Wie Phoenix aus der Asche - in Wipperfürth fliegt wieder das Ei

geschrieben/veröffentlicht von/durch  10.04.2017
In der Kleinstadt Wipperfürth aus dem Oberbergischen Kreis hat sich ein neuer Football-Verein gegründet - der ASC Phoenix. Soweit nicht ungewöhnlich, würde es nicht eine kleine Vorgeschichte geben.

Jeder Footballspieler, der sich mit seinem Verein das Spielfeld mit einer Fußballmannschaft teilen muss, hat diesen Vorwurf schonmal gehört: "Die Footballer pflügen den Rasen so um, dass die Fußballer keinen gepflegten Pass mehr spielen können." So weit, so alltäglich, doch beim TSV Hämmern (Fußballverein) und dem angegliederten Bergisch Land Phoenix (Footballer) war in diesem Frühjahr eine öffentliche Schlammschlacht entbrannt. Selbst Vermittlungsversuche des Stadtsportverbandes scheiterten.

Zunächst hatte der Vorstand des TSV Hämmern die Footballabteilung zum 31. Dezember 2016 geschlossen und den Footballern ein Sonderkündigungsrecht bis 15. Januar eingeräumt, wie regionale Medien berichteten. Als Grund wurde das "nicht mehr vorhandene Vertrauen in den Trainerstab“ der Football-Abteilung und die „Missachtung von Anweisungen des Vorstandes“ genannt, was sich die Footballabteilung so einfach aber nicht gefallen ließ. Bei einer Mitgliederversammlung strebten die Footballer, die sich in der Mehrheit der Mitglieder sahen, die Wahl eines neuen Vorstandes an, die Fußballer aber befürchteten, die Footballer würden den Verein übernehmen wollen. Nachdem die Mitgliederzahl kurz vor der Versammlung von etwa 160 auf 241 Mitglieder angestiegen war, wurde der Vorstand jedoch im Amt bestätigt, woraufhin die Footballer die Veranstaltung verließen und in direktem Anschluss im Lokal "Penne" die Planung eines eigenständigen Vereins vorantrieben.

Dieser Plan wurde nun in die Tat umgesetzt, der ASC Phoenix bereichert also in Kürze die Football-Landkarte. So ging der Entstehungsgeschichte des ASC Phoenix jedoch auch eine unnötige Posse voraus - immerhin mit gutem Ende und der Tatsache, dass dieser Phoenix wohl wirklich aus der Asche geboren wurde.
Markus Schulz

Markus Schulz arbeitet seit 2009 beim Sport-Informations-Dienst in Köln. Seine Leidenschaft für den American Football entdeckte der Familienvater bereits mit elf Jahren während Super Bowl XXIII. 2017 schloss sich Schulz TOUCHDOWN24 zudem als Chefredakteur an. Außerdem hat der gebürtige Mönchengladbacher mehrere Bücher über den US-Sport publiziert und engagiert sich ehrenamtlich als Pressesprecher bei seinem örtlichen Football-Verein Remscheid Amboss.
Twitter: @ELFinsider

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