zum Großangriff auf die Chiefs, die im Westen seit nunmehr sieben Jahren dominieren. Doch welche Needs müssen die Teams unbedingt noch adressieren, um Patrick Mahomes und Co. vom Thron zu stoßen? Und was wiederum muss Kansas City tun, um die Spitze zu behaupten? TOUCHDOWN24 wirft einen Blick auf die Offseason-Needs der AFC West.

 
 



Kansas City Chiefs


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 31.03.): 12,1 Mio. Dollar

Draft Picks: 12

 

  • 1. Runde: #29 + #30
  • 2. Runde: #50 + #62
  • 3. Runde: #94 + #103
  • 4. Runde: #121 + #135
  • 7. Runde: #233 + #243 + #251 + #259

 

Das ist bislang passiert


Es war alles andere als eine ruhige Offseason in Kansas City. Mit Tyreek Hill verließ die über Jahre hinweg gefährlichste Waffe von Patrick Mahomes die Franchise im Trade mit Miami in Richtung Florida, dafür strichen die Chiefs unter anderem einen Erst- und Zweitrundenpick im Draft dieses Jahres ein. Eine mehr als ausreichende Kompensation, kurzfristig ist der Verlust von Hill aber kaum aufzufangen.

Versuchen werden es die Chiefs mit den beiden Neuzugängen JuJu Smith-Schuster und Marquez Valdes-Scantling. Gerade JuJu sollte nach zwei zuletzt frustrierenden Jahren in Pittsburgh noch ein wenig „Juice“ in sich haben – und wer wäre besser geeignet, um die Karriere Smith-Schusters wiederzubeleben, als der beste Quarterback der Liga? Da auch Byron Pringle die Chiefs in Richtung Chicago verließ, ist es auch nicht ausgeschlossen, dass sich die Franchise mit einem ihrer 12(!) Draftpicks nach einem Wideout umsieht.

Diese Needs muss Kansas City noch angehen


1. Defensive Line

Außer Chris Jones sind die Chiefs in der D-Line ziemlich dünn besetzt – gerade nach dem Abgang von Jarran Reed nach Green Bay in der Free Agency. Da General Manager Brett Veach die Position einmal abgesehen von einem neuen Vertrag für Derrick Nnadi bislang ignoriert hat, sollte es niemanden verwundern, wenn sich Kansas City früh im Draft um Hilfe für die defensive Front kümmert. Schließlich haben die Chiefs ja jetzt zwei Picks zum Ende der ersten Runde.

2. Cornerback

Mit Charvarius Ward und Mike Hughes verließen die beiden Starter der letzten Saison die Franchise in der Free Agency, Ersatz ist bis dato keiner in Sicht. Die Verpflichtung von Safety Justin Reid (3 Jahre, 31,5 Mio.) hilft zwar, doch auf außen benötigen die Chiefs dringend Hilfe. Werft dafür nur einmal einen Blick auf die Receiver, mit denen es Kansas City in der AFC West dieses Jahr zu tun bekommt (Davante Adams, Jerry Jeudy, Keenan Allen usw.). Sind Stephon Gilmore oder James Bradberry die Lösung?

 

 

Las Vegas Raiders


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 31.03.): 5,9 Mio. Dollar

Draft Picks: 5

 

  • 3. Runde: #86
  • 4. Runde: #126
  • 5. Runde: #164 + #165
  • 6. Runde: #227

 

Das ist bislang passiert


Die Raiders haben im Draft in wenigen Wochen zwar keine Erst- und Zweitrundenauswahl mehr, doch die Picks wurden gut investiert. Mit Davante Adams konnte Las Vegas den derzeit vermutlich besten Wideout der Liga aus Green Bay loseisen. Adams ist in der „Stadt der Sünde“ wieder mit seinem College-Quarterback Derek Carr vereint und hebt die Offense der Raiders sofort auf ein neues Level. Mit Adams, Hunter Renfrow und Darren Waller hat Carr plötzlich ein ganzes Arsenal an Waffen um sich herum.

Defensiv schmerzt der Verlust von Cornerback Casey Hayward, doch mit Chandler Jones adressierte die Franchise die Position gegenüber von Maxx Crosby mit einem echten Hochkaräter. Crosby und Jones – das wird keine Freude für die anderen Quarterbacks in der Division. Aus deutscher Sicht interessant: Fullback Jakob Johnson folgte seinem ehemaligen Offensive Coordinator und jetzigen Raiders-Coach Josh McDaniels in die Wüste – ein Zeichen dafür, dass auch Josh Jacobs wieder eine größere Rolle spielen wird?

Diese Needs muss Las Vegas noch angehen


1. Offensive Line

Die erste Priorität der Raiders im Draft und der zweiten Welle der Free Agency muss es sein, Carr besser zu beschützen. Die O-Line der Raiders erlaubte im Vorjahr 40 Sacks und 146 QB-Pressures – gerade Erstrundenpick Alex Leatherwood hatte massive Probleme, sich an die Geschwindigkeit der NFL anzupassen. Der Fokus sollte auf Right Tackle und Guard liegen, doch da Las Vegas im Zuge des Adams-Trades erst in Runde 3 das erste Mal pickt, könnte es sich als schwierig herausstellen, sofortige Hilfe im Draft zu finden.

2. Cornerback

Haywards Abgang setzt die sowieso schwächelnde Secondary der Raiders noch mehr unter Druck. Las Vegas tradete zwar für Rock Ya-Sin von den Indianapolis Colts und verpflichtete Anthony Averett (ehemals Baltimore), dennoch bleibt Cornerback ein Schwachpunkt. Die Raiders werden den Need wohl noch einmal im Draft angehen, doch ob ein Drittrundenpick (oder später) direkt einen Einfluss haben kann, ist fragwürdig. So hofft Las Vegas auf einen Breakout von Ya-Sin – zumindest eine risikoreiche Strategie.

Los Angeles Chargers


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 31.03.): 15,8 Mio. Dollar

Draft Picks: 10

 

  • 1. Runde: #17
  • 3. Runde: #79
  • 4. Runde: #123
  • 5. Runde: #160
  • 6. Runde: #195 + #214
  • 7. Runde: #236 + #254 + #255 + #260

 

Das ist bislang passiert


Im allgemeinen Wettrüsten hielten sich auch die Chargers nicht lange zurück. Im Gegenteil: Sie brachten das Chaos mit dem Trade für Khalil Mack und der Verpflichtung von Star-Corner J.C. Jackson in der Free Agency erst so richtig ins Rollen. Die Defense der Chargers ist jetzt auf dem Papier fast überall erstklassig besetzt und hat mit Brandon Staley einen erstklassigen Architekten. Hier können wir große Dinge erwarten, gerade vom Pass-Rush-Duo Mack und Joey Bosa.

Offensiv gehen die guten Nachrichten weiter: Mit Mike Williams konnte LA eines der Lieblingstargets von Quarterback Justin Herbert halten, bevor die Free Agency überhaupt losging. Zudem verlängerte die Franchise mit Backup-Quarterback Chase Daniel. Die Chargers sind bereit für den Großangriff auf die Chiefs – jetzt muss nur das offensive Scheme endlich in sich greifen und Herbert in bessere Positionen bringen.

Diese Needs muss Los Angeles noch angehen


1. Offensive Line

Die Skill Positionen der Chargers sind erstklassig besetzt, doch in der O-Line besteht noch Raum für Verbesserungen. Im Vorjahr landete LA mit Erstrundenpick Rashawn Slater einen Homerun, er wird wohl für Jahre ein Anker auf der linken Seite sein. Gelingt den Chargers in der ersten Runde des diesjährigen Drafts das gleiche auf der rechten Seite, muss sich die restliche AFC erst recht warm anziehen.

2. Defensive Tackle

Die Chargers haben letztes Jahr teilweise große Probleme gehabt, den Lauf zu stoppen. Hier sollten die Verpflichtungen von Sebastian Joseph-Day und Austin Johnson weiterhelfen, doch LAs Kader ist gut genug besetzt, um hier im Draft nochmal ein richtiges Ausrufezeichen zu setzen. Ein solches wäre beispielsweise Combine-Sensation Jordan Davis, wenn der Georgia-Standout bis an Position 17 fällt.

Denver Broncos


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 31.03.): 14,5 Mio. Dollar

Draft Picks: 8

 

  • 2. Runde: #64
  • 3. Runde: #75 + #96
  • 4. Runde: #115 + #116
  • 5. Runde: #152
  • 6. Runde: 206
  • 7. Runde: #232

 

Das ist bislang passiert


Ein Traum: Anders kann man die Offseason der Broncos nicht beschreiben. Denver gelang es, die seit Jahren klaffende Lücke auf der Quarterback-Position zu schließen. Mit Russell Wilson können sich die Broncos nun berechtigte Titelhoffnungen machen – und der Preis für den Trade hat dem Team nach wie Spielraum gelassen, um den 33-Jährigen herumzubauen.

Mit Randy Gregory (5 Jahre, 70 Mio.) kam eine Verstärkung für die Defensive Line, die im Vorjahr Von Miller verlor, aber mit Bradley Chubb noch einen echten Gamechanger hat. Neuzugang D.J. Jones (3 Jahre, 30 Mio.) sollte zudem enorm gegen den Lauf weiterhelfen. Damit ist das Roster der Broncos beinahe überall erstklassig besetzt. Nun müssen die Zahnräder nur noch ineinandergreifen.

 

Diese Needs muss Denver noch angehen


1. Cornerback

Patrick Surtain, Erstrundenpick der Franchise im Vorjahr, hat sich schnell zu einem Starter entwickelt, doch gegenüber des Sophomores hat Denver noch unausgeschöpftes Potenzial. Ronald Darby ist kein schlechter Corner, hatte im Vorjahr aber ein Down-Year und muss seine Form wiedergewinnen. Ihm etwas Konkurrenz an die Seite zu stellen, wäre sicher nicht die schlechteste Idee.

 

2. Edge

Denver ist diesen Need mit Gregory bereits angegangen, doch langfristig gesehen würde in junger Pass-Rusher nicht schaden, den die Broncos hinter Chubb und Gregory aufbauen können. Tampa Bay zeigte diese Strategie im Vorjahr mit Joe Tryon-Shoyinka, der hinter Jason Pierre-Paul und Shaq Barrett in die Formationen rein- und rausrotierte. Es wäre ein wenig ein Luxus-Pick, doch Denver ist durchaus in der Position, sich einen solchen zu leisten.

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.
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