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2022 NFL Offseason-Needs: AFC North

Joe Burrow (r.) und Joe Mixon (l.) wollen mit den Bengals den AFC-North-Titel verteidigen. Joe Burrow (r.) und Joe Mixon (l.) wollen mit den Bengals den AFC-North-Titel verteidigen. IMAGO / Icon SMI
Die am meisten umkämpfte Division im Jahr 2021 wird auch 2022 wieder extrem spannend werden: Die Teams in der AFC North haben aufgerüstet und blasen zum Angriff auf AFC-Champion Cincinnati. Während Pittsburgh noch nach Lösungen auf der Quarterback-Position sucht, haben die Browns ihren Wunschspieler bekommen. Währenddessen fliegen die gefährlichen Ravens ein wenig unter dem Radar. TOUCHDOWN24 wirft einen Blick auf die Offseasons der AFC-North-Teams.

 

Cincinnati Bengals


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 21.04.): 15 Mio. Dollar

Draft Picks: 8

 

  • 1. Runde: #31
  • 2. Runde: #63
  • 3. Runde: #95
  • 4. Runde: #136
  • 5. Runde: #174
  • 6. Runde: #209
  • 7. Runde: #226 + #252

 

Das ist bislang passiert


Unglaubliche 70 Mal wurde Joe Burrow im vergangenen Jahr gesacked, die Bengals-Line ließ damit die drittmeisten Sacks innerhalb einer Saison in der Liga-Geschichte zu. Der Plan dieser Offseason war damit klar und auch früh zu erkennen. Mit Guard Alex Cappa (vier Jahre, 35 Mio.), Right Tackle La'el Collins (drei Jahre, 21 Mio.) und Center Ted Karras (drei Jahre, 18 Mio.) kamen gleich drei neue Beschützer für Burrow, der sich 2022 um einiges wohler fühlen dürfte.

Mit Tight End C.J. Uzomah verlor Burrow dafür eines seiner verlässlichen Targets aus dem Vorjahr nach New York, dafür kam Hayden Hurst (ein Jahr, 3,5 Mio.) aus Atlanta. Cincinnati verlängerte zudem zu günstigen Konditionen mit Eli Apple, der im letztjährigen Super Bowl alles andere als gut ausgesehen hatte, sonst aber eine solide Saison spielte. Der restliche Kader blieb großteils zusammen, um einen erneuten Anlauf auf den Titel zu nehmen.

Diese Needs muss Cincinnati noch angehen


1. Cornerback

Der Vertrag für Apple zeigt, dass ihn die Bengals nicht als langfristige Lösung betrachten und sich früh im Draft nach einem Cornerback umsehen werden. Mike Hilton spielte zwar eine solide Saison, doch Cincinnati braucht dringend neues Talent auf der Position. Ein Andrew Booth (Clemson) oder Kyler Gordon (Washington) wären gegen Ende der ersten Runde ideal.


2. Defensive Tackle

Die Bengals konnten früh in der Offseason mit B.J. Hill verlängern, verloren dafür aber Larry Ogunjobi. Zuletzt hielten sich zwar hartnäckig Gerüchte, wonach Ogunjobi doch noch nach Cincinnati zurückkehren könnte, das scheint aber eher unrealistisch. Wahrscheinlicher ist es, dass die Bengals früh im Draft eine zweite Präsenz neben D.J. Reader suchen, der mit Hill eine Rotation bilden kann.

Pittsburgh Steelers


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 21.04.): 8,3 Mio. Dollar

Draft Picks: 7

 

  • 1. Runde: #20
  • 2. Runde: #52
  • 3. Runde: #84
  • 4. Runde: #138
  • 6. Runde: #208
  • 7. Runde: #225 + #241

 

Das ist bislang passiert


Wie die meisten Teams in der umkämpften AFC hatten die Steelers eine umtriebige Offseason. Das große Thema war nach dem Karriereende von Ben Roethlisberger natürlich die Quarterback-Position, auf der sich die Steelers mit Mitchell Trubisky verstärkten. Ob der letztjährige Bills-Backup aber wirklich als Starter in die Saison gehen wird, steht noch in den Sternen. Es ist gut möglich, dass Pittsburgh ein Auge auf einen Quarterback im Draft geworfen hat.

Eine tragische Wendung nahm die Offseason Anfang April mit der Nachricht, dass Backup-Quarterback Dwayne Haskins auf einem Highway in Florida ums Leben kam. Er wurde nur 24 Jahre alt. „Dawyne war ein großartiger Kollege, aber ein noch viel besserer Freund“, so Steelers-Coach Mike Tomlin in einem Statement. „Mein Herz ist gebrochen.“

Diese Needs muss Pittsburgh noch angehen


1. Safety

Stand heute haben die Steelers keinen NFL-tauglichen Strong Safety im Roster, der neben Minkah Fitzpatrick auflaufen kann. Es ist für mich ausgeschlossen, dass Pittsburgh mit Miles Killebrew und anderen No-Names in die Saison startet. Ob spät in der Free Agency oder früh im Draft – auf die eine oder andere Weise werden Tomlin und Co. die Position noch angehen müssen.

2. Wide Receiver

Nach dem Abgang von JuJu Smith-Schuster nach Kansas City haben die Steelers nur noch zwei nennenswerte Receiver im Kader – Diontae Johnson und Chase Claypool. Spieler wie Anthony Miller und Cody White sind mehr Lückenfüller als alles andere. Kurz gesagt: Die Steelers müssen noch mindestens zwei Receiver verpflichten, einer davon wird vermutlich im Draft geholt.

Cleveland Browns


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 21.04.): 26,2 Mio. Dollar

Draft Picks: 7

 

  • 2. Runde: #44
  • 3. Runde: #78 + #99
  • 4. Runde: #118
  • 6. Runde: #202
  • 7. Runde: #223 + #246

 

Das ist bislang passiert


Die Offseason in Cleveland stand ganz im Zeichen der Verpflichtung von Deshaun Watson. Der Superstar, gegen den derzeit nach wie vor 20 zivile Klagen laufen, entschied sich nach langem Hin und Her doch für die Browns, die für die Rechte am 26-Jährigen eine Wagenladung an Picks nach Houston schickten, darunter der Erstrundenpick in diesem Jahr. Nicht ganz überraschend zeigte sich der bisherige Starter Baker Mayfield als alles als erfreut und warf den Browns sogar mangelnden Respekt vor.


Fakt ist: Die Ära Mayfield ist in Cleveland vorüber. Unsicher ist derzeit noch, ob Watson wirklich alle Spiele in diesem Jahr bestreiten kann oder er noch auf der Exempt-Liste von Commissioner Roger Goodell landet. Vorausschauend haben die Browns mit Jacoby Brissett bereits einen soliden Backup verpflichtet. Im ganzen Drama um Watson und Mayfield ging der Trade für Amari Cooper zu Beginn der Offseason fast ein wenig unter, doch Cooper und Watson sollten – alle rechtlichen Dinge einmal außen vor – 2022 ein formidables Duo bilden.

Diese Needs muss Cleveland noch angehen


1. Wide Receiver

Die Verpflichtung von Cooper ist ein Start, doch nach dem Verlust von Jarvis Landry in der Free Agency müssen die Browns in Sachen Receiver noch nachlegen. Der einzige Wideout mit Starter-Kaliber im Roster ist hinter Cooper derzeit Donovan Peoples-Jones. Wollen die Browns in einer bis an die Zähne bewaffneten AFC mithalten, braucht Watson mehr Waffen um sich herum.

2. Defensive Line

Myles Garrett ist jedes Jahr ein legitimer Anwärter auf den Titel als bester Verteidiger des Jahres, doch die Tiefe im Pass-Rush-Corps der Browns lässt zu wünschen übrig. In einer Division mit Superstars wie Joe Burrow und Lamar Jackson ist es elementar, vorne an der Line Druck zu erzeugen. Ein zusätzlicher Pass-Rusher mit frischen Beinen ist daher ein Muss.

Baltimore Ravens


Effective Cap Space (laut OverTheCap, Stand: 21.04.): 0,8 Mio. Dollar

Draft Picks: 10

 

  • 1. Runde: #14
  • 2. Runde: #45
  • 3. Runde: #76 + #100
  • 4. Runde: #110 + #119 + #128 + #139 + #141
  • 6. Runde: #196

 

Das ist bislang passiert


Im nationalen Wettrüsten der AFC-Teams hielten sich die Ravens merklich zurück. Die Franchise ist bekannt dafür, keine wilden Dinge in der Offseason zu versuchen und hielt sich auch 2022 an ihr Mantra. Ganz untätig war General Manager Eric de Costa aber nicht: Mit Marcus Williams kam einer der besten jungen Safeties der Liga aus New Orleans (fünf Jahre, 70 Mio.), während Right Tackle Morgan Moses (drei Jahre, 15 Mio.) die Offensive Line stärken soll.

Einmal abgesehen von Center Bradley Bozeman (nach Carolina) konnte de Costa ein Roster zusammenhalten, das im Vorjahr vor einem so nur selten gesehenen Verletzungspech die AFC anführte. Mit Lamar Jackson und Co. wird 2022 wieder zu rechnen sein, derzeit fliegen die Ravens aber noch ganz tief unter dem Radar.

Diese Needs muss Baltimore noch angehen


1. Edge

Laut ESPN Analytics belegten die Ravens in Sachen Team Pass Rush Win Rate nur den 14. Platz (41 Prozent), die Unit um Tyus Bowser und Rookie Odafe Oweh holte zudem nur 34 Sacks (Rang 21). Um in einer starken Division mit Burrow und Watson kompetitiv zu bleiben, müssen die Ravens einmal mehr in den Pass-Rush investieren – vielleicht bereits in Runde 1 in einen Spieler wie George Karlaftis (Purdue)?

2. Center

Nach dem Abgang von Bozeman scheint Head Coach Jon Harbaugh mit den internen Lösungen Patrick Mekari und Trystan Colon zufrieden zu sein, doch de Costa merkte öffentlich an, dass die Franchise den Fokus durchaus auf die O-Line legen will. Sollten die Ravens nach einem Center-Upgrade suchen, wäre mit Tyler Linderbaum (Iowa) eine Plug-and-Play-Option wohl an Pick 14 im Draft zu haben.

Daniel Wolf

Daniel Wolf hat Sportjournalismus an der Hochschule Ansbach studiert und dort seine Leidenschaft für das „richtige“ Football entdeckt. Ist seit Andrew Lucks Mega-Playoff-Comeback gegen die Kansas City Chiefs lautstarker Supporter der Indianapolis Colts. Schreibt seit 2018 für TOUCHDOWN24, hauptsächlich im Bereich NFL. Stolzer Vize-Meister der TOUCHDOWN24-Fantasy-Liga.
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