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2022 NFL Offseason Needs: AFC South

Liegt Carson Wentz' Zukunft noch in Indy? Die Zeichen sprechen eher dagegen. Liegt Carson Wentz' Zukunft noch in Indy? Die Zeichen sprechen eher dagegen. IMAGO / ZUMA Wire
Die Indianapolis Colts sind auf der Suche nach einem neuen Quarterback, während anderswo in der AFC South vor allem an der Offensive Line gearbeitet werden muss. Sowohl die Titans und die Texans als auch die Jaguars benötigen dringend Hilfe in den Trenches, wenn sie ihre Saisonziele 2022 erreichen wollen. TOUCHDOWN24 wirft einen Blick auf die größten Offseason-Needs in der AFC South.


Wir alle haben am Wochenende, dem ersten Sonntag ohne NFL-Football seit Wochen, die Zahlen im Internet gesehen. Eine halbe Ewigkeit dauert es noch, bis im September endlich wieder das Ei über das Rasen fliegt. Bis dahin beginnt für viele – auch für mich – aber die spannendste Phase einer NFL-Saison: Die Offseason! Championship-Teams werden in dieser Zeit geformt, genauso wie sich Träume zerschlagen können. In unserer Serie bis zum NFL Draft 2022 werfen wir jede Woche den Blick auf die größten Offseason-Needs aller Teams, beginnend mit der AFC South.

Dazu ein paar Anmerkungen: Alle Prognosen zum Cap Space stammen von Over The Cap und basieren auf einem Salary Cap von 208,2 Millionen Dollar. Mit eingeschlossen in die Berechnungen von OTC ist auch der effektive Cap Space, den Teams zur Verfügung haben, um ihre Rookies zu verpflichten und damit den 51-Mann-Kader zu vervollständigen. Auch die Kompensationspicks, die Teams im Draft vermutlich erhalten, basieren auf Prognosen von OTC, die damit in der Regel richtig liegen. Wie OTC auf die Picks kommt, haben sie für alle Interessierten hier erklärt.

Tennessee Titans


Prognostizierter Cap Space: 9,7 Millionen Dollar

Wichtige Free Agents: LB Rashaan Evans, OLB Harold Landry, RT David Quessenberry, RB D'Onta Foreman, C Ben Jones, LB Jayon Brown, TE Anthony Firkser

Draft Picks: 7

 

  • 1. Runde: #26
  • 3. Runde: #90
  • 4. Runde: #129 + #142 (comp.)
  • 5. Runde: #168
  • 6. Runde: #203 + #219 (comp.)

 

1. Right Tackle + Guard


Auf welche Weise die Titans in der Offseason ihre Line verstärken, hängt ganz davon ab, mit welchen Augen die Franchise auf Dillon Radunz blickt. Wenn der Sophomore weiterhin eher die inneren Positionen der Line bekleidet, benötigt Tennessee dringend einen Right Tackle – ihre einzigen Optionen dort sind derzeit David Quessenberry, der selbst Free Agent ist, und Journeyman Kendall Lamm. Falls Radunz der Right Tackle der Zukunft werden soll, könnte Guard zu einem Problem werden, gerade angesichts des fortgeschrittenen Alters von Rodger Saffold (34). Nicht zu vergessen: Die Titans müssen auch Center Ben Jones halten oder sich nach einem neuen Starter umsehen.

2. Tight End + Wide Receiver


Die Titans benötigen dringend eine verlässliche dritte Receiving-Option hinter A.J. Brown und Julio Jones – und das alles unter der Annahme, dass Jones noch eine fitte Saison in sich hat. Noch düsterer sieht es im Tight-End-Room aus, wo mit Anthony Firkser, MyCole Pruitt und Geoff Swaim gleich drei Spieler Free Agents werden.

Der Traum für die Offense wäre natürlich, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und einen Tight End zu verpflichten, der gleichzeitig eine Mismatch-Waffe im Receiving-Game sein kann. Da Supertalente wie Kyle Pitts aber nicht auf Bäumen wachsen, bleibt das wohl mehr Traum als tatsächlicher Plan.

Indianapolis Colts


Prognostizierter Cap Space: 35,8 Millionen Dollar

Wichtige Free Agents: LT Eric Fisher, CB Xavier Rhodes, WR T.Y. Hilton, G Mark Glowinski, WR Zach Pascal, CB T.J. Carrie, DE Tyquan Lewis, DE Kemoko Turay

Draft Picks: 8

 

  • 2. Runde: #47
  • 3. Runde: #82
  • 4. Runde: #120
  • 5. Runde: #158 + #177 (comp.)
  • 6. Runde: #217 (comp.)
  • 7. Runde: #237 + #238

 

1. Quarterback


Die größte Offseason-Frage der Colts ist natürlich die nach Carson Wentz. Es ist alles andere als ein Geheimnis, dass die Franchise mit Wentz' Leistungen im Schlussspurt der Saison unzufrieden ist und den Vertrag gerne auflösen würde. Was langfristig der richtige Weg ist, ist auf kurze Sicht schwierig. Wentz hat einen hoch dotierten Vertrag, für den wohl kaum ein Team traden wird, eine Entlassung würde massiv Dead Cap mit sich ziehen. Können die Colts mit einem beschränkten Budget wirklich ein Upgrade zu Wentz finden?


Die Draft-Klasse ist dünn besetzt und die Colts haben aufgrund des Wentz-Trades mit den Eagles sowieso keinen Erstrundenpick. Free Agents gibt es kaum, ein potenzieller Trade für Superstars wie Aaron Rodgers oder Russell Wilson ist mehr Wunschgedanke als Realität. Es ist für mich eine der spannendsten Fragen der Offseason, wie Coach Frank Reich und Manager Chris Ballard sich aus diesem Loch herausbuddeln wollen, das sie in der Vorsaison selbst gegraben haben.

2. Left Tackle


Die Colts haben Eric Fisher im Vorjahr als Übergangslösung verpflichtet und im Endeffekt bekommen, was sie geholt haben. Fisher sah aus wie ein 31-Jähriger, der sich erst Mitte der Saison vollständig von einem Achillessehnenriss erholt hatte. Möglicherweise hat Fisher nach einem gesunden Jahr noch mehr im Tank und kann noch für ein paar Jahre ein solider Anker auf der linken Seite der Line sein.

Besser für Indy wäre es, einen langfristigen Ersatz zu finden, der wie Anthony Castonzo in den Jahren zuvor für die nächste Dekade der Starter sein kann. Man könnte argumentierten, dass Receiver ein größerer Need ist, doch Ballard scheint mit der aktuellen Gruppe an Wideouts zufriedener zu sein, als viele von euch es vermutlich sind.

Houston Texans


Prognostizierter Cap Space: 4,9 Millionen Dollar

Wichtige Free Agents: CB Desmond King, S Justin Reid, QB Tyrod Taylor, LB Kamu Grugier-Hill, LB Christian Kirksey, DT Maliek Collins, RB David Johnson

Draft Picks: 9

 

  • 1. Runde: #3
  • 2. Runde: #37
  • 3. Runde: #68 + #80
  • 4. Runde: #135
  • 6. Runde: #181 + #204 + #216
  • 7. Runde: #243

 

1. Offensive Line


Die Texans werden wohl mit Sophomore-Quarterback Davis Mills als Starter in die Saison gehen – auch, weil die Quarterback-Klasse im Draft dieses Jahr so dünn ist. Die erste Priorität für die Texans muss in diesem Fall sein, ihren jungen Signalcaller zu schützen. Mit Left Tackle Laremy Tunsil und Tytus Howard haben die Texaner derzeit nur zwei valide Starter in den eigenen Reihen.

Die übrigen drei Positionen gilt es upzugraden. Houston hat dafür zwar derzeit nur minimalen Cap Space zur Verfügung, doch würde weitere 24,2 Millionen Dollar freischaufeln, wenn die Franchise endlich einen Trade-Partner für Deshaun Watson findet. Alle Berichte aus den USA weisen in die Richtung, dass die Texans ihren einstigen Superstar bis zum 16. März loswerden wollen.

2. Pass Rush


Um ehrlich zu sein, könntet ihr hier jede einzelne Positionsgruppe aufführen. Die Secondary ist dünn besetzt und es gibt kaum gute Receiver. Ein Problem bleibt aber auch der Pass Rush, wo Jonathan Greenard und Jacob Martin im Vorjahr zwar gute Ansätze zeigten. Keiner der beiden ist aber ein echter Gamechanger. Den könnten sich die Texans im Draft an Position 3 holen – Talente gibt es dafür genug, wie unser DraftNerd Philipp in seiner Kolumne bereits festgehalten hat.

Jacksonville Jaguars


Prognostizierter Cap Space: 47,5 Millionen Dollar

Wichtige Free Agents: WR DJ Chark, G Andrew Norwell, OT Cam Robinson, CB Tre Herndon, LB Damien Wilson, G A.J. Cann, C Tyler Shatley

Draft Picks: 12

 

  • 1. Runde: #1
  • 2. Runde: #33
  • 3. Runde: #65 + #70
  • 4. Runde: #104
  • 5. Runde: #156
  • 6. Runde: #178 + #186 + #196 + #197
  • 7. Runde: #220 + #233

 

1. Offensive Line


Die Jaguars müssen vorsichtig sein, dass sie es nicht schaffen, die Karriere eines Generationentalents wie Trevor Lawrence zu ruinieren. Lawrence hat in seiner Rookie-Saison gute Ansätze gezeigt, hatte aber vielleicht die schlechtesten Umstände um sich, die ein Nummer-1-Pick jemals hatte. Receiver, die Probleme hatten, den Ball zu fangen. Eine Offensive Line, die nichts und niemanden aufhalten konnte. Und natürlich ein Coach, der mit Skandalen nicht geizte. Die O-Line auf Vordermann zu bringen, muss Priorität Nummer eins sein, das weiß auch der neue Head Coach Doug Pederson.

Jacksonville hat zahlreiche Free Agents wie Cam Robinson oder Andrew Norwell, dafür aber mit Walker Little im Vorjahr zumindest für Robinson den passenden Ersatz gedraftet. Dennoch ist es nicht ausgeschlossen, dass die Jaguars Robinson erneut unter Vertrag nehmen. Jacksonville benötigt zudem dringend ein Upgrade für Jawaan Taylor auf der rechten Seite, der in drei Jahren bislang nicht überzeugen konnte. Es sind eine Menge Baustellen offen, weswegen es nicht verwundern würde, wenn die Jaguars die Positionsgruppe direkt mit dem First-Overall-Pick angehen.

2. Outside Linebacker


Josh Allen war so ziemlich der einzige Hoffnungsschimmer in einer sonst verlorenen Saison. Dasselbe kann man nicht über den ehemaligen Erstrundenpick K'Lavon Chaisson sagen, der in seinen ersten beiden NFL-Saisons auf ganze zwei Sacks kommt. Eine andere Option mit dem First-Overall-Pick für die Jaguars ist deswegen einer der beiden Top-Edge-Rusher: Michigans Aidan Hutchinson oder Oregons Kayvon Thibodeaux. Andererseits ist es vermutlich leichter, Edge-Hilfe in der Free Agency zu finden als einen verlässlichen Starter für die O-Line.

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.
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